Wenn Google ankündigt das neue, große Ding erfunden zu haben, mit dem die Menschen in den nächsten Jahren kommunizieren werden, dann stürzen sich natürlich gerade die technikaffinen und kommunikationsgeilen Typen auf dieses Produkt. Und so wie es Google anstellt hat, haben sie einen neuen Hype erschaffen. Ob Absicht oder nicht: Google hat ein Produkt geschaffen, das viele Leute unbedingt ausprobieren müssen.

Aber was ist nun wirklich dran?

Ich habe vor 2 Tagen endlich eine gültige Einladung bekommen, kann aber leider nicht und das sage ich, bevor wieder viele “Lade mich doch bitte auch ein”-Kommentare kommen, nicht weitere Leute einladen. Sorry, ich würde es sehr gerne. Das ist natürlich blöd, denn ich möchte dieses neue Kommunikationstool vor allem auch mit Freunden und Bekannten ausprobieren. Aber ich vermute, sind die ersten Belastungstests erfolgreich gelaufen, wird Google diese Plattform sehr schnell auch für die breite Masse öffnen. Habt ein wenig Geduld. Auch wenn ich den Frust verstehen kann, wenn man auf eine Einladung wartet.

Bildschirmfoto 2009-10-07 um 08.22.56.jpg

Man bekommt in dieser Preview (und mehr ist es noch nicht) eine wirklich nette und sehr funktionale Web-GUI präsentiert, die sich sehr gut anfühlt und auch bedienen lässt. Alles wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich. Sie lädt sehr schnell, auch wenn große Waves manchmal sehr träge durch die Leitung kamen. Die sehr dynamisch wirkenden Seitenscroller an jedem Teilfenster finde ich sehr gelungen, erstmalig ohne Platz zu verschwenden, aber trotzdem mit der Information, wo ich mich gerade befinde und wie weit ich noch scrollen muss.

Es ist eine sehr interessante Erfahrung in Echtzeit zu chatten bzw. zu sehen wie und was dein Kommunikationspartner schreibt. Oft weiß man schon Sekunden vorher, was er meint und kann daraufhin schon anfangen zu antworten bzw. zu überlegen was man antworten will.

Aber ich denke “Chatten” ist nur eine der vielen Möglichkeiten, was man mit Google Wave anstellen kann. Dadurch das man jeder Zeit alles ändern und Geschriebenes umstrukturieren kann, bietet das natürlich viel, viel mehr Möglichkeiten als eine reine, lineare Chatplattform für eine collaborative Zusammenarbeit.

Bildschirmfoto 2009-10-07 um 09.47.34.jpg

Ich hatte auch den Eindruck, dass bei langen Waves und sehr vielen Teilnehmern die Übersicht stark leidet. Man kann zwar mit Shortcuts schnell zu neu geschriebenes springen und dieses wird auch farblich gekennzeichnet. Übersichtlich ist aber irgendwie anders. Vielleicht ist es aber auch gar nicht so schlecht, wenn wir uns mit der Zeit, an diesen neue Form der Kommunikation gewöhnt haben.

Seine Waves kann man sortieren, in dem man sie mit Tags belegt oder in Ordner schiebt. Man kann Waves stummschalten, archivieren oder in einen Papierkorb verschieben. Kontakte kann man direkt über die bekannte Google Mail Kontakteschnittstelle synchronisieren. Der Kontakt braucht aber bisher auch einen Google Wave Account, sonst funktioniert es natürlich nicht.

Das große Potential wird ersichtlich, wenn man sich die schon recht vielfältigen Extensions ansieht, mit denen man zB. Bilder, Videos einbinden, Umfragen erzeugen oder kleine Games spielen kann.

Cool finde ich auch die Idee der Bots, die man sich zu seinen Kontakten hinzufügen kann. So habe ich zB. einen Twitter und einen Wordpress Bot gefunden. Erzeugt man mit diesen Bots eine eigene Wave, dann kann man zB. direkt aus Google Wave twittern oder seinen Blog befullen.

Bildschirmfoto 2009-10-07 um 09.45.59.jpgBildschirmfoto 2009-10-07 um 09.45.18.jpg

Fazit

Ich möchte mich mit einer Bewertung noch etwas zurückhalten. Ich sehe das große Potential und finde es irgendwie cool, ohne dieses Gefühl irgendwie näher beschreiben zu können und werde auch die kommenden Tage viel damit herumspielen. Ich hoffe, es bekommen noch viel mehr Leute die Möglichkeit Google Wave zu entdecken, so dass wir gemeinsam feststellen, wofür wir es gebrauchen können oder auch nicht.


Related Posts with Thumbnails