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iTunes Match <> iTunes Store ?!

Nachdem iTunes Match nun schon seit einigen Tagen u.a. auch in Deutschland verfügbar ist, stelle ich folgende Vermutung auf: iTunes Match ungleich iTunes Store.

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Wie komme ich darauf?

Ich habe gestern knapp 500 MP3-Dateien unterschiedlichster Qualität zur iCloud hinzugefügt. Von diesen 500 Musikdateien wurden knapp 90% durch iTunes Match erkannt. Die restlichen 10% wurden demzufolge in die Wolke geschoben, um dennoch auf allen Geräten gleichzeitig zur Verfügung zu stehen.

So weit, so gut! Bei näherer Betrachtung fiel aber auf, dass der Erkennungsalgorithmus für die Musikdateien wohl noch etwas fehlerhaft arbeitet. Zwei Feststellungen sind nämlich Fakt:

  1. Es werden Songs nicht gefunden, obwohl sie den korrekten ID3-Tag, sowie die korrekte Songlänge haben UND (!!!) im iTunes Store zum Download bereit stehen.
  2. Es werden Songs ‘gematched’, die es im iTunes Store überhaupt nicht zu kaufen gibt.

Gerade der zweite Punkt ist recht kurios und, zumindest bei mir, kein Einzelfall. Er verdeutlicht aber auch, warum iTunes Match nicht mit dem iTunes Store gleichgesetzt werden kann. Stört mich als Endnutzer aber wenig, denn Punkt eins ist ziemlich ärgerlich. Wieso werden eine Reihe von Songs nicht erkennt, obwohl sie im iTunes Store verfügbar sind?

Aktuell habe ich dieses Phänomen bei Alben, die aus dem Amazon MP3 Store stammen. Einmal wird ein Alben komplett korrekt gefunden (gematched). Dann wiederum gibt es Alben, bei denen beispielsweise nur 8 von 12 Songs gematched werden. Die nicht erkannten 4 Songs werden in die iCloud übertragen.

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In den iTunes AGBs steht zu iTunes Match u.a. Folgendes:

ITUNES MATCH

iTunes Match arbeitet mit Bibliotheken, die bis zu 25,000 Songs enthalten, die entweder (i) derzeit nicht auf iTunes Service verfügbar sind oder (ii) im iTunes Service mit Ihrem Konto nicht gekauft wurden. Songs, die bestimmte Qualitätsanforderungen nicht erfüllen oder die nicht für Ihren Computer autorisiert wurden, sind für iTunes Match nicht geeignet.

iTunes Match wird die Songdateien automatisch durchsuchen und andere Informationen erheben, die genutzt werden können, um die in Ihrer iTunes Bibliothek vorhandenen Datenträger zu identifizieren, wie Namen, Interpreten oder Dauer der Songs. iTunes Match wird diese Informationen verwenden, um die Songs mit den derzeit im iTunes Store vorhandenen Songs abzugleichen, und wird die abgeglichenen Songs in dem im iTunes Store vorhandenen Format für Sie zur Verfügung stellen. Wenn der Song nicht erfolgreich abgeglichen wurde, wird Ihre Kopie des Songs im gleichen oder in einem von iTunes bestimmten Format in iTunes heraufgeladen.

Nichts Genaues weiß man also nicht. Weder, warum mit iTunes Match gefundene Songs gematched werden, noch, warum sie nicht gefunden und nur übertragen werden. Und das Ganze völlig unabhängig vom iTunes Store… In den einschlägigen Foren gibt es die wildesten Spekulationen. Apple, wie nicht anders zu erwarten war, schweigt zu diesem Thema. Zumindest konnte ich keine plausible Antwort herausfinden.

Darüber hinaus scheint es derzeit noch Probleme mit der Übertragung der CD-Cover auf die mobilen Geräte zu geben. Auf meinem iPad fehlt leider das eine oder andere, obwohl in iTunes alle Cover vorhanden sind.

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr die gleichen Beobachtungen oder verhält sich iTunes Match wie erwartet?

