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Wieso aptgetupdate?

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Die Twitter-Frage von Gism warum sich Apple-Fanboy-Sites so gerne mit „unixoiden Name“ schmücken, möchte ich gerne beantworten.

Ich kann natürlich nur für aptgetupdate sprechen, aber ich erinnere mich auch an eine BitsundSo Folge, in der Leo von fscklog seine Beweggründe aufgezeigt hatte. Die genaue Folge weiß ich aber nicht mehr. War auf jeden Fall einer der letzten 20 ;)

Warum?

Der einfachste und erste Grund ist, dass das Apple Betriebssystem Mac OS X eben ein reinrassiges UNIX-OS ist, mit einem Kernel (Mach 3.0 Microkernel, der auf der Grundlage des OSF/mk Projekts der Open Source Foundation entwickelt wurde) und all den anderen zugehörigen Unix-Tools, die man sich so vorstellen kann. Natürlich besitzt OS X seine ganz bestimmten und besonderen Eigenarten und unterscheidet sich so von anderen Unix-Betriebsystemen wie z. B. Solaris, HP UX oder [Free-, Open-, Net-]BSD und natürlich auch von dem bekanntesten Unix-Clone GNU/Linux. Nicht desto trotz ist es ein richtiges UNIX und war für mich ein Argument mir 2004 ein Powerbook zu kaufen, denn ich hatte es damals satt, mich mit meinem Linux auf einem (ja ich gebe es zu) Dell Notebook rumzuärgern. Es war aber auch eine Zeit, als man noch mit dem X-Server kämpfte und Suspend to Ram und sonstige Bequemlichkeiten eher zu den Fremdwörtern unter Linux gehörte. Das hat sich ja mittlerweile auch sehr zum positiven entwickelt, so läuft mein Samsung NC10 perfekt unter Ubuntu.

Eigenarten, die ich dann auch in meiner ganzen Zeit als OS X Nutzer wirklich lieben gelernt habe. Das sind z. B. die durchdachte und perfekt funktionierende grafische Oberfläche. Um viele kleine Sachen, wie Treiber, grundlegende Software, Inkompatibilitäten zur Hardware usw. brauchte mir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr kümmern.

Das schliesst jetzt meine Liebe zu Linuxsystemen insbesondere dem Debian-Projekt (bzw. dem Ubuntu-Projekt) aber in keinster Weise aus. Mein Herz hängt immer noch sehr daran und ich betreibe sehr viele Systeme unter Linux. Ich habe aber ab diesen Zeitpunkt mein primäres Desktop-OS hin zu OS X gewechselt und es bis heute nicht bereut. Auf Servern würde ich bis heute nichts auf Debian kommen lassen, auch wenn (Open-)Solaris in letzter Zeit bei mir wieder ein wenig mehr für Interesse gesorgt hat.

aptgetupdate?

Zur Erklärung der Name aptgetupdate basiert auf einen der grundlegende Befehle des Debian-OS und wird wie folgt korrekt geschrieben: apt-get update und macht nichts anderes als die APT-Softwarerepositories zu aktualisieren. Diesen Befehl braucht man eigentlich jeden Tag und wird von mir mindestens einmal täglich, wenn nicht sogar öfter ausgeführt. Dieser Name kam mir irgendwie bei meiner Namessuche als erstes in den Sinn und irgendwie fand ich die Idee gut. Bis heute, denn für mich steht aptgetupdate für Aktualität rund um nerdige Themen. Das hat vielleicht etwas mit meiner Unkreativität bei Namensfindungen zu tun oder aber auch vor allem mit meiner sehr hohen Wertschätzung gegenüber dem besten Softwareverteilungssystem der Welt APT (Advanced Packaging Tool).

Dieses APT gibt es und hier schließt sich der Kreis, selbstverständlich auch in anderen Betriebssystemen, so auch im Mac OS X.

Der aptgetupdate Blog ist ein Blog über unsere technischen Vorlieben, über alles das was uns täglich begeistert. Ich gebe zu, in letzter Zeit haben wir sehr viel über OS X, Apple oder das iPhone geschrieben. Aber das liegt dann einfach daran, dass es zur Zeit nicht sehr viel für uns interessantes aus anderen Bereichen zu berichten gibt. Wenn ihr Themen Vorschläge habt, schickt uns diese (team@aptgetupdate.de oder schreibt einen Gastartikel). Wir sind eigentlich für alle nerdigen Themen zu haben und lassen uns von so vielen Sachen begeistern, nicht nur von Apple Themen. Nicht desto trotz kann man mich auch als Apple Fanboy bezeichnen und ich empfinde dabei keinen Scham, denn Apple hat es für mich geschafft, Technik so zu verpacken, dass diese mich täglich begeistert und mir so meine Arbeit an Computern und mit Menschen, die mit Computer arbeiten müssen, ein wenig leichter zu machen.

