Artikelformat

Steve Jobs – der digitale Diktator?

Gerade lief im ZDF Auslandsjournal ein, meiner Meinung nach, ziemlich guter Beitrag zum Thema Apple und Zensur.

Bildschirmfoto 2010-05-26 um 23.40.49-s.png

Die gesamte, knapp 7 Minuten lange, Reportage gibt es in der ZDF Mediathek zu sehen.

LINKS
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/…

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

25 Kommentare

  1. Insgesamt recht einseitige Reportage, die sich eigentlich nur mit dem iPad auseinandersetzt. Ich finde es etwas seltsam, dass Apple wie die ultimative Macht hingestellt wird. Niemand muss schließlich deren Kram kaufen. Die Konkurrenz könnte ja mal vergleichbar einfach zu Bedienendes auf den Markt bringen.

  2. Ich sehe bei der ganzen Geschichte – die sich ja schon lange hinzieht – immer noch nicht das Problem. Es ist nicht Apples Schuld, wenn sich keine ordentliche Konkurrenz aufstellen kann, die sagt: Wir machen es anders, wenn ihr das so wollt, dann kauft unsere Produkte! Immerhin sieht man ja an Google und Android, dass es prinzipiell möglich ist – an den Verkaufszahlen jedoch, dass die meisten Leute dann doch lieber die Vorteile von Apple-Geräten einer freieren Publikationspolitik vorziehen und vielleicht auch einfach kein Problem damit haben, bestimmte Inhalte nicht auf ihrem Apple-Device konsumieren zu können, dafür aber eine unschlagbare Userbility geboten zu bekommen.

    Es ist halt ein Steckenpferd von Journalisten, in allem und jedem diktatorische Machtverhältnisse zu sehen, obwohl die Realität ganz anders aussieht. Der Markt ist weiterhin frei, es können über das Internet weiterhin sämtliche nur erdenkbare Dinge veröffentlicht werden. Wenn man darauf lediglich mit dem iPad keinen Zugriff hat… jo mei, es gibt weitaus Schlimmeres, solange Apple kein Oligopol inne hat.

    (Geradezu witzig übrigens auch der versteckte Vorwurf, Apple würde keine Produkte zulassen, die ihrem Ansehen oder der Marke/dem Unternehmen andersartig schaden könnten. Als ob das nicht selbstverständlich und mehr als nachvollziehbar wäre.)

  3. In dem Beitrag hat man wieder einmal den großen Einfluss des Springer-Verlags auf die allgemeine Berichterstattung gesehen.

  4. Ich bin nun wirklich kein Apple-Jünger, aber der Beitrag und die ganze Disskussion ist ziemlich lachhaft.

    Apple hat das gutes Recht dazu die Software, die für ihre Plattform entwickelt wird zu kontrollieren. Ich würde das auch so machen. Schließlich würde es Apple/mir schaden, wenn es jugendgefährende, oder gar illegale Programme für ihre Geräte gibt.
    Der Vorwurf, dass keine Alternative zum App Store zugelassen wird ist auch lächerlich. Auf Android, oder Windows Mobile-Geräten gibt es schließlich auch nur einen Store.

    Über diese Beschränkungen kann sich zudem jeder vor dem Kauf informieren. Wer mit dieser Bevormundung nicht leben kann/will soll zu einer Alternative greifen.

    Aber anscheinend dulden viele Leute diese Bevormundung, oder finden sie sogar angenehm! Auch die Verlage lassen sich ganz bewusst auf die Einschränkungen ein.

    Ob das nun gut für den Journalismus ist sei mal dahin gestellt, aber man kann Apple nicht die Schuld dafür geben.

    Apple hat auch keine Monopolstellung auf dem Markt der Mobilebestriebssystem, die Apple ausnützen könnte und damit Nutzer und Verlage unter Druck stellen könnte. Mit Android steht eine freie Alternative mit ebenfalls hoher Verbreitung zur Verfügung. In den Medien wird die Situation hingegen immer so dargestellt, als hätte man keine andere Wahl, als sich eine Apple Gerät zu kaufen.

    Das Bedenkliche ist am Ende, dass Nutzer und Verlage aus Faulheit in eine selbstverschuldete Unmündigkeit abdriften.

  5. Für mich totale gehirnwäsche, welche sich in den kommentaren hierdeutlich wiederspiegelt.

    Kurz:
    – verkaufszahlen zeigen dass androidgeräte sich deutlich besser verkaufen als dass iphone. Letzteres ist in den usa der marktanteil des iphones unter 10% gerutscht. Jeder, der ein android in den händen gehalten hat weiß, dass das thema usability eigentlich keins ist, denn das musste apple ebenso einbusen.

