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Ubuntu 8.10: Es ist so weit und was gibt es Neues?

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Alle 6 Monate grüßt das Murmeltier oder so ähnlich muss man sich als Ubuntu-Nutzer wohl fühlen, denn pünktlich alle 6 Monate gibt es ein neues Release, der auf dem „normalen“ User fixierten Linux-Distribution. Große Änderungen oder evolutionäre Sprünge kann man bei dieser kurzen Entwicklungszeit wohl kaum erwarten. Nicht desto trotz gibt es aber natürlich Neuerungen, über die es lohnt zu schreiben. Was genau die neue Version dem Linux-Nutzer bringt, habe ich hier mal kurz zusammen gefasst:

1. neue GUI-Oberfläche, neues Design (?)

Irgendwie warte ich auf einen großen Schritt in diesem Bereich schon seit 2 Jahren. Aber man kann sich bei Ubuntu wohl irgendwie nicht so richtig durchringen. So muss man sich in der neuen Version standardmässig auch mit dem aber doch recht gefälligen „Human-Clearlooks“-Theme zufrieden geben, wenn da nicht das in den Erscheinungsbild-Einstellung versteckte „DarkRoom“-Theme zu finden wäre, mit dem man ein wenig frischen Wind auf dem Ubuntu-Desktop bekommt. Was mir persönlich aber auch nicht unbedingt zusagt. Naja, GUIs sind halt auch stark Geschmacks-abhängig.

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Wem das alles nicht gefällt, kann mal hier einen Blick auf die Community Themes werfen. Die sich direkt aus dem Browser heraus mit Hilfe des apt Protokolls installieren lassen.

2. Networkmanager

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Eine der grossen Neuerungen ist die Weiterentwicklung der Network-Managers, welcher für die systemweite Konfiguration des Netzwerks zuständig ist und jetzt auch Support für UMTS/3G enthält. Des Weiteren kann man pro Netzwerk-Device das Routing konfigurieren und vieles mehr.

3. neuer Kernel, neues Gnome, neuer X.org Server, Samba 3.2

Der aktuelle Kernel 2.6.27 ist jetzt fester Bestandteil von Ubuntu 8.10 und bringt eine Mix aus mehr Performance und besserer Hardwareunterstützung. Als Beispiele sind das Ext4-Dateisystem (Ext3 ist aber auch weiterhin das Default-Dateisystem) und die bessere Unterstützung von USB Kameras genannt.

Mit Gnome 2.24.1 gibt es auch wiedermal die neuste Version der bevorzugten Oberfläche zu sehen. Wer lieber KDE oder XFce benutzen möchte, sollte wie immer auf die alternativen Versionen von Ubuntu zurückgreifen (Kubuntu bzw. Xubuntu).

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Und auch der XServer hat mit Version 7.4 einige Neuerungen zu bieten, zB. der bessere Support für “hot-pluggable“ Eingabegeräte.

4. Gast-Session

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Ein neues Feature in der Benutzerverwaltung ist der temporäre Gast-Login, der einem Benutzer das Freischalten eines Gast-Logins ermöglicht. Sinnvoll zB. wenn jemand nur schnell was im Internet nachlesen oder seine Mails checken will. Der Gast hat dann keinen Zugriff auf Verzeichnisse, kann also nichts permanent speichern. Seine Daten werden nach dem Ausloggen komplett gelöscht.

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5. Verschlüsselte Benutzer-Verzeichnisse

Seit dieser Version kann der Benutzer bestimmte Verzeichnisse oder einzelnen Dateien mittels GPG-Schlüssel, die er sich mit dem Tool „Zubehör->Passwörter und Verschlüsselung“ einfach anlegen kann, verschlüsseln. Komplette Homeverzeichnisse kann man mittels Ecryptfs verschlüsseln, welches standardmässig in der Server-Edition installiert ist

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Ich finde aber die Herangehensweise etwas gewöhnungsbedürftig und weiß nicht so genau, ob der Benutzer so damit klar kommt, dass alles wie ein Datei behandelt wird. Da finde ich den Truecypt-Ansatz (alles ist ein Container) besser und einfacher durchschaubar.

Fazit: Viele, viele große Kleinigkeiten

Für erwähnenswert halte ich auf jeden Fall noch, die neue Möglichkeit aus einer CD bzw. einem Ubuntu-Image einen USB-Stick zu beschreiben, den “Last successful boot”, DKMS (allowing kernel drivers to be automatically rebuilt when new kernels are released), ein neues PAM authentication framework und natürlich die vielen neuen Programmversionen wie zB. Gimp 2.6, Firefox 3.0.3, Ekiga Softfon, Transmission oder Pidgin, die in Ubuntu 8.10 eingeflossen sind.

