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[Schule] Alternativen?

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Meine Tochter hat ab diesem Halbjahr Informatik als Fach. Endlich ein Fach wo auch der Papa mit fundierten Hintergrundwissen glänzen kann. So führte ich heute früh folgendes Gespräch:

Nach dem mir meine Tochter sehr ordentlich Begriffe wie Ein- und Ausgabegeräte, Computer und Betriebssysteme definieren konnte, kamen wir zu den Beispielen:

Vater: Nenne mir dann doch mal ein paar Betriebssysteme.
Tochter: (so wie sie es im Hefter stehen hatte) Windows XP, Windows Vista und Windows 7.
Vater: Gut, aber du kennst doch auch noch Alternativen.
Tochter: ja, natürlich: Windows 98 und Windows 2000.
Vater: sprachlos

Meine Tochter ist wirklich ein sehr kluges Mädchen und versteht schon sehr gut, wie man mit Computer und Technik umzugehen hat. Sie arbeitet übrigens mit OS X und sie kennt Alternativen. Sie lernt aber das was im Hefter steht. Irgendwie auch verständlich, denn das ist was nachher in den Klausuren gefragt wird. Ich kann auch verstehen, dass man in der kurzen Zeit, die den Lehrkräften zur Verfügung steht, nicht alle Betriebssysteme von A-Z und bis ins Kleinste auseinander nehmen kann. Aber man kann sie doch wenigstens nennen oder nicht? Und denkt man das ganze und deshalb stößt mir das auch bitter auf, noch ein bisschen weiter, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es in den anderen Fächern mit der Nennung und Darstellung von Alternativen aussieht.

Vater: ok, ich weiß du kennst auch noch andere Betriebssysteme, kommen nun wir nun zum nächsten Punkt, zu den Anwendungsprogrammen: Was sollt ihr da wissen?
Tochter: Paint

Ich glaube das Fach wird für Tochter und Vater noch ein sehr spannendes Erlebnis.

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

44 Kommentare

  1. *lol* Was interessant ist, dass sie mit OS X arbeitet (weiß net, wie genau sie weiß, dass es _kein_ Windows ist), dennoch in einem Gespräch mit dem Vater das herunterbetet, was im Hefter steht. :-)
    Ich habe mein Eltern jetzt zum Mac gebracht, bin dann mal auf die kommenden Fragen gespannt – und auf die Reaktion, wenn ich antworte „jap, das ist so einfach. Nicht drüber nachdenken, machen. Du sitzt an nem Mac, nicht mehr an Windows“ :-)

    Viel Spaß noch mit deiner Tochter und bitte berichte weiterhin über solche Erlebnisse. :-)

  2. Wenn ich mich an meinen Informatikunterricht erinnere… Da haben WIR der Lehrerin gezeigt, was man alles tolles anstellen kann mit den Kisten… Ist schon traurig, dass sich so etwas in unserem Bildungssystem halten kann. Ist aber irgendwie auch bezeichnend für das gesamte deutsche Bildungssystem.

  3. Da bekommt der Begriff „Alternative“ gleich eine neue Bedeutung. Somit wären die einzigen Alternativen, wenn man mit Windows Vista nicht zufrieden ist, eine ältere Version zu nehmen? Da bin ich aber schon sehr froh dass das nicht so ist :D

    Es war ja schon Wayne als ich in der 8ten Klasse Informatik als Wahlfach gemacht hab, obwohl damals glaub ich nicht einmal der Begriff Betriebsystem gefallen ist. Bin ja noch Jung und das ganze ist ca 10 Jahre her und war ein Wahlfach aber ich denke schon, wenn Informatik im Lehrplan steht sollte dieses Thema sinnvoll behandelt werden.