P.S. Bevor gleich jemand meckert ;) Ich weiß, das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau. iTunes Match ist ein großartiger Dienst, den ich nicht mehr missen möchte, gerade bei der Anzahl an Macs und iOS Devices, die quasi ab sofort überall die gleiche Musik-Library zur Verfügung haben.

LINKS
http://www.apple.com/icloud/features/

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

25 Kommentare

  1. Lustig, habe exakt genau die gleiche Erfahrung gemacht. Ich habe 5000 Songs und genauso wurden 10 % nicht erkannt, was ziemlich erstaunlich bei meinem seltsamen Musikgeschmack ist ^^

    Und es kann gut sein, (Verschwörungstheorien) dass in Amazon Mp3-Dateien vielleicht teilweise unhörbare Frequezen eingebaut sind, um Raubkopien zu erkennen. Und das bringt die Erkennung durcheinander. Denn eins ist sicher: iTunes Match überprüft die Songs unabhängig von den Metadaten und nimmt diese wohl nur zu weitergehenden Überprüfung. Zumindest hat iTunes Match aus Songs gematchet, die komplett falsch oder gar nicht getaggt sind.

  2. Sprich ich kann iTunes Match nutzen um meine ID3-Tags zu vervollständigen? Wenn die Songs vervollständigt werden ohne die Tags zu berücksichtigen. Was ja logisch wäre. Ansonsten könnte man sich durch taggen ja beliebige Songs freischalten ;)

  3. Ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster und behaupte, dass Apple schlicht nicht alle iTunes Store Titel für Match verwenden kann/darf. Soll heißen, dass mit manchen Labels oder auch mit Künstlern noch nicht abschließend für alle Länder verhandelt wurde. Alternativ könnte es sich bei den “8 von 12 Songs/Album” um eine Special Edition handeln, die es so im Store nicht gibt?
    Weiter könnte ich mir vorstellen, das Match mit jedem Teilnehmer “interligenter” wird, weil ja immer mehr Songs bereits auf den Servern liegen und somit nicht mehr hochgeladen werden müssen, sondern nur noch gematcht werden.
    Hier könnte man ja mal mit 2 Match Accounts experimentieren und eine nicht im iTunes Store erhältliche mp3 reinwerfen und hochladen lassen – dann nach etwas Wartezeit (1 Woche?) auf nem anderen Account die gleiche mp3 zu iTunes hinzufügen.
    Wenn’s dort dann auch hochgeladen wird, werden die Benutzeruploads nicht in den Matchvorgang aufgenommen, ansonsten schon :-)

    • Das macht es ja so merkwürdig:

      Das Album ist in exakt der ‘hochgeladenen’ Form im iTunes Store vorhanden. ID3-Tags, Songlänge usw. stimmen auch. Dennoch werden nicht alle Songs vom Album von iTunes Match erkannt.

      Aber generell kannst du natürlich Recht haben. Da spielen zu 100% Rechtefragen hinein, die mit dem iTunes Store nichts zu tun haben und für iTunes Match anders von Apple bzw. den Labels verhandelt wurden. Nennen wir es mal geordnetes Chaos. Für den normalen Anwender mehr als undurchsichtig.

    • Rechteprobleme kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, bei manchen CDs die ich digitalisiert hab ist es nur ein einziges Lied, das jetzt weder irgendwie bekannt noch als Single oder auch nicht als Special Edition vorhanden ist. Sie wird einfach nicht erkannt.

  4. Julian Pawlowski

    20.12.11, 01:22, #9

    Habe ähnliche Beobachtung bei genauerer Analyse meiner iT DB machen können.
    Die spannende Frage: Wird Apple mittelfristig einmal hochgeladene Songs durch eine Matched-Variante ersetzen, sobald sie verfügbar wird?

