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Die Hölle friert zu oder Schweine können doch fliegen

„Die Hölle friert zu oder Schweine können doch fliegen“ sind die Schlagzeilen heute morgen, die ich lese über die Nachricht, dass Microsoft über 20.000 Zeile Code dem Linux Kernel Projekt zur Verfügung gestellt hat. Wooops.

Was steckt aber wirklich dahinter?

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Das erste Mal veröffentlicht Microsoft Quellcode unter GPL. Geübt hatten sie schon mehrmals mehr oder weniger erfolgreich Teile ihrer Software unter einer OpenSource Lizenz zustellen, aber was wirklich neu ist und die Überschrift von oben rechtfertigen könnte, ist die Tatsache, dass die Firma nun wirklich die so gehasste, aber immer noch eben erfolgreichste OpenSource Lizenz GPL für diese Quellcodefreigabe benutzt hat.

Aber schauen wir uns einmal an, was Microsoft dem Linux-Kernel Projekt zu Verfügung gestellt hat und beurteilen dann.

Diese 20.000 Zeilen Code sind Treiber für Linux, um dieses auf der hauseigenen Virtualisierungsplattform Hyper-V besser laufen zu lassen. Unter GPL müssen diese Treiber gestellt werden, damit sie überhaupt eine Chance haben, offiziell in den Kernel aufgenommen zu werden.

Natürlich ist das für Microsoft kein Zugeständnis, eher wohl ein notwendiges Übel, um die eigene Plattform zu pushen, um nicht auch auf lange Zeit im Virtualisierungsmarkt nur einer von vielen zu sein. Man will natürlich auch dort die Nummer 1 werden und tut sich bisher mehr als schwer gegen Riesen wie VMWARE und XEN in Form von Citrix, auch wenn oft von Kooperation gesprochen wird.

Aber interessanter Weise zwingt Linux gerade, weil diese Plattform im Servermarkt eine mittlerweile bedeutende Rolle spielt, Microsoft eben zu diesem Schritt. Natürlich immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Aber wer hätte das auch anders gedacht.

Nehmen wir es aber positiv und freuen uns über das Zugeständnis einer Firma, die GPL und damit auch Linux als „Teufelszeug“ bzw. als markschädigend bezeichnet hatte und nun ein wenig mehr in die Richtung Zusammenarbeit und Offenheit gehen kann, denn eines hat die Vergangenheit uns allen sehr gut gezeigt und daran sei immer wieder erinnert, Monopole bringen keinen Fortschritt und auf lange Sicht nur starre, ver“bug“te, kranke Technologien. Und ich glaube das will niemand. Viele unterschiedliche Technologien erfordern auch viele unterschiedliche Möglichkeiten, diese in den Markt zu bringen. Nur dann wird es auch wirklich Fortschritt geben. Und ich hoffe auch das hat Microsoft und jede andere grosse Firma erkannt. Leben und Leben lassen.

[Update] wie man hier nachlesen kann, hat Microsoft diesen Schritt nicht ganz freiwillig vollzogen
http://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Hat-Microsoft-mit-Hyper-V-die-GPL-verletzt

Links
Pressemitteilung von Microsoft
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Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.