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Palm Pre: Meine ersten Eindrücke

Nach fast 3 Wochen mit einem Palm Pre Testgerät muss ich endlich auch mal meine Meinung zum vor wenigen Wochen gestarteten Smartphone von Palm abgeben. Es wurde schon sehr viel geschrieben über das recht smarte Gerät und ich möchte deshalb auch nicht auf jede technische Einzelheit eingehen. Dieser Bericht ist eher als Ausdruck meines gefühlten Eindrucks zu verstehen.

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Wäre mir vor dem ersten Kontakt der Fakt, dass ein ehemaliger Apple Mitarbeiter (Jon Rubinstein, Palm Executive Chairman) maßgeblich an der Entwicklung dieses Smartphones beteiligt gewesen ist, nicht bekannt, ich hätte es stark vermutet und wahrscheinlich sogar geäußert. Betrachtet man das ganze Paket „Palm Pre“, zusammengesetzt aus einem schicken Handschmeichler und einer zur schnuckligen Hardware passenden Software, dann wird man verstehen, was ich meine. Natürlich muss man heutzutage den Vergleich zum iPhone anstellen und ich finde, diesen Vergleich braucht dieses Paket nicht scheuen. Auch wenn noch nicht alles so einhundert prozentig ist. Aber seien wir mal ehrlich, das war es beim iPhone am Anfang auch nicht. Dummerweise vergleicht man aber den jetzigen Stand. Neue Geräte müssen sich immer mit dem heutigen aktuellen iPhone vergleichen. Sie haben viel weniger Zeit zu reifen. Aber so ist halt das Geschäft. Aber der Palm Pre kann darüber hinaus mit vielen Sachen gegenüber dem iPhone punkten, was einen Umstieg oder einen Einstieg auf ein Smartphone rechtfertigt.

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Ich habe mich auch ein wenig in dieses Gerät verliebt. Das kann ich ohne rot zu werden, zugeben. Vor allem in seine abgerundete Form, die sich quer in das Design der Oberfläche des Betriebssystems zieht. Zieht man die Tastatur aus, fühlt sich das Gerät eher wie ein richtiges, typisches Telefon an. An die oft kritisierte scharfe Kante der ausgezogenen Tastatur gewöhnt man sich schnell. Schön ist sie nicht. Vorteil hierbei ist aber einfach, dass man so einen fast lückenlosen Abschluss zwischen Ober- und Unterteil des Gerätes hat. Der Spaltmaß geht quasi gen null. Anders als bei anderen Tastatur-Handys, wie zum Beispiel das G1. Dagegen wirkt das Pre sehr hochwertig.

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An die Tastatur kann man sich gewöhnen, auch wenn ich sie doch für etwas zu klein halte. Gerade wenn man sie mit dem G1 vergleicht, dann liegen da Welten dazwischen. Für Twitternachrichten, SMS oder auch kurze Mails ist die Tastatur aber recht gut zu gebrauchen. Nach einer Eingewöhnungsphase geht es dann doch erstaunlich schnell damit. Ich bin aber auch gut mit der Soft-Tastatur des iPhone zurechtgekommen. Sehe eher den Vorteil, das die Hardware-Tastatur keinen Platz auf dem Display verbraucht.

Eine anderen Vorteil hat die Tastatur aber auch noch: der schnellere Weg zur Suche. Man schreibt einfach los. Tippt man Zahlen, kann man direkt wählen. Tippt man einen Namen, kann man wählen, SMS schreiben oder den Kontakt öffnen. Oder man sucht den eingetippten Text einfach bei Google, Wikipedia oder bei Twitter.

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Das kapazitive Multitiouch-Display fässt sich, auch wenn es keine Glasscheibe hat, nicht weniger gut an. Man merkt eigentlich kaum einen Unterschied. So ist es auch kein Problem, dass man das Telefon durch Druck auf dieses aufschieben muss. Das Display selbst ist sehr kontrastreich, hell und weiß wirklich zu begeistern. Es ist auch nur marginal kleiner als auf dem iPhone: 3,1 zu 3,2 Zoll.

Etwas fricklig finde ich den USB Anschluss zum Aufladen und Synchronisieren des Pre. Das man diesen erst dazu aufschieben muss, um es aufzubekommen, hätte man definitiv besser lösen können. Durch den kontaktlosen induktive Ladegerät Touchstone muss man aber diesen nicht jedes mal öffnen und erspart sich die lästige Fummelei. Gut finde ich dagegen, dass das Gerät von Anfang an einen Standard-Kopfhöreranschluss besitzt. Kopfhörer nutzen sich doch machmal sehr schnell ab.

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Das Betriebsystem WebOS, welches sich leider auf meinem Testgerät noch in der schon recht alten Version 1.1 befand und in der neuen Version besonders Verbesserungen in der allgemeinen Performance verspricht, konnte mich doch positiv überraschen. Palm hat es geschafft, aus einem Linuxkernel und einer schicken, neuen Oberfläche ein sehr rundes mobiles OS zu bauen.

