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Ein Client, sie zu knechten, sie ewig zu binden ..

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Twitter gerät scheinbar bei der Suche eines Finanzierungskonzeptes derart unter Druck, so dass es kurzer Hand seine Nutzungsbedingungen für die Twitter-API derart verändert hat, dass alternative Twitter-Clients jetzt als unerwünscht gelten. Nicht nur in meinen Augen war die offene Schnittstelle und die Vielfältigkeit der Möglichkeiten Twitter zu nutzen, eines der Erfolgskriterien. Das nun gesendete Signal an alle Entwickler und Nutzer geht in eine Richtung, die uns wieder mal erkennen lassen soll, warum zentralisierte Systeme immer auch zu Recht in der Kritik stehen.

Ist das nun der Anfang vom Ende von Twitter?

Links
http://dev.twitter.com/pages/api_terms

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

10 Kommentare

  1. So wie ich das verstanden habe, wollen Sie erst einmal nur neue Clients einschränken, bereits vorhandene müssen sich wohl keine Sorgen machen.
    Dennoch ist das Vorgehen nicht in Ordnung und ich denke, sie werden da auch wieder einen Rückzieher machen, der Schrei der Community ist ja doch recht groß.

  2. Zitat: „Das nun gesendete Signal an alle Entwickler und Nutzer geht in eine Richtung, die uns wieder mal erkennen lassen soll, warum zentralisierte Systeme immer auch zu Recht in der Kritik stehen.“

    Man hätte es nicht besser formulieren können.

  3. Ich finde das Konzept von Twitter ist jetzt nicht so außergewöhnlich, als dass sich eine weltweite Gemeinde von Nerds nicht dazu entschließen könnte ein dezentralisiertes freies Gegenprojekt zu starten. Ich bin gespannt, ob sich was zusammenbraut.

  4. Sehe ich genauso wie du, Oli. Das schöne an Twitter war bisher gerade die Vielfältigkeit an Clients. Man hätte ja einfach alternativ die Entwickler um ein Entgelt zur Benutzung der API zwingen können oder oder oder. Aber der schritt jetzt ist schon ein Hammer.
    Ich habe jedenfalls seit gestern meinen identi.ca Account reaktiviert.

  5. Ich dachte ja gestern, ich falle um. Twitter sägt sich tatsächlich den Ast ab, auf dem sie selber sitzen. Ganz offensichtlich geht es ja um das liebe Geld – denn die offiziellen Clients scheinen ja zu Werbung-Lieferanten umgebaut werden zu sollen.

    Gerade die Vielfalt der Clients war (und noch ist) einer der großen Pluspunkte von Twitter – ich will gar nicht wissen, wie viele ich genutzt (und auch gekauft) habe.

    Für mich persönlich ist es gleich nochmal so blöd – ich bin (oder war!?) gerade kurz davor, meinen eig. Twitter-Client in einer Public Beta zu veröffentlichen (@Zettt hatte schon eine sehr frühe Preview) – aber was soll ich nun machen… Selbst mit meinen gültigen API-Keys kann ich doch jetzt nicht mehr sicher sein, dass die aus einer Tageslaune heraus nicht zurückgezogen werden. Und was mache ich dann mit meinen Kunden, die Geld dafür bezahlt haben…?

    Normalerweise eher von der stillen Sorte habe ich heute mal einen offenen Brief an Twitter / @rsarver verfasst http://www.li-ghun.de/Blog/files/openLetterToTwitter.html und zum Retweet unter http://twitter.com/#!/liGhun bereitgestellt. Twitter gibt uns ja selber das Werkzeug an die Hand für den Protest…

    Meinen identi.ca-Account habe ich schon eingerichtet und die API-Keys für meinen Client schon mal angefordert – so schnell können die gar nicht gucken, wie ich weg bin, wenn die das durchziehen…

  6. Ich denke sie werden zurückrudern. Ansonsten werden sie massiv User verlieren. Nutze seit Jahren Echofon, und das bleibt auch so. Habe auch dafür bezahlt, dass ich da keine Werbung drin habe.

    Aber allmählich wollen die Investoren eben doch mal eine Art von Geschäftsmodell bei Twitter sehen. Der Verkauf von Real-Time-Tweets in Google und Bing reicht wohl doch nicht aus, um die Kosten zu decken..

  7. Das paradoxe an Twitter ist noch immer, dass sie einen Dienst anbieten um den herum zahlreiche Geschäftsmodelle entstanden sind, der aber selbst kaum von diesen Geschäften profitiert. In sofern ist nicht verwunderlich, dass sie Schritte dahingehend unternehmen, etwas Kontrolle zurückzugewinnen.

    Ob Nutzer und Entwickler abwandern wird für Twitter erst dann Relevant, wenn dies Auswirkungen auf ihre Finanzen hat… und so wie ich das verstehe, finanziert sich Twitter immer noch primär über externe Kapitalspritzen.

  8. Ich glaube das schießt sich Twitter selbst mit ins Bein, denn das hat twitter ausgemacht, es gab für jeder Gerät eine App oder auf für jede Plattform ein Programm…

    Und das 90% aller Twitteruser die Twitter eigenen Apps benutzen (laut Twitter) kann ich auch nicht glauben, denn wenn man sich die Tweets mal genauer anschaut sehe ich mehr als nur oft das es sich um andere Clients handelt…

    Ich glaube das eigentliche Problem besteht darin das Twitter sein Einkommen mehr als drastisch steigern will und da sehen sie wohl das Problem mit den Externen Dienstleistern. Für mich ist es jedoch nicht nachvollziehbar, denn das hat Twitter überhaupt berühmt gemacht…!

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