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[WordPress] cForms II: GPL-Eklat im WP-Plugin Repository

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Um eines der besten Plugins in WordPress für Formulare jeglicher Art (z. B. nutze ich es für unser Kontaktformular) gibt es derzeit ein wenig Trouble. So entdeckte ich heute in der Pluginübersicht von WordPress oben stehende Meldung, dass das Plugin cForms II nicht mehr im offiziellen WordPress-Repository zu finden ist. Merkwürdig. Aufklärung gibt der Entwickler auf seine Seite selbst. Ausgangspunkt ist wohl folgender Blogpost, in dem sich der Autor über die Verbreitungspolitik und der nicht vorhandenen GPL Lizenz aufregt. So muss man z. B. als Nutzungsbedingung unter dem Formular einen Link zu der cForms Seite hinterlassen. Natürlich hat er auch irgendwo recht, wenn er sich aufregt, dass dieses Plugin im offiziellen WordPress Plugin Directory zu finden ist, denn dieses schreibt eine GPL-kompatible Lizenz vor und die besitzt cForms leider nicht. Man kann dieses sehr gute Plugin kostenlos nutzen, muss aber eben mit diesen Hinweis leben.

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Über dieses öffentliche „Ankacken“ ist der Entwickler sehr enttäuscht. Der Entwickler ist sogar so enttäuscht, dass er überlegt die Entwicklung an diesem Plugin komplett einzustellen. Das würde ich selbst auch sehr traurig finden. Vielleicht sollten die WordPress-Verantwortlichen eine Möglichkeit schaffen, um nicht GPL-konforme Plugins zuzulassen.

Wie denkt ihr darüber? GPL um jeden Fall? Wenn kostenlos, dann auch OpenSource? Ist der „Dankes“-Link zu viel verlangt?

Links
http://wordpress.org/extend/plugins/
http://www.deliciousdays.com/cforms-plugin  
http://www.kingrat.us/2009/01/cforms-ii-not-gpl-compatible  
  

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

28 Kommentare

  1. Wenn auf dieser Verbreitungsplatform drauf steht „GPL-only“, dann muss man seine Software halt als GPL veröffentlichen. Schlimmer noch: WordPress selbst steht unter GPL, ich hab keine Ahnung wie tief das Plugin mit dem Code von WordPress verwoben ist, aber normalerweise muss bei jedem Code der mit GPL-Code arbeitet auch GPL als Lizenz verwendet werden.

    Würde WordPress unter LGPL oder so stehen, wäre das natürlich anders.. aber so wie ich die Sachlage sehe, stellt das Plugin an sich wahrscheinlich schon eine GPL-Verletzung dar. Das ist rechtlich genauso daneben wie ein Hack für Microsoft-Software oder ähnliche Urheberrechtsverletzungen.

  2. Das kommt der immer wieder aufschwellende Diskusion über den Linux Kernel und den geschlossenen Treibern doch sehr nahe. Einseits verteufelt man sie, andereseits kann man nicht ohne. Schwierig.

  3. also das plugin-repository könnte sich betreffs lizenzpolitik doch ein wenig öffnen, zumal es nebst GPL ja weitere akzeptable lizenzformate gibt.

    wie ist das zB mit den CC-lizenzen?

    wieso kann man da nicht einfach eine policy entwerfen, die jede lizenz zulässt, die uneingeschränkte kostenlose nutzung zulässt. im falle von cforms dann halt auch diese mit dem zwangsbacklink.

    wobei ich die backlinkpflicht selbst auch etwas fragwürdig halte. ich honoriere gerne die arbeit anderer, aber bitte dann auch an der stelle in meinem blog, wo ich es möchte und nicht da, wo es der entwickler gern sehen will. viele „bedanken“ sich zB im impressum, dort stört es keinen und der blogger hat aber dennoch seine schuldigkeit getan.

    übrigens: wie will mensch eine „nicht-opensource“-lizenz bei php (wordpress-plugins) durchsetzen? der quellcode liegt bei den interpretersprachen ja nun immer offen vor. ;o)

  4. @asaaki: nein kann das Repository nicht, wenn es aus genannten Gründen non-GPL-Sachen nicht zulässt. Um etwas derartiges zu ermöglichen muss man dann alle Rechteinhaber am WordPress-Code dazu bekommen einer Änderung der Lizenz zuzustimmen… Was bei großen OpenSource-Projekten, bei denen auch gleich mal ein paar hundert Leute mitgearbeitet haben schwer wird.