    – Apple hat einen zensierten appstore. Damit meine ich nicht jugendgefährdenden inhalt, sondern apps die dem konzern schlichtweg nicht passen. Weil sie bspw ein „i“ in dem namen haben oder, oder, oder.

    – Android hat alternative appstores welche widerrum als app im offiziellen appstore verfügbar sind, oder im browser durchstöbert werden können.

    – wm hat keinen appstore. Der marketplace ist bisher ein schlechter versuch dies umzusetzen. Wie auch bei android lassen sich apps auf das device ziehen und von sd card installieren.

    • Ist ja alles schön und gut. Dass iPhone und iPad geschlossene Systeme ab Werk sind, ist ja bekannt und wenn jeder Android kauft, kann Apple ja nicht die Supermacht sein.

      Man sieht auch bei Computern schön, dass manche Anwender nicht einschätzen können, was sie sich da gerade aus dem Netz ziehen. Wie viele Rechner musste ich schon von 3 Tonnen Spyware, Shareware und Toolbars befreien? Für unerfahrene Anwender sind solche Umgebungen vielleicht wirklich nicht so schlecht. Ich selbst besitze kein iPad, weil es keinen Nutzen für mich hat und ein iPhone ist mir für meine Bedürfnisse zu teuer. Das muss aber jedem selbst überlassen werden, finde ich.

      Was an der Diskussion nervt, ist, dass sofort solche Dinge, wie die Gehirnwäsche-Keule ausgepackt wird, nur weil man 1-2 Apple-Produkte besitzt und seine Kaufentscheidung verteidigt. Wo bitte, muss man das denn noch so vehement, wie bei Geräten mit Apfel?

      • Warum „muss“ man überhaupt seine Kaufentscheidung verteidigen? Das rührt doch meist daher, dass man sachliche Dinge auf persönlicher Ebene kommuniziert. Das ist hier ebenso wenig angebracht wie in Beziehungen und führt höchstens zu schlechten Gefühlen.

        Nicht, dass ich mich davon freispreche, es handelt sich mehr um eine Feststellung. Wir sind ja alle so erzogen, dass es uns schmeichelt wenn eine neue Errungenschaft von anderen bewundert wird. Wird sie kritisiert, fühlt man sich eher nicht so wohl und sucht nach Rechtfertigungen, die das schlechte Licht von uns weisen.

        Allerdings weiß ich nicht, ob das wirklich menschliche und unvermeidbare Wesenszüge sind und durch unsere materiell konditionierte Gesellschaft hervorgerufen werden. Da es aber erlernbare und scheinbar funktionierende Gegenkonzepte wie Transaktionsanalyse oder Gewaltfreie Kommunikation gibt, vermute ich mal dass es eine erworbene Angewohnheit ist.

  6. Ich fand den Beitrag ehrlich gesagt ziemlich kurz und plakativ für ein doch recht komplexes Thema.

    Es wurde eigentlich nur einseitig berichtet. Nicht desto trotz wird sich Apple einer immer größer werdenden Kritik stellen müssen. Je größer sie werden, je größer ihr Einfluss wird, je mehr Kritiker stehen dann vor der Tür. Das haben schon ganz andere Firmen erleben müssen: Microsoft, ja sogar aktuell immer öfter Google.

    Aber solche Kritik muss auch erlaubt sein und ich denke Apple kann noch an vielen Stellen und Schrauben drehen, um für mehr Transparenz und Offenheit zu sogen, als es jetzt vielleicht der Fall ist. So sehr ich mein iPhone oder auch meinen Mac gern habe, so ungern habe ich das Gefühl eingesperrt zu sein. (auch wenn sich das bisher, ehrlich gesagt, dank Jailbreak in Grenzen hält). Aber ich bin immer noch ein Kunde und ich habe die freie Wahl Produkte anderer Hersteller zu kaufen und auch das wird Apple im Hinterkopf behalten. Es wird nicht immer nach oben gehen. Nach dem Gipfelanstieg kommt auch irgendwann ein Abstieg.

  7. Ich sehe es ähnlich wie die ersten Kommentare: Apple hat eine gewisse Politik, einfache Bedienung vor Freiheit (in Inhalten, Konfigurierbarkeit, ….) zu stellen. Letztendlich entscheiden die Käufer, ob sie diese Politik unterstützen. Es ist ja niemand gezwungen, Apple Produkte zu kaufen.
    Und würde ein anderer Hersteller ein Produkt auf den Markt bringen, was noch eher den (Bedienungs)Geschmack der Käufer entspricht und dabei komplett frei ist (Inhalte, Konfigurierbarkeit, ….), dann würden die Benutzer es kaufen und Apple müsste sich über seine Firmen- und Produktpolitik Gedanken machen.
    Da das aber derzeit nicht so richtig der Fall ist, sondern Apple Produkte herstellt, bei denen der User sagt „ja mei, auf Software XY oder Webseite ABC kann ich verzichten, die Vorteile der Bedienung überwiegen“, kaufen sie es halt. Fertig.