    Naja was solls, kann mir nicht vorstellen das deine Tochter in dem Unterricht „naiviert“ (<- das wort gibts nicht oder?) wird ;)

  4. Mein Informatikunterricht in der Sekundarstufe I bestand größtenteils daraus, Gedichte in Word zu formatieren oder Präsentationen mit Powerpoint zu machen. Das Problem ist, dass die „Informatiklehrer“ meistens garkeine sind, da es an richtigen Informatikern fehlt. Man sollte das Fach lieber EDV, „Computerlehrgang“ oder was auch immer nennen – Aber es als Informatik zu bezeichnen, ist lächerlich.

    Erst in der Oberstufe hatte ich dank einer „wahren“ Informatikern (die zwar auch nicht mehr auf dem neusten Stand war) immerhin Einführungen in Datenbanken und Verschlüsselung, Pascal und Java.

    Es müssen die richtigen Informatiker her, die den Kindern praktisch „vom Kreissaal an“ die Funktionen von DTA,NTM in den Kopf meisseln! Statt Sprachunterricht wird Assembler… ach was…Maschinencode gelehrt, um die heute so bekannten „Verständigungsprobleme“ mit dem Computer zu unterbinden. Dann wird das auch was mit dieser Nation *lacht*

    BTT:
    Das Hauptproblem ist meistens, dass es weder Informatiker sind, und sich selbst nicht umfassend mit dem Computer auskennen, aber von der Schulleitung zwanghaft eingesetzt werden. Es ist heute nunmal so, dass sich dann fast jedes Kind besser mit dem Computer versteht als diese Lehrer, die mittlerweile nicht mehr die Trends mitkriegen und dann natürlich hintendran stehen. Aber kann man es ihnen verübeln?

  5. Unglaublich. Und sowas in unserem „gebildeten“ Deutschland ;) jetzt wundert mich auch die Pisa-Studie nicht mehr *g*

    Naja, war bei mir genau so.. Windoof halt und in Word und Excel irgendwelche kinderleichte Aufgaben erledigen und am Ende des Schuljahres noch ein ganz kleines bisschen Delphi „programmieren“

    „Tippt das Script ab, drückt auf ‚ausführen‘ und seid erstaunt dass es funktioniert!“ – so in etwa ;)

    -> Armes Deutschland ;)

  6. Tja, was soll ich sagen? Als Lehrerkind versuche ich meinen Eltern schon seit Mitte der 90er zu erklaeren, dass es nicht nur Windows gibt. Sie wissen das natuerlich auch, da bei uns im Haushalt CPCs, Amigas und Linux-Rechner vorhanden sind und mein Vater schonmal mit einem Thinclient auf Linux herumsurft.

    Dennoch: in der Schule sind sie meistens leider auf Windows festgenagelt. Viele Lernsoftware gibt es nur als Windows-Version. Oder aber die lieben Kollegen sind so lernresistent, dass die Einfuehrung von Alternativen eh sofort zum Scheitern verurteilt ist. Auch ist es haeufig so, dass die beauftragten Systemhaeuser halt auch nur Windows kennen.

    Es gibt viele Gruende, warum sich Windows in den Schulen so festgesetzt hat – dass es sich aendern muss, steht ausser Frage, denn die Kinder sollen ja eine gewisse Medienkompetenz auch im Bereich der IT erlangen. Und das geht schlecht nur mit Microsoft-Produkten, wenn ganze Regierungen mittlerweile auf Alternativen setzen. Und sei es auch bloss, indem Openoffice statt MS Office benutzt wird.

    Im Grunde halte ich es eh falsch, den Schuelern spezifische Programme nahe zu bringen, sondern befuerworte, die Methodik zu lehren, wie man sowas selber lernt bzw. an solche Sachen herangeht. Es nuetzt ja schliesslich nichts, wenn das Kind lernt, dass eine bestimmte Funktion in einem bestimmten Programm in einem bestimmten Menu zu finden ist. Bei einer neuen Programmversion oder einem anderen Programm kann das naemlich komplett anders aussehen. Kinder haben da meistens weniger Probleme mit, aber Erwachsene sind dann schnell aufgeschmissen und man muss Support bieten. Ich schweife ab… ;)

