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Samsung Wave S8500 – Die Software (Teil 2)

Oliver hat in seinem ersten Teil ja bereits die Hardware sehr ausführlich beschrieben. Ich werde in diesem zweiten Teil jetzt das Bada-OS, die Social-Apps und auch die Synchronisation mit Goolge genauer beleuchten. Am Ende bleibt die Frage, kann man dieses Smartphone auch Mac- oder Linux-Usern empfehlen?

Persönlich war ich auf der Suche nach einem neuen Smartphone, da kam mir der Test der Software für das Samsung Wave S8500 genau richtig. Wird es all meine Bedürfnisse erfüllen können? Anforderungen, die ich an das Gerät stellen werde:

Musik, Podcasts und Hörbücher, Twitter, Facebook, Standortbezogene Dienste, Internet und die Synchronisation mit Google.

Aber der Reihe nach:

Bada-OS
Zumindest was die Arbeitsgeschwindigkeit angeht hat Samsung nicht zu wenig versprochen. Das OS scrollt absolut flüssig! Es macht wirklich Spaß das Smartphone zu bedienen, dabei ist es jedoch nicht immer intuitiv. Da mir keine Anleitung vorgelegen hat, habe ich versucht mich durch die Bedienung zu kämpfen, was mir mehr oder weniger gelungen ist. Hat man die Bedienung einmal so weit verstanden, kommt man danach aber sehr gut zurecht.

Dazu beherrscht das Samsung Wave S8500 etwas, was Android bisher gar nicht und Palm nur bedingt geschafft hat: Screenshots von Spielen wie beispielsweise Need for Speed.

Unterstützung für Hörbücher
Ich höre sehr gerne Hörbücher von Audible. Auf Nachfrage per E-Mail habe ich nachfolgende Antwort vom Support erhalten:

Leider ist mir nicht bekannt, dass eine App für Bada OS geplant ist. Wir haben nicht allzuviele Kapazitäten und müssen daher unsere Entwicklungskosten und -zeit stark zugunsten der marktbestimmenden Betriebssysteme sowohl für Smartphones (Symbian, iPhone OS, Android, Windows Mobile) als auch für Computer (Windows, Mac OS) priorisieren.

Es tut mir wirklich leid, dass ich Ihnen diesbezüglich nichts anderes mitteilen kann.

Also zumindest kurzfristig scheint es hier keine Unterstützung zu geben und man ist weiterhin auf ein Zweitgerät angewiesen.

Social Apps
Facebook und Twitter werden als Apps von Samsung gleich mitgeliefert, doch beide Programme können meines Erachtens wenig überzeugen. User, die beide Dienste nicht nutzen, wird das vielleicht nicht stören, wer aber beide Dienste wirklich nutzt, stößt schnell an die Grenzen.

Zum Beispiel die twitter-App: Keine Ahnung was Samsung sich dabei gedacht hat, aber IMO ist diese Software nicht wirklich zu gebrauchen. Von der „schlechten“ Aufteilung einmal abgesehen, weiß ich nicht, wie man so ein optisch chaotisches Menü erstellen kann?

Wenn man schon ein Menü erstellt, sollte man doch auch darüber nachdenken, wie es später in verschiedenen Sprachen erscheint. Sorry, aber sowas wie @ oben und darunter dann der Name, oder das Wort „Direktnachri cht“ zu trennen geht gar nicht. Auf dem gleichen Bild wird „Aktualisie…“ abgekürzt und auf der Tweet-Seite schreibt man lieber „Zurü.“ Nennt mich kleinlich, aber das geht gar nicht!

Davon abgesehen ist es weder möglich Tweets mit GPS-Koordinaten zu versehen noch Bilder zu twittern. Hallo? Es ist zwar möglich einen neuen Retweet abzusetzen, aber man kann keine Bilder twittern?

Klickt man auf „Aktualisie…“ wird die Timeline neu geladen bzw. es werden 8 neue Tweets geladen. Eine Einstellung, wie viel man laden möchte, gibt es nicht. Man kann zwar „Weitere Anzeigen“ klicken, aber Sorry, 8 Tweets? Ausserdem springt die Anzeige dann auf den aktuellsten Tweet und man muss erst nach unten scrollen. Klickt man auf den Menüpunkt „Suche“, dauert es bis zu 15 Sekunden, bis die entsprechende Seite geladen ist, was je nach Verbindung auch auf anderen Seiten in der App passieren kann.

Neee, Sorry, aber die App ist so nicht wirklich zu gebrauchen und eine andere twitter-App war im Store zum Zeitpunkt meines Tests (Anfang Juli) noch nicht zu finden.

Die Facebook-App – der Menüpunkt zum Aktualisieren wird hier „Aktualis.“ abgekürzt, was nur die Inkonsequenz der Menüführung bestätigt – ist hier zwar schon einiges besser, denn es werden wesentlich mehr Beiträge geladen und auch das posten von Fotos ist möglich, jedoch verbirgt sich auch hier in einem vorhandenen Menüpunkt „Einstellungen“ lediglich ein Haftungshinweis. Diesen EINMAL im OS unterzubringen hat wohl nicht gereicht, er muss in jede App.