    Das Video fande ich übrigens auch ein wenig zu einseitig und zu kurz für ein solches Thema. Der Ansatz war aber okay.

  8. Pingback: ansicht: steve jobs und apple | [ jalogisch ]

  9. Es geht ja weniger um die Produkte von Apple als um die Philosophie die von Jobs vertreten wird und da sind diese Vorwürfe sicherlich nicht ganz falsch und Jobs vertritt diese auch sehr offen.

    Das Problem ist meiner Meinung nach ein ganz anderes und dieses hat auch weniger mit den Verkaufszahlen der Hardware (iPhone, iPad, MacBook etc.) zu tun sondern mit der Kontrolle über die Inhalte. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer und diesbezüglich hat auch die US-Kartellbehörde Bedenken.

    Die Musikindustrie hat sich damals auf Jobs/Apple eingelassen, viele Verleger sehen dies jedoch kritischer und wollen sich Jobs nicht unterwerfen, denn „freier Journalismus“ und Jobs Kontrolle von Inhalten sind ein fundamentaler Widerspruch.

    PS: habe selber diverse Apple Produkte aber die Konfigurierbarkeit ist nicht viel besser/schlechter als bei anderen Systemen.

  10. Es ginge mir ganz gewaltig gegen den Strich, dass jmd anderes Entscheidet was ich mit meinem Produkt tun und lassen darf.

    Wie viele bereits angemerkt haben kann man sich auch andere Geräte zulegen, die nebenbei auch noch günstiger sind, aber wieso muss ich mir ein anderes Gerät zulegen nur weil irgendein dahergelaufener Typ meint er müsse die Software limitieren.

    Es war Jahrelang so, dass man zumindest in der Wahl der Software frei war.


    • daniel:

      Es war Jahrelang so, dass man zumindest in der Wahl der Software frei war.

      Da hätte ich gerne ein Beispiel.
      Früher war auch nur ein Betriebssystem auf dem Handy installiert. Offizielle Alternativen, vom Hersteller geduldete Alternativsystem gab es nicht. Man hatte auch keinen Zugriff auf die Rootpartition, oder direkten Zugriff aufs Dateisystem. Apps konnte man nachträglich gar nicht installieren, oder man musste sie zu überteuerten Preisen bei Jamba und Co. kaufen. Mit Softwareupdates wurde man auch nur in den seltesten Fällen versorgt.
      Kann man da von einer freien Wahl sprechen?

      • Nun, bei meinem SE Telefon konnte ich schon die Software drauf schmeissen die es gab. Es gab sicher nicht viel, aber die die es gab und gibt wird nicht durch SE freigegeben oder abgelehnt.

        Ich würde da von freier Wahl sprechen.

    • Nun, mit deinem Produkt, also dem iPad an sich, darfst du ja auch tun und lassen, was du willst (aufs Internet zugreifen, Apps downloaden, als Hut verwenden, Skateboarden, Frisbee spielen usw.) – nur eben nicht mit der Software, die de facto und auch de jure nicht „deine“ ist, sondern im Besitz von Apple steht und du lediglich eine Lizenz zur Benutzung derselben erwirbst. So, wie das auch bei allen anderen Firmen Gang und Gäbe ist.

  11. Den Bericht fand ich ebenfalls recht gut. Unter dem gewählten Titel war der Bericht auch nicht zu einseitig. Mal schauen was der lange Bericht am Freitag auf ZDF Info bringt.

    Ich denke das BXL das Problem sehr gut erkannt hat.

    Ab einer gewissen Popularität muss man die Vielfalt der Gesellschaft berücksichtigen und nicht nur die Moralvorstellungen eines einzigen. Das die iPhone Plattform sehr populär ist dürfte unstrittig sein, auch oder grade weil Apple da sehr viel richtig macht. Aber die die sagen das ist doch gut und ich weiss auf was ich mich einlasse sagen auch zur Vorratsdatenspeicherung: ich habe ja nichts zu verbergen (was man dann auch gegenüber Google oder Facebook sagen kann) Es ist grade nicht gut wenn gesellschaftlich akzeptiere Normen aufgrund der Sichtweise eines Einzelnen (oder weniger) umgestellt werden. Ich vertrete vielleicht nicht Steve Jobs Moralvorstellungen, aber nicht ich möchte mich dafür rechtfertigen. Durch solch Gutmenschentum passiert vorauseilender Gehorsam (wie die Sprecherin von Bild ja auch angemerkt hat) und wer sagt mir denn das für andere Plattformen dann nicht der gleiche ’saubere‘ Content produziert wird?

