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Google Apps für deine Domain

Wir bei aptgetupdateDE nutzen den eMail-Dienst von Google Apps schon eine ganze Zeit lang und sind damit äußerst zufrieden.

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Was ist ‚Google Apps‘?!

Bei Google Apps handelt es sich um einen Service von Google, der es einem ermöglicht mehrere Google-Produkte unter seinem eigenen Domain-Namen unabhängig voneinander anzupassen. Das beinhaltet Google Mail, Google Calendar, Google Groups, Google Docs u.s.w., welche man unter dem „Decknamen“ seiner Domain gemeinsam mit anderen Teilnehmern nutzen und teilen kann.

Die Standard Edition von Google Apps ist kostenlos. Die Premier Edition, mit etwas mehr Funktionen, kostet pro Nutzer 40 Euro im Jahr.

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Ich möchte an dieser Stelle einmal zeigen, wie einfach, unkompliziert und vor allem kostenlos man für seine eigene Domain, über Google Apps Standard, Google Mail derart einrichtet, dass am Ende eMail-Adressen der Form irgendwas@eigenedomain.de herauskommen.

1.
Domain registrieren
Grundsätzliche Voraussetzung, damit das Ganze funktioniert, ist natürlich eine eigene Domain. Diese muss also zwingend vorhanden sein, was in der heutigen Zeit aber für wenige Euro im Jahr möglich ist.

2.
Domain bei Google Apps anmelden

Anschließend muss man seine Domain bei Google Apps anmelden. Dazu muss an dieser Stelle nur der Domain-Name eingegeben werden, vorzugsweise als Administrator der Domain ;)

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Im den beiden nachfolgenden Schritten werden allgemeine Fragen zum Administrator und zum übergreifenden Administratorkonto abgefragt.

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3.
Google Apps Services aktivieren

Ist das erledigt, befindet man sich auch direkt im Google Apps Dashboard, in dem man nun die einzelnen Services aktivieren kann.

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Da ich den eMail-Service einrichten möchte, wähle ich hier also E-Mail aktivieren aus.

4.
Als Inhaber der Domain verifizieren

Um die Google Apps Services verwenden zu können, muss jetzt die Inhaberschaft der angegeben Domain überprüft werden. Hier werden zwei Möglichkeiten angeboten: Entweder kann man eine HMTL-Datei, mit einem von Google vorgegebenen Text, in das Stammverzeichnis der Domain hochladen oder den CNAME-Datensatz in der DNS-Verwaltung der Domain ändern.

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Wie man sich hier nun entscheidet ist unerheblich (ich habe die HTML-Variante genommen), denn anschließend droht Google damit, dass die Prüfung bis zu 48 Stunden in Anspruch nehmen kann. Ich musste hier glücklicherweise nur knapp 2 Stunden warten…

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…und konnte mich anschließend über https://www.google.com/a/eigenedomain.de in mein persönliches Google Apps Dashboard einloggen.

5.
Änderung der MX-Datensätze (Mail Exchange)

In diesem wichtigen Schritt wird durch die Änderung der Mail Exchange-Datensätze geregelt, wie eingehende eMails für die eigene Domain weitergeleitet werden.

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Diese Änderung geschieht in den DNS-Einstellungen des Domain-Hosters und ist durch Google in einem Tutorial relativ gut beschrieben.

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Wichtig sind hier auf jeden Fall die relativen Prioritäten der Google Server. Die Werte (1, 5 und 10) sind nicht vorgegeben, es ist aber darauf zu achten, dass ASPMX.L.GOOGLE.COM die höchste Priorität besitzt.

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Anschließend heißt es wieder WARTEN, denn die Überprüfung der neuen MX-Datensätze durch Google und den Domain-Hoster kann wieder bis zu 48 Stunden in Anspruch nehmen (bei mir hat es ca. 12 Stunden gedauert).

6.
Benutzeradministration

Sind die MX-Datensätze verifiziert worden, kann man endlich Nutzerkonten für andere Teilnehmer der Domain, Partner oder Freunde einrichten. In Google Apps Standard ist die Anzahl dieser Nutzerkonten auf 50 gegrenzt. Wer mehr braucht, muss zur kostenpflichtigen Premier Edition greifen.

