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blu – Twitterclient für Windows

In den letzten Tagen habe ich mich auf die Suche nach einem brauchbaren Twitterclient für meinen Windowsrechner begeben. Da mein geliebtes NatsuLion vom Mac bisher nicht für Windows portiert wurde, musste ich mich nach Alternativen umschauen.

Die einzige Bedingung, die dieser Client erfüllen musste: Verzicht auf Adobe AIR!!! Ich hasse es wie die Pest! Wieder mal so n typisches Adobe Produkt – frisst Speicher ohne Ende, möhlt die Festplatte zu und hat man es erstmal installiert, bekommt man es nie wieder zu 100% aus dem System deinstalliert… Aber gut, zurück zum Thema:

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Während der Suche führte mich der Weg recht schnell zum relativ neuen Twitterclient „blu„, der mich optisch sehr an ein Mac-Programm erinnerte. Der Client läuft problemlos auf meinem Vista x64 Business und soll auch mit Windows 7 keinerlei Probleme haben. Er erfordert zur Installation aber das Microsoft .NET 3.5 Framework, welches ich aber eh auf meinem Rechner installiert hatte.

FEATURES:
Blu setzt in erster Linie in optischen Richtlinien Maßstäbe für einen Twitterclient unter Windows. Da Optik aber nicht alles ist, habe ich mich mit den Funktionen etwas näher auseinander gesetzt und auch da kann dieses Programm punkten!

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1. Mit blu ist es möglich unendlich viele Tweets (für seinen Twitter Account) anzuschauen. Man muss einfach nur nach unten scrollen und es werden sämtliche Tweets geladen und angezeigt.

2. Sehr einfach implementierte Reply-, Direct Message- und Retweet-Funktion (siehe Screenshot). Man muss einfach den entsprechenden Knopf im Tweet drücken und schon wird die entsprechende Funktion ausgeführt.

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3. Full-Conversation-Feature:
Jeder Twitteraner kennt das sicher: Man erhält irgendwann einen Reply-Tweet und kann sich nicht mehr so recht an das vorher Gesagte erinnern. Durch einen Klick auf den Pfeil rechts neben dem Avatar wird „mac-like“ auf den ersten Teil der Konversation umgeblendet und dem Erinnerungsvermögen so auf die Sprünge geholfen. Das Ganze funktioniert natürlich auch mit „fremden Konversationen“ und kann somit als Stalker-Feature abgetan werden ;)

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4. Blu besitzt zudem eine Tiny-url-Integration. Bei einer etwas längeren Webadresse wandelt der Twitterclient diese automatisch in eine verkürzte Variante um und es bleibt so mehr Platz für den eigentlich Tweet.

5. Mit blu kann man Favoriten-Tweeter definieren. Es ist also möglich, gesondert von den eigenen Followern, ein Gruppe von Favoriten zu erstellen, denen man sozusagen „gesondert“ folgt.

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Dazu ist nur der Avatar anzuklicken und es folgt ein gesondertes Fenster, in dem man den entsprechenden Kandidaten auch unfollowen oder blocken kann, ohne extra das eigene Twitterprofil im Browser aufzusuchen.

Nachfolgend ist neben dem Avatar ein kleines Herz zu sehen, welches den Favoritenstatus kenntlich macht.

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Im gleichen Fenster sieht man im übrigen auch alle notwendigen Daten des Followers. Hier werden neben dem Namen und dem letzten Tweet auch der Wohnort, die Webadresse, die so genannte Bio und die Anzahl der Friends, Follower und Tweets angezeigt. Zusätzlich kann man sich auch bequem die letzten Tweets über den Button „Get User’s Tweets“ anzeigen lassen.

6. Ein Feature, welches erstaunlicherweise gut funktioniert, ich mir auch nicht so recht erklären kann, ist das löschen von eigenen Tweets. Hierzu muss man einfach nur auf den Papierkorb bei den eigenen Tweets klicken und schon ist der Tweet verschwunden und wird auch im Profil im Browser nicht mehr angezeigt. Dachte immer, dass sowas nicht funktioniert aber anscheinend unterliege ich da einem Irrtum…

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Meiner Meinung nach ist blu ein sehr gelungener, kostenloser Twitterclient für Windows und hinter der optisch sehr hübschen Fassade steckt auch viel Funktionalität. Zum Download gehts hier entlang.