Ich denke das Upgrade auf 8.10 lohnt für jeden Ubuntu Benutzer, auch wenn die großen Neuerungen ausgeblieben sind. Ubuntu 8.10 ist die konsequente Weiterentwicklung ohne große Überraschungen. Ein Blick in Details lohnt aber dennoch. Und diese großen Kleinigkeiten sind es auch, die unser Ubuntu Stück für Stück besser machen.

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Wie aktualisiert man nun von 8.04 auf 8.10?

In Ubuntu am besten Alt-F2 drücken oder ein Terminal aufrufen und update-manager -d eintippen.

Wann? Jetzt. Wo: http://releases.ubuntu.com/intrepid/ (danke Dominik)

Links
http://pkgb.net/community-themes
http://www.ubuntu.com/
http://releases.ubuntu.com/intrepid/

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

17 Kommentare

  1. Pingback: Zentrum des Wahnsinns

  2. Leider hat’s mir meine Ubuntu 8.04 (64bit) installationa auf dem MacBook in VmWare mal wieder zerschossen. Warum? Weiß ich auch net.

  3. Ich finde den neuen networkmanager schn recht revolutionär. Endlich kann man nämlich mehrere Netzwerke auch gleichzeitig nutzen und durch entsprechende Routen den Verkehr regeln ohne vorher in die ganz trübe (Kernel-)Brühe abzutauchen.

    Auf jeden Fall ist auch dieses Release wieder ein Schritt in Richtung Benutzerfreundlichkeit. Und mit jedem dieser Schritte gibt es weniger Gründe ‚for Windows only‘ zu entwickeln.

    Wenn dann Windows, Linux und Mac jeweils 30% Marktanteil haben (10% bleiben noch für AmigaOS und andere Freaksysteme ;-) ), dann endlich werden die Anwender auch die Freiheit haben, wirklich *frei* zu entscheiden, welches System sie nutzen wollen.

  4. Pingback: Gehet hin und ladet — filzo.de

  5. Finde den Artikel super!
    War mal ein schöner Überblick alle Neuerungen zusammengefasst zu sehen.

    grüße

    sören

  6. Pingback: Stefan Jung

  7. Wie sieht n das mit Ubuntu Kompatibilität auf Macbooks aus? Ich will mir demnächst ne neue Festplatte holen, wo ich dann auch gerne n Linux drauf hätte. Das Macbook ist vom Jan 08.

  8. Pingback: hep-cat.de » Ubuntu 8.10 - Intrepid Ibex

  9. Eine informative, vielen Dank.
    Ich dachte bei Ubuntu kommt die Aufforderung zum Online Update von alleine? Auf die Version 8.0.4 war es zumindest so, und es verlief alles ohne Probleme.

  10. Ich habe mit Macbooks und Ubuntu nur gute Erfahrung gemacht. Es gibt keine Probleme mit der Kompatibilität. Und ich habe auch ein recht neues Macbook (Aug 08). LG

  11. Pingback: blog.perished.de » Blog Archiv - perished but still open minded

  12. Pingback: Untersinnlich

  13. Also die Kompatibilität zu dem neuen MacBook (Aluminium) ist in Ordnung für Linux (hfs+ partitionen werden erkannt, der Videotreiber kann über den Treibermanager einfach installiert werden – auch wenn bei mir der Mac nach dem herunterfahren nicht selber ausschaltet bei dem neuesten Treiber und bei dem alten gibt’s grafikfehler – falls einer ne Lösung weiss, bitte her damit!). Fürs Trackpad gibt’s schon einigermaßen funktionierende xml-Dateien (vom MacBook Air), sound funktioniert meines wissens nach bisher nur am kopfhörerausgang. Man kanns also verwenden, einige Sachen vermisst man aber schon so dass es bei mir z.b. momentan noch nicht als Standard-OS läuft. Mehr Informationen sonst auch hier: https://help.ubuntu.com/community/MacBook%20Aluminum

  14. Pingback: Ubuntu 8.10 - Intrepid Ibex « hep-cat.de

  15. Bei mir hat´s auch meinen Ubuntu 8.04 (64bit) installation auf meinem MacBook in VmWare zerhauen. Über die Google Suche bin ich auf deinen Artikel gekommen. naja ich werd mal weitersuchen oder hat jemand eine Idee wo ich ansetzen kann?. Grüsse, FB