    Jedenfalls bin ich froh, dass meine Eltern bald in Pension gehen. Dennoch betruebt es mich, dass ich auch irgendwann vor dem gleichen Problem wit Oliver stehen werde, wenn mein Nachwuchs irgendwann in der Schule damit konfrontiert wird. Aber vielleicht aendert sich die Situation ja noch bis dahin… *sigh*

  7. Herrlicher Beitrag!! Ich kann da richtig mitfühlen…schlimmer noch. Obwohl sich hier alles in der Familie um Apple dreht, hat doch mein Sohn seit Jahren einen Windoof-Rechner….“aber Papa, ich will meine Spiele spielen und zwar aktuelle“! ;-)
    Naja..was soll man da sagen? ;-)

  8. Fast noch schlimmer ist, was meiner Frau im Jahre 2000 an der Berufsschule passierte. Ich als ewiger Nerd wuselte auf Arbeit damals neben Windows vor allem mit Linux (und hatte diverse SuSE und Redhat im Einsatz).

    Irgendwann kam dann im dortigen „Informatik-Unterricht“ (Word und Excel halt…) die gleich Frage wie bei Dir – und die ganzen Klassenkameradinnen zählten die diversen Windows-Versionen auf und der Lehrer war glücklich.

    Meine Frau meldete sich auch und sagte „Linux“. Reaktion des Lehrers? „Falsch, das gibt es nicht!“

    Eigentlich wollte ich dem Lehrer mal mein Notebook for die Nase setzen und vor seinen Augen Linux booten – habe es aber lieber gelassen ;)

  9. funny

    Im Kern sind die Gründe ja schon alle genannt, Amateure (böse … ich weiß) sollten was erklären was sie teilweise selber nicht verstehen.

    Ob es wirklich Sinn macht da zu erwarten dass diese sich im Vorfeld umfassend informieren läßt sich natürlich hinterfragen.

    Denke eigentlich auch das wichtigere wäre eher den Gesamtkontext zu erklären und vor allem den Umfang mit Suchmachinen, damit die Kids früh verstehen wie man Informationen richtig findet.

    Gerade in Supportforen/IRC stelle ich immer wieder fest dass es da am meisten fehlt …. und diese Eigenschaft ist bei weitem mehr wert wie die Versionsgeschichte aus dem Hause MS, Apple oder Kenntniss über die Vielzahl an Linux/Unix Distris.

    Kann mich den Vorrednern nur anschließen, gerne mehr Beiträge aus dieser Kategorie ;)

    Gruss
    fidel

    @sven: falsch, gibt es nicht ist mal voll geil

  10. Genau die Ansicht Deiner Tochter teilt wahrscheinlich 80% der Computernutzer. Die meisten nutzen das Ding in der Firma zum Arbeiten und da ist in der Regel Windows drauf.

  11. Eigentlich erschreckend, dass sowas dann Informatikunterricht geschimpft wird, wenn der Inhalt Word, Excel und Windows ist…

  12. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich lachen. Gut, dass unser Nachwuchs noch lange nicht schulpflichtig ist. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich bis dahin noch etwas tut.

  13. Da muss ich ad Recht geben, sehr traurig. Aber deshalb studier ich ja Informatik fürs Lehramt (und mit Windows ist da nicht viel), einfach ums mal besser zu machen. Aber: Man sollte nicht vergessen, dass die meisten dieser „Informatik“ Lehrer heutzutage leider noch Mathe und Physik (oder eins von beiden mit entsprechendem anderen Fach) studiert haben und wie mein Informatik-Lehrer gesagt hat „Einen Schmalspur Informatik-Kurs“ gemacht haben.

