Artikelformat

Growl, das Growl Framework und der Port 23053

Als Growl in Version 1.3 im Oktober 2011 im Mac App Store erschien, war die Vorfreude immens. Direkt gekauft, folgte die Ernüchterung auf dem Fuße: Die App funktionierte nicht so wie sie soll und schnell waren die ersten wirklich miesen Bewertungen im MAS.

2012-01-06 10h24_25

Es stellte sich aber schnell heraus, dass nicht Growl selbst, sondern das von den Growl-unterstützenden Apps verwendete Growl Framework veraltet ist. An dieser Stelle kann aber der Growl Version Detective, welcher über die Growl-Downloadseite kostenlos verfügbar ist, weiterhelfen.

Dort gibt es ein Framework-Tab, in dem alle Apps aufgelistet sind, die Growl unterstützen. Im rechten Feld sieht man die von der App verwendete (Growl-)Framework Version.

 Bildschirmfoto 2012-01-05 um 22.13.04Bildschirmfoto 2012-01-05 um 22.14.00

In meinem Fall, auf einen MacBook Air (mid 2011) mit OSX 10.7 Lion, war es so, dass alle Apps, die nicht mindestens das Framework 1.3.x hatten, mit Growl 1.3.x keine Notifications von sich gaben. Aber auch hier hilft der Growl Version Detective, denn man kann das Framework für die einzelnen Apps upgraden. Wer mit dem Risiko der anschließenden Warnung leben kann, wird auch ab sofort wieder von dieser App Growl-Notifications bekommen. Bei Problemen kann man das Framework über den gleichen Weg wieder downgraden.

Um diesen ganzen Aufwand zu umgehen, könnte man natürlich auch die weiterhin kostenlose Growl-Version 1.2.2 einsetzen. Leider versagt diese Version auf meinem MBA komplett ihren Dienst und ist für mich daher unbrauchbar. Die extra für Lion gepatchte ‘neue’ Version von Growl 1.2.2f1 habe ich leider noch nicht ausführlich testen können.

Ein weiteres ‘Problem’, welches sich bei Growl stellt, ist der Netzwerkverkehr. Growl nutzt den TCP-Port 23053 für die Kommunikation mit den Apps. Daher muss die Firewall, ich setzte hier Hands Off! ein, derart konfiguriert sein, dass Growl auf alle INCOMING CONNECTIONS beim Port 23053 horcht. Andernfalls werden keine Notifications angezeigt.

Bildschirmfoto 2012-01-05 um 22.03.20

Hinzu kommt, dass alle Apps, die Growl 1.3.x unterstützen und demzufolge Notifications melden sollen, ebenfalls Freigaben in der Firewall benötigen. Die Kommunikation erfolgt hier ebenfalls über Port 23053, dieses Mal sind es aber OUTGOING CONNECTIONS, ausschließlich auf localhost.

Bildschirmfoto 2012-01-05 um 20.51.43

So weit so gut. Die Apps senden, Growl empfängt… alles logisch.

Möchte man meinen, denn bei Oliver, der vom MBA abgesehen quasi ein identisches System mit gleichen Softwareversionen von Growl, Hands Off! & Co. besitzt, gibt es das Phänomen, dass für die Apps, die Growl unterstützen, keine outgoing connections in der Firewall konfiguriert werden müssen.

Das macht mich natürlich etwas stutzig. Den Grund dafür konnten wir bisher noch nicht herausfinden und an meiner etwas neueren Hardware wirds wohl kaum liegen.

Fragen über Fragen… Vielleicht kann jemand von Euch einen kleinen Hinweis geben.

Growl (AppStore Link) Growl
Hersteller: The Growl Project, LLC
Freigabe: 4+
Preis: 3,59 € Download

LINKS
http://growl.info/
https://bitbucket.org/pmetzger/growl/overview
(inspired by)

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

12 Kommentare

  1. Würde mich nicht wundern.
    Die Notifications laufen ja nicht wirklich übers Netzwerk, sondern über das Loopback-Interface auf Adresse 127.0.0.1

    Kann gut sein, dass die Firewall eine Tickbox hat, die jeglichen Verkehr auf dem lo-Interface erlaubt. Ist zumindest sehr häufig – weil mit sich selbst soll der Rechner ja reden dürfen :)

    Warum die Herren von Growl für die lokale Kommunikation nicht einfach einen Socket nutzen bleibt wohl ihr Geheimnis.

    • Kann es sein, dass das an irgendwelchen AppStore Richtlinien (Sandboxing usw.) liegt und deshalb der Weg per TCP/IP gewählt wurde?

      • Das wäre auf jeden Fall mal schön zu wissen, denn mit Growl 1.2.2 (keine App, sondern ein Preference Pane) und Snow Leopard hatte ich derartige Meldungen von Hands Off! nicht.

  2. Ich habe auch ein MBA Mid 2011 mit Lion 10.7.2. Bei mir läuft die ganz normale Growl-Version 1.2.2 als Preference Pane ohne jegliche Probleme.

    • Hmm, tja keine Ahnung.

      Ich habs mehrfach installiert und deinstalliert (mit dem Growl uninstaller und auch per Hand). Leider ließ es sich nicht zum Funktionieren überreden. Selbst der schnöde Vorschauknopf in den Einstellungen funktionierte nur sporadisch. Die Notifications ansich gar nicht. Version 1.3 funktioniert dagegen (bis auf einige Aussetzer) problemlos.

  3. Ich denke die Growl-Entwickler haben es sich einfach gemacht und setzen nur das jeweilige Interface für Port 23053. Wenn Netzwerkbenachrichtigungen aktiviert ist geht es halt auch über en0/1 statt nur über Loopback. Das ist vom Verfahren völlig in Ordnung. Bei mir ist in der Apple-Firewall eingehende Nachrichten blockieren aktiviert und Growl arbeitet einwandfrei

    Ich benutze TCPBlock als Firewall für die Blockierung ausgehender Requests (kost nix aber gut genug). Die Anfragen gehen über das Loopback Interface 127.0.0.1. Auch dort ist Growl blockiert und läuft trotzdem –

    Bei mir MBP late 2008, Lion, 8GB RAM liefen aber auch alle anderen Growl Versionen einwandfrei (also auch der Fork) – “upgedatet” hab ich eigentlich nur, um die Entwickler zu unterstützen

    Ich glaub auf Deinem MBP ist noch mehr verbogen …

  4. Also mit LittleSnitch habe ich noch nie solche Growl-Interaktionen erlebt.

    Allerdings sind in LS auch alle Verbindungen ins lokale Netzwerk standardmäßig erlaubt, worunter wohl auch 127.0.0.1 fällt ;-)

  5. Pingback: Mac: Adium IM Version 1.5 veröffentlicht | aptgetupdateDE

  6. Pingback: Growl mit großem Update | aptgetupdateDE