Artikelformat

Wachablösung – blog[g]t mehr!

ausgabe 25_2009 - deutsche blogcharts.jpg

Die deutsche Blogszene wurde lange Zeit von einem Blogger dominiert. Falsch. Die „deutschen Blogcharts“ wurden von einem Blog angeführt. Anders ausgedrückt. Ein Blog hat über lange Zeit, die meisten Links anderer Blogs auf sich gezogen: der/das Basic Thinking Blog.

Nun ist sie da – die Wachablösung. Überholt von einem Blog, überholt von einem Thema: Netzpolitik und Zensur. Ein wichtiges Thema. Ohne Frage. Haben auch wir mehrfach betont und deshalb ist es gut, dass dieses Thema auf Platz 1 steht und zeigt wie wichtig dieses Thema dem deutschem Blogger ist.

Deshalb und gerade weil viele Alt-Blogger und Neu-Twitterer dem Medium Blog immer weniger Bedeutung zu teilen, welche Meinung ich im Übrigen nicht teile, ist es um so wichtiger, über große Themen auch zu bloggen und nicht nur zu twittern. Das ist keine Kritik an das Twitter-Medium an sich, nein ganz und gar nicht. Twitter leistet dabei mit seinen Möglichkeiten einen wichtigen Beitrag. Dennoch sind Tweets keineswegs nachhaltig. Tweets sind nach wenigen Minuten verschwunden und haben eine sehr kurze Haltbarkeit. Stellt euch vor – ihr ruft in den Wald. Das sind Tweets. Blogartikel haben diese Eigenschaft so nicht. Die Artikel bleiben erhalten und Meinungen können ausführlicher beschrieben und vor allem diskutiert und verlinkt werden.

Deshalb mein Aufruf: blog[g]t, kommentiert und verlinkt wieder mehr, denn an wissbegierigen Lesern und an spannenden Themen mangelt es in unserer Zeit nicht. Das sollte doch Motivation genug sein.

Guten Morgen.

Links
http://www.netzpolitik.org
http://www.basicthinking.de/blog
http://www.deutscheblogcharts.de/archiv/2009-25.html

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

17 Kommentare

  1. Also ich denke bzw sehe es momentan bei mir das mir irgendwie die Zeit fehlt irgendwas zu bloggen. Ich hatte auch keine Lust das Zensur Thema nochmal durchzukauen. Irgendwie ist es doof wenn jedes Blog die gleichen Themen hat. Ich denke momentan darüber nach wie es mit meinem Blog weiter geht. Ich muss alles mal durchdenken und vielleicht mir ein System ausdenken wie ich mich selber motiviere Beiträge zu schreiben. Für Vorschläge wäre ich offen. Danke!

  2. @Dennis: Motivation ist ein ganz wichtiges Thema dabei, da hast du recht, vielleicht sollte ich mal meine Gedanken und Erfahrungen dazu aufschreiben

  3. @Oliver: Ja, ich beneide dich ja schon ziemlich um deinen eisernen Willen den du bei dem Blog an den Tag legst. In Gewisserweise versuche ich den zu kopieren. Aber irgendwie bisher nicht so recht erfolgreich.

  4. Letztendlich werde ich als Twitterverweigerer und „quasi“ Alt-Blogger Twitter überleben und mich darüber amüsieren wie alle nach dem Hype um twitter und Co. dann wieder zurück rudern werden.

  5. Twitter ist auf jeden fall weniger Nachhaltig als ein Blog-Post. Tweets die mehrere Tage oder sogar Wochen zurück liegen sind nur extrem schwer auffindbar.

    Andererseits habe ich gestern selbst zu spüren bekommen, was für große Kreise ein Tweet ziehen kann, wenn er von ein paar populären Leuten geReTweetet wird. Mein „zugekokste Informatiker“-Tweet wurde mittlerweile ca. 150 mal weiter getwittert und hat, ohne das ich es beabsichtigt habe, eine Menge an Menschen erreicht, die ich mit einem Blog-Post wahrscheinlich nie erreicht hätte.

    Für mich ist Twitter eine sehr schicke Lösung zur schnellen, aber asynchronen Kommunikation. Blogs sehe ich eher als die „wohlüberlegten“ Artikel oder Kommentare des Netztes an. Wer schnell mal einen Link oder ein Statement ins Netz bringen will, der nutzt heute Twitter, wer einen längeren Gedankengang zu „Papier“ bringen möchte schreibt einen Blog.

    Sehr schön fand ich hier zu: „Twitter hat viel Rauschen aus den Blogs verschwinden lassen“ (nicht wörtlich aus: medienradio.org Folge.: MR005 – Zurück ins Netz).

    Ich bin allerdings auch dabei mir einen Blog einzurichten, weil es das ein oder andere Thema gibt, bei dem 140 Zeichen nicht genug sind um sich auszudrücken.

  6. @nastoseriessix Das hört sich ja schon fast Kulturpessimistisch an. Twitter und Blogs schließen sich doch nicht aus und das eine versucht auch nicht das andere zu ersetzen.

    Es gibt nur viele Anwendungsfälle für die Twitter das geeignetere Medium ist. Nämlich alles unter 140 Zeichen. Mal schnell einen Artikel, Blog oder Foto verlinken und Leute darauf aufmerksam machen.