    Es _GIBT_ Lizenzen die alles mögliche erlauben, daher ja z.B. auch die Unterscheidung zwischen infizierenden Lizenzen wie GPL, bei der alles damit verbundene automatisch auch GPL sein muss und Lizenzen wie BSD, bei der man so ziemlich alles darf.
    Selbst wenn das immer noch zu restriktiv ist, gibt es noch solche abstrusen Sachen wie DWTFYWPL.

    Allerdings gibt es einen Grund, warum man bei der GPL sagt dass den Code kein anderer verwenden darf, der keine kompatible Lizenz verwendet: Man will OpenSource fördern und verhindern dass sich andere ihren geschlossenen Code aus anderen Werken zusammenstellt und nicht mit anderen Teilt. Ich persönlich würde sowas auch für unsozial halten.

    nicht-opensource ist ganz einfach… nur weil du den Quellcode sehen kannst, darfst du ihn noch lange nicht verwenden oder ändern. Das ist in etwa vergleichbar mit Windows-Versionen, nur weil du die jederzeit via torrent runterladen könntest, darfst du sie noch lange nicht auf deinem Notebook installieren und nutzen.

    Auch könnte man jederzeit den PHP-Code nahezu unlesbar machen oder einfach nicht veröffentlichen. Beides steht den Zielen der GPL entgegen.

    Die GPL hat ihren Sinn und vor allem bei PHP-Code ist es durchaus sinnvoll sie zu verwenden. Wer bei PHP ein Problem damit hat seinen Code unter GPL zu stellen (wobei es da natürlich weniger Gründe dagegen gibt als z.B. bei compilierten Sprachen), sollte sich halt andere Lizenzen suchen… z.B. findet man sicher irgendwo ein Blog-System auf BSD-Basis oder so.

  5. Mich hat Cforms irgendwann mal kräftig geärgert (weiß nicht mehr wieso) und deshalb hab ich seit geraumer Zeit sehr zufrieden PXS Mail Form am Laufen.
    Nichts desto trotz ist die aktuell scheinbar immer mehr um sich greifende WP-Politik nicht wirklich prikelnd. Wenn die Jungs so weitermachen werden noch mehr Plugin-Schreiber abspringen und das ist schade.

  6. DWTFYWPL – musste erstmal nachschauen, was das bedeutet.

    wenn ich zB http://producingoss.com/de/license-compatibility.html richtig verstehe, darf ich also nicht einmal ein wordpress-plugin unter CC stellen, weil diese ja nicht zu GPL kompatibel ist.

    irgendwie erkenne ich grad, dass es mir einfach mal zu viele lizenzen gibt. viele unterscheiden sich ja echt nur marginal.

    ich vermute einmal, so schön die GPL auch weitesgehend ist, perfekt ist sie dennoch nicht.

  7. Ich nutze auch cForms II und bin damit sehr zufrieden. Allerdings kenne ich mich mit den Lizenzen nicht so tief aus, als das ich mich dazu äußern werde. Mich persönlich stört auch der Backlink nicht. Auch wenn er im Impressum selbst wäre, aber so stört er auch nicht. Lässt der Entwickler ihn weg, tragen sicher die wenigsten die Daten woanders auf der Seite ein.

  8. Der Backlink hat ja auch nichts mit GPL zu tun… auch laut GPL muss im Produkt immer der Autor genannt werden und eine einfache Bitte, diesen Link in der HTML-Ausgabe anzuzeigen, würde sicher ausreichen um die meisten dazu zu bewegen ihn nicht zu entfernen.

    Selbst ohne die Bitte würden den Link natürlich die meisten stehen lassen… wer will schon im PHP-Code vom Plugin rumwühlen?

  9. Meine Backlink-Meinung bezog sich nicht auf die GPL-Geschichte. Meinte das eher allgemein. :) Glaube trotzdem, dass einige den Link ggf. entfernen würden (vielleicht aus optischen Gründen).

