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Apple und das Business-Umfeld

Ich hatte gestern erstmals die Gelegenheit einem Vortrag von Apple in Form eines firmeninternen Veranstaltung beizuwohnen. Interessant daran ist, dass ich so etwas von der Firma Apple so bisher nicht kannte. Thema des Vortrags war „iOS im Businessalltag“. In 45 Minuten wurde in gewohnt guter Vortragsqualität die Vorzüge von iOS 4 in Bezug auf Firmentauglichkeit und Sicherheit erklärt.

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Apple steht seit der Veröffentlichung vom iPhone und besonders seit iOS 2.0 wieder mit einem Fuß in vielen Firmen. Einige Veteranen unter uns kennen eventuell noch das auf Heimcomputer ausgerichtete OS mit 3.11 am Ende und deren Siegeszug vom Heim-Schreibtisch in die Büros. Ähnlich könnte die Entwicklung auch bald mit iOS laufen. Viele kennen den iPod, besitzen ein iPhone und haben deren Vorzüge kennengelernt. Das will man natürlich auch im Alltag beruflich nutzen. Angefangen von technik-affine Admins, über die Sekretärin bis hin zum Vorstandsvorsitzenden. Und gerade letztere Gruppe sind aus meiner Erfahrung meistens die treibende Kraft bei solchen Entwicklungen.

Im Vortrag des „Produkt Managers“ wurden die üblichen Vorzüge und Neuigkeiten von iOS 4 in punkto Businesstauglichkeit und Sicherheit herausgehoben. Aber nichts was man schon von Steve Jobs oder von einschlägigen Webseiten (http://www.apple.com/de/iphone/business/) erfahren konnte. Hingewiesen wurde insbesondere auf die teilweise in Beta befindlichen Device Management Lösungen von MobilIron, Ataria, smartMen usw. um in einem Unternehmen zentral Smartphones nach bestimmten Richtlinien zu verwalten. Kritisch wurde aber auch die fehlende S/MINE Unterstützung oder die starke Bindung an iTunes, bzgl. Aktivierung oder um wichtige Sicherheitspatches einzuspielen, betrachtet. Diese Punkte stehe laut diesem Apple Mitarbeiter aber schon auf der Tagesordnung und sollen in zukünftigen Versionen angeschoben werden. Man darf gespannt sein. Zitat: „Apple hat definitiv seine Ohren am Kunden für die Wünsche aus dem Business-Umfeld“.

Ein Punkt, der mir persönlich zu wenig herausgehoben wurde bzw. gar nicht angesprochen wurde und sicher auch nichts direkt mit iOS zu tun hat, aber trotzdem irgendwie immer sehr wichtig ist, ist das aktuelle Angebot an Garantieleistungen und die vor allem fehlenden Vor-Ort-Dienstleistungen, die gerade im Firmenumfeld immens wichtig sind. Hier muss Apple definitiv mehr Engagement zeigen, um auch im „PC-Markt“ wieder deutlich mehr Fuß zu fassen.

Wie seht ihr die aktuellen Entwicklungen? Wie nehmt ihr Apple im Businessumfeld war? Könnt ihr meine Einschätzung teilen oder habt ihr da ganz andere Erfahrungen?

Links
http://www.apple.com/de/iphone/business/

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

15 Kommentare

  1. Jeder der sich daran erinnert, wie Apple von einem Tag auf den anderen alle iPhone 3G-Geräte per Software-Update von dem Zugriff auf die Exchange-Struktur ihres Unternehmens verwehrt hat, wird Apple nicht mehr ernsthaft in einem Geschäftsumfeld einsetzen wollen.

    Noch schlimmer war der Ausgangspunkt dieser Aktion: So hatte das iPhone bis zum 3GS keine Hardwareverschlüsselung, die jedoch von Unternehmen als Exchange-Policy als erforderlich durchgesetzt werden kann. Bis zu besagtem Update hat Apple also seine iPhones gegenüber dem Exchange-Server einfach behaupten lassen, dass sie eine Hardwareverschlüsselung unterstützen würden.

    Für Anwendung in einem Unternehmensumfeld schon eine krasse Sicherheitslücke, die Apple offensichtlich ganz bewusst eingegangen ist (ohne sie den Kunden deutlich zu kommunizieren), um eine Marktdurchdringung im Geschäftsumfeld nicht zu behindern.

    • Stimme ich zu. Nur entwickelt sich ja alles weiter, Apple macht Fehler, lernt in gewisser Weise auch jetzt erst am lebendem Organismus. Ich denke Apple hatte auch nie mit diesem Erfolg vom iOS gerechnet, so dass erst nach und nach relevante Funktionen nachgebessert werden. Das iPhone war wie der iPod am Anfang ganz klar ein Comsumerprodukt. Kommt mir zu mindestens so vor.

      • Klar, nur wer möchte innerhalb eines Unternehmens wirklich das Risiko sein, Fürsprecher für Apple-Produkte zu sein, um dann unternehmensweit wie der Depp dazustehen, wenn von einem Tag auf den anderen sich kein iPhone (3G) – vor allem auf Führungskraftebene – mehr mit dem Exchange-Server verbindet.

        Mir wäre das damit verbundene Arbeitsplatzrisiko zu heiß.

        Ich glaube weniger, dass es sich bei Apple um einen Lernprozess handelt. Vielmehr wird sich Apple sehr bewusst darüber sein, welche technischen Mängel sie verschweigen. Gerade zu den Technologien wie Exchange-Unterstützung gibt es erstaunlich wenig technisches Informationsmaterial für Administratoren.