  7. @Til: sehe ich ähnlich – Twitter und Blogs schliessen sich gegenseitig nicht unbedingt aus

    “Twitter hat viel Rauschen aus den Blogs verschwinden lassen”

    gutes Zitat und stimmt mit Sicherheit auch so, nicht destotrotz stehe ich hinter meiner Aussage: bloggt mehr!

  8. Wir kommunizieren zwar immer mehr, aber Inhaltlich immer weniger. Genau dazu trägt Twitter bei, das sich diese Entwicklung fortsetzt.

    Kulturpessimistisch, den Ausdruck kannte ich so zwar noch nicht, aber den kann man für meine Ansichten von und zu Twitter sehr gut so verwenden.

  9. @Oliver: Klar, wer was zu sagen hat, sollte das auf jeden Fall bloggen. Ich selbst werde mir auch ganz bald einen eigenen Blog aufsetzen. Deshalb kann ich „bloggt mehr“ auch unterschreiben.

    @nastorseriessix: Kulturpessimistische Äusserungen hört man meistens von Menschen, die das was sie kritisieren noch nie wirklich versucht haben zu nutzen. Wie du selbst gesagt hast nutzt du kein Twitter, weil es dir vermutich erst mal suspekt verkommt auf 140 Zeichen etwas zu sagen. Das selbst dachte ich mir auch bevor ich es dann einfach mal ausprobiert haben.

    Das ist leider der gleiche Reflex mit dem Zeitungen gegen Blogs wettern. Ich kann deine Aussage „weniger Inhaltlich“ nicht unterschreiben, weil Tweets sehr häufig auf sehr interessante Ihnalte verlinken. Sehr schade das es in neuen Medien wie Blogs, noch neueren Medien gegenüber, die gleichen Abwehrrelfexe gibt wie auch bei den analogen „alten“ Medien. Wünsche mir etwas mehr Aufgeschlossenheit.

  10. Ich muss Twitter nicht ausprobieren, da ich genau so wenig mit SMS anfangen kann, was faktisch schon das gleiche wie Twitter ist, nur halt nicht öffentlich.

    Ausserdem, ich habe mein eigenes Twitter sozusagen. In dem ich mich nicht zwingend und immer auf exakt 140 Zeichen beschränken lassen muss. Zudem bin ich auch Herr über meine Inhalte und muss keine Sorge haben, was Dritte mit meinen Daten machen.

    Auch so ein Aspekt, den Viele immer gerne wieder vergessen in der Virtuellen Welt. Aber Lautstark dann gegen Vorratsdatenspeicherung protestieren.

    Dein Wunsch nach mehr Aufgeschlossenheit in Ehren, aber davor sollte das „mehr Nachdenken“ und „mehr Bedenken“ stehen.

  11. Nuja… „ordentliche Blogs“ werden von Twitter nicht ersetzt, Tweets sind in einigen meiner Favoritenblogs integriert. Früher wurde der schnelle Link oder Kommentar in ’ne Seitenleiste geschrieben, heute isses ein Twitterplugin.

    Ich denke auch ab und zu, daß ich ein Blog betreiben könnte (meine vorübergehende Spotifymanie z.B….), aber wer liest schon ein Blog, das ein-, zweimal im Monat was neues hat – daher bleibt’s bisher auch bei einer Tumblr-„Zwischenablage“. ;)

  12. Ich habe mit zensurstaat.de auch versucht einen Blog ins Leben zu rufen, welcher sich mit dem „Zensur“-Thema befasst. Aber irgendwie fehlt mir auch die Zeit bzw. Ausdauer da täglich drölf Artikel zu schreiben :(.
    Ich bin offen für Gastartikel :)

  13. Pingback: Links vom 24.06.2009

  14. @topic:

    ich denke letzlich ist es klar immer ne Frage des Mediums, des vermittelnenden Inhaltes sowie der Zielsetzung des Users

    Ich seh Twitter eher dort stark wo es darum geht Statusmeldungen zu hinterlassen (warum auch immer man dies will) oder aber Linkverweise …. ernsthafte umfangreicherere Inhalte sind ja aufgrund z.b. der Längenbeschränkung einfach nicht drin.

    Für meinen Fall bedeutet dies einfach … ich blogge da ich Inhalte & hilfestellungen hinterlassen will die wem auch immer ggf mal helfen könnten … da kommt Twitter nicht in Frage…. da es allenfalls auf einzelne Seiten verweisen kann -> und dem user ggf anstatt der Google-Suche eben die Möglichkeit gebe ne Themensuche via Tags anzugehen. Ob das wirklich besser ist wie ne Suche an sich bleibt dahingestellt. Als geübter Suchmaschinen-Benutzer sollte man ähnlich schnell Beiträge zu Thema XY finden.

    Ne anleitung wie Problem XY gelöst werden kann könnte ich also verlinken …sofern sich jmd anderes damit schon auseinandergesetzt hat …. fehlt aber etwas im Umfang muss ich zusätzlich infos nachstopfen.ab diesem Moment ist twitter halt nicht mehr so geeignet als Medium.

    Folgt man Leuten die das Theme Twitterverwendung ähnlich interpretieren wie man selbst … kann da sicherlich ein Mehrwert entstehen …. muss aber nicht ;)

    @Patrick:
    1 Artikel am Tag kann schon mehr wie genug sein …. um Leute permanent Interesse von etwaigen Lesern zu wecken …. nicht die Menge macht es pauschal ;)
    Viel Erfolg mit deiner Blogidee

    Gruss
    fidel