  10. Ich habe selbst ein Plugin im WP Repository (Lightview Plus). Ich verstieß mit der ersten Version auch gegen die GPL, weil ich ein Javascript mitgeliefert habe, was nicht GPL-Konform war. Statt mich freundlich darauf hinzuweisen, gab es den verbalen Schlag in die Kauleiste.

    Mittlerweile wurde das Plugin 18000x downgeloaded. Ein Dank kommt selten, Spenden gingen ganze vier ein. Aber eines kommt sehr oft. Supportanfragen und Wünsche.

    Die Supportanfragen könnten zum grössten Teil von den Benutzern selbst beantwortet werden, aber auf nachdenken haben sie keine Lust. Wenn man sich das Problem ansieht, erläutert, noch einmal nachfragt und mal eben ne Stunde investiert hat um festzustellen, dass das Problem 10 cm vorm Gerät sitzt, gibt es nicht einmal ein Dankeschön.

    Die Wünsche sind meistens genauso abgefahren, dass ich in meinem Blog damit nichts anfangen könnte, aber dies doch seeeehr viel Aufwand und Zeit kosten würde, diese zu programmieren.

    Natürlich bekommt man wieder einen in die Kauleiste per eMail wenn man sagt, dass man den Wunsch nicht umsetzen wird, wegen zu grossen Aufwand, zu wenig Freizeit und etc.

    Nur die wenigsten stellen sich die Frage, für wen das Plugin geschrieben wurde. Ich habe es für mich geschrieben und wollte es nur anderen zur Verfügung stellen.

    Nur ist man auf jeden Fall der Depp wenn man es tut. Denn es gibt nur noch Arbeit in Sachen Support, keine Mithilfe, keinen netten Ton, kaum Verlinkung, kaum Spenden. Und man fragt sich dann wirklich, warum man das alles macht….

    Ich kann den Autor von cForms 2 gut verstehen…

  11. @Thorsten: uii, ich bin jetzt ganz schön niedergeschlagen von deiner Antwort und ich kann dich durch und durch verstehen.

    Würde es den helfen, wenn die WordPress/Plugin Nutzer die Benutzung von den Plugins mitanzeigen würden?

    Oft würde auch ein kleines Danke motivieren. Wenn das gar nicht kommt, dann ist das natürlich sehr frustrierend.

  12. Ich denke, jeder Plugin Schreiber legt selbst fest, was er gerne als Dank hätte.

    Ich denke mal, dass dem Autor von cForms 2 das gleiche passiert, wie mir. Kein Dank, keine Rückmeldung. Aber damit kann man ja noch leben.

    Nur wenn der Autor dann noch so einen Tritt in den Hintern bekommt, weil einem der Link nicht passt, dann ist doch klar, dass einer die Flügel hängen lässt. Es hätte auch gereicht, wenn man ihn nett gefragt hätte, ob man den Link entfernen kann und wie dies geht. Aber statt dessen sehen es viele so an, als hätten alle unendlich will Zeit und alle benehmen sich wie vom Stamme „Nimm“.

    Es würde reichen, einfach nur den Menschen hinten den Zeilen Code zu sehen und ihn so auch zu behandeln. Aus meiner Sicht reicht das.

    PS: Es sind bei mir jetzt fünf Spender. Gerade ist per PayPal etwas reingekommen. Ist wohl hier auch ein Leser von dir. Daher mein herzlichen Dank an den Spender ;-) Mich freut es gerade riesig…

  13. Der Erfolg oder Misserfolg einer Software haengt imho nur geringfuegig von der Lizenz ab. Klar ist aber, das Open-Source kompatible Lizenzen einen deutlichen Vorteil fuer alle Beteiligten bringen.

    Einen stets gemeinsamen Nenner zu finden, ist sicher unmoeglich. „Hart verdrahtete“ Danksagungen finde ich persoenlich auch eher laestig. Auch halte ich es fuer unrealistisch, dass man sich fuer jede eingesetzte Open Source Software bei dem / den Authoren bedankt. Ist einfach unrealistisch. Jeder kann seinen Teil beitragen, wer Open Source gut findet, wird es frueher oder spaeter auf seine Weise tun.

