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GParted live – partitionieren leicht gemacht

Ich hatte gestern mal wieder ein Windows-Problem: Meine System-Partition hatte noch genau 1 GB freien Speicherplatz, was, Windows Nutzer werden mir zustimmen, mehr als grenzwertig ist. Da auf den beiden restlichen (Daten-)Partitionen noch genügend Platz war, liegt natürlich ein Verschieben/Vergrößern/Verkleinern des freien Speicherplatzes unter den drei Partitionen nahe.

Genau das ist leider mit Windows Bordmitteln nicht möglich und so führte mich mein Weg zu GParted Live – dem Gnome Partition Editor.

Bildschirmfoto 2010-10-25 um 19.52.31-s.png

GParted Live basiert auf Debian Live und ist eine kleine aber feine Sammlung an Tools, mit denen man problemlos die Festplatten verschiedener Betriebssysteme vorbildlich partitionieren kann. Unterstützt werden die gängigen Filesysteme wie FAT, NTFS, EXT, HFS+ etc.pp… Zusätzlich gibt es ein Terminal, ein Daten Recovery Tool (testdisk), Texteditor (vi, nano) und weitere kleine Kommandozeilen Tools.

gparted_12_big-s.png

Neben dem zu brennenden ISO-Image für die Live CD, gibt es noch eine Version für den (bootbaren) USB-Stick, PXE Server und direkt für die Festplatte.

gparted_1_big-s.png gparted_5_big-s.png

Nach erfolgreichen Booten in die Linux Oberfläche (Xorg) kann man so den freien Speicherplatz beliebig zwischen den Partitionen hin- und herschieben, neue Partitionen anlegen, alte löschen und und und.

Bleibt die Frage, warum ich ein Linux Derivat brauche, um meine Windows Partitionen auf die Reihe zu bekommen?!

LINKS
http://gparted.sourceforge.net/

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

13 Kommentare

  1. GParted ist eine ganz feine Sache. In diesem Zusammenhang kann ich übrigens nur Parted Magic empfehlen: Das ist eine LiveCD, die neben GParted auch noch Clonezilla, TestDisk, TrueCrypt usw. enthält und davon auch immer recht aktuelle Versionen integriert hat.

  2. Warum nicht gleich das aktuelle Ubuntu Image… da hat man ein komplettes Live-Betriebssystem (inkl. GParted)

    Für das Backup des toll eingerichteten Rechners kann ich nur wärmstens CloneZilla empfehlen…

    • Alle Linux-LiveCDs sind „ein komplettes Live-Betriebssystem“. Was sollte sonst da gebootet werden?

      Abgesehen davon bietet das aktuelle Ubuntu nur ältere Versionen von einigen Tools wie z.B. GParted, NTFS-3G an und hat Clonezilla nicht integriert. Ebenso kann Image-Größe eine Rolle spielen (150 vs. 700 MB).

      • noch nicht gefrühstückt? … ich hatte ja NICHT auf deinen Kommentar geantwortet, sondern bezog mich auf den Artikel selbst und btw.: auf einem GParted Live.iso ist CloneZilla auch nicht enthalten

        • Doch, ich habe gefrühstückt, was vollkommen irrelevant ist. ;)

          Mit der GParted-LiveCD hast du natürlich recht; ich bezog mich auf den Vergleich von Ubuntu vs. Parted Magic, den wohl jeder nachvollziehen konnte, auch wenn ich nicht noch einmal gesondert den Namen erwähnt habe.

          Hier also nochmal die Klarstellung, nichts für ungut. Für GParted *allein* würde ich auch keine CD verschwenden. :)

  3. >Bleibt die Frage, warum ich ein Linux Derivat brauche, um >meine Windows Partitionen auf die Reihe zu bekommen?!

    Bei dieser Frage kann ich dir final nicht folgen?

    In Mac OS X bekommt man mit dem Festplatten-Dienstprogramm auch nicht alles auf die Reihe ;-)

    Ich bin sehr froh, dass es dieses feine Tool gibt.