        Erst die Erfahrung kann dann zeigen, wie beispielsweise bei der stark beworbenen „integrierten Exchange-Unterstützung“ von Snow Leopard Werbung und Praxis auseinanderklaffen. Ein paar Beispiele: http://macfidelity.de/2010/06/13/mac-apps-welche-einschrankungen-man-bei-der-exchange-unterstuetzung-von-snow-leopard-in-kauf-nehmen-muss/

        Diese Mängel muss man bei Apple immer erst selbst rausfinden. Vor einiger Zeit bin ich hingegen auf die technische Dokumentation von Nokias Mail for Exchange-Client gestoßen. Da wird ganz klar Schritt für Schritt aufgeführt, welche Teile des Exchange ActiveSync-Protokoll unterstützt werden und welche nicht.

        Auch wenn Nokia sicher gleichermaßen nicht das Gelbe vom Ei ist, ist das zumindest für den Unternehmenseinsatz eine ganz andere Welt von Transparenz.

    • Nein leider nicht – diese wichtig Frage viel mir erst beim Kaffee danach ein und da war der gute Applemitarbeiter leider schon weg.

  2. Eines der wie ich finde allergrößten Mankos bei Apple ist das Fehlen von Dockingstations. Allein bei uns ist jeder 3. Arbeitsplatz ein Notebook-Arbeitsplatz und Dockingstationen gehören da einfach dazu.

    Dell macht das IMO schon richtig. Keine Ahnung warum Apple in diesem Bereich rein gar nichts anzubieten hat bzw. gar nicht anbieten will …

    • Sehr wichtiger Punkt.

      Zwar bieten die Cinema Displays eine Dockingstation-ähnliche Funktion, aber als Spiegeldisplays erfüllen sie – genauso wie die meisten anderen Apple-Geräte – nicht die oft im Geschäftsumfeld erforderlichen Ergonomieanforderungen.

    • Ja definitiv ein Punkt der vielen Leuten wichtig erscheint. Für mich persönlich ist es egal, ob ich morgens mein Notebook in eine Dookingstation parke oder ob ich 2 bis 3 Kabel einstecke. Kabel (USB, Netzwerk) und auch ein Netzteil liegen immer fest an meinen Arbeitsplätzen. Aber ich kenne auch genügend Leute, Mitarbeiter, die auf eine Dockingstation bestehen.

  3. Ich denke, der Garantiepunkt ist ein ganz entscheidener. Bei uns in der Firma kommt es nicht nur auf die Qualität des Geräts, sondern viel mehr auf die Garantieleistungen des Herstellers an.
    Einem Vertriebsmitarbeiter ist es fast egal, welche Marke auf dem Gerät steht. Das Teil muss funktionieren, und im Garantiefall schnell als möglich ersetzt bzw. repariert werden.
    Und da muss Apple noch viel lernen.

  4. Was versteht Ihr den unter schnell bei Garantiefällen?

    Hab mein iPhone innerhalb 24 Stunden ausgetauscht bekommen. Schneller wäre es nur noch gewesen zum nächsten Apple Store zu fahren…
    Mein MBP, NVIDIA Fehler, hatte ich Montags gegen 17 Uhr abgegeben und am Mittwoch um 10 wieder abgeholt. Hätte es auch schon einen Tag Früher haben können wen ich es gepackt hätte abends noch vorbei zu kommen.

    Das Fand ich jetzt alles Schnell genug.
    Meist ist der Zeitfresser ja auch nicht die eigentliche Reparatur sondern die Diagnose.

    Allerdings haben auch all meine Apple Hardware APP.

    MfG Lui

    p.s.: Das mit den Dockingstationen hab ich noch nie Verstanden.

    • Was fehlt ist definitiv ein Vor-Ort-Service so wie ihn zB. Dell anbietet. Hat man einen Apple-Store in der Nähe, ist das definitiv von Vorteil – haben aber ehrlich gesagt die wenigsten. Der 24 Stunden Umtausch bei den iPhones ist super und müsste so auch bei den Notebooks angeboten werden.

      • Bei den Desktop Geräten mit APP hat man eine „Reparaturen vor Ort: Besuch eines Technikers zur Reparatur vor Ort“. Leider nicht bei den Mobilen Geräten.

        Ich selbst würde einen guten APR, zum Glück gibt es hier in der nähre einen, den Apple Store den Vorrang geben. Meist kann man mit denen auch reden und bekommt ein Ersatz Gerät.

        Meine Erfahrungen mit dem Dell Service waren … durchwachsen. Und wen man den Umfragen und letzten Test so glauben schenken darf bin ich da nicht alleine. Beim letzten Stiftung Warentest, ja auch ich finde deren Test Kriterien oft suspekt, hat übrigens Apple knapp vor HP gewonnen.

        http://www.test.de/themen/computer-telefon/test/Notebookreparaturen-Nur-HP-und-Apple-reparieren-gut-4108181-4108183/

        MfG Luivision

        p.s.: nein ich Arbeite nicht bei Apple ;)

  5. Das größte Manko ist das nicht Vorhandensein einer firmenweiten Verwaltbarkeit.
    Was zum Beispiel mache ich wenn ich Software verteilen möchte? Allein schon der Erwerb für eine Firma ist schwierig. Ich müsste die App für jedes iPad kaufen und kann sie nur an einem Rechner installieren.
    Da hoffe ich einfach darauf, dass es eines Tages nicht nur ein iPhone Konfigurationsprogramm sondern vielleicht sogar einen Server gibt bzw. die Softwareverteilung via Active Sync gelöst werden kann. Erst mal warte ich jetzt den November ab.

    • Richtig und ganz wichtiger Punkt. Wurde sogar auch angesprochen. Hier muss man wohl auch auf kommenden Dritt-Anbieter-Lösungen schauen, die so etwas eventuell in der Zukunft bieten könnten.