    Das muss aber eben nicht unbedingt auf immer dem direkten Wege erfolgen. Eine Reputation aus der eigen Arbeit sollte man eher aus dem Gesamterfolg von Open Source ziehen, nicht aus jedem einzelnen Tool oder Projekt, was man in die OSS Gemeinde einbringt.

    My 5 cent…

    Ahoi
    Mathias

  14. Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem nicht (oder ich tu mal so) *g*, das Plugin Repository @wordpress.org hat die klare Spielregel GPL und das wird einem auch deutlich genug gesagt. Wer meint dennoch etwas dort einstellen zu müssen, das nicht den Regeln entspricht kann doch im Grunde froh sein, wenn er „nur“ rausgeschmissen wird…

    Zum „allgemeinen Problem“ der „Dankbarkeit“, kann ich Thorsten eigentlich nur beipflichten. Mir ergeht es leider meist ähnlich, die wenigsten haben die Lust sich die Anleitung durchzulesen oder die Kommentare die es schon gibt… Man darf (soll/muss) häufig die gleichen Fragen wieder und wieder beantworten, reagiert man nicht schnell genug, bekommt man gerne auch mal entsprechende Vorwürfe an den Kopf geknallt… (wobei ich da auch etwas abgehärtet bin, man suche einmal nach dem Stichwort „Klingelton“ in meinem Blog)…

    Da es hin und wieder auch positives Feedback gibt, und ich meine WordPress-Plugins hauptsächlich für mich entwickelt habe, ignoriere ich den Rest so gut es geht. Schlussendlich war es mir vor der Veröffentlichung schon klar, das es so kommen wird (hatte 2001 ein eigenes für Spieleseiten optimiertes CMS veröffentlicht, und nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen, da es nur kopiert/der Backlink entfernt, aber von der Community nichts zurückgegeben wurde).

  15. Mittlerweile wurde das Plugin 18000x downgeloaded. Ein Dank kommt selten, Spenden gingen ganze vier ein. Aber eines kommt sehr oft. Supportanfragen und Wünsche.

    Dann lass es halt bleiben … ich verstehe nicht, wieso viele, die etwas basteln und der übrigen Welt zur Verfügung stellen, glauben, sie würden mit Dank, Geld usw. überschwemmt – so funktioniert das Leben nicht, im Gegenteil, keine Rückmeldung bedeutet üblicherweise Lob und Dank.

    Wer damit nicht umgehen kann und ob all der Kritik usw. verzweifelt, sollte es im Interesse der eigenen Gesundheit lassen.

  16. @MacMacken: Genau wegen diesen Aussagen, wie deine, stellt der cForms Autor das Plugin nicht mehr unter die GPL und denkt darüber nach, die ganze Sache einzustellen.

    Niemand erwartet Dank dafür, wenn jemand das Plugin downgeloaded hat und benutzt.

    Aber ich möchte dich mal erleben, wenn du etwas verschenkst und dich der Beschenkte dann auch noch wegen dem Geschenk noch runtermacht.

    Wenn man schon unzufrieden ist mit einem kostenlosen Plugin, dann soll man es eben nicht nutzen und/oder mit ein wenig Respekt den Autor um Abänderung fragen.

    Was ist denn daran so schwer zu verstehen?

  17. @Rafael Bugajewski: tut mir leid, aber was hat Linux mit Kommunismus zu tun? Und was hat GPL mit Linux zu tun, außer das Linux unter der GPL steht?

    „sorry, das musste einfach mal sein“ ist auch für so einen harten Kommentar etwas fragwürdig und finde ich einfach fehlplatziert

  18. @Oliver Friedrich: Wenn man auf der rein sachlichen Ebene bleibt, dann kann ich ganz klar sagen, dass ich provozieren wollte. Und wenn man in der Materie drin steckt, sieht die Sache auch ein wenig anders aus.

    Andererseits sind aber auch einige Zusammenhänge zu erkennen. Die GPL an sich oder deren Inhalte haben mit Kommunismus sicherlich rein gar nichts zu tun. Die dahinter stehende Ideologie zeigt aber Gemeinsamkeiten auf. Das heißt weder, dass Linux-User Kommunisten sind, noch Kommunisten Linux bevorzugen.