Multitasking ist perfekt umgesetzt. Ich würde sogar behaupten um einiges besser als auf dem Android Betriebsystem aus Nutzer- und Usability Sicht, da man alle geöffneten Applikationen sehen und leicht zu ihnen wechseln kann. Unter Android ist mir manchmal nicht klar, ob eine Anwendung noch läuft oder nicht. Das iPhone bietet derzeit kein solch geartetes Multitasking von Anwendungen an, daher erübrigt sich ein Vergleich. Push-Notentifications ersetzen diese, so gut es mittlerweile auch funktioniert und mit Sicherheit in Hinblick auf Akkulaufzeit auch berechtigt, einfach nicht. Programme wie GPS Tracking oder Streaming-Apps, die man gerne weiterlaufen lassen würde, sind mit dem iPhone nicht möglich. Unter Palm Pre und Android aber kein Problem.

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Konnektivitätsprobleme hatte ich ebenfalls überhaupt keine. Sowohl UMTS oder auch Wlan funktionierten in unterschiedlichen Netzen einwandfrei. Positiv ist mir auch noch die sehr schnelle Kamera aufgefallen, die für eine Handykamera erstaunlich schnell auslöst und gute Ergebnisse bringt. Der LED Blitz ist schön, dass er da ist, bringt aber höchstens im Nahbereich etwas.

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Zur Akkulaufzeit kann ich eigentlich nur sagen, dass ich jeden Tag mit dem Palm Pre an die Steckdose musste. Ich habe aber auch immer sehr viel herumgespielt, viele Anwendungen gleichzeitig offen gehabt und nichts extra für das Stromsparen getan.

Fazit

Ich freue mich, dass der Palm Pre auf den Markt angekommen ist. Ich freue mich auch, das Linux so gut verpackt und funktionell verbaut ist. Ich hoffe der Palm AppStore „App Catalog“ entwickelt sich gut. Ich denke, das Paket Palm Pre ist konkurrenzfähig und es hat sehr viel Charme und versprüht auch sehr viel Innovation. Ich freue mich, dass endlich Bewegung in den Markt kommt.

PS: Schade das ich es wieder zurückschicken muss ;( Aber trotzdem vielen Dank an O2 für die Teststellung.

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

18 Kommentare

  1. Die österreichischen Netzbetreiber sollten sich mal ranhalten und das Handy endlich zu uns bringen. In Amerika scheint der anfängliche Enthusiasmus schnell wieder verflogen zu sein .. mal sehen ob er bei uns länger andauert

  2. Objektiver Bericht, vielen Dank dafür! Werde so ein Ding wohl auch mal testen müssen ;)

    Leider fallen die Kritiken der meisten iPhone-User sonst immer wenig objektiv aus..

  3. Ich bin von der p1i Tastatur von Sony Ericsson so begeistert. Da sind immer zwei Buchstaben auf einem Wippschalter so kann man die einzelnen Tasten grösser machen. Vielleicht wär das was für den Pre II.

    Headline: — Jeder ehemalige Apple Mitarbeiter kann jetzt Schrott zu Gold verwandeln!! —

  4. Der Bericht spiegelt das Gerät absolut wieder. Endlich mal ein Bericht der meinem Eindruck nach 3 Wochen bestätigt.

    Und danke das Du Dich mal gemeldet hast, hätten uns prima austauschen können. Viele Tolle Sachen hast Du anscheinend nicht entdeckt / erwähnt (Homebrew/Patche/Themes)

  5. @Metty: ich geb es zu – in dem Gerät steckt sehr viel mehr, als ich hier beschrieben habe, mir fehlte schlicht weg einfach die Zeit

  6. das ist jetzt wirklich das erste Review, dass ich lese, dass dem Gerät gerecht wird. Die meisten anderen haben ja oftmals kein gutes Haar am Pre gelassen und den einzigen Kritikpunkt den ich nachvollziehen kann, ist die Performance, die wirklich höher hätte ausfallen können wenn man bedenkt das hier der gleiche Prozessor wie im iPhone 3gs werkelt. Aber mal sehen was das update am Ende des Monats bringt. Ich möchte mein Pre jedenfalls nicht mehr hergeben und grade das gut umgesetzte Multitasking lässt das iPhone einfach als aussehen.

  7. Guter Testbericht. Was mir gefehlt hat, waren Deine Erfahrungen zur Synchronisation mit dem Mac und ggf. sogar mit Linux.

  8. also meines seit itunes 9.0.2 nicht mehr – aber über doubleTwist zwar das kein Problem – das greift ja von hinten auf die iTunes Lib. zu

    Für Linux hatte ich jetzt gar keine Zeit – leider.

  9. Pingback: Mit den FONIC-Winterstars fängt Weihnachten gut an

  10. Sehr schön :-)

    Das mi dem Akkuladen und der klappe geht auch im eschlossenem-Zustand (oder ich hab es schon kaputt gemacht)

    Man braucht nur etwas Fingerspitzengefühl ^^

  11. Pingback: Palm webOS als Entwicklungsplattform | bigger.cc