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Googlezensur made in Germany

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Nach Googles neuster Statistikseite über Löschungsanfragen und Herausgabe von Nutzerdaten seitens Regierungen weltweit liegt Deutschland auf Platz 2. Wow?! Nur was sagt uns diese Statistik?

Wahrscheinlich nichts. Konsequenterweise sollte Google sämtliche Anfragen auflisten und auch schreiben, ob sie der Anfrage nachgekommen sind oder nicht. Das würde wahrscheinlich neue Anfragen gegen Null tendieren lassen und für weit mehr Transparenz sorgen, als das so der Fall ist. Denn so sind es nur Zahlen ohne Gewicht. Meine Meinung.

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www.google.com/governmentrequests/

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

16 Kommentare

  1. Naja, sie geben ja zumindest die Prozentzahl der Anfragen an, die ganz oder teilweise umgesetzt wurden. Für Deutschland wären das also 176,908 umgesetzte Anfragen. :-)

  2. Müsste man die Zahlen nicht relativ betrachten?

    Es handelt sich übrigens nicht um «Zensur» von Google, sondern um «Zensur» von einzelnen Staaten.

  3. Die Meinung teile ich. Transparenz ist nicht nur hier immens wichtig. Was uns Google allerdings verrät und was nicht, bleibt wohl immer deren Geheimnis…

    • Ja, das stimmt selbstverständlich. Immerhin spricht Google darüber, während (fast?) alle anderen Hoster, Provider, usw. schweigen …

  4. Was ist denn daran bitte Zensur wenn eine Privatperson seine Persoenlichkeitsrechte gewahrt sehen will und z.B. einen Antrag auf Loeschung eines Fotos / Namenseintrags / whatever stellt? Diese Antraege fallen naemlich auch hier mit rein!

    • Wie ich das verstanden habe, sind es keine Anfragen von Privatleuten, sondern von Regierungen und sicher gibt es berechtigte Anfragen. Aber nur mit den Zahlen kann man leider nur spekulieren.

      • Als Privatperson geht man mit sowas auch zur Polizei – Demnach laeuft es dann eben doch wieder ueber staatliche Stellen.

  5. Ein kurzer Blick auf tiefgründigere Artikel zeigt, dass die Anfragen zum größtenteil von Gerichten kamen, ihnen größtenteils stattgegeben wurde und dies bei Anfragen aus „Problemländern“ keineswegs der Fall war.

    Google setzt hier also um, was gemäß deutschen Gesetzen entschieden wurde, die an sich niemand in Frage stellen würde. Wenn volksverhetzender Nazi-Kram bei Google verschwindet, Aufrufe zur Gewalt gegen gesellschaftliche Gruppen – mir nur Recht. Etwas habe ich noch nicht ganz verstanden: Wenn Unternehmen A im großen Stil Schindluder mit den Daten seiner Kunden treibt, herrscht Aufregung in den Blogs, wenn eine Einzelperson seine individuellen Persönlichkeitsrechte vor Gericht durchsetzt und irgendwas folglich von Google entfernt wird, wird von „Zensur“ geredet?Welche Rechte hat das Individuen dann gegenüber der gierenden Netzgemeinschaft noch? Was ist das für eine „Transparenz“, wenn die betreffende Anfrage veröffentlicht wird? Da kann auch gleich offen gelegt werden, wer die Polizei rief, wenn im Hausflur einer zusammengeschlagen wurde. Warum sollten derartige Anfragen bei Google „gegen Null“ gehen, wenn sie legitim sind? Warum sollten Betroffene abgeschreckt werden, wenn sie sich Recht verschaffen wollen? Hoch lebe der Online-Pranger, Gott-sei-Dank gibt es nur aufgeklärte Netzbürger und keine Stalker und hasserfüllte Unbekannte.

    Mal wieder irgendwo „Zensur“ draufgeklebt und die Scheuklappen aufgesetzt.

    • Ich kann diese Massnahmen oder Anfragen gar nicht beurteilen. Will ich auch gar nicht. Wahrscheinlich sind das alles Anfragen, die durchaus zurecht an Google gestellt wurden. Aber wie soll man das wissen, wenn einem nur diese Zahlen präsentiert werden.

      Ich wollte eigentlich nur auf die Zahlen hinaus, die man durchaus unterschiedlich interpretieren kann. Zensur:ja oder nein? Keine Ahnung und ich wollte auch keine Aufkleber drauf kleben. Einfach nur eine Diskussion anregen.

      Du hast durchaus recht, Transparenz kann, falsch angewendet, auch einen gegenteiligen Effekt haben.

      Mir ist bei diesen Zahlen einfach nicht klar: sind das alles legitime Anfragen? Wieso wirft uns Google überhaupt diese blanken Zahlen hin, die wahrscheinlich überhaupt keinen vergleichbaren Wert haben? Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht.

  6. Ich denke, man will mal wieder „am don’t be evil“ feilen. In der westlichen Welt hält man sich an Gesetze, weiß mit dieser Opferrolle die Netzöffentlichkeit hinter sich. Anderswo lässt man Anfragen im großen Stil abprallen, kann es sich auf diesen Märkten aber auch leisten (wg. Marktanteil oder geringer Größe des Marktes).

  7. Brutalstmögliche Aufklärung. ;)
    Google ist ja noch nicht fertig mit der Präsentation der Daten, wie sie schreiben. Warum sie sie dann aber unfertig und nahezu unkommentiert online stellen, frage ich mich auch – nicht das Wahre, wie ihr auch schon schreibt. Mal sehen.