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Offline-Lektüre: Anonym im Rapid-Internetz

Meine Urlaubslektüre neigte sich doch schneller zu Ende als ich Anfangs des Urlaubs angenommen hatte. Doch auch hier im Urlaubsort in Tirol findet man an jeder Ecke einen Zeitungskiosks, an dem man auch als Nerd noch die eine oder andere „Spezial-Literatur“ abgreifen kann, wenn man sie dann finden sollte.

Leider hatte ich meine Lieblingszeitungen für diesen Monat (LM, ct, ix) schon alle durch, so dass ich mich mal auf die Suche nach einer Alternative machen musste. Und ich habe ehrlich gesagt nichts gefunden. Zeitschriften zum Thema Mac (mit einer positiven Ausnahme, auf die ich später noch mal zurück kommen werde) sind mir einfach zu oberflächlich und zu teuer. PC Zeitschriften beschreiben auch im Jahre 2010 immer noch wie man mit 1.000 Profi-Extra-Super-Duper-Tipps und Tricks Windows Beine machen kann.

Ich habe keine Alternative auch nicht nach 30 Minuten intensiven Suchens und Stöbern im doch reichhaltigen Zeitungsangebot gefunden. Ich erntete schon langsam komische Blicke vom Verkäuferpersonal und wollte schon zu einem X-beliebigen Comic greifen, bis mir die aktuelle Ausgabe der PC Welt direkt an der Kasse für sagenhaft billige 1 Euro und 50 Cent in die Augen sprang. Da habe ich dann notgedrungen zugeschlagen. Bei dem Preis konnte man wahrscheinlich nichts falsch machen.

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Meine letzte PC Welt muss schon sage und schreibe 15 Jahre zurück liegen. Unglaublich wie die Zeit vergeht und wie so eine Zeitschrift so lange überleben kann. Doch wie man sich von „1.000 Windows Tipps und Tricks“-Themen weiterentwickelt und neue Käuferschichten versucht anzulocken, liess mich dann doch schon ein wenig schmunzeln und ist auch der Grund für diesen kleinen Artikel.

Die Ausgabe 9 der monatlich erscheinenden PC Welt bietet einen 120 Tage Rapidshare Gutschein an und titelt dann als zweite große Überschrift „Anonym im Internet: IP Adresse wechseln – Flash Spuren löschen – Spionage verhindern“. Nun sind diese Themen wohl auch mittlerweile Massen- und Wohnzimer-tauglich und das geht bestimmt auch schon länger so und ist für den einen oder anderen nichts neues mehr. Ich habe das wohl verpasst. Mich hat es doch etwas verwundert, wie offen, zwar mit vorgehaltener Hand und Warnhinweisen wie „… Es ist grundsätzlich nur dann erlaubt, Dateien weiterzugeben, wenn man auch die Rechte …“ und aggressiv neue Leser gesucht und bestimmt auch gefunden werden.

Nichts gegen diese Zeitschrift, ich bin wahrscheinlich nicht Zielgruppen-konform, aber bei vielen Artikeln und vor allem diesen Aufmachern musste ich schon arg schmunzeln und dachte mir: ab und zu tut ein Blick über den Tellerrand gar nicht weh und viel günstiger hättest du dir ein Comic gar nicht kaufen können. Im nächste Jahr nehme ich dann ein richtiges (dickes) Buch mit. Empfehlungen können schon jetzt gerne abgegeben werden.

In diesem Sinne: Viele Grüße aus Österreich, Tirol
Oliver

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

16 Kommentare

  1. Mich würd noch interessieren, was nun deine Mac-Zeitschrift ist, die du in Ordnung findest?

  2. Cryptonomicon von Neal Stephenson ist ein toller Roman mit eigenem Krypto Algorythmus und die 1184 Seiten sollten auch etwas länger halten :-)

  3. Hallo,

    habe heute erst deine Seite entdeckt. Sehr großes Lob. Und habe eben gerade deinen Artikel „Offline-Lektüre: Anonym im Rapid-Internetz“ gelesen. Ich wollte dir nur sagen:
    DANKE! Du hast mir aus der Seele geschrieben.
    LG Opi-Wahn

  4. wie wärs mit der Neuromancer-Tricologie im nächsten Urlaub…?? es ist dann empfehlenswert, wenn man auf science-fiction mit ner guten story-line steht…

  5. Mir ist irgendwie nicht ganz klar was du mit dem Artikel sagen willst. Das filesharing mittlerweile ungemein populär ist oder das sich die Sache mit rapidshare und anonymer ip irgendwie wiederspricht?
    wie dem auch sei, einen schönen Urlaub noch :)

  6. Klasse! Die PC Welt hatte ich vor kurzem mal durch ein „Einmaliges-Probelesen-Angebot“ erhalten.
    Dein Bericht spiegelt so ziemlich das wieder, was ich beim Lesen gedacht habe: ich bin nicht in der Zielgruppe ^^