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These: das neue Windows

Irgendwie brennt mir dieses Thema gerade auf der Zunge und ich muss einfach mal meine Gedanken dazu sortieren und aufschreiben. Ich habe seit einiger Zeit das immer stärker werdende Gefühl iOS wird zu dem, was ich früher so gehasst habe. Warum das so ist oder vielleicht auch nicht, möchte ich mal kurz darlegen und wir können gerne über meine Schlussfolgerungen diskutieren.

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Windows war und ist immer noch das PC Betriebsystem. Das war vor 10 Jahren so und ist heute immer noch so. Es war in meinen Augen nie das beste System, war aber einfach zur richtigen Zeit und mit erdrückender Marketingstrategie so erfolgreich, dass nichts anderes bestehen konnte. Linux war immer mein Zufluchtsort, anfangs weil es Spaß machte und später weil es einfach gut und vielseitig einsetzbar war und ist. Durchgesetzt hat es sich aber – seien wir mal ehrlich – eigentlich nur immer Serverbereich, wo es ganz selbstverständlich millionenfach vor sich hin arbeitet und neuerdings still und heimlich als Android verkleidet auch auf Smartphone und Co massenhaft zum Einsatz kommt. Irgendwann entdeckte ich OS X, als Linux Alternative für mich und bin bis heute dabei geblieben.

Der PC – ein aussterbendes Wesen?

In vielen Bereichen ist ein PC (auch den typischen Mac zähle ich dazu) heute nicht mehr weg zu denken und auch durch neuartige Gerätetypen nur schwer zu ersetzen. Keine Angst Mausschubser, PC-Freaks und Admins: Der PC wird so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden. Nur werden wohl seine Aufgaben in Zukunft wieder etwas speziellerer Natur werden. So wie es in weiten Teilen des beruflichen Lebens eines solchen Rechners auch schon heute der Fall ist.

Wir erleben derzeit eine Art Aufstand gegen den PC. Immer mehr Sachen und Aufgaben lassen sich auch prima, wenn nicht sogar besser, auf einem Smartphone, iPad oder auf der Box machen, die am Fernseher/Beamer angeschlossen ist. Nicht das es diese Aufstände nicht auch schon früher gegeben hat, aber dieses Mal denke ich, wird es den Breakeven Point überschreiten und ein Umdenken beim Normalo-Nutzer wird beginnen.

Nicht ganz unschuldig an diese Entwicklung ist Apple, die mit dem iPhone und dem AppStore einen wahren Hype ausgelöst und uns zu aller Überraschung gezeigt haben, dass man Softwareentwickler doch für eine neue Plattform begeistern kann. Dazu kommt natürlich die Goldgräberstimmung, die bis heute aufrechterhalten wird und jedem Entwickler immer wieder vor Augen führt, mit welch einer simplen Idee man das dicke Geld machen kann. Andere Gründe, wie die gute kostenlose Entwicklungsumgebung oder das Entwickeln auf einer standardisierten Plattform lasse ich mal außen vor, spielen aber sicher auch eine große Rolle.

Apple wird die eigene Plattform immer weiter ausbauen müssen, um dem Wachstum gerecht zu werden. So blieb es nicht lange nur beim iPhone. Der iPod mit dem Touch wurde als günstige Alternative für die Kids und Geeks unter uns schnell ins Boot geholt. Zwei Jahre später durften wir uns über das iPad, die Reinkarnation des Tablet-PCs freuen. Die großen Orakel unserer Technikwelt sehen schon weiter voraus und sehen diese Plattform auch an unseren Fernsehern, Küchenschränken und Waschmaschinen hängen.

iOS – Wesen der Zukunft?

Das was alle Apple Gadgets zusammen hält, hat drei Buchstaben: iOS. Nun fragt man sich zurecht, wo sehe ich die Parallelen zu Windows?

Software, heute Apps genannt, sind das Salz in der Suppe. Ohne kann man das beste Betriebsystem nicht sinvoll nutzen. Mehr als 150.000 Apps gibt es bisher und es werden immer mehr. Hat man sich erst mal einen großen Schrank voll angeschafft, wird es immer schwieriger die Plattform zu wechseln. Noch mal alles neu bezahlen? Nö.

Wer Windows propäritär nannte, kann das selbe wohl auch zu iOS sagen, wenn gleich iOS auf viele OpenSource Technologien setzt, ist es ein geschlossenen System.