  14. @ Sven: Gibt’s auch nicht, das solltest Du doch eigentlich wissen, dass Linux kein Betriebssystem ist. Red Hat und Suse hingegen sind Betriebssysteme. ;)

  15. Das ist bitter. Aber Schule.
    Ich meine Informatik ist in der Schule eines der Fächer, die für mich (als Schüler) mit am weitesten von der Realität entfernt sind.
    Man arbeitet mit Windows 2000 oder XP, mit Delphi 3 oder 4,…
    Das mag zwar das System und die Strukturen vermitteln, aber vor allem im Bereich der PCs sollte man doch etwas moderner sein. Es geht mir dabei nicht einmal um die Hardware. Nein. Net-Clients reichen doch aus. Simple Systeme halt. Aber dass die gesamte Thematik mehr im Allgemeinen gesehen wird. Es sollten in jeder Stunde News und neue Produkte angesprochen werden und was diese bringen und verändern können. Es sollte sich alles mehr an der heutigen Zeit orientieren.
    Ich kann mich noch an eine Stunde erinnern, in der wir etwas programmieren sollten und ich (heimlich) einen Blog schrieb. Mein Informatik-Lehrer ließ sich dann von mir alles erklären, erzählen und so weiter. Ich finde es nicht schlimm, dass er mich fragte. Das finde ich gut. Aber man sollte doch zumindest einmal von Blogs gehört haben.
    Dein Blog trifft es ziemlich genau.

  16. Den Umgang mit moderneren Betriebssystemen beizubringen macht (als Aufgabe einer Schule) nur Sinn, wenn in Firmen auch konsequenter auf diese Technologien gesetzt werden würde. Da allerdings Kompatibilität im Unternehmensbereich höchste Priorität hat, wird sich auch der vorbereitende EDV Unterricht an Schulen nicht ändern sofern sich nicht zeitnah Alternativen im Unternehmensumfeld etablieren.

  17. Naja, Kernproblem ist denke ich, dass „Informatik“ in der Schule schlecht plaziert ist und je nach Lehrer und Schule zwischen Basis-Computerkurs (wie kopiert man eine Datei, wie funktioniert das Dualsystem etc.), Anwenderkursen (Word, Exel etc.) und Programmierung hin und herwankt ohne eine konkrete Linie oder gar ein konkretes Ziel zu haben. Schüler die Ahnung haben langweilen sich zu Tode, Schüler die etwas lernen könnten wollen mit Programmierung erst einmal gar nichts zu tun haben.
    Zudem wird hier der Umgang mit dem Computer einfach in eine Ecke hinein verlagert, würde aber eigentlich fächerübergreifend in den kompletten Unterricht gehören: Recherche in Geschichte, Schreiben in Deutsch, Geometrie in Mathe, Gestalten in Kunst.

    Es klingt übrigens für mich danach, als wäre das Konzept „Betriebssystem“ bei Deiner Tochter gar nicht angekommen. Was tut es, warum braucht man es um ein Paint laufen zu lassen und worin können sich verschiedene Betriebssysteme unterscheiden? Fragen die altersentsprechend sicher auch spannend aufbereitet werden können.

    Mal davon abgesehen wäre ein früherer, eher praktisch orientierter Unterricht am und mit Computern erstrebenswert…

  18. @v-X: Ich glaub viele kenne die Hintergründe nicht: Oftmals ist Informatik nur ein Fach und sich mit PC & Co im gesetzteren Alter auseinander zu setzen, verlangt schon viel. Jetzt kann man argumentieren dass sie müssen weil Lehrer und so. Aber wieviel Zeit steht nem Lehrer dafür zur Verfügung? Was wird an Lehrerfortbildung angeboten und wo dürfen Lehrer teilnehmen? Und dann noch das Thema Motivation, wo gerade im Osten Lehrer neue Fächer erlernen mussten, aber nicht wollten.

    Ich seh als einzigen Ausweg: Junge LehrerInnen einstellen, die mit der neuen Technik auch aufgewachsen sind und die Chance haben/hatten viel mehr zu lernen. Doch das bedarf mehr Geld …

  19. Schul-Informatik hat soviel mit der realen Welt gemeinsam, wie Schul-Mathematik. Also nichts erwarten, dann wird man weniger Enttäucht.