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An dieser Stelle kann man auch sehr einfach Catchall-Mailadressen oder Mailgruppen erstellen. Die Verwaltung des Ganzen findet unter dem Reiter Nutzer und Gruppen statt.

7.
Finetuning

Da ich persönlich die Webadresse, unter der nun alle Teilnehmer Zugang zu ihrem Account bekommen, etwas ungünstig finde, kann man diese nachträglich etwas anpassen. Dazu genügt auf dem Google Apps Dashboard ein Klick auf ‚E-Mail‘ und man kann diese URL ändern.

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Jetzt muss in der Domain-Verwaltung beim Domain-Hoster der CNAME-Datensatz in den DNS-Einstellungen geändert bzw. eingetragen werden. Hier gilt auch wieder zu beachten, dass diese Änderung bis zu 48 Stunden in Anspruch nehmen kann, bis sie in Kraft tritt und genutzt werden kann.

Google stellt folgendes Tutorial zur Verfügung:

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Anschließend wir aus: https://mail.google.com/a/eigenedomain.de

http://wasauchimmer.eigenedomain.de

Am Beispiel von Google Mail sieht man schon, wie einfach man über Google Apps und seine eigene Domain mit anderen Leuten zusammenarbeiten und kommunizieren kann. Für kleine Unternehmen, Blogs oder auch Familien ist es, meiner Meinung nach, das perfekte Werkzeug.

Das Ganze funktioniert natürlich auch mit anderen Google Produkten, wie Google Kalender, Google Docs etc.pp… Hier kann beispielsweise ein gemeinsamer Kalender gepflegt bzw. gemeinsam und vor allem parallel von verschiedenen Rechnern am gleichen Textdokument oder gleichen Tabelle gearbeitet werden. Die Möglichkeiten sind schier unglaublich, wenn man daran denkt, dass man hierfür keinen Cent bezahlen muss.

LINKS
http://www.google.com/apps/intl/de/group/index.html

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

41 Kommentare

  1. Hallo,
    ich nutze Google Apps schon seit mehr als 2 Jahren. Ist super, der Google SPAM Filter sollte allen bekannt sein. Eine DE Domain kostet ca. 5,80€ im 1. Jahr im zweiten nur noch 4,65€ ( http://www.inwx.de ). Man braucht keinen eigenen Mailserver mehr!

    Ich hatte allerdings mit dem Catchall ein paar Probleme, denn einige Mails wurden nicht weitergeleitet andere schon. Für mein wichtiges Postfach, hab ich schnell einen eigenen User angelegt, damit die Mails unter meinen googlemail Adresse normal auflaufen.

  2. Hi,

    super Artikel. Ich nutze Google Mail schon lange und wusste gar nicht, dass man so einfach seine eigenen Domains einbinden kann. Das Tutorial ist super geschrieben, das werde ich nächste Woche mal ausprobieren!

    Vielen Dank!

    Gruss,
    Adrian

      • Geht das etwa? Wirklich? Aus irgendeinem Grund dachte ich bisher, dass das nur mit der Premier-Edition geht…

        Falls das geht, habe ich dann einen admin-Account?

        • Du hast dann natürlich mehrere Admin-Accounts. Für jede Domain einen.

          Glaube aber auch nicht, dass sich das mit dem Premium-Variante von Google Apps ändert, oder?!

  3. Ich muss gestehen, das sich mir der Nutzen von Google Apps noch nicht ganz erschließen will. Okay, man braucht keinen eigenen Mailserver mehr, aber hat man dann auch @meinedomain.de Adressen?

    • Ich zähl mal einige Vorteile auf:

      1. Du brauchst keinen eigenen Mailserver bzw. dir keinen bei deinem Domain-Hoster mieten.

      2. Nutzerverwaltung

      3. Sämtliche Mailadressen sind auf deine Domain geeicht. Heißt also, am Beispiel von aptgetupdate.de, dass sämtliche Mailadressen auf @aptgetupdate.de enden. Die Zeichen vor dem „@“ kannst du jedem Nutzer individuell zuordnen. Außerdem kannst du bestimmten Mailadressen (vorzugsweise die des Administrators) eine Catchall-Funktion zuordnen und auch Mailgruppen erstellen, in denen dann mehrere Nutzer zusammengefasst sind.