War man jahrelang im Windows-Ökosystem gefangen, begibt man sich mit iOS in die selbe Abhängigkeit. Schreibt man Software für iOS, ist diese erst mal nur auf iOS Geräten lauffähig. Aber auf welches OS trifft das nicht zu? Abgesehen von Java, die man theoretisch auch auf andere Plattformen laufen lassen kann – iOS ausgenommen. Der einzige Lichtblick sind Webapps auf Basis von HTML und Javascript, mit welchen man als Entwickler aber wohl kaum richtig Geld verdienen kann.

Wie auch Windows könnte iOS den Markt beherrschen. Tut es augenscheinlich sogar schon. Nur gibt es einen feinen Unterschied: iOS läuft nur auf Apple-Hardware. Microsoft sah Windows immer nur als Software und unterstützte eine Vielzahl von Unternehmen, die Hardware für ihr Betriebsystem anbieten konnten. Zugegebenermaßen mit vielen bekannten Problemen wie Treibervielfallt, komplizierten Installationsroutinen usw. iOS besitzt diesen Makel nicht – alles geschlossene Standardhardware von vorne bis hinten, mit vielen Vorteilen aber auch Nachteilen.

Apple wird diesen Markt vermutlich nur kurzfristig dominieren können. Anbieter wie HTC, Samsung, Nokia und vorneweg Innovationsgeber Google mögen den Start anfangs vielleicht verschlafen haben, stehen jetzt aber bereits mit zum Teil eigenen Lösungen am Start und sind dabei Apple den Rang mit hoher Geschwindigkeit streitig zu machen.

Sieht man das so, dann folgt eigentlich nur eine Schlussfolgerung: alles bleibt beim Alten. Android (oder was auch immer) wird den Großteil des Markes abgrasen und Apples iOS wird wie auch Mac OS X ein Nischenprodukt werden – oder doch nicht? Ein wenig wünsche ich mir das ja. Ich mag die Rolle in der Apple derzeit rutscht ganz und gar nicht.

These: das neue Windows

Hat man erst mal den Bogen zu Android gespannt, kommt man nicht ohne hin festzustellen, daß eher Android die Rolle des „Windows unsere zukünftigen Zeit“ einnehmen wird. Denn wie auch Steve Wozniak in einem Interview zum Besten gab, findet man zwar viele tolle und innovative Sachen in Android. Aber diese Plattform wird für so viele unterschiedliche Geräte adaptiert, dass es schwer werden wird, das einheitliche Konzeptmodell auch weiterhin zu verfolgen. Android ist für den Kunden nicht Android sondern das HTC-OS, Samsung-OS mit eigenen Oberflächen und sogar auf Hersteller-Geräteebene mit unterschiedlichen Eigenschaften – wie heute Windows. Trotzdem wird Android den Markt, wie auch Windows im PC Bereich beherrschen, weil am Ende die um einiges günstigeren Preise entscheiden werden.

Ich kann mich durchaus täuschen und muss beim Blick in den Kaffeegrund noch mal genauer hinschauen. Vielleicht sollte ich lieber Paul befragen und mich im Serverraum abkühlen gehen. Was denkt ihr? Ich werde diesen Artikel auf jeden Fall in 3-5 Jahren noch mal raus kramen – entweder Apple besitzt dann die komplette iWeltherrschaft oder alles ist wieder noch beim Alten.

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

24 Kommentare

  1. Den Gedanken kann ich nicht so ganz folgen. Zumindest nicht dem, dass man sich durch den Kauf von Apps abhängig macht. Das ist doch bei jeder Plattform irgendwie der Fall. Zähle ich zusammen, was ich für Sofware unter OS X ausgegeben habe, dann ist das sicherlich weitaus mehr, als für die paar Apps auf dem iPhone.

    • Ist bei mir umgekehrt. Gerade iPad Apps schlagen doch sehr stark zu Buche und bei Sonderangeboten wie 1€ Artikel werde ich doch sehr häufig weich. #rrr Ist vielleicht auch nur bei mir so.