  20. Wir haben in unserem Informatikkurs auch so angefangen. Allerdings haben wir auch alternativen wie OSX und Linux behandelt. Denke mal dass ist stark Lehrerabhängig. Hört sich ja hier eher nach EDV-Kursen als Informatik an.

    An unserer Schule haben wir als erste Programmiersprache Pascal gelernt und sind dann auch zu C++ gekommen. Bin mit dem Unterricht eig sehr zufrieden. Unsere Lehrer sind auch studierte Informatiker, was man von den oben genannten Lehrkräften wohl nicht annehmen kann.

    Felix

  21. Es ist ja nichts Neues, daß in deutschen Schulen Microsoft unterrichtet wird. Das hat viel mit der Beschaffung zu tun (damals, als noch Geld für sowas da war): da wurden für oft sehr viel Geld ein paar PCs mit vorinstalliertem Windoof angeschafft und sollten dann die nächsten 10, zwanzig Jahre halten. Oft genug wurden den Schulen dann auch noch vom örtlichen Bürofachhändler «Qualitätsgeräte» hingestellt, die der seit drei Jahren auf Lager hatte …

    Mitte der 1990er habe ich Abitur nachgemacht und durfte da auch so einen Spitzenfachmann von Informatiklehrer (nebst Turbo-Pascal auf Weh 3.11) genießen; der war zwar erst Mitte dreißig, aber stramm auf M$-Kurs. Mit sowas wie «Internet» oder «E-Mail» brauchte man ihm auch nicht zu kommen, das brauchte seiner Meinung nach nämlich kein Mensch. Immerhin, nach der ersten Stunde war er zufrieden, wenn ich im Unterricht den Bildschirm an hatte (falls mal der Chef vorbeikommen sollte) und sonst keine lästigen Fragen stellte. War ’ne lustige Zeit. ;-)

    Es gibt sie aber, die Gegenbeispiele. Beispielsweise bietet das Werdenfelsgymnasium in Garmisch-Partenkirchen seit Jahren mit Erfolg TeX-Kurse im Rahmen des informatik-Unterrichts an (s. http://www.dante.de/help/documentation/miktex/), und Linux ist dort auch kein Fremdwort. Da gehört aber halt auch ein engagierter Pädagoge dazu, den die dort mit OStR Andreas Hirsch haben.

  22. @Moss: Dass die Schulen Rechner mit vorinstalliertem Windows bekommen, finde ich noch nicht einmal schlimm. Es gab ja auch jahrelang kaum Rechner ohne Windows zu kaufen. Aber dass dann nun zwangsweise Linux unterrichtet werden muss, sehe ich nun auch nicht.
    Vielmehr erwarte ich von einer Schule, dass sie den Schuelern beibringt, dass es Alternativen gibt, diese Alternativen anbietet und ein Grundwissen ueber diese Alternativen lehrt. Ein Monopol durch ein anderes zu ersetzen, macht wenig Sinn.
    Aber sicherlich ist es begruessenswert, dass es solche Gymnasien wie in GAP gibt. Ohne Zweifel!

  23. @Meerblickzimmer: Das Problem liegt zum Einen an der Zeit und zum Anderen daran, dass es ja für Engagement heutzutage so gut wie nix mehr gibt. Diese Zeitstunden, die man da extra reinsteckt, die interessieren ja niemanden mehr.

  24. Typisch Informatik in Schulen, bei uns hatten wir veraltetes HTML von 1995 gelernt, was der Lehrer auch nur aus einem Buch vorgelesen hat er konnte es selber nicht…

  25. letztens in meiner Berufsschule:

    Ich pack meinen EEE mit Ubuntu 8.10 aus und schließ den Bildschirm und die Tastatur eines Schulrechners an. Da fragt mich der Lehrer warum ich doch immernoch meinen EEE nehme obwohl wir die neuen, schnellen (2ghz) Rechner haben.

