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Am Mac ist nur die GUI anders

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Lustiges Gespräch gestern beim Brunch mit meinen lieben Kollegen. Da fiel zum Beispiel folgender Spruch: „Wenn man einem Mac-User ein Windows mit Mac GUI vorsetzt, das würde der noch nicht einmal merken.“ Mir blieb natürlich mein Brötchen fast im Hals stecken. Ist das wirklich so? Kann man ein Betriebssystem auf seine Oberfläche reduzieren? Ich weiß natürlich, daß meine Kollegen das nicht ganz so ernst meinten. Ich möchte aber trotzdem eure Meinung hören? Wie seht ihr das?

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

14 Kommentare

  1. Wenn das wirklich so wäre, wäre der Mac nicht das was er jetzt ist. Ich halte nichts von solchen Vergleichen, weil jedes OS seine Eigenheiten hat, die es auszeichnet. Sicher fallen am Anfang beim Mac vor allem die Äußerlichkeiten auf, arbeitet man dann aber ein wenig mit ihm, kommen die ganzen anderen Details zu Tage.

    Hab also keine Ahnung was dein Kollege mit diesem Spruch sagen wollte.

  2. Jetzt wo ich etwas darüber nachgedacht habe finde ich, die Aussage ist Unsinn. Spontan ein paar Unterschiede:
    1. Kann hier jemand die Windows Konsole bedienen? Bzw. hat dazu überhaupt Lust? Ist das überhaupt eine vollwertige?
    2. Windows: Registry vs. Mac OS: plist.
    Es gibt auf jeden Fall Unterschiede. Ich denke allerdings, dass die Geschichte doch nicht ganz so einfach ist, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. Viele Dinge sind lediglich GUI.

  3. Die meisten „normalen“ User sind schon überfordert, wenn das „E“ für den Internet Explorer nicht mehr da ist.

    Schon mal einen Windows-User gesehen, der am Mac versucht hat ein Fenster zu schließen und ständig nur die Buttonleiste ausblendet?

    Schon mal einen Mac-User gesehen, der ständig mit der Maus in die Ecken stupst und sich wundert, weil nichts passiert?

    Schon einen Windows-Anwender gesehen, der verwirrt schaut, weil er nur ein @-Zeichen eingeben wollte und nun das Programm verschwunden ist?

    Was ich sagen will, das meiste hat mit Gewohnheit zu tun. Da gibt es kein besser oder schlechter. Ich kenne Unix-Freaks, die haben noch nie länger als 20 Minuten vor einem Windows-Rechner verbracht. Die sind mit Windows z.T. völlig überfordert.

    Wenn ich mit dem MacBook wo bin, schauen viele oft auf den Bildschirm und versuchen zu erkennen, was da vorgeht. Man versucht seine gewohnten Muster zu finden…

    Je mehr sich die Oberfläche und deren Bedienung (oft sind es ja die kleinen Dinge, wie man oben lesen kann) ähneln, je weniger fällt es auch. Jemand mit KDE ist näher dran an Windows. Aber selbst dort wird der jeweilige Anwender der anderen Seite anfangs Probleme haben. Die Icons sind z.B. anders sortiert und sehen anders aus.

    So richtig den Unterschied merkt man doch erst, wenn man so lange an einem System gearbeitet hat, bis es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die ersten Tage am Mac waren hart. Inzwischen hab ich mit Windows so meine Probleme, weil ich schon so tief im Mac „drin“ bin, dass ich mit der Bedienung von Windows dafür oft meine Probleme bekomme…

  4. Ich würde mal behaupten es würde fast hinkommen, da ja die GUI nur die Schnittstelle zwischen User und Betriebssystem ist.

    Der versiertere User erkennt natürlich relativ schnell die Unterschiede am Unterbau, wenn beispielsweise in der Konsole statt ‚ls‘ nur ‚dir‘ funktioniert ;)

  5. Selbst wenn es nicht ernst gemeint war ist das wohl die duemmste Aussage, die ich seit langem gehoert habe!

    Ich war jahrelanger Windows-User und mit Windows 2000 und XP eigentlich ganz zufrieden (bis auf das Neuinstallieren alle 6 Monate, muss einfach sein!) und selbst in die Linux-Gefilde hab ich mich ab und an begeben (mein erstes Linux war glaub RedHat 5.0) und es hat immer wieder Spass gemacht, wie Linux Stueck fuer Stueck benutzerfreundlicher wurde.

    Vor gut 15 Monaten bin ich dann auf Mac OS X umgestiegen und wuerde nicht mal im Traum daran denken mir wieder ne Windows-Kiste zu holen (ausser vielleicht zum Spielen, aber das mach ich schon seit Jahren nicht mehr).

    Man hat bei Mac OS X die guten Seiten aus beiden Welten (Klickibunti GUI + voll funktionsfaehiges Unix) und kann sich entscheiden wie man das System nutzen will. Ein weiterer Vorteil ist die Integration der Programm untereinander und mit dem System wie z.B. Quicksilver, AppleScript, TextMate… Solche Programme waeren ohne das darunterliegene Unix gar nicht oder nur schwer moeglich und unter Linux fehlt da einfach die Integration bzw. muss man sich dann halt selber drum kuemmern, weil zum Teil einfach die Standardisierung fehlt.