  2. Apple hat seinen Job mit iOS gut gemacht, womoeglich zu gut, vor allem weil Otto Normalverbraucher ein iPhone richtig geil findet (selbiger hat vor OSX etwas angst, weil er glaubt sein Word funktioniert da nicht). Ich denke Apple wird so schnell die Marktdominanz nicht abgeben, Google und Apple werden im Kampf ueberbleiben. Ich will keine Smartphone der beiden Hersteller. iOS schraenkt mich in meiner Freiheit ein, wo es nur geht, und ein dritter bestimmt, was ich sehen darf. Android ist meines Erachtens, und genau das ist sein Problem, zu vielfaeltig (wie du eh auch bemerkt hast). Ich weiss nicht wie „einfach“ oder ueberhaupt moeglich es ist ein Android auf das neueste Release upzugraden, weil ja jeder Hersteller seine Wuerze dazuliefert. Ich wuerd‘ mir so was wie bei dir damals in der PC Aera wuenschen, ein Linux fuer Telefone. Das zwar nicht so schoen, aber so vielfaeltig ist, und das mir ermoeglicht, mein Telefon in 5 Jahren auch noch zu benutzen.

    wogri, der als einziges Telefon ein Sony Ericsson W880 besitzt, und es nicht mal zum Dialup einsetzt.

  3. Ein paar interessante Gedanken.
    Ich denke, iOS wird natürlich auf lange Zeit nicht so eine starke Verbreitung haben wie Android. Es läuft nur auf ein paar wenigen (dafür allerdings sehr weit verbreiteten Geräten). Das ist der Vorteil von iOS und quasi das gleiche wie bei Mac OS. Ein System, welches genau auf die Hardware angepasst ist, Hardware und Software geben eine Einheit. Wenn man sich dagegen die heute schon vorhandene starke Fragmentierung des Androidmarktes anschaut (ich glaube inzwischen ist eine knappe Mehrheit auf Android 2.X, aber immernoch viele auf 1.X), kann das für die Platform nicht förderlich sein. Andererseits ist es dem Kunden egal, denn ich glaube, dass ausser einer kleinen Schnittmenge (den Geeks) niemand zwischen Android und iPhone wählt und daher auch gar keinen Vergleich macht. Ich sehe Android eher im Massenmarkt, iOS ist ein spezialisiertes OS für „Premium-Smartphones“ und ähnliche Geräte. Dass Android das neue Windows wird, kann also unter bestimmten Gesichtspunkten durchaus sein, andererseits kann es sich es nicht leisten, die gleichen Fehler von Windows zu wiederholen (die da wären, lahme Weiterentwicklung, schlechte Stabilität). Die Frage ist auch, wie agressiv Google weiterverfährt. So langsam bekomme ich vor Google dann doch Angst, sie drängen mit aller Macht in immer neue Märkte (Smartphones, Netbooks, etc.), dass man aufpassen sollte, dass dort nicht ein „neues Microsoft“ ensteht. Dass Google nicht auf dem Kuschelkurs ist, hat man durchaus schon zu spüren bekommen..

  4. Sehr interessanter Artikel.

    Für mich persönlich ist das größte Problem an der aktuellen Lage, dass Apple sich langsam sehr viel herausnimmt um die Eigene Marktstellung zu verbessern, egal ob das den Nutzern gefällt oder nicht.

    Siehe bündelung an iTunes, scheinbar willkürliche Entfernung von Apps etc.
    Über diese Punkte kann man zwar streiten aber die Liste ist lang genug um anerkennen zu müssen, dass da etwas falsch läuft.

    Ich denke letztlich wird es tatsächlich negativ für die Verbreitung von iOS sein, dass es nur auf der Hardware von Apple läuft und proprietär ist.

    Google und ihr Android könnten früher oder später auch sehr negative Richtungswechsel vornehmen, hier ist jedoch der Vorteil, dass der Quelltext offen liegt und geforkt werden kann. Es gibt ja bereits eine große Community, die sich mit dem anpassen von ROMs beschäftigt.

