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DocInsider – Von Patienten empfohlen!

[Trigami-Review]
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Seit langer Zeit mal wieder ein Trigamiauftrag, den ich bekommen habe und den ich gerne schreiben möchte. In diesem Artikel werde ich ein neues Web 2.0 – Portal vorstellen, in dem es in erster Linie um das Finden und Bewerten von Ärzten geht. Ich habe gerade jetzt, auch wo ich mich näher mit dem Thema beschäftige, einige Bauschmerzen. Aber dazu später mehr. DocInsider, so der Name des noch in Betaphase befindlichen Projekts soll also eine intelligente Suchmaschine bereit stellen und die Benutzer des Portals sollen ganz in Web2.0-Marnie diese bewerten. Im ersten Teil des Artikels gehe ich auf die technische Umsetzung ein und wie sich diese Seite im Alltäglichen Benutzen anfühlt.

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Technische Umsetzung

Die Anmeldung erfolgt ganz typisch über einen „Registrieren“-Link. Es öffnet sich aber keine neue Seite, sondern das Registrierungsformular wird über einen CSS-Layer eingeblendet. Interessant fand ich auch die Möglichkeit, bei der Registrierung zwischen 3 verschiedenen Typen zu wählen: Einfache Registrierung, Erweiterte Registrierung und „Ich bin Arzt/Dienstleister“. (1.) Auch die anzunehmenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind vorbildlich verlinkt und können parallel gelesen werden. (2.)

Ich wählte erst mal die einfache Registrierung und brauchte dafür nur einen Usernamen wählen und eine Mail-Adresse anzugeben. Die Mailadresse wird untypischerweise nicht durch eine Überprüfung gescheckt. Ich konnte mich sofort anmelden und loslegen. Die Anmeldung wird nur durch ein so genanntes Captcha geschützt. Man bekommt zwar eine Begrüßungs-Mail, muss aber in keinsterweise diese bestätigen. Wie docinsider die Validität der Mailadressen feststellen will, ist mir schleierhaft. Für den Benutzer ist das sicher so einfacher und komfortabler. Aber im Hinblick auf meine Bauchschmerzen wünscht man sich als Benutzer und auch als Dienstleister bzw. als Arzt keine Fake-Benutzer, die versuche diese Plattform zu missbrauchen.

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Für alle Technik interessierten Leser: Dieses Portal wurde komplett mit Hilfe von Grails umgesetzt und gehört damit zu einer der ersten kommerziellen Webportalen, die mit diesem jungen Framework realisiert wurden. Grails ist vor kurzem als Version 1.0 verfügbar.

Design und Gestaltung

Das Design ist sehr schlicht gehalten und gefällt mir persönlich sehr gut. Die wenigen Farben (grau und rot) werden gut benutzt, um sich im System zurecht zu finden. Das Logo hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert. Man kann abschließend sagen, dass die Seite vom Design, Gestaltung und Bedienung einen sehr ausgereiften und professionellen Eindruck macht.

Los gehts

Zentrales Element des Bewertungsportals ist die Suche. Suchen kann man nach Fachrichtungen und/oder nach dem Standort. Auch hier vorbildlich, wie mir bei der Suche unter die Arme gegriffen wird und mir bei der Eingabe der Suchbegriffe schon mögliche Suchwörter angeboten werden. Das hilft ungemein und vereinfacht die Eingabe.

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Die Suchergebnisse werden übersichtlich dargestellt und mit Hilfe von GoogleMaps visuallisiert. Also wer auf der Suche nach einem Arzt ist, bekommt hier sehr schön kartenbezogen einen Überlick. Das finde ich sehr gut. Ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen: Wählt man zum Beispiel „Kinderarzt“ in der Suche, findet man auch Hebammen und Kinderchirurgen. Schränkt man dann auf Kinderärzte ein und blättert dann eine Seite weiter, sind die Hebammen wieder mit aufgelistet.

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Bewertungen

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Bei der Bewertung muss man neben dem Gesamteindruck 11 weitere Fragen beantworten, Fragen wie „Würden Sie diesen Arzt weiterempfehlen“ oder „Fühlten Sie sich gut von Ihrem Arzt beraten“.

Bauchschmerzen

Ein paar Bedenken, also Bauchschmerzen habe ich bei dieser Art Bewertungsportal, da sehr schnell der Ruf eines Arztes ruiniert sein kann, schneller als er es wieder schaffen würde, diesen wieder rein zu waschen. Wie wird sichergestellt, dass aus Konkurenzkampf oder Neid Ärzte unbegründet schlecht gemacht werden oder andersherum zu gut gemacht werden? Wie kann sich ein Arzt schützen? Wer spielt den Schiedsrichter bei kniffligen Fällen? Immerhin schädigt bzw. trifft man direkt einen Menschen, nicht wie bei einem Produktbewertungsportal ein „Ding“. Diese Fragen werden sich sicher im Laufe der Zeit und größeren Bekanntheitsgrad klären.

Fazit

DocInsider hat in meinen Augen großes Potential, einer der großen Seiten in Deutschland zu werden. Ich habe vielen Bekannten diese Seite vorgestellt und ausgenommen alle fanden die Idee super und wollten dieses Portal ausprobieren. Es sind auch schon viele Ärzte und Gesundheitsdienstleister eingetragen. Bewertungen findet man aber noch sehr wenig. Ich denke aber, das dieser Zustand nur ein vorläufiger ist. Mit wachsendem Bekanntheitsgrad werden auch diese zunehmen und der Nutzen wird stark zunehmen.

Links
http://www.docinsider.de

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

4 Kommentare

  1. Pingback: MellowBox

  2. Nette Idee, aber furchtbare Datenbasis. Aus welchen alten Telefonbuch-CDs haben denn die ihre Daten?

    Ich hab mal in meinem Heimatort gesucht. Ergebnis: ein Arzt seit ca. 5-10 Jahren Tod, ein Physiker mit Privatadresse als Allgemeiner Arzt. Weil er nen Doktortitel hat? Die Frau eines Klinikchefs als Chirurgin auch mit Privatadresse.

    Das finde ich sehr zweifelhaft!

  3. @stoeps: die Datenbasis ist von der Telekom, wie bei den meisten. Wir sind mit der Qualität auch nicht zufrieden, verstehen uns aber als klassisches Web 2.0 Angebot – jeder kann Daten ändern, verbessern oder uns mitteilen, wo wir anpacken müssen. Das funktioniert auch schon sehr gut. Wir bekommen täglich mehrere Dutzende Verbesserungsvorschläge und Datenänderungen. Klar, bei 370.000 Einträgen in der Datenbank wird es eine Weile dauern, bis wir alle Einträge in der Qualität haben, wie wir uns das vorstellen. Wir investieren aber lieber in die Produktfeatures und in die Community, damit wir viele Erfahrungsberichte und Bewertungen von den Ärzten und Gesundheitsdienstleistern bekommen.

    Gruss, Ingo