    Fuer einen Otto-Normalnutzer reicht auch ein Ubuntu um zu Surfen, Emails zu lesen, mal ’nen Brief zu schreiben und Videos zu schauen. Was mich an Linux bis heute stoert ist der Zwang bestimmte Dinge in der Shell machen zu muessen wie z.B. FTP-Server aufsetzen und User verwalten, da hab‘ ich persoenlich einfach keinen Bock jedesmal irgendwas in die Konsole reinzuhacken nur um nen neuen FTP-Benutzer anzulegen.

    Wenn man mit Windows richtig umgeht ist es auch gar nicht so schlimm, aber man muss halt doch recht viel beachten (Viren, Wuermer und Trojaner) ;)

    OS X ist absolut nicht perfekt aber es kommt nahe ran und ist sowohl fuer den absoluten DAU als auch fuer den fortgeschrittenen bis professionellen User ausgelegt. Entweder es ist einfach nur alles schoen anzusehen und man hat seinen Safari und iLife so wie das in den Get-A-Mac-Werbungen immer gezeigt wird oder man beschaeftigt sich ein wenig mit dem System und nutzt das „wahre Potenzial“ voll aus.

    „Once you go Mac you will never go back!“ ;)

  6. Für den normalen „Einfach-nur-Benutzer“ ist das sicher (mehr oder weniger) so (und die gibt es bei MacOS genauso wie bei Windows). Woran soll man denn die fundamentalen Unterschiede in der Architektur des Unterbaus merken, wenn man nur im GUI und einigen graphischen Applikationen rumklickt? An den Pfaden im „Sichern als …“-Dialog vielleicht.

    Macs werden doch auch nicht nur wegen MacOS gekauft, sondern wegen des Stylings und vor allem wegen des Coolness-Faktors. Kaum jemand kauft einen Mac, weil MacOS X auf Darwin und einem FreeBSD-Userland basiert (auf dem ein wie ich finde leider einigermaßen misratenes GUI aufgepropft ist), anstatt des aufmotzten VMS, das under der Windows-Oberfläche liegt. :)

    Und ich habe einige Jahre mit einem Mac arbeiten (ja, richtig arbeiten, nicht nur rumspielen) müssen. Ich bin also Leid gewöhnt und weiß, daß ich das GUI nicht mag und warum nicht. Einmal Mac und … bitte nie wieder. Jedenfalls nicht zum Arbeiten. Zum Rumspielen vielleicht.

  7. Ganz schlechter Vergleich, gaaaanz unterste Schublade für mich sowas. Grade als ehemaliger Switcher von Win zu Mac kann ich mit sicherheit sagen das solche Vergleiche Mist sind. :P

  8. ne, is klar …

    selbst wenn man windows per flyakite zu osx umbaut, kann man windows nicht wie mac os x bedienen!

    und anders herum geht es auch nicht!

  9. Es gibt ja die Möglichkeit Windows mit einer Mac GUI zu versehen. Aber Aussehen allein ist nicht alles, denn das Bedienkonzept kann man nicht adoptieren und spätestens, wenn man die Windows Kommandozeile öffnet, merkt man schnell, dass man kein MacOs unter den Fingern hat. Denn die Kommandozeile kann der Bash nicht mal annähernd das Wasser reichen.
    für mich gibt es nur 2 Betriebssysteme – MacOs und Linux. Optimal ist MacOs mit virtualisiertem Linux, so kann man beides gleichzeitig nutzen.

  10. Die GUI ist eine Sache, eine andere ist sicher die Softwarelandschaft. Wenn man sich in Bezug auf eine gewisse Aufgabe erstmal an ein Tool mit bestimmten Qualitäten gewöhnt hat, erscheinen einem andere Systeme schnell genauso unzulänglich, wie es bei welchen mit einer „schlechteren“ Bedienung der Fall ist. Ganz subjektiv ist z. B. für mich Windows das OS „ohne“ Terminal, Apache, PHP, SVN, Texteditor, Newsreader, PDF-Viewer und Bildbetrachter. OS X dagegen ist das „ohne“ Messenger und Audio-Player. .oO(Läuft foobar2000 eigentlich unter Wine?)

  11. @juhu: Warum brauchst Du ein Linux, wenn Du mit OS X arbeitest? Da gibt es doch auch fast alles (über Fink, MacPorts, Gentoo für OS X), was es unter Linux gibt…

    Wobei so ein kleines schlankes Debian zum spielen in der VM schon was feines ist. ;-)

  12. … nein das kann man nicht vergleichen …

    bei mir handelt es sich beim rechner um ein arbeitsgerät … unter linux musste ich viel basteln und zeit investieren, damit es schick ausschaut und alles so funktioniert wie ich das wollte … bei nem mac schaut es schick aus und ich kann es innerhalb kurzer zeit für mich passend machen …

    wobei ich nur vom dekstop spreche ;) … da spielt optik zwar eine wichtige rolle, aber wie schon weiter oben geschrieben, das bedienungskonzept kann man nicht übertragen.

  13. Ich bin leider allergisch veranlagt. Wenn ich in einen Ordner der zweiten Ebene bei Windows reinschaue, dann fängt es schon an zu jucken. Wenn ich mit der Registry, .ini oder so etwas in Berührung komme, dann droht eein anaphylaktischer Schock.

    Ich musste manchmal beruflich mit NT arbeiten. Schrecklich!