Eine Foursquare- bzw. Gowalla-App sucht man ebenfalls vergebens und damit würde ich das Gerät nur bedingt als „socialtauglich“ bezeichnen.

Verbindungen
Hier kommt ein Punkt, bei dem das Samsung Wave wirklich punkten kann. Es ist geradezu vorbildlich einfach gewesen mal eben Bluetooth ein- oder auszuschalten oder aber das Gerät als WLan-Hotspot zu nutzen. Finde ich persönlich sehr löblich, braucht man in der Praxis jedoch meist eher selten.

Synchronisation mit Google
Einer der wichtigsten Punkte für mich war die Google-Integration. Diese ist auch der Grund, warum ich jetzt ein Android-Telefon mein Eigen nenne. Um neben den E-Mails auch Kontakte und Kalender zu synchronisieren, muss man Google per Exchange einrichten. Dabei wird jedoch beim Kalender nur der Hauptkalender synchronisiert. Hat man – wie ich und sicherlich viele andere auch – jedoch verschiedene Kalender (Privat, Arbeit, Geburtstage, Feiertage usw.), ist es nicht akzeptabel, wenn man auf seinem Telefon nur den Hauptkalender sehen und synchronisieren kann.

SamsungApps
Mangels Windows konnte ich mir nicht anschauen, wie man Apps über KIES kaufen und dann zum Gerät synchronisieren kann, so blieb mir nur der Kauf der Apps auf dem Gerät selber. Und diese hinterlässt einen gespaltenen Eindruck.

Den Store auf dem Smartphone empfand ich als eher unübersichtlich. Auf Dauer würde ich nur mit dem Store auf dem Gerät keine Apps kaufen wollen. Als Überraschung empfand ich es sehr gut, dass man Gratis-Apps sofort laden konnte, ohne erst ein Konto anlegen zu müssen. So fand Need for Speed Shift und SouthAfrica2010 schnell den Weg auf mein Testgerät.

Etwas verwirrend empfand ich es, nach dem Aufruf des Stores eine Info zu erhalten, dass eine Aktualisierung für eine Anwendung vorliegt, nach Klick auf diese Info dann aber eine Liste von ca. 20 Programmen angezeigt wurde. Es war für mich nicht möglich zu erkennen, welche dieser Apps denn jetzt die Aktualisierung sein sollte, was aber auch am Tester gelegen haben kann.

Firmwareupdates
Das ist so eine Sache. In unregelmäßigen Abständen gibt es zwar welche, jedoch beschreibt Samsung mit keiner Silbe behobene Fehler oder Neuerungen. Noch viel Schlimmer: eine neue Firmware kann nur über KIES, der Software für Windows, aufgespielt werden. Ohne Windows keine Updates. Man sollte meinen, dass eine Firma von der Größe Samsungs das besser hinbekommt.

Fazit
Für mich als Mac-User kommt das Samsung Wave aus zwei Gründen nicht in Frage. Sowohl die schlechte Google-Integration wie auch die nicht vorhandene Unterstützung von Linux und Macs für Firmwareupdates sind für mich Grund genug, um Samsung einen weiten Bogen zu machen.

Windows-User ohne Google-Account und ohne Anspruch auf aktuelle Apps können wohl bedenkenlos zuschlagen und erhalten für um die 300 Euro ein „rundes“ Einsteiger-Smartphone, denn an der Verarbeitung der Hardware gibt es wirklich nichts zu meckern.

Hab ich noch etwas vergessen?
Fragen? Fragen! ;)

Autor: Stefan

Der aus Mönchengladbach mit der Raute im Herzen! Kann mit Computern grundsätzlich umgehen, ist aktuell jedoch mehr sportlich motiviert mit seiner Kamera in den Stadien von NRW unterwegs.

9 Kommentare

  1. Sehr schoener Text, dem ich als Tester des Wave gern noch ein paar Dinge hinzufuegen moechte:

    – Hast du den eMail Client mal weiter probiert? Kann keine Mails >5MB und behandelt auch IMAP wie POP3 (keine Ordner, gelesene / geloeschte Mails werden nur lokal verwaltet)
    – Wenn man jede Datenverbindung abschaltet fragt das Teil alle paar Minuten nach ob man WLAN anschalten will, selbst wenn alle Widgets aus sind.
    – bei jeder dieser Nachfragen schaltet sich die Kamera App ab – egal was man grad macht
    – wo findet man bei Samsungs toller Menuefuehrung den Abrufintervall fuers eMail Konto?

    Fuer die 300 EUR bekommt man wirklich ein tolles Stueck Hardware, allerdings sollte man dieses lieber mit Android ausliefern.