    Den Bezug zwischen GPL und Linux hast du schon genannt. Fakt ist aber, dass die GPL außerhalb von Linux relativ betrachtet kaum Einfluss hat. Hier könnte man das Argument nennen, dass doch viele Web-Anwendungen unter der GPL lizensiert sind… richtig, diese laufen meistens aber auch auf Linux-Boxen. Unter Windows kommen in den meisten Fällen kommerzielle Lizenzen zum Einsatz und der Quellcode ist verschlossen. Wenn unter Mac OS X Quellcode vorliegt, dann ist dieser meistens unter einer (manchmal modifizierten) BSD-Lizenz verfügbar. Die meiste Shareware steht dadurch aber auch nicht mehr unter einer BSD-Lizenz.

    Ich nehme mal an (deinen Blog-Beiträgen zu entnehmen), dass du einen starken Administrator-Background hast. Sicher sind die meisten deiner Tools unter der GPL lizenziert und wahrscheinlich erachtest du das als Vorteil. Dadurch wird aber die Perspektive verzerrt, denn Fakt ist nun einmal, dass die meisten Benutzer Windows verwenden (und eventuell Mac OS X).

    WordPress oder andere Plattformen mögen zwar populär sein. Doch wie viele Bürger mit einem Computer sind Blogger, die gleichzeitig auch noch WordPress verwenden?

    Die meisten Diskussionen, die ich zum Thema GPL verfolgt habe, waren Korinthenkackerei. Vielleicht war ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort oder meine eigene Perspektive ist arg verzerrt.

  19. Ich habe persönlich nichts gegen die GPL, auch nichst gegen jegliche andere Verbreitungsform von Software. Soll jeder das benutzen, was er für richtig empfindet. Wenn du die GPL-Lizenz nicht gut findest, dann nutze doch einfach keine. Verstehe überhaupt nicht, wieso man sich darüber aufregen kann, schon gar nicht, wenn man der Meinung ist, dass diese Lizenzform so unbedeutend ist.

    Ich denke nicht das meine Perspektive verzerrt ist, denn ich habe mich bisher dazu gar nicht geäußert. Ich persönlich respektiere die Lizenz des Programmiers, denn das ist immerhin seine Entscheidung. Wenn er meint, er stellt sie unter GPL, dann habe ich das zu respektieren.

    Ich persönlich finde es gut, dass auf diese Art und Weise Wissen geteilt und weiterentwickelt werden kann. Wenn ich dann für dich ein Kommunist bin, dann soll es mir recht sein. Ich sehe aber auch hier keinen großen Unterschied zu anderen OpenSource Lizenzen. Naja, ich bin ja auch kein Rechtsanwalt und auch niemand, der in sowas irgendeine politische Meinung hinein interpretiert.

  20. Nein… natürlich gibt es keine GPL-Software unter Windows…
    Ich schlage vor dass du dir einfach mal eine einfache Liste mit solcher Software durchliest, wie es sie z.B. auf http://osswin.sourceforge.net/ gibt.
    Ich vermeide es ja meistens, aber es gab auch bei mir Zeiten in denen ich unter Windows arbeiten musste. Verdächtigerweise waren da die einzigen Stücke Software, die NICHT unter GPL/LGPL standen und von mir permanent verwendet wurden diverse WebBrowser (erst Mozilla Firefox, später Chrome).(Natürlich vom OS und dabei mitgelieferte Software mal nicht beachtet)

    Vlt. habe ich auch derartig verzerrte Perspektive, aber irgendwie sehe ich GPL doch noch immer als eine der 3 am stärksten verbreiteten OpenSource-Lizenzen.

    Letzendlich ist es aber eh egal.. WordPress steht unter GPL also sollte man diese Lizenz respektieren. Stünde es unter BSD-Lizenz oder LGPL wäre es anders, aber das ist nunmal nicht so. Wer also etwas mit diesem Code machen will, soll sich einfach an die GPL halten und niemand hat ein Problem.

