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Google Wave: erste Eindrücke

Wenn Google ankündigt das neue, große Ding erfunden zu haben, mit dem die Menschen in den nächsten Jahren kommunizieren werden, dann stürzen sich natürlich gerade die technikaffinen und kommunikationsgeilen Typen auf dieses Produkt. Und so wie es Google anstellt hat, haben sie einen neuen Hype erschaffen. Ob Absicht oder nicht: Google hat ein Produkt geschaffen, das viele Leute unbedingt ausprobieren müssen.

Aber was ist nun wirklich dran?

Ich habe vor 2 Tagen endlich eine gültige Einladung bekommen, kann aber leider nicht und das sage ich, bevor wieder viele „Lade mich doch bitte auch ein“-Kommentare kommen, nicht weitere Leute einladen. Sorry, ich würde es sehr gerne. Das ist natürlich blöd, denn ich möchte dieses neue Kommunikationstool vor allem auch mit Freunden und Bekannten ausprobieren. Aber ich vermute, sind die ersten Belastungstests erfolgreich gelaufen, wird Google diese Plattform sehr schnell auch für die breite Masse öffnen. Habt ein wenig Geduld. Auch wenn ich den Frust verstehen kann, wenn man auf eine Einladung wartet.

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Man bekommt in dieser Preview (und mehr ist es noch nicht) eine wirklich nette und sehr funktionale Web-GUI präsentiert, die sich sehr gut anfühlt und auch bedienen lässt. Alles wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich. Sie lädt sehr schnell, auch wenn große Waves manchmal sehr träge durch die Leitung kamen. Die sehr dynamisch wirkenden Seitenscroller an jedem Teilfenster finde ich sehr gelungen, erstmalig ohne Platz zu verschwenden, aber trotzdem mit der Information, wo ich mich gerade befinde und wie weit ich noch scrollen muss.

Es ist eine sehr interessante Erfahrung in Echtzeit zu chatten bzw. zu sehen wie und was dein Kommunikationspartner schreibt. Oft weiß man schon Sekunden vorher, was er meint und kann daraufhin schon anfangen zu antworten bzw. zu überlegen was man antworten will.

Aber ich denke „Chatten“ ist nur eine der vielen Möglichkeiten, was man mit Google Wave anstellen kann. Dadurch das man jeder Zeit alles ändern und Geschriebenes umstrukturieren kann, bietet das natürlich viel, viel mehr Möglichkeiten als eine reine, lineare Chatplattform für eine collaborative Zusammenarbeit.

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Ich hatte auch den Eindruck, dass bei langen Waves und sehr vielen Teilnehmern die Übersicht stark leidet. Man kann zwar mit Shortcuts schnell zu neu geschriebenes springen und dieses wird auch farblich gekennzeichnet. Übersichtlich ist aber irgendwie anders. Vielleicht ist es aber auch gar nicht so schlecht, wenn wir uns mit der Zeit, an diesen neue Form der Kommunikation gewöhnt haben.

Seine Waves kann man sortieren, in dem man sie mit Tags belegt oder in Ordner schiebt. Man kann Waves stummschalten, archivieren oder in einen Papierkorb verschieben. Kontakte kann man direkt über die bekannte Google Mail Kontakteschnittstelle synchronisieren. Der Kontakt braucht aber bisher auch einen Google Wave Account, sonst funktioniert es natürlich nicht.

Das große Potential wird ersichtlich, wenn man sich die schon recht vielfältigen Extensions ansieht, mit denen man zB. Bilder, Videos einbinden, Umfragen erzeugen oder kleine Games spielen kann.

Cool finde ich auch die Idee der Bots, die man sich zu seinen Kontakten hinzufügen kann. So habe ich zB. einen Twitter und einen WordPress Bot gefunden. Erzeugt man mit diesen Bots eine eigene Wave, dann kann man zB. direkt aus Google Wave twittern oder seinen Blog befullen.

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Fazit

Ich möchte mich mit einer Bewertung noch etwas zurückhalten. Ich sehe das große Potential und finde es irgendwie cool, ohne dieses Gefühl irgendwie näher beschreiben zu können und werde auch die kommenden Tage viel damit herumspielen. Ich hoffe, es bekommen noch viel mehr Leute die Möglichkeit Google Wave zu entdecken, so dass wir gemeinsam feststellen, wofür wir es gebrauchen können oder auch nicht.

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

14 Kommentare

  1. Also ein stinknormales Web-Interface für Gtalk, was ja eigentlich auch nur Jabber ist. Na herzlichen Dank auch, kann ich gerne darauf verzichten.

  2. @Bernd: hmm, wollte ich jetzt eigentlich nicht so ausdrücken, es ist schon mehr, wird aber bestimmt erstmal so verwendet, da hast du recht

  3. Ich bin ja mal gespannt wie sie die Übersichtlichkeit gewährleisten wollen. Nicht nur waves mit viel Inhalt sind hier ein Problem sondern auch die Bewegung in der Inbox, sobald waves geändert wurden. Hier braucht es gute Filtermöglichkeiten.

  4. „eine sehr interessante Erfahrung in Echtzeit zu chatten“ – Du hast offensichtlich nie mit einem Terminalprogramm in einem Splitscreen eines BBS‘ gechattet. ;-)

  5. Irgendwie habe ich bei solchen Google Projekten ein unruhiges Gefühl in der Magengegend. Vielleicht bin ich da auch nur ZU Paranoid.

  6. weißt Du schon, dass man die öffentlichen wellen mit „with:public“ findet? [inklusive „deutsche welle“]

    und wird eigentlich angezeigt, dass ich Dich als kontakt hinzugefügt habe? oder ist das nur einseitig?

  7. Oder mit Bonjour, das kann das nämlich auch.
    Ich muss schon sagen, dass mir der Gedanke nicht gefällt, dass der Text in Echtzeit übertragen wird, oft schreibe ich den Text im Chat erst grob runter und schau dann nochmal nach Korrekturen und Sprache. Das wäre kaum noch möglich, oder besser gesagt: sinnfrei, wenn dein Gegenüber den Text schon gelesen hat.

    Kann man das deaktivieren?

  8. @Knorkebrot: ich glaube dazu ist das „Draft“ Feature da, welches – aber jetzt noch deakiviert ist

    @march.: ja das schein einseitig zu sein – du müsstest mich an“waven“ dann könnte ich mir deinen Kontakt merken

    und danke für den Public Link – kannte ich noch nicht

  9. Gibt es eigentlich eine History? Bezüglich des alles immer ändern können habe ich sonst meine Bedenken. Man bespricht heute etwas in der Wafe, geht an die Arbeit und auf einmal ist das gar nicht mehr so weil etwas geändert wurde. Damit hätten Waves keinerlei Verbindlichkeit.

  10. Ja, das erledigt die Playback Funktion mit der man alles Schritt für Schritt nachverfolgen kann, jeder Änderung einer Wave. Ist um ehrlich zu sein auch die einzige Möglichkeit in langen Waves überhaupt den Überblick zu behalten.

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