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Neue Truecrypt Version 6.0

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Heute Nacht erst erschienen und gleich wird die neue Version der Opensource Verschlüsselungssoftware Truecrypt von mir persönlich unter die Lupe genommen. Ich bin gespannt welche Features einen so grossen Versionssprung rechtfertigen. Die 5.0 Version, die vor gar nicht mal so langer Zeit veröffentlicht wurde(März, 2008), kam ja mit dem Knaller, das es damals endlich eine Mac OS X Version und eine Linux GUI im Gepäck hatte.

Bei mir liegt natürlich mal wieder der Fokus auf die Mac- und auf die Linuxversion und die Zusammenarbeit mit dem unter Windows verschlüsselten Daten.

Folgende Änderungen konnte ich feststellen:

* 5MB Download und eine flotte Installation, Truecrypt hat man in ca. 10 Sekunden installiert
* die Mac GUI wirkt an einigen Stellen fehlerbereinigt und hinterlässt einen runden Eindruck
* leider kann man seine angelegten Datenfiles immer noch nur mit FAT aus dem Programm heraus formatieren
* die grosse Neuerung für Mac und Linuxuser ist die Unterstützung von versteckten Partitionen, nicht nur im CLI Client, sondern auch wie in Windowsversion in der GUI
* hervorzuheben ist auch die bessere Unterstützung von Multi-Core-Rechnern, die Truecrypt jetzt Beine machen sollen – so soll laut TC, auf einem Quad-Core das Verschlüsseln 4 mal so schnell laufen

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Heise berichtet auch weiterhin: „Unter Windows ist es möglich, komplette Betriebssysteme zu verschlüsseln und so zu verstecken, dass – nach Angabe der Entwickler – nichteinmal ihre Existenz bewiesen werden kann.“ PS: Truecrypt ist damit also auch eine sichere Möglichkeit, Windows für immer vom Rechner zu löschen, ohne da man es wieder finden kann ;)

* das gilt in der neuen Version jetzt auch für Windows Vista und Windows Server 2008
* bessere Backup- und Restore-Möglichkeiten des Headers, welcher den Master Key enthält und bei korrupten Volumes das Risiko minimiert, das Daten vollständig verloren sind
* unter Linux werden jetzt die nativen Kernel „cryptographic services“ benutzt

Die vollständige Liste der Änderungen findet man hier.

Truecrypt 6.0 ist eine konsequente Weiterentwicklung, ohne grosse Neuerungen, aber mit vielen netten kleinen Verbesserungen. Nachhaltig wird mit Sicherheit die bessere Unterstützung der Multi-Core CPUs sein.

Links
http://www.truecrypt.org/
http://www.truecrypt.org/docs/?s=version-history

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

8 Kommentare

  1. Pingback: Neues Version von Truecrypt (6.0) » Beitrag » splash ;)

  2. Na dann mal ran ans testen. :-)

    Werde es mal unter Vista, XP, Ubuntu und Leopard testen.

  3. Ich persönlich warte eher auf die Full-disk-encryption von PGP :(

    (für Mac OSX, dafür ists noch nicht released (soweit ich weiß))

  4. Da warte ich auch noch drauf. Mal abwarten, wann da was kommt. :-/

    Aber Truecrypt 6 ist auch schon mal ne geile Sache….

  5. Das Problem an Apple Rechnern ist, dass sie EFI nutzen. Das bekommt bisher noch kein Krypto Programm auf die Reihe. Aber FDE wird des sicherlich demnächst auch mal auf dem Mac geben. Eine Alternative wäre sicherlich ein Linux mit einem virtualisierten OS X. Allerdings wird der Speed auch nicht so prall sein. Durch die Unterstützung von Multi Core Prozessoren jedoch, könnte der Speed etwas besser werden. Also ein minimalstes Linux mit Truecrypt. OS X in einer VM und los gehts. Allerdings wieder nur auf Apple Hardware.

    Da ich leider keinen Apple Rechner zum rumspielen da habe (mein Produktivsystem wird nicht angefasst!) kann ich es leider nicht testen. Aber vielleicht habe ich demnächst ja mal sowas in den Fingern…

  6. @Julius:

    Wie du aber deiner eigenen Aussage entnehmen kannst, wäre es die „schönste“ Lösung wenn es mit MacOSX nativ bzw. „out of the box“ mit nur einem (narrensicheren) Programm gehen würde.

    Dennoch (zu PGP FDE), hat jemand ne ungefähre Ahnung, was mich da ne Einzellizenz als Privatanwender kosten wird?
    Konnte auf der Seite von den Jungs da nix finden :(

  7. @Lichtlos: eine Festplatten-Komplett-Verschlüssung ist schon wichtig und wird früher oder später auch für EFI und Mac OS X zur Verfügung stehen.

    In das OS eingebaute Lösungen sind mit Sicherheit praktisch, ob man diesen dann unbedingt trauen kann, in Hinsicht auf die eigene Sicherheit, dass wage ich zu bezweifeln. Arbeiten doch alle amerikanischen Betriebsystemhersteller (Apple, MS, Novell) ganz offen mit der NSA zusammen. Ich will jetzt nicht behaupten, dass es für diese eigenen Lösungen eingebaute Hintertüren gibt, da ich sowas nie beweisen könnte. Aber ausschliessen kann man sowas leider auch nicht.

    Da bin ich über eine offene und für jedermann zugegängliche und vor allem unter jedem Betriebsystem einsetzbare Lösung dankbar. Daher mag ich Truecrypt sehr gerne.

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