  21. Da ich mit meinem WordPress-Plugin wpSEO ebenfalls von der Problematik betroffen war, kann ich meine Sichtweise der Dinge äußern:

    1.
    Dass WordPress nur GPL-taugliche Plugins ins offizielle Verzeichnis aufnimmt, ist jedem Entwickler vor dem Einreichen seiner Software bewusst. Wenn man es weiß und die eigene WP-Erweiterung dort dennoch anmeldet, dann muss man damit rechnen, dass früher oder später (eher später bei der Menge der Plugins und Themes) man daraus fliegt.

    Ich hatte mal letztes Jahr wpSEO dort eingetragen und es war mir klar, dass es nur eine unbestimmte Zeit dort verweilen kann. Gut, nach 5 Tagen war es raus. Und? Nein, ich wurde nicht laut, weil ICH gegen die Richtlinien verstoßen habe. Ob diese Regeln gut für WordPress und die gemeinsame Community sind, das sei dahin gestellt. Aber WordPress ist in seinem Verzeichnis der Herr und er legt die Bestimmungen fest. Das können wir so oder so nicht ändern. Wer seine Software nicht GPL-kompatibel vertreibt, der muss einfach damit rechnen, das gute Stück ohne Hilfe von WordPress an den Mann zu bringen – denn anstatt der Unterstützung seitens WordPress bekommt man seinen Backlink, Geld, was auch immer. Da sollen wir gar nicht sauer auf Automattic sein, jeder hat seine Macken und wir entwickeln schon mal für sein System und sollen die Regeln befolgen. Wie gesagt, ob wir diese Regeln für dumm oder nicht zeitgemäß befinden, das bleibt ganz allein unser Problem.

    2.
    Nach mehr als 2 Jahren Plugin-Entwicklung (habe auch zahlreiche kostenlose Plugins unter GPL veröffentlicht) kann ich eindeutig sagen: Nutzer sind undankbar! Vom Nehmen-UND-Geben keine Spur: kaum funktioniert etwas nicht (wo meist der Nutzer selbst das Verschulden hat), so werden meterlange Beiträge verfasst und auf die Unfähigkeit des Plugins hingewiesen. Also anstatt GEMEINSAM mit dem Entwickler das Problem zu erforschen, wird einfach los gemotzt und seiner Leserschaft vom Plugin abgeraten. Das ist der Dank?

    Auch wenn der Fehler tatsächlich in der Software stecken sollte, dann investiert man doch ein wenig Zeit (statt den Beitrag zu schreiben) und berichtet dem Entwickler über das Fehlverhalten der Anwendung und stellt seine Hilfsbereitschaft zur Verfügung – schließlich hatte der Programmierer sich ebenfalls Zeit genommen, um das Tool zu entwickeln. Und hey, schon mal aufgefallen: das verwendete Plugin ist kostenlos, außer Supportaufkommen hat der Developer nichts von.

    Vielleicht gibt es auch Entwickler kostenloser Software, die sich mit Null Feedback befriedigen können, viele können es nicht. Deswegen werden Backlinks in die Plugins und Themes reingesetzt oder man steigt auf Bezahlmodelle um. Jeder strebt nach eigenen Zielen…

    Euch noch einen entspannten Montag ;)

  22. Was aus meiner Sicht vor allem damit zu tun hat, dass die Breite der Bevoelkerung / Nutzer, die Moeglichkeiten und Idee freier Software eben nicht verstanden haben bzw. die Gesellschaft vorlebt, wie man mit Freiheit umzugehen hat :-)

    Aus anderen Projekten kenne ich, dass „Freiheit“ meisst mit „Freibier“ verwechselt wird. Sich hier mit z.T. schwierigen Diskussionen der Problemloesung zu naehern, halte ich fuer unwahrscheinlich.

    Lieber vor die Tuer gehen, und anderen beibringen u. vorleben, was Freiheit zu bedeuten hat und das man was dafuer tun muss (meistens zumindest…*g*). Da ist imho Energie gar nicht so schlecht aufgehoben.

  23. @Oliver Friedrich:

    Ich habe nie geäußert, dass ich die GPL nicht gut finde. Ich habe mich auch kein Stück darüber aufgeregt und nehme das ganze ziemlich gelassen… über Schrift kann man Emotionen ziemlich schlecht ausdrücken und meistens interpretiert man zu viel hinein. Ich benutze einen Haufen unter der GPL lizensierten Software und das ist auch gut so.