  2. Danke für den Bericht. Damit kann ich wieder ein Gerät von der Liste für’s nächste Telefon streichen … ich fürchte fast, es wird doch ein iPhone werden (müssen), den Android-Kram habe ich nämlich auch schon ausgeschlossen (und Windoof kommt ja eh nicht in Frage).

  3. Stefan, zwei Fragen:

    Bist Du Dir darüber im Klaren, wie man Google Calendar so konfigurieren muss, damit bei einer ActiveSync-Synchronisation die gewünschten Kalender abgeglichen werden? Deine Beobachtung, nur den Hauptkalender synchronisieren zu können, kann nämlich damit zusammenhängen (sogar dann, wenn es auf Deinem Android-Gerät problemlos funktioniert).

    Hattet Ihr mal gesehen/gehört/ausprobiert das Windows-Programm für die Firmware-Updates mittels Wine unter OS X laufen zu lassen? Das könnte diesen Punkt ja relativieren.

    Danke!

    • Kann ich gerne mal ausprobieren. Ich denke aber, dass auf Dauer entweder ein natives Programm für Mac (und Linux) bereitsteht oder das Bada für uns als Zielgruppe eher ungeeignet ist.

      Tolle Hardware – leider noch? unausgereifte Software.

  4. @Oliver:

    So richtig begeisternd wäre ein Workaround über Wine natürlich nicht. Es war eher eine Frickel-Frage aus Neugierde.

    Zu der Synchronisation nur des Hauptkalenders von Google Calendar noch diese zwei Links, die kurz umreißen, worauf ich mich bezog:

    http://www.macmacken.com/2010/08/24/synchronisation-von-google-kalender-und-ios-ical

    http://m.zung.us/2009/03/24/mehrere-google-kalender-mit-dem-iphone-synchronisieren

    Vielleicht ist nach der entsprechenden Konfiguration selbst unter Bada OS die Synchronisation mehrerer Google Calendar-Kalender möglich?!

  5. @Martin Kunze: Den Abrufintervall kann man einstellen, nur geht das bei Exchange eingerichteten Mailaccounts wo anders als bei POP3 eingerichteten Account. Ich habe das Wave aktuell nicht mehr und kann es leider nicht mehr nachsehen.

    @Moss: Warum kommt Anroid nicht in Frage? Das dachte ich bis vor 3 Monaten auch und bin jetzt doch bei Android gelandet und in der Tat zufriende.

    @fellowweb: Danke für den Links, vielleicht helfen diese ja dem ein oder anderen User weiter, jedoch für mich und sicherlich 90% der anderen User sind beide Punkte keine benutzerfreundlichen Workarounds. webOS (Palm Pre) und Android machen es ohne unnötige Konfiguration „richtig“. Zum Zeitpunkt, als ich das Gerät zum Test hatte, gab es in den Foren keine Lösung für das Problem.

    Seien wir mal ehrlich. Bada-OS ist neu und sieht für einen ersten Wurf schon verdammt gut aus. Ein Arbeitskollege von mir ist sehr zufrieden mit dem Gerät, er hat aber auch einen Windows-Rechner und nutzt keine Google-Dienste. Für ihn ist das Gerät wie er sagt genau richtig.

    Bin gespannt, was Samsung aus Bada noch machen wird …

    • Stefan, danke für die Antwort.

      Dass das Einrichten von Google Calendar so kompliziert sein kann, liegt weniger an Samsung oder Apple, sondern vielmehr an Google, die standardmäßig (aus welchen Gründen auch immer!?) nur den Hauptkalender für eine Synchronisation über Exchange ActiveSync (EAS) aktivieren. Daher würde ich dies hier nicht im Rahmen des Review von Bada OS Samsung anlasten.

      Google bietet jedoch nicht nur die Kalender-Synchronisation über EAS, sondern auch über CalDAV als alternatives Protokoll an (wie in dem von mir verlinkten MacMacken-Artikel erwähnt). Ich vermute, dass Android (wenn es nicht eine proprietäre Google Calendar-Schnittstelle nutzt) und Palm Pre CalDAV zur Synchronisation nutzen.

      Es kann sein, dass Bada OS alternativ zu EAS auch CalDAV unterstützt, das weiß ich aber nicht. Das iPhone unterstützt seit Längerem auf jeden Fall beides.

      Ob man die Synchronisation über EAS oder über CalDAV bevorzugt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die jeder individuell anders gewichten würde.

  6. Multiple Kalender werden angezeigt indem mam auf http://m.google.com/sync die zu synchronisierenden Kalender auswählt. Wichtig ist nur die Sprache auf „English (US)“ umzustellen da man sonst nicht zu den gewünschten Einstellungsmöglichkeiten gelangt. Viel Vergnügen!

  7. … Das ganze setzt voraus, man verbindet den Kalender über CalDAV. Auf meinem iPad werden gmail und Kontakte über exchange und der Kalender über CalDAV gesynct und es funktioniert tadellos. Schade eigentlich, dass es auf Androids nicht reibungsloser funktioniert.