    Das Apple die technische Seite der Plattform kontrollieren will kann ich verstehen, denn ein permanent abstürzendes Telefon will keiner. Aber das die Bevormundung bei Inhalten finde ich schon fragwürdig. Vielleicht sollte es nicht heissen: If you want porn get Android sondern: If you want the truth get Android.

    Es hat immer mit kleinen gut gemeinten Verbesserungen begonnen. Es ist gut das ‚die breite Öffentlichkeit‘ über diese ‚Optimierung‘ der Nachrichten auf der iPhoneOS Plattform informiert wird.

    Auch wenn ich die Bedienung des iPhones sehr mag, ich werde keines kaufen da ich nicht Apple als moralischen Gate-keeper haben möchte. Sollte Apple mit 10.7 beginnen ein ähnliches Konzept auf dem Desktop umzusetzen muss ich mir wohl eine neue Plattform suchen.

  12. Pingback: Ein Schuh für Schäuble » Sehenswert |


  13. daniel:

    Es ginge mir ganz gewaltig gegen den Strich, dass jmd anderes Entscheidet was ich mit meinem Produkt tun und lassen darf.

    Hierzulande schreibt sogar bei vielen Produkten der Staat vor, was du damit nicht tun darfst (Autos, Messer, Medikamente, Alkohol …). Sicher sind die Beweggründe andere, aber die Auswirkungen sind ähnlich.

    Wie viele bereits angemerkt haben kann man sich auch andere Geräte zulegen, die nebenbei auch noch günstiger sind, aber wieso muss ich mir ein anderes Gerät zulegen nur weil irgendein dahergelaufener Typ meint er müsse die Software limitieren.

    Du musst dir nicht andere Geräte zulegen, sondern kannst von Vornherein das teure Gerät schon meiden, statt hinterher die beleidigte Leberwurst zu spielen. Zudem kannst du es auch immer noch Jailbreaken und das ist meines Wissens in D sogar legal.

    Es war Jahrelang so, dass man zumindest in der Wahl der Software frei war.

    Also ich kann auf meinem C64 kein Photoshop installieren und unter Windows funktionieren kein OS-X-Apps. Man könnte also sagen, Microsoft schreibt mir durch künstliche Begrenzung auf Windows-APIs die Software vor. Sicher ist es nicht mit der Willkür Apples zu vergleichen, aber diese angebliche Freiheit existiert wohl mehr in den Köpfen, statt in der Praxis.

    Ich finde die Diskussion wichtig, aber die Argumente mit der angeblichen Freiheit auf der anderen Seite sind mir nicht stichhaltig genug.

    • Herzlichen Glückwunsch Tekl,

      bei dir scheint die Gehirnwäsche seitens Apple zu 100% abgeschlossen zu sein.

  14. Pingback: Der digitale Diktator | blog.crasp.de

  15. Pingback: Sicher, sauber und familienfreundlich | Rappelsnut

  16. Hallo Zusammen,

    meines Erachtens fühlen sich die Zeitungsverlage einfach auch aus persönlicher Eitelkeit auf den Schlips getreten. Sie sind jetzt in die Rolle eines Publizisten gedrängt, der von dem Verleger Itunes gegängelt wird und der auch noch Beteiligungen verlangt. Wie stellt sich denn ein Verlag auf, wenn irgendeiner kleiner Autor sein Buch veröffentlichen will. Jeder sollte mal einen Standardautorenvertrag der FAZ lesen. Von daher habe ich wenig Mitleid mit den ehemals großen Zeitungsbossen, die sich jetzt nach der Zentrale in Cupertino richten müssen.

    • Ja das ist definitiv ein Punkt, der dazu kommt und diese Berichte auch wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Neutral ist irgendwie anders.

      Regeln bei den Apps kann ich nachvollziehen – Zensur bei den Inhalten nicht: Apple hat es eigentlich nicht nötig, als Hüter der amerikanischen Keuschheit aufzutreten. Dummerweise haben sie sich in diese Position gebracht. Da wieder rauszukommen, wird sehr schwer. Nun heißt es Augen zu und durch, bis nichts mehr geht. Und dann Restart drücken.

      Aber wenn wir mal alle ehrlich sind: auf den so kritisierten Apple-Geräten gibt es nicht nur einen Browser, mit dem man beliebigen Inhalt auf die Geräte zaubern kann, mal abgesehen von den anderen nicht offiziellen Möglichkeiten, die in meinen Augen auch viel zu einfach funktionieren, dass man die einfach so unter dem Tisch fallen lassen kann.