    MFG
    MW

  5. Hätte Linux Google im Hintergrund gehabt,dann wäre heute vieles anders. Deshalb hat Android gute Chancen. Aber drei Gründe sprechen für iOS:
    1. einfacher Zugang UND Absatz aller Art von Medien (wenig illegale Vervielfälltigung)
    2. wenig bis keine Probleme für Endkunden mit Treibern und Software
    3. Schick-Faktor

  6. Sehr schön geschrieben! Sehe ich genau so. Über solche Artikel freut man sich doch.

  7. Ich glaube viele wie auch dieser Artikel unterschätzen Microsoft, weil sie noch nicht in den Markt eingestiegen sind.
    Das ist aber eine typische Haltung von Microsoft erst später in Märkte einzusteigen um sie dann sozusagen von „Unten“ Aufzurollen , Beispiel Spielkonsolen oder Netbook.
    Auch mittels Netbook wurde schon einmal das „Ende“ von Windows oder PC vor einigen Jahren Vorhergesagt, heute kann man käufliche Netbook ohne Windows mit der Lupe suchen?
    Microsoft hat immer noch die Marktmacht das Know-how und nicht zuletzt die finanziellen Mittel selbst ein Smartfon, Tablet OS zu Erstellen.
    Auch bei diesen iOS wird sicher der Erfolg oder Misserfolg nicht zuletzt wieder sicher über die Eignung als Spielplattform definiert wie schon bei den PC OS.
    Sollte es Microsoft auch hier wieder gelingen eine einfache DirectX Variante zu Positionieren die besser ist als das „OpenGl“ und die Entwickler davon Überzeugen, könnten sie schnell auch dort die Marktdominanz wieder Übernehmen.

    • Microsoft scheitert aber auch in letzter Zeit ziemlich häufig bei ihrer Hintenrum-Strategie (Kin, Zune …) – aber du hast recht MS wird sich so schnell nicht geschlagen geben und deren Atem ist glaube ich noch sehr lang.

      Das DirectX Argument ist notiert. Bleibt abzuwarten was MS anbieten wird.

    • Dieses neue OS heisst „Windows Phone 7“ und wird bereits jetzt von allen Seiten ausgelacht.

      Und mit DirectX oder OpenGL hat das auch nix zu tun. DirectX ist einfach ein weiterer Bindungsfaktor an Windows, alle Spieleentwickler auf mobilen Platformen arbeiten aber eh bereits mit OpenGL ES und haben dort Erfahrung. Warum nochmal umsteigen? Es gibt da keinen Qualitativen Unterschied.

  8. android ist natürlich für den bastler typ, der gerne abseits der DAU pfade testet und probiert in dieser hinsicht besser als das kommunisten-style iOS welches kontrolliert was gemacht werden darf. von der umsetzung (technisch als auch bzgl. des UI) finde ich iphone os besser, da sich apple nunmal mehr gedanken macht, als die linux community insgesamt in diesem bereich (siehe auch „echte“ gnu-linux distros). und wie oliver schon sagt: mir gefällt der weg den apple eingeschlagen hat auch nicht. früher waren sie persönlicher – heute entfernt man sich immer mehr vom persönlichen kontakt mit dem kunden, da man glaubt eben diesen nicht mehr pflegen zu müssen weil man auf dem weg zum neuen MS sei… finde ich schade! vom gedankengut her finde ich natürlich android besser als iOS. wobei hier mit der angesprochenen zerstückelung von android „distros“ untereinander ein großer fehler gemacht wird – gerade bei einer offenen plattform wäre es doch ein großer vorteil wenn jeder jederzeit die version aufspielen könnte die ihm gefällt und nicht vom hardware / netzbetreiber abhängig ist welche, vereinfacht gesagt, linux distro er verwenden darf…

  9. früher hat’s auch bei apple noch geheissen: think different. Jetzt heissts ja in Sachen iOS: let us think for you. hach, das waren noch zeiten wie mein siemens handy nur 10 smse hatte speichern können…

    • An die glorreichen Zeiten kann ich mich auch noch waage erinnern^^

      heute würde mir das auch wieder reichen… sms ist für mich tot. Früher konnte ich blind beim Autofahren tippen….
      heute brauche ich fast 2 min für eine Nachricht!
      Touchscreen sei dank…..

  10. @#11 Sonix
    Im Prinzip hat du recht „Open GL“ ist nicht schlechter.
    Die Sache liegt etwas anderes , viele Spiele müssen darauf Portiert werden , das könnte sich dann ändern von der Xbox über PC bis zum Smartphon müsste dann halt ein Spiel nur 1x Entwickelt werden ( schnellere Hardware beim Smartphon Vorausgesetzt) . Das wäre dann ein großer Kostenfaktor bei Spielfirmen.
    Ich selbst hoffe nicht im Interesse von „OpenGL“ und damit dem Mac und Linux das dies Eintritt nur die Gefahr besteht schon.