    Ich antworte: „Kann schon sein dass die schneller sind aber das System gefällt mir garnicht!“

    Lehrer meint: „Ach man, musst du einem immer alles madig machen?“
    Brummelt: „Aber recht hast ja, hätte auch lieber ein Linux auf den Kisten…“

    Ein weiterer Kommentar eines Lehrers:
    „Was, VMWare ist nicht von Microsoft? Warum haben wir dann kostenlose Lizenzen?“

    In diesem Sinne…

    MFG
    MW

  26. Naja was man sagen muss ist, dass die Schule eigentlich immer Support von Microsoft bekommt. Desweiteren ist die Verbreitung von Mac und Linux im Gegensatz zu Windows nicht so groß.
    Meine Informatiksysteme Lehrerin (Softwareentwicklung) ist halt eine gewesen, die sich für soetwas interresiert. Nur auf nem Allgemeinen Gymnasium sind die meisten Info-Lehrer/innen nur deswegen solche, weil sie Mathe oder Physik studieren wollten und nicht wussten was sie dazu machen. Daher weht dann auch ihr wissen. Es ist schandhaft wie dumm die auf ihrem „Spezial“ Gebiet zum Teil sind. Mehr als MS Office geht da nicht wirklich. Fiferfox oder Opera sind meist unbekannt. Es ist traurig…

  27. @Ingo: wo habe ich ein neues Monopol gefordert? Natürlich isses im genauen Gegenteil der Blick auf’s Ganze, der gelehrt werden sollte. Nur werden in Deutschland seit Jahrzehnten die Schulen und Unis immer stromlinienförmiger darauf getrimmt, Business-verwertbare Abschlüsse zu liefern — die Bildung über den Kernstoff der Lehrpläne hinaus bleibt auf der Strecke.

    Womit so’n «PC» hingestellt wird, ist tatsächlich ziemlich irrelevant; mit minimalem Aufwand läßt sich ja jederzeit was anderes drauf laufen lassen. Da würde es reichen, beispielsweise mal ein paar Knoppix-CDs im Unterricht auszuteilen und zu besprechen. Oder Edubuntu, SkoleLinux, PCBSD … Und wenn mit Windoof unterrichtet werden soll — was soll’s? Wichtig wäre der Hinweis auf Anderes und vielleicht Besseres. Man müßte es nur wissen und dann noch wollen.

  28. Also wenn ich soetwas höre, dann geht mir ja der Hut hoch – das arme Mädchen…

    Ich bin ja also nun wirklich ein fanatischer Linux Prophet, wäre aber auch genau so offen für OSX, wenn ich doch blos das Geld hätte mir mal ein schönes iBook zu kaufen…
    Vielleicht also nach dem Studium! :)

    Bedenkt man nun aber, dass ja im Kern jedes Windows doch nur ein Windows 3.11 for Workgroups läuft ist es ja einfach nur doppelt gemoppelt, was der Informatiklehrer da aufschreibt ;-)

    Sie müssen ja nicht alles Wissen, aber Linux und OSX halte ich schon für wichtig, grad wenn ich an die Unmengen von kostenloser Bildungssoftware in einer Edubuntu Distribution denke.

  29. Ich studiere Informatik auf Lehramt und habe momentan meine erstes Praktikum, dass was deine Tochter da erzählt hört sich fast noch nach Zukunft an!
    Die Schüler lernen an der Schule wo ich gerade bin Pascal und Win-Logo, die Bücher sind von 1984 und gemacht für den Apple II.
    Der Lehrer hat sich seit dem nichtmehr weiter gebildet, wenn die Schüler in Java schreiben wollen können sie dies tun, aber dann ohne Anleitung des Lehrers.

    Ich selbtst hatte Info erst ab der Oberstufe und da haben wir zwar Delphi gemacht aber unser Lehrer hat wirklich Informatik studiert und nicht nur eine Fortbildung!

    Konsequenz für mich: Ich muss schnell Lehrer werden!