    Ich habe auch nicht ausdrück wollen, dass deine Perspektive zu diesem Zeitpunkt verzerrt ist. Vielmehr ist es so, dass die meisten Menschen, die an GPL-Diskussionen teilnehmen nun einmal Computer-Honks (einschließlich mir) sind, die nur einen kleinen Teil der Computerbenutzer ausmachen. Gerade aus Gründen der Irrelevanz von Lizenzen kann ich nicht verstehen, wie manche ihre Handlungsweise mit ihrer Hilfe rechtfertigen. Und das scheint zumindest teilweise und auch noch ein wenig falsch von dem im Beitrag genannten Plugin-Autor der Fall zu sein.

    Hast du meinen Kommentar überlesen oder dir zu wenig Gedanken darüber gemacht Oliver? „Das heißt weder, dass Linux-User Kommunisten sind, noch Kommunisten Linux bevorzugen.“

    @Dr. Azrael Tod:

    Ich habe nie behauptet, dass es keine GPL-Software unter Windows gibt. Aber die meisten Menschen, die der Meinung sind, dass viele (was auch immer das bedeuten mag) Anwendungen unter Windows unter der GPL zur Verfügung stehen, haben einen Blog mit dem Titel „g33ky^2 – the nerd strikes back“. Verstehe mich nicht falsch, aber der Durchschnittsbenutzer unter Windows (und damit der Durchschnitssbenutzer allgemein) wird nur in den seltensten Fällen mehr als 2-3 unter der GPL zur Verfügung stehenden Programme benutzen. Und ganz bestimmt ist die GPL eine der am stärksten verbreiteten Open Source Lizenzen, doch ist Open Source nicht gerade stark verbreitet (außer in bestimmten Anwenderkreisen, so zum Beispiel Informatikern allgemein).

    Sicherlich hat die GPL ihre Daseinsberechtigung, sonst wäre sie gar nicht vorhanden und auch nicht so stark in ihrer Nische präsent. Und auch ich sehe es so, dass es letzendlich nicht von der Lizenz, sondern der eigentlichen Software abhängt. Doch dann sollte man die Lizenz auch nicht zu sehr in den Mittelpunkt einer Argumentation stellen.

  24. @Rafael Bugajewski: ja, dann muss ich zugegeben, dass ich dich nicht richtig verstanden habe, dass liegt wahrscheinlich an deine, wie du ja selber zugibst, provozierende Art – sorry (ich habe heute wohl zu wenig Kaffee getrungen)

    Offtopic: Und wenn du schon mal da bist, kann ich gleich noch eine Frage loswerden. Ich lese selbstverständlich auch deinen Blog und würde sehr gerne das eine oder andere Mal meine Meinung zu deinen angesprochenen Themen loswerden. Wieso lässt du keine Kommentare zu?

  25. @Rafael Bugajewski: So habe ich dich auch verstanden und ich sehe durchaus ein dass die meisten Menschen nichtmal mitbekommen was OpenSource ist und was nicht… aber sie nutzen es doch. Siehe OpenOffice, Firefox oder VLC.

    Natürlich werden mehr Leute MS Office verwenden als Open Office, aber das liegt imho daran dass das mitgeliefert wird. Wenn Programme nicht auf dem PC sind, fangen die Leute an nach kostenlosen Sachen im Internet zu suchen, dabei wird es ihnen egal sein ob GPL, BSD oder einfach Raubkopie, aber sie werden auch GPL-Software verwenden.

    Um zu deinem letzten Punkt zu kommen… wer soll denn behauptet haben dass die GPL im Mittelpunkt steht? Alles was ich immer wieder behauptet habe ist dass WordPress unter GPL veröffentlicht wird und man daher vorsichtig mit NON-GPL-Erweiterungen dazu sein sollte.

    Eine GPL-Verletzung ist nicht weniger illegal als ein Crack für Windows oder ähnlicher Blödsinn und was auch immer die Hersteller dazu veranlasst hat, sie HABEN unter GPL veröffentlicht.