Probiert ihn aus und ihr werdet ihn lieben lernen. Gibt es neben blu eigentlich andere brauchbare Twitterclients, die nicht auf Adobe AIR basieren?

LINKS
http://www.natsulion.org/  
http://www.thirteen23.com/experiences/desktop/blu/#  
http://twitter.com/johnny_cash
http://twitter.com/slith76  
  

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

23 Kommentare

  1. Ragen die Forunkel tatsächlich über das Programm hinaus?

    Ich werde nie verstehen, wie Windows-User das aushalten. Was ist denn so schwer daran, mal eine Anwendung zu erarbeiten, die zumindest versucht, sich nicht durch irgendwelche Spielereien aufzudrängen und sich einfach dem System anpasst?

  2. @Daniel: Ja, die „Dingens“ ragen tatsächlich heraus, was mich aber nicht weiter stört. Ich bin von Windows durchaus Schlimmeres gewohnt.

    @Neotrix: Nein, ich bin aber glühender Fan des FC und damit nicht der Einzige hier im hohen Norden.
    P.S.: Danke für Poldi ;)

  3. @Björn: Bitte für Poldi.

    Das lustige ist, ich bin FCB Fan und wohne 45km vom Stadion des 1FCK entfernt.

    Der FCB hat halt Fan’s in ganz Deutschland ;)

  4. einige nachteile hat das teil. zum ersten: es läuft halt nicht auf XP! das ist ärgerlich, weil ich mir jetzt definitiv kein vista mehr holen werde.
    zweitens ist mir das programm zu statisch. ich mag es nicht, wenn mir das ding vorschreibt, wie groß es sein soll. ich habs auf einer vistakiste getestet, es ist unflexibel. und weil es .NET ist, auch immer mit sehr verzögertem start. erinnert mich immer an java-vm-webapps, die brauchen auch immer ewig.

    bunt ist nicht alles, .NET auch nicht. wenn ich das geringere übel wählen sollte, ist es wohl nicht m$ …

    ich habe gerade DestroyTwitter (eine air-app!) seit ein paar tagen ausprobiert. das läuft sehr gut, stabil und selbst auf der lahmen firmenkiste sehr flüssig. was ist also an air verkehrt? zumal auch plattformübergreifend.

  5. @asaaki: Was an AIR verkehrt ist? Es kommt von Adobe und das ist für mich schon Grund genug!

    Ich habe (leider) beruflich tagtäglich mit den Produkten dieser erbärmlichen Softwareschmiede zu tun und ganz ehrlich?! Ich habe selten (!!!) soviel Unfähigkeit auf einen Haufen gesehen. Da ist mir alles andere (auch Microsoft zählt dazu) 1000x lieber! Das fängt bei dem anscheinend sehr mangelhaften Qualitätsmanagement für die Produkte an, geht über einen total unfähigen Support (und das ist wirklich so – ich durfte das mehrfach LIVE miterleben) und geht bis hin zum im System tief verwürzelten Registrierungseinträgen, sodass (wie schon erwähnt) ich ein Adobe Produkt nie zu 100% deinstallieren kann. Dazu kommt der unverschämt hohe Speicherbedarf und teilweise hohe CPU-Last, den bzw. die Adobe Anwendungen einfach mal haben. Diese schlampige Programmierarbeit der Entwickler ist nicht zum Aushalten…

    Ich habe mittlerweile so einen tiefen Hass gegen diese Firma entwickelt, dass ich versuche im Alltag sämtliches „Adobe-Gefrickel“ zu umgehen. Geht leider nicht immer (bestes Beispiel ist Flash) aber man tut sein Bestes.

    Apropos Flash: Liebe Adobe Entwickler, habt ihr schon mal was von 64bit Software gehört?! Nicht das wir schon im Jahr 2009 wären aber ich sag ja nur mal…

    Das ist meine Meinung und ich könnte jetzt noch endlos weiter meckern aber bringt ja eh nix. Daher werden Adobe AIR und sämtliche anderen „supertollen“ Adobe Produkte weder auf meinen Mac noch unter Windows installiert werden – fertig, aus!