Links
http://twitter.com/Gism/statuses/3224332629
http://de.wikipedia.org/wiki/Advanced_Packaging_Tool
http://www.fscklog.com/

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

21 Kommentare

  1. > Diesen Befehl braucht man eigentlich jeden Tag
    > und wird von mir mindestens einmal täglich, wenn
    > nicht sogar öfter ausgeführt.

    man apticron :)

  2. „mit einem richtigen BSD Kernel“

    Soweit ich weiß, ist maximal das Userland von FreeBSD entnommen, FreeBSD besitzt meines Wissens nach keinen Microkernel. Dieser kommt aus einem anderen Projekt.

  3. Alter.. da schreibt man EINMAL was im Twitter nur um mal Twitux auszuprobieren und schon wird einem ein Artikel um die Ohren gehauen. ;)
    Sollte keine Aufforderung zur Rechtfertigung sein, nichts für Ungut. Hat mich nur gewundert, speziell weil die Mac-User, die ich kenne, nicht einmal wissen, daß es bei MacOS auch eine Konsole gibt.

  4. @Kouta: Alter? so alt bin ich nun auch wieder nicht ;)

    Nein, wollte dir auch nichts um die Ohren hauen, ich fand die Frage nett und wenn jemand eine Frage stellt, dann antworte ich auch gerne.

    Genau 99,9% der Mac-User kennen das Terminal gar nicht. Und das ist auch gut so und ein Verdienst von Apple.

    @industrie13: ok hast recht, ich habe das „richtig“ gestrichen

    @cz: ja mit Fink siehe http://www.finkproject.org/

  5. @Oliver: benutzt du denn fink oder macports gelegentlich? weil wenn, dann wär das doch sicherlich auch ein dankbares thema für einen kleinen blogeintrag, oder ;)
    würde mich zumindest interessieren, in welchem ausmaß und wozu der geneigte nerd zu diesen paketmanagern greift … auch wenn ich sie unter linux regelmäßig benutze, muss ich gestehen, hab ich sie unter os x bisher kaum verwendet

  6. Jetzt bin ich endlich schlauer :) Danke für die Erklärung! Den Namen find ich übrigens super und prägt sich schnell ein..

  7. @cz: ich bin mir auch gar nicht mehr so sicher, ob das auch so noch stimmt – ich hatte eigentlich zuletzt (wegen der Aktualität) mit den DarwinPorts gearbeitet, aber Apple integriert ja glücklicherweise immer mehr Tools in OS X, so dass man kaum noch darauf angewiesen ist

  8. Der UNIX-Unterbau war bei mir übrigens anno 2005 auch der Grund für den Wechsel. Ich mochte Linux schon immer, war aber der Desktop-Frickelei der Prä-Ubuntu-Zeit auch mehr als überdrüssig. Hätte ich nicht seit nun über vier Jahren ausschließlich Macs gekauft, wäre mein Produktivsystem ein Ubuntu 9.04. Neben Mac OS das schönste und komfortabelste System derzeit, wobei ich gestehen muss, dass Windows 7 mittlerweile auch einen ziemlich guten Eindruck macht. Es ist und bleibt aber leider ein Windows. Für den absoluten Endanwender vollkommen ausreichend. Für all diejenigen, die gern etwas mehr mit ihrem System anstellen würden, aus meiner Sicht aber leider weiterhin nicht geeignet. Was für ein System ist denn das, das keine Bash bietet? ;-)

    Meine Server laufen auch ausschließlich unter Debian und Ubuntu. Schöner geht’s einfach nicht :-)

  9. „Unix-Clone Linux“ – also bis eben bin ich Deinem Blog ja wohlgesonnen gewesen, aber sowas, nee, also sowas geht ja mal gar nicht.

    Das OS heißt korrekt GNU/Linux und ist bestenfalls unixoid zu nennen.

    Linux → Kernel, GNU (also das unwesentliche…Zeug drumrum) = GNU is not Unix.

    Aber das weißt Du ja sicherlich (mehr erspare ich mir hier) und hast nur ein wenig provozieren wollen. ;)

  10. Vor allem nicht Unix-Clone weil eben kein Nachfahre von BSD oder System 5 sondern komplett „from scratch“ geschrieben. Aber eben doch POSIX-konform und mit GNU Tools.. deshalb nenne ich das „unixoid“.

  11. Hoffentlich ist es eher keine Scham, die du empfindest, mit Charme ergibt der Satz leider kaum einen Sinn ;-)

    Zitat: Nicht desto trotz kann man mich auch als Apple Fanboy bezeichnen und ich empfinde dabei keinen Charme, denn Apple hat es für mich geschafft, Technik so zu verpacken, dass diese mich täglich begeistert und mir so meine Arbeit an Computern und mit Menschen, die mit Computer arbeiten müssen, ein wenig leichter zu machen.