    Erklärtes Ziel von Apple ist doch sicher, sich jetzt anzusehen, welche Songs nicht gematched werden konnten und zum einen den Algorithmus dafür zu verbessern, falls der Song doch bereits in iTunes ist und zum anderen natürlich die fehlenden Songs bereitzustellen (wobei es mich schon wundert, dass Apple da nicht bereits mehr vorsorgen konnte; immerhin haben sie schon Genius seit langer Zeit aktiv, was gewiss damals schon auch im Hinblick auf iT Match als “Datenkrake” konzipiert wurde).
    Für 25€/Jahr ist es ja nicht wirklich wirtschaftlich oder ökologisch sinnvoll, wenn jeder durchschnittlich 20-30 GByte an eigenen MP3 bei Apple ablegt. Auch ist es so eine Sache mit der Redundanz und der Verfügbarkeit. Eine einzige Datei, auf die alle gemeinsam zugreifen, lässt sich viel einfacher/kostensparender über den Globus verteilt in mehreren lokalen Rechenzentren vorhalten. Die hochgeladenen Dateien werden gewiss anders/schlechter behandelt und hier wird es über kurz oder lang zuerst zu Problemen in der Erreichbarkeit kommen. Wobei man sagen muss: iTunes Match uploads gehen ja aktuell direkt zu Amazon AWS Europa. Das ging problemlos und bei mir mit durchgängig 10MBit/sec. Sollte Apple aber mal von Amazon und Microsoft als Partner für die Standorte außerhalb der USA zu einem eigenen, noch zu errichtenden, Rechenzentrum wechseln… da traue ich Apple derzeit weniger Kompetenz zu als Amazon AWS (wer nichtmal einen einfachen E-Mail Dienst ausfallfrei bereitstellen kann…).

  5. Seit einigen Monaten erkennt ja Genius auch Songs von Bands, die gar nicht auf iTunes vertreten sind, z. B. von Tool, was ja jahrelang nicht funktionierte. Wer weiß, was da im Hintergrund gespielt wird.

    Aber mal eine Frage, die ich so noch beantwortet gesehen habe. Was passiert mit manuell gepflegten Tags wie Lyrics oder eigene Genres? Gelangen die trotz Match auf ein iOS-Gerät oder hat man da was unterschiedliches auf beiden Geräten? Oder Matcht iTunes dann einfach nicht. Demnach würde bei mir ja kein Song gematcht, da ich generell alle Metatags überarbeite (Genres, ReplayGain, Lyrics und teilweise die Schreibweisen) und „meine“ Cloud wäre ruckzuck voll. In iTunes gibt’s ja sogar Alben mit falscher Trackbenennung (RUN 10 vom C64 Orchestra).

    Und was ist, wenn ich den iPod bzw. das iPhone in iTunes so konfiguriert habe, dass es nur 128kb Songs erhält damit mehr drauf passt? Das macht ja gerade mit dem neuen WiFi-Sync endlich richtig „Spaß“. Oder hebelt iTunes Match das aus und löscht es dann willkürlich Songs vom Gerät?

  6. Könnte es sein, dass sie bereits hochgeladene irgendwann auch zum Matchen nehmen? Das würde erklären, warum man manche nicht kaufen kann, sie aber trotzdem erkannt werden.

    Rapidshare verwendet diese Technologie auch um Traffic zu sparen

  7. Was mir jetzt auffällt ist, dass einige Cover verschwinden und durch durch das Standardbild ersetzt werden, obwohl vorher das richtige Bild von mir händisch eingetragen wurde.
    Ansonsten kann ich dir Vorposter bestätigen.

  8. Apple wird doch sicherlich mit Storage Deduplication arbeiten. Damit hätte sich das Speicherplatz Problem an vielen Stellen erledigt (z.B. bei Amazon MP3s)

  9. Pingback: iTunes Match – Fluch oder Segen | Alles Roger

  10. Mir ist auch noch etwas anderes komisches aufgefallen:
    Ich habe einen Track in meiner iTunes Bibliothek gehabt der als Albumtitel “-” hatte und kein Albumcover. Da der Track nicht gemachted und nur übertragen wurde, hab ich mir gedacht ich ändern mal Name, Interpret und Album und alles richtig. Dann hab ich nochmal iTunes Match laufen lassen. Der Song wurde immer noch nicht gefunden und bleibt somit übertragen… ABER: Plötzlich ist bei dem Track ein Albumcover vorhanden und ich habe es überprüft, es ist das richtige. Also hat iTunes den Track sehr wohl erkannt. Aber warum läd es ihn dann hoch statt ihn zu “matchen”?