    Damit konnte ich meine bestehende HFS+ Partition verkleinern (was mit dem Festplatten-Dienstprogramm nicht möglich ist) und habe aus dem freien Speicherplatz eine NTFS Partition sowie freien Speicherplatz für eine WBFS (Wii Backup File System) Partition geschaffen ;)

    • Weil ich unter OSX noch nie mehr als eine Partition benutzt habe (aber Recht hast du natürlich) ;) Unter Windows ist das, zumindest im Büroalltag, gang und gebe.


      • Björn:

        Weil ich unter OSX noch nie mehr als eine Partition benutzt habe

        Ja, warum zur Hölle machst Du das dann unter Windows?
        Wenn es für Dich ein Problem ist, eine andere Plattform zu booten, die die entsprechenden Tools bietet, hast Du natürlich auch in Reinraum-Windows-Umgebungen Möglichkeiten, ans Ziel zu gelangen.

        1. Du könntest ein WinPE nehmen und Dir damit eine Windows LiveCD basteln. Gibt es auch schon fertig zum Runterladen. Darauf Partition Magic und Du kannst auch alles machen. Letzteres kost aber was. Es gäbe auch noch BooIT, wahrscheinlich gibt’s noch mehr, vielleicht sogar kostenlos.

        2. Du läßt einfach die Partion, wie sie ist, schaffst Dir irgendwo freien HDD-Platz und machst ein VolumeSet (Partition erweitern in der Datenträgerverwaltung). Das geht ganz mit Windows-Bordmitteln und auch mit Systempartitionen. Wenn sich alles auf derselben Platte abspielt, sieht es kosmetisch vielleicht nicht so elegant aus, im Betrieb sollte es aber keine Effekte haben. Spannst Du es über mehrere Platten, hast Du zwar den Vorteil, nahezu beliebig vergrößern zu können, man sollte aber auch den Nachteil der erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit nicht verschweigen. –> Eine Platte des Sets hops und alles ist im A…
        ;)
        Udo

  4. Eine GParted CD gehört schon sehr lange zu meiner Grundausrüstung wenn es mal wieder darum geht ein Windows System zu fixen oder z.B. auch eine VMWare Partition zu vergrößern. Nur zu empfehlen.

  5. Ich war früher auch ein Fan davon meine Windows-Partition möglich klein zu halten, ganz früher legte ich mir sogar für verschiedene Themen wie Musik, Filme oder fürs Office eigene Partitionen an.

    Spätestens seit Windows 7 bin ich aber davon ab. Ich machs wie unter Mac OS auch: Alles auf eine Partition, alles andere schränkt zu sehr ein. Klar, ein neu aufsetzen des Systems geht mit einer eigenen Sys-Partition etwas einfacher, allerdings kann man die relevanten Daten vor dem aufspielen eines neuen Systems ja auch mal auf eine externe Platte schieben und später wieder rüber kopieren.

    Wobei ich die Erfahrung gemacht habe das so ein alljährliches neu aufsetzen von Windows unter Windows 7 gar nicht mehr nötig ist ;)

    • >Klar, ein neu aufsetzen des Systems geht mit einer eigenen Sys-Partition etwas einfacher, allerdings kann man die relevanten Daten vor dem aufspielen eines neuen Systems ja auch mal auf eine externe Platte schieben und später wieder rüber kopieren.<
      Ein Problem hierbei tritt dann auf, wenn die HDD abschmiert. zB der NTFS-Bootloader nicht mehr da ist … Klar, einem Profi wär das egal, der kommt zurecht. Aber ein Laie wäre überfordert. Daher ist mein Tipp weiterhin: Eigene Sys-Partition, den Rest auf eine weitere Partition.
      Bei den heutigen HDD-Größen gibtst du der Sys-Partition 50GB, das reicht lange aus…
      Und Aufsetzen geht schneller, weil das Hin-und-her-Schaufeln der zu sichernden Daten wegfällt…