    Außerdem werde ich mir demnächst auch ein schickes T-Shirt mit dem Aufdruck „ADOBE HAT MEIN LEBEN VERSAUT!!!“ designen – natürlich mit GIMP ;)

  6. hui, was für eine hasstirade.

    aber wenn es bei mir um CPU/RAM geht, ist firefox tatsächlich immer noch das schlimmste.

    ich will mich hier auch gar nicht weiter dazu äußern, sowas kann man am stammtisch diskutieren; ich werd’s mir hier nicht trauen. :-)

    nur darf mensch das air-framework nicht über einen kamm mit der creative suite scheren. der app-code stammt ja nicht von adobe, sondern vom jeweiligen entwickler. nur bei .NET habe ich immer das gefühl, dass der entwickler noch so gut proggen kann, das teil wirkt immer etwas lahm. vielleicht sind es ja auch nur die vielen rechner, an denen ich sitze(n muss). wer weiß. die JVM ist aber wohl immer noch die größte krücke (und neben flash sowie schlechtem JS der häufigste grund für freeze oder abstürze im FF). :D

    um mal wieder auf den twitter-client zurückzukommen: mal vom unterbau abgesehen hat „blu“ für mich immer noch mängel, die ich oben erwähnte. eine anwendung, die sich nicht in der größe ändern lässt, ist eigentlich großer mist. ich bin gegen die gängelung des users, gerade was das interface betrifft. und leider frisst das design einfach mal zuviel platz, der sinnvoller genutzt werden könnte.

    mein fazit nach dem test war: sieht zwar chic aus, aber so ein richtiger workflow will sich (bei mir) nicht einstellen.

    wo wir bei clients sind: ich suche immer noch einen für java-basierte handys ( != iphone oder symbian :-) – über empfehlungen freue ich mich. twibble finde ich noch nicht so perfekt.

  7. @asaaki: Habe grad blu unter XP installiert und es läuft problemlos, allerdings stört mich dass man das Fenster nicht verkleinern oder in den Tray schicken kann. Schick siehts aber wirklich aus, da kann man nicht meckern.

  8. Danke für den Tipp. Hab’s auf meiner XP-Kiste probiert und nach 3 Minuten angewidert wieder entsorgt. Optik ist schick, aber nicht effeltiv. Zudem ist es auf meinem Dualcore E2160 super-träge. Und ich kann es nicht auf die von mir gewünschte Größe ziehen.

    Unter Windows 7 auf dem EeePC läuft es gefühlt minimal schneller, wird aber aufgrund der Auflösung nicht ganz angezeigt und ist auch nicht gut zu lesen => Tonne.

    Muß ich wohl weiter nach einer Windows-Anwendung wie Thwirl nur ohne Adobe-Air suchen …

  9. Pingback: Windows Twitter Client Blu (Screencast 020) | BlogGezwitscher

  10. „…typisches Adobe Produkt – frisst Speicher ohne Ende, möhlt die Festplatte zu und hat man es erstmal installiert, bekommt man es nie wieder zu 100% aus dem System deinstalliert…“

    Doch: format c:

    grins… Nee nee, Spaß bei Seite. DANKE für den Tip, werde ihn mal ausprobieren… Suche auch schon länger und bin bei tweetdeck hängen geblieben, finde es aber nicht so dolle…
    Hast du sehr gut ge-/beschrieben…

  11. blu braucht bei mir unmittelbar nach dem Start 81MB RAM. Adobe mit Seesmic als Client braucht 83MB. Der Speicher ist für mich somit schon mal kein Argument mehr für blu.

  12. Pingback: MetroTwit – ein Twitterclient für Windows

  13. Hm,

    beim Download bekommt man „nur“ eine blu.application-Datei. Was macht man denn damit?

    Ist inzwischen jemand auf andere Twitter-Clients gestoßen, die Adobe AIR *nicht* benötigen?

    • Einfach die Datei starten, der Rest passiert dann automatisch.

      Und n Twitterclient ohne AIR ist unter Windows echt schwierig, da dann in der Regel .NET zum Einsatz kommt, was auf älteren Rechnern auch nicht gerade ne Rakete ist.

      Ne Alternative wäre vielleicht MetroTwit (hier unter Trackbacks verlinkt).