  30. joar, das kenn ich auch, war bei mir damals nicht viel anders, Haben selber den sogenannten Lehren mal gezeigt was eigentlich alles möglich ist. Un immer diese ewigen schreiberein in word und co. hätte man uns mehr über marketing im inet usw. gelernt wär ich jetzt auch erfolgreicher unternehmer :D

  31. Informatik in der Schule ist lustig. Hatte ich ja vor nicht allzu langer Zeit auch noch.

    Das einzige, was ich dabei gelernt habe, war SQL. Aber auch nur simple SELECT-Statements mit simplen JOINs. Beim ganzen Rest, egal ob HTML, CSS, PHP, Linux, etc. kannte ich mich sowieso wesentlich besser aus als unser Lehrer :-)

  32. Das ist noch garnichts, wir müssen in der Schule mit DOS arbeiten! Und unser Lehrer hat so garkein Plan davon was er redet. Das ist so lächerlich. Er erzählt immer alles über sein tolles Windows XP… und in den Büchern ist irgendwie 99% alles Windows orientiert. Und ich bin auf einem IT-Gymnasium ;). Soviel dazu…
    Ich weiß das MS sehr viel dafür zahlt, dass die nur mit Windows unterrichten… Wir programmieren C# und kein Java, weil MS wieder irgendwie Geld da reinsteckt, sodass anderes verdrängt wird…so ist das halt wenn man eine Microsoft Academy ist. *ekelhaft*

  33. @Patrick geht mir ähnlich. Ich bin auch an einem BSZ für Elektrotechnik und hab als Leistungskurs Informatiksysteme. Wir lernen zwar C und C++ aber mit dem Borlandbuilder und da auch mit dessen Libraries, heißt, wir müssen zuhause auch mit diesem Arbeiten, da es soetwas wie cprintf (auf diese Funktion steht meine Lehrerin^^) nirgends anders gibt… :-/ egal. Der Rest ist halt Autodidaktik^^

  34. Informartik? kenn ich nicht. Das heißt doch MS Office. Aber ehrlich ich lern jetzt 3 jahre info und wie haben noch nichts anderes gehabt als Word,Excel, Powerpoint. Nicht mal Betriebssysteme! Bin bis heute tief entauscht von informartik. Ein grund idt villeich das ich bei weitem mehr weiß als der info Lehrer. Ein anderer villeich das der Info Lehrer nicht einsieht has er keine Ahnung hat. Grunsätzlich kann man sagen das man lieber 1 Jahr EDCL macht als 4 Jahre „Iformartik“

  35. Ihr meckert grade über die Bildung in der Schule, aber das krasse ist, dass es an der Uni nicht groß anders läuft. Stehe jetzt kurz vor meiner Bachelor Arbeit und wir haben bis jetzt nur ein paar kleine Programme in C/C++ schreiben müssen (höchstens 20 Zeilen). Kurze (theoretische) Einführung in Java gab’s auch, aber nichts praktisches. Der Rest ist Mathe und theoretisches Wissen. Man kann also quasi „anwedungsorientierte Informatik“ studieren ohne jemals ein Programm zu schreiben was länger als 20 Zeilen ist. Dafür weiß man dann was es mit der Fourier Transformation und der Householdertransformation auf sich hat und was das Entscheidungsproblem ist. Begriffe wie PHP, SQL, Datenbanken, C#,… fallen das ganze Studium nicht ein mal!

  36. Ich gehörte zu einer der ersten Klassen in NRW in denen Mitte der 80er Informatik unterrichtet wurde. An Apple IIe Rechnern (mit grünem Monitor und zwei monströsen Diskettenlaufwerken). Der Lehrer wusste nicht so recht, was er uns beibringen sollte – der Hauptteil lag in einem Crashkurs Pascal.

    Der EDV-Unterricht (eben kein Informatik) an der kaufmännischen Schule war da schon sehr viel informativer und ging dann auch mal in Richtung Binärsysteme, Datenbanken usw.