    Ein großer Markt liegt auch noch „Brach“ den der Business – Handys, er wird zZ. noch vom Blackberry Lösungen bedient.
    Google und Apple konnten bisher dort kaum Marktanteile gewinnen.
    Hier hätte vermutlich MS sehr gute Chancen wenn sie ihr mobiles OS mit Windows „verzahnen“ , weil MS eh in vielen Firmen schon Standard ist.

  11. Was in deinem Beitrag zu kurz kommt:

    (sorry schonmal vorab an alle, die es betrifft) Alle Nerds, die oft jahrzehntelang über Microsoft und seine Macht geklagt haben, hecheln nun einem Apple Betriebssystem hinterher, bei dem der Betriebssystemhersteller vorschreibt, welche Programme ihr installieren dürft. Oftmals mit mormonenhafter Zensur. Ich frag mich ganz ernsthaft, wie User so dumm sein können.

    • Unter Mac OS X ist das natürlich nicht der Fall. Aber unter iOS sieht das natürlich anders aus. iOS ist aber auch nicht meine „Einstiegsdroge“ gewesen. Ohne Mac OS X und dem damaligen besten Notebook auf der Welt (Powerbook 12Zoll) wäre ich niemals zu OS X gewechselt. Das war übrigens in einer Zeit, wo Linux noch derbe Probleme zB. mit SuspendtoRam hatte usw. Da war ich froh über ein perfekt funktionierendes mobiles „Unix“.

  12. Moinsen.

    ich sehe es ähnlich wie der Artikel es beschreibt, nur gehe ich soweit, dass ich die Meinung vertrete, Apple nutzt Mechanismen, um die Nutzer in eine Art Abhängigkeit zu manövrieren. Die Art und Weise ähnelt schon sehr der einer Sekte. Ein Handy ist kein Handy mehr, sondern ein iPhone, ein MP3-Player ein iPod, ein Touchscreenrechner ein iPad und die Jünger nennen auch ausschließlich beim Namen ;)
    Die Werbeabteilung bei Apple ist der Hammer. Der Rest stört meinen Freigeist ;)

  13. Werfe mal meine Gedanken dazu:
    1.) Android wird früher oder später ein ähnlich gelagertes Problem bekommen wie Microsoft mit Windows: die Fragmentierung der Technik. Schon jetzt hört man von vielen Seiten, dass diverse Mobiles nicht auf den neuesten Stand von AndroidOS upgedatet werden können oder sogar mit veralteter Version auf den Markt geschmissen werden (siehe 1&1 Smartpad).
    Als Kunde möchte ich für mein Geld ein Optimum des Möglichen haben. Gut, gibt es bei beiden OS-Lagern nicht, bei Apple tritt das Problem aber weniger zu Tage, weil ihre Produktlinie, die sie zu pflegen haben, kleiner ist und die Zielgruppe sowieso den jährlichen Neuheiten hinterher hechelt und updatet.

    2. Wo ist bitte der Unterschied zwischen dem AppStore und dem Android Market? Ich sehe den nicht. Apple lässt aus gewissen Gründen Apps nicht zu. Das selbe Agreement muss man aber bei Google unterschreiben, wenn man dort Software hochladen möchte. Zum Beispiel steht in der Developer Content Policy, dass man keine Software verbreiten darf, die „any material not suitable for persons under 18“ beinhaltet. Nur jeder zeigt mit dem P0rn-Finger auf Apple. Auch hier nehmen sich beide Lager nichts. Der einzige Vorteil von AndroidOS ist doch der, dass man auch von Quellen außerhalb des Markets Apps beziehen und installieren kann. Darin sehe ich nur wieder den Nachteil, dass es für diese keinen Updateprozess gibt, oder (berichtigt mich, wenn ich falsch liege)?

    3. Am neuesten Update von iPhone OS bzw. jetzt iOS sieht man, dass Apple immer noch nach ihrer alten Strategie Software unters Volk verteilt: Features gibt es erst, wenn sie ausgereift und vor allem intuitiv bedienbar sind. Und hier sehe ich immer den Vorteil von Apple, dass sie die ersten waren, die ein Mobile in der Form herausgebracht haben: sie legen die Messlatte hoch und bis jetzt konnte doch kein Konkurrent in irgendeiner Form (Software oder Hardware) mit einem Feature beeindrucken. Die Hardware von Apple ist genial und hochwertig. Die GUI ist schnell, aufgeräumt und nicht verspielt. Bei diversen Android-Handies, die ich in der Hand hatte, fand ich die GUI zwar recht nett, aber sie erschien mir nie aus einem Guß zu bestehen. Auch hierbei hat Apple den Vorteil, dass sie maximal zwei/drei Geräte supporten müssen.

