Artikelformat

SUSE Studio – Die individuelle LIVE-CD

LIVE-CDs gibt es ja wie Sand am Meer. Jede Linux Distribution hat praktisch eine, in der mehr oder weniger wichtige Tools integriert sind.

Doch was machen, wenn man eine LIVE-CD haben möchte, die ganz individuell auf ein System zugeschnitten sein soll, also schlank und ganz ohne überflüssige Tools. Novell hat mit dem Online-Dienst SUSE Studio genau so einen Baukasten im Angebot.

2011-05-26 13h13_21

Um SUSE Studio nutzen zu können, muss ein SUSE Studio Account erstellt werden. Das geschieht über bereit vorhandene Accounts bei Novell, Google, Yahoo, Twitter, Facebook oder OpenID, die fortan mit dem SUSE Studio Account verbunden sind.

Anschließend befindet man sich direkt in der Grundkonfiguration. Hier wählt man neben dem Basissystem auch die Architektur aus und gibt dem Kind einen Namen.

 

2011-05-26 13h13_39 2011-05-26 13h20_26

Danach werden gemäß diesen Vorgaben von SUSE Studio erste Software-Pakete zusammengestellt und die Standard-Paketquellen automatisch integriert.

Diese Softwarequellen können in einem nächsten Schritt individuell angepasst werden, um so beispielsweise Treiberkonflikte von Grafikkarten zu vermeiden oder auch Zugriff auf Software zu bekommen, die in den Standardquellen nicht vorhanden ist. Um das Ganze komfortabel zu gestalten, gibt es sogar eine beachtliche (durchsuchbare) Vorauswahl an zusätzlichen Quellen. Eigene Quellen oder eigene RPMs können selbstverständlich auch hinzugefügt bzw. hochgeladen werden.

Ist dieser Punkt abgeschlossen, kann man nun über die Software-Suche benötige Software-Pakete dem vormals erstellten Grundsystem hinzufügen bzw. nicht benötigte Pakete löschen. Dabei werden vom SUSE Studio automatisch bestehende Abhängigkeiten der Pakete berücksichtigt, so dass es da zu keinen Komplikationen kommen sollte.

2011-05-26 14h42_38 2011-05-26 14h51_04

Danach kann man dem System eine individuelle Konfiguration verpassen. Das geht von grundlegenden Sachen wie Sprache, Zeitzone oder der Netzwerkkonfiguration, bis zum Aussehen des Startbildschirms, der (nicht) erlaubten automatischen Anmeldung beim Systemstart oder dem Festlegen der default Runlevel. Außerdem können hier User und Gruppen angelegt werden.

Darüber hinaus können Datenbanken wie MySQL-Server gestartet oder unter dem Punkt ‘Appliance’ die Größe für virtuelle Maschinen (OVF, VMware, XEN…) festgelegt werden.

2011-05-26 15h13_18 2011-05-26 15h16_19

Damit aber nicht genug der Konfiguration, denn man hat unter dem Reiter ‘Files’ mit den sogenannten ‘Overlay Files’ die Möglichkeit bestehende Konfigurationsfiles, Scripte etc.pp. in die LIVE-CD zu übernehmen. Dazu lädt man die Datei hoch, gibt das Verzeichnis an, in dem sie liegen soll, passt den Owner bzw. die Group an und legt die Zugriffsrechte fest.

Gleiches kann man auch mit Datei-Archiven machen, die in das angegebene Verzeichnis entpackt werden.

2011-05-26 16h02_27

Ist alles nach seiner Zufriedenheit konfiguriert und hochgeladen, kann man seine LIVE-CD unter dem ‘Build’-Reiter bauen. Hier hat man verschiedene Formate zur Auswahl; das geht vom ISO-File zum Brennen auf DVD oder einem RAW-File für den USB-Stick, bis zu direkt fertigen virtuellen Maschinen für VMware, VirtualBox oder XEN.

2011-05-26 16h17_05

Ist das Image fertig gebacken, sollte man es vor dem produktiven Einsatz testen. Das funktioniert direkt im Browser, indem man im entsprechenden Build (Version) auf ‘Testdrive’ klickt. Dass das Ganze etwas träge ist sollte jedem klar sein. Es sind schließlich ein Haufen Daten, die da durchs Netz geschoben werden.

2011-05-26 16h25_28

Für einen kleinen Überblick sollte es aber genügen.

2011-05-26 16h37_08 2011-05-26 16h45_33

Anschließend kann man das Image weiterhin anpassen oder auch direkt herunterladen und brennen. Die Versionierung wird vom SUSE Studio automatisch vorgenommen. Man sollte nur darauf achten, seinen User-Space von 15 GB nicht zu überschreiben. Zudem werden erstellte Images, die älter als sieben Tage sind automatisch vom SUSE Studio Server gelöscht. Das ist im Endeffekt nicht weiter tragisch, da man diese problemlos wiederherstellen kann, sollte aber im Hinterkopf bleiben.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte kann sich diesen ‘etwas älteren’ Videobetrag ansehen, besucht die SUSE Studio Webseite oder wirft einen Blick ins Online-Handbuch.

LINKS
http://susestudio.com/

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

Veröffentlicht von: | Unterhaltung: Kommentare deaktiviert | Kategorie: Linux

Kommentare sind geschlossen.