      4. Kostet bis zu 50 Nutzerkonten keinen Penny.

      Das Ganze zählt natürlich nur für Google Mail, außer die Nutzerkonten (die sind ja global). Google Docs, Google Kalender etc.pp. haben aber ähnliche Vorzüge.

  4. Sehe ich das richtig, dass man auch einen Jabber-Account auf der eigenen Domain kriegen kann, indem man einfach den Google Chat aktiviert? Das wäre ja ein cooler Service, finde ich.

    • Gute Frage… Ich nutze weder Jabber von Google Chat aber theoretisch sollte das funktionieren.

      Kann da jemand mehr zu sagen?

      • ist so :)
        nutze gtalk unter google apps, da gtalk ja auf xmpp basiert ist es natuerlich auch moeglich mit anderen jabber nutzern zu kommunizieren, man muss nur die srv records setzen, steht in der faq wenn mans aktiviert.

        ich liebe es, jabber/gtalk fuer meine eigenen domains und der ganze verlauf landet schoen in der inbox…

  5. Danke für das Tutorial! Wollte das schon lange mal machen, allerdings wird das bei Google nirgends so richtig erklärt.

  6. Das ist ja mal eine super Anleitung. Gleich ausprobiert und ich bin mal gespannt ob das mit den neuen MX Einträgen auch so funktioniert.

    Besteht eigentlich die Möglichkeit einen bestehenden Google Mail Account mit dem neuen Account zu mergen?

    • Du meinst beide Accounts zusammen legen? Du kannst mit Sicherheit den alten Account auf die neue Adresse „forwarden“.

  7. Thema Kosten — das der Dienst kostenfrei ist, hat seine Gruende. Wir alle Wissen, was Google ist und womit Geld verdient wird. Aus Datenschutz Sicht sollte man sich schon sehr genau überlegen, was man tut… nur auf die Kosten schauen, ist immer das eine ;-)

    • Ich denke, dass die (Google-)Paranoia bei einigen echt schon zwanghaft ist. Dann erklär mir mal bitte den Unterschied zu Yahoo, Hotmail, Freemail oder anderen Anbietern.

      Tut mir leid aber bei diesen Datenschutzgeschichten und Google kann ich immer wieder nur mit dem Kopf schütteln.

      • Nun, ich habe da zwei Argumente:

        1. Google ist nunmal die größte Suchmaschine und man kann wohl davon ausgehen, dass Suchmaschinenbetreiber gut indizieren und die Informationen auswerten können – möchte ich das mit meinen Daten? Ich möchte nicht, dass Google ein recht genaues Profil von mir erstellt inkl. aller Beziehungen zu anderen Personen – so lange es geht möchte ich nicht gläsern sein.

        2. ist der Verweis zu Web-/Free-Mailern in dem Kontext nicht passend. Wenn jemand eine eigene Domain hat, dann hat er in den meisten Fällen auch gleich ein Web-/Email-Paket dazu, d.h. er ist bereits bei einem Anbieter, der sich darauf spezialisiert hat.

        Wenn man sich sicher wähnen möchte, dann ist m.E. der einzig richtige Weg einen eigenen Server zu betreiben – mit all den Kosequenzen und Verantwortlichkeiten, die sowas mit sich bringt.

        Im Übrigen kann ich Dir nur zustimmen: Bei Google und Datenschutz kann auch ich nur den Kopf schütteln :).

        • Nun, ich denke, dass samtliche Freemailer schon auf den Trichter der personalisierten Werbung gekommen sind. Wie kommen die dazu? Weil sie Daten analysieren…

          Hinter Hotmail steckt Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und zu Yahoo brauch ich wohl ebenso wenig sagen.

          Dass eine Privatperson sich einen eigenen EMail-Server hinstellt, halte ich für stark übertrieben. Ich bezweifle nämlich, dass dieser auch nur in Ansätzen gegen Angriffe von außen sicher ist. Wer hat schon Lust n ausfallsicheren privaten Serverraum mit Hardware-Firewall, Proxy & Co. zu betreiben. Von den Kosten mal ganz abgesehen.

          Wie auch immer. Eine Frage habe ich jedoch noch an dich:

          Welche Suchmaschine nutzt du im Web?