    Apple hat sich zugegebenermaßen in den letzten drei Jahren stark verändert und auch den elitären Status verloren, den es mal innehatte, als nur eine Handvoll Leute etwas mit der Marke Apple in Deutschland anfangen konnte. Und bei vielen Bashings in letzter Zeit lese/höre ich genau diesen Fakt als Unterton heraus. So in der Art: „Mimimimimi, der kleine Proll in seinem alten, aufgemotzten 3er hat auch ein weißes iPhone in der Hand!“

    Ich bin vor drei Jahren aus dem Windowslager gekommen, nachdem ich ein Jahr lang versucht habe, Windows durch Linux zu ersetzen. Windows war eine Hardware-Frickelei, der Verwendung von Linux artete in Software-Anpassung aus. Die überdurchschnittlich teureren Apple-Produkte haben mir aber in der letzten Zeit soviel Mühen und Arbeit erspart, dass es mir das Geld auch wert ist. Allein der Fakt, dass ich mir keinerlei Gedanken machen muss, um auf iMac, MacBook Pro, iPhone und iPad immer die gleichen Daten halten zu können (MobileMe sei Dank), finde ich genial.
    Und dafür nehme ich das bißchen An-die-Hand-nehmen-und-führen-lassen von Apple gerne in Kauf.

    • zu 2. stimmt grundsätzlich, aber der Google Market ist kein Zwang – jeder kann Apps auch so installieren (richtig Updateprobleme) oder alternative „AppStores“ benutzen, die auch Updates unterstützen

      zu 3. ja das „Aus-einem-Guss“ Gefühl fehlt mir auch bei Android, alle Apps sehen irgendwie unterschiedlich aus, ob man dass mit zukünftigeren Upgrades auf die Reihe bekommt? fraglich, aber der Smartphone-OS Markt ist um einiges schnelllebiger als der PC-OS Markt. von da kann man wohl auch noch Hoffnung haben

  14. Fanboys gibt es nicht nur bei Apple , ebenso viele bei Windows und auch bei Linux.
    Windows hat sogar die meisten der schreiben Zunft diverser PC Magazine auf seiner Seite, die ja meist Abhängig von diesem OS sind.

    Die Software Industrie möchte und benötigt ein „Einheits- Betriebssystem“, sonnst müssten viele ja ihre Programme oder Geräte Treiber für mehrere Plattformen Programmieren was sehr kostenintensiver wäre als heute.
    Jeder könne sich ja mal so einen oft gewünschten dreigeteilten PC Markt vorstellen mit zb. 30% Win, 30% Mac und 30% Linux. Wohl für Zubehör und Software Firmen eher ein „Graus“
    Interessant wird es in Zukunft ob es auch auf Smartfon zu dieser Konzentration kommen wird?
    Bisher ist es noch nicht Entschieden, da die Hardware noch zu Unterschiedlich und bisher zu Schwach dafür ist.
    Zur Zeit sind diese eher noch (bildlich) in der „Home Computer“ Phase eines Amiga oder Atari.
    Sollte aber in Zukunft es leicht möglich sein unterschiedliche OS selbst auf Smartfons zu Installieren wie auf einen Rechner könnte es schnell wieder zu einer solchen Konzentration kommen.

  15. „Zugegebenermaßen mit vielen bekannten Problemen wie Treibervielfallt, komplizierten Installationsroutinen usw.“

    Die Treiberprobleme finden sich immer mehr unter OS X. Wenn man OS X mit Windows vergleicht, dann auch bitte die aktuellsten Versionen beider Systeme. Ich nutze beide Systeme und mit Windows 7 habe ich noch KEINE Treiberprobleme gehabt. Unter OS X läuft meine Digicam (Canon) nicht und mein Drucker nur zickig.

  16. @tom
    Auch ich habe mit Mac OS mehr Treiberprobleme als mit Windows. Vieles was nicht von Apple kommt, artet gerne in einer Such-Installier-Orgie aus.