    Eine Unverschämtheit ist der heutige Informatik-Unterricht schon ein wenig. (Betonung vielleicht auf „verschämtheit“) Zumindest Alternativen sollten genannt werden. Und Das Office-Paket sollte zwar „mal behandelt werden“ aber Informatik ist doch ein wenig mehr als Wörd, Äksel und … PAINT? aaaaaaah

    Einzig: was soll man machen? Mit dem Macbook zum Elternsprechtag gehen und die Alternative vorführen? Selbst Initiative ergreifen?
    Auf diese Weise kommen wir auf keinen Fall von dieser Monokultur weg – steigende Mac-Verkäufe hin oder her (Apple… das war doch die Firma mit dem iPod diesem Telefon, oder?)

    Da passt es ganz gut, dass unser EDV-Leiter vor versammelter Führungsriege vehement Microsoft lobte und OpenSource als schlecht programmierte Software wegwischte für die kein Know-How vorhanden sei. Im gleichen Betrag verwechselte er übrigens grundlegende Begriffe wie Bits und Bytes, Kilo-, Mega-, Gigabyte… Auf Tera- und Petabyte kam er übrigens nicht – war wohl zu seiner Zeit noch nicht vorhanden…

    Wir sind gespannt auf die Fortsetzung…

  37. Ohweh, da hatte ich ja bisher eine Menge Glück. Ich habe nämlich Informatik ab dem Jahr, in dem man es dazuwählen kann.

    Wir haben gelernt wie man mit der Bash zwischen Verzeichnissen springt, den Inhalt anzeigt, wie man mit einem Mail-Server mal POP3 redet, wie man mit Logo lustige Dinger auf dem Bildschirm bastelt, [Sprung in die nahe Vergangenheit] und wie man sein eigenes Java-Lotto inkl. Frontend und Programmlogik-Aufteilung bastelt und einiges mehr. Mittlerweile sind wir bei PHP, haben das Web 2.0-Thema abgehandelt, XML mit XSLT, HTML, CSS, und Datenbanken mit SQL und das ACID-Thema kennen wir jetzt auch. Vor diesem Block kam das Thema Grammatiken und Co. Turingmaschine haben wir auch behandelt. Und so weiter.

    Daher hat mir der Informatikunterricht bisher sehr viel Spaß gemacht u.a. weil dieser Informatik-Lehrer offen für Schülerwissen ist: So haben wir den Firefox 3 zum Laufen gebracht [ein Virenscanner musste jedesmal mit Adminrechten abgeschossen werden, bevor der Lehrer was geändert hat]. Leider endet damit das gute an der Schulausstattung. Jeder PC ist anders konfiguriert; der eine hat Flash, der andere nicht; der eine PC kommt ohne Internetfreigabe ins Internet, die anderen nicht [obwohl der Proxy richtig eingetragen ist; mit Knoppix und Proxy-IP/Port geht es an allen PCs]. Das lästigste ist aber der Internetfilter, der alle Blogs sperrt, die der kennt. Warum auch immer Blogs so schädlich sein sollen… Eine Googlesuche nach Abiturphysikaufgaben blockiert der Filter auch so ein Mathe- und Physiklehrer.

    Linux ins Schulnetzwerk zu bekommen ist mittlerweile ganz easy: Knoppix an einem PC starten und Knoppix-Terminal starten. Danach ein paar Fragen beantworten; man brauch normalerweise nichts eingeben/ändern. Am Ende von dieser Prozedur geht man an andere PCs und bootet Knoppix per Netzwerkkarte. ;-)

    Das meiste lernt man sowieso nicht in der Schule; das haben nur die wenigsten wirklich erkannt. Wie man „ein Klassenzimmer mit Knoppix versorgt“ habe ich direkt vom Herrn Knopper auf der letzten Cebit (Sa/So) erfahren.

    Zusätzlich habe ich mit Edubuntu (aus Basis von Ubuntu 6.10) einen Lehrer zum Ubuntu-Fan gemacht. Die Ubuntu 8.10-DVD hatte leider einen Brennfehler. ;-)
    Dabei kämpfe ich doch leidenschaftlich mit Vista… :D

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