  8. Pingback: Anonymous

  9. @Mathias:

    Mir geht es ebenso: ich mag nicht meine Daten bei ner Suchmaschine liegen haben. Aber hat sich vielleicht schonmal jemand die ganzen AGBs durchgelesen und weiss, was genau Google verspricht und wie die Datenschutzvereinbarungen sind?

  10. Anleitung war super. Hat alles geklappt. Ein Frage bleibt noch. Wie kann ich die Email + Kontakte + Kalender auf den Iphone pushen. Ich habe es mit den normalen Exchange einstellungen fir Gmail auf dem Iphone probiert aber es geht nicht. Weiss jemand wie man das auf dem Iphone einrichtet?

  11. Kann die eigene Domain über Google Apps auch über Thunderbird/etc. verwendet werden?
    Wie lauten da die Servernamen?

    • Das sind die ganz normalen Google-Server. Sucht der Thunderbird die Server nicht automatisch, wenn mal ne neue Mail-Adresse eingibt?

      IMAP:
      imap.gmail.com
      Port 993
      SSL/TLS Sicherheit

      SMTP:
      smtp.gmail.com
      Port 587
      STARTTLS Sicherheit

      • Ok, vielen Dank.
        Stimmt, bei TB gibts ja mittlerweile diesen Dialog.
        War mir gerad nur nicht sicher, ob man dort die Google-Server, oder den eigenen Domainnamen angeben muss (imap.meinedomain.tld, o.ä.).
        Grüße.


  12. Björn:

    Nun, ich denke, dass samtliche Freemailer schon auf den Trichter der personalisierten Werbung gekommen sind. Wie kommen die dazu? Weil sie Daten analysieren…

    Möglich, aber wie oben schon geschrieben ist der Verweis auf Freemailer in dem Falle nicht passend, da eigene Domain und Freemailer (meist) nicht zusammengehen.


    Björn:

    Dass eine Privatperson sich einen eigenen EMail-Server hinstellt, halte ich für stark übertrieben. Ich bezweifle nämlich, dass dieser auch nur in Ansätzen gegen Angriffe von außen sicher ist. Wer hat schon Lust n ausfallsicheren privaten Serverraum mit Hardware-Firewall, Proxy & Co. zu betreiben. Von den Kosten mal ganz abgesehen.

    Ich sagte betreiben, nicht hinstellen. Man kann sich vServer bzw. Root-Server mieten und dort selbst einen Email-Server betreiben, das ist kein Hexenwerk.


    Björn:

    Wie auch immer. Eine Frage habe ich jedoch noch an dich:
    Welche Suchmaschine nutzt du im Web?

    Meist nutze ich Google, aber eben nicht personalisiert und da ich kaum weitere Google-Dienste nutze, ist es schwerer ein Profil von mir zu erstellen. Gefährlich ist es m.E. ganz besonders dann, wenn man die Daten aus den verschiedenen Diensten zusammenwirft.

    • Ok, wenn du dir n Server mietest, mag der zwar einigermaßen sicher sein, ist aber auch mit Kosten verbunden. Google Apps ist mit 7 GB Speicherplatz bei Mail kostenlos.

      Und wenn du Google als Suchmaschine nutzt, wissen die Jungs dort eh alles über dich. Es ist zwar, wie du schon sagt, schwerer ein Profil zu erstellen aber dennoch bist du früher oder später nicht weniger gläsern als Google Apps User.

      Wie wir es auch drehen. Das „Datenschutzrisiko“ durch Google Apps ist natürlich vorhanden… ABER: Ich nutzte beispielsweise Google Mail privat seit einigen Jahren und Google Apps (Mail, Docs und früher auch Wave) haben wir bei aptgetupdateDE seit ca. 1,5 Jahren im Einsatz und soll ich dir was sagen?! Wir leben noch und niemand wollte uns ungefragt irgendetwas aufzwingen ;)

  13. Leider bietet es mein Webserver- und Domain-Provider nicht an, die MX-Einträge manuell zu ändern. Welcher Domainprovider ist denn da empfehlenswert?

  14. Pingback: Jetzt noch Google Apps für die eigene Domain installieren! » blogwache.de

  15. Pingback: Google Drive goes live (und hat ein Google Apps Problem) | aptgetupdateDE

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  17. Pingback: Anonymous