  11. Pingback: Wie funktioniert iTunes Match?

  12. Bei mir ist es noch etwas ärgerlicher: Songs werden FALSCH gemachted und dann werden falsche Dateien auf die anderen Devices geladen. Beispiel: Ich habe die LIVE CD von The Who “Join Together” von CD importiert. iTunes hat die Hälfte der Songs erkannt, die andere Hälfte nicht. Für die erkannten wurden dann aber auf den anderen Geräten alte Studioversionen heruntergeladen von irgendeiner CD, die mit der LIVE-CD gar nichts zu tun haben! So kann man sich mal schnell schön vorhandene Lieder falsch überschreiben, wenn man die Mediathek oft genug von verschiedenen Geräten hin und her synchronisiert ;-(

  13. Da merkt man, dass keine wahren Musikliebhaber dahinter stecken. Die würden so was per Design respektieren. Die ganzen Online Stores sind ja ebenso nicht von wirklichen Musikliebhabern konzipiert, sonst wären in jedem Song die Lyrics drin und nicht jeder Track eines Albums würde das gleiche Genre tragen.

  14. Ich glaube das hier lala unter Oberfläche werkelt, und Lala war iTunes vom Sortiment her, zwar nah dran aber halt nicht das selbe.

    Der Erkennungsalgo von Lala war ganz gut, aber auch kamen so Effekte auf bei mir.

    Gebt dem Dienst mal ein wenig Zeit, und hebt die Musik (iTunes.DB) irgendwo offline auf, denn sicherlich kann man was verlieren wie hier beschrieben.

  15. Meine Erfahrungen und eine böse Vermutung zu iTunes Match:
    Nachdem ich den Dienst abonniert hatte, lief der Prozess sehr lange (ca. 3 Tage!). Ca. 7000 von rund 10000 Titeln wurden nicht erkannt und folglich auf die Cloud geladen.
    Nachdem ich die Titel auf meinem Mac gelöscht und von der Cloud wieder runtergeladen hatte, erschienen – oh Wunder – fast alle trotzdem als “abgeglichene AAC-Datei” mit 256 kBit.
    Nach der ersten Freude kamen aber bald Zweifel auf, ob die Dateien tatsächlich mit einer höherwertigen Datei aus dem iTunes Store ausgetauscht wurden oder nur meine ursprünglichen MP3-Dateien auf 256 kBit AAC “aufgeblasen” wurden. Ich konnte (bin selber Musiker) nämlich keine Klangverbesserung feststellen. Zum Test kaufte ich einen Song aus dem iTunes Store und verglich ihn mit dem gleichen Song (der “abgeglichenen AAC-Datei”) aus der Cloud.
    Fazit: Der gekaufte Song wies eine wesentlich bessere Qualität auf (klarer, durchsichtiger, frischer).
    Ausserdem wunderte ich mich, dass beim Kauf keine Meldung kam: “Sie haben diesen Song bereits in ihrer Cloud”. Das wäre ja die logische Folge, wenn der Song dank iTunes Match tatsächlich aus dem iTunes Store stammen würde.
    Momentan fühle ich mich ziemlich verapplet:
    Ich bin stolzer Besitzer einer um ca. 30 GB angewachsenen iTunes Bibliothek ohne jegliche Klangverbesserung!
    Ausserdem hat nun jede meiner Dateien meinen digitalen Fingerprint (was allerdings kein Problem ist, da alle Titel legal erworben wurden).
    Was kann ich nun machen, um doch noch in den Genuss der verbesserten Dateien zu kommen?
    Viele meiner Musikstücke sind nämlich durchaus im iTunes Store vorhanden.
    Gibt es eine Möglichkeit, diesen “Match-Prozess” nochmals laufen zu lassen?

  16. Sher schön geschrieben! Deckt sich in etwa mit meiner Erfahrung. Ca. 75% der Lieder werden gematched. Was mich etwas wundert: Ein paar Lieder werden mehrfach gematched, aber nicht als Duplikate erkannt.

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