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Aperture 3 + Lion = Speicherfresser

Einige haben es in einem der letzten Podcasts ja bereits gehört, ich war nicht wirklich zufrieden mit der Geschwindigkeit von Aperture 3 auf meinem MacBook mit 4 GB Ram unter Mac OS X.7 Lion, was noch freundlich untertrieben war.

Um das zu verstehen, muss ich kurz ein wenig ausholen, aber keine Sorge, das wird jetzt kein Leidensweg.

Ich nutze noch immer mein 2009 gekauftes MacBook (Alu Unibody) und war mit Aperture 2 und Snow Leopard eigentlich sehr zufrieden. Die Geschwindigkeit war in Ordnung (klar, schneller geht immer), nichts wo man einen Geschwindigkeitsrausch bekommen würde, aber war eben ok.

Nach dem Update auf Lion und Aperture 3 diese Zufriedenheit schnell dahin und schlechte Laune machte sich breit, denn jeder Bearbeitungsschritt zog jetzt immer einen Beach-Ball gefolgt von einer Pause zwischen 10 und 20 Sekunden nach sich. Ich sag euch, das nervt! Muss man nur 30-40 Bilder bearbeiten, geht es vielleicht noch, warten aber 600 Bilder auf die Bearbeitung nach einem Shooting, kommt schnell Frust auf und die Bearbeitung dauert Stunden! Aber was tun?

Nun, ich hatte 3 Optionen:

  1. Ein neues MacBook kaufen, obwohl ich eigentlich mit meinem bisherigen Arbeitsgerät sehr zufrieden war.
  2. In mein MacBook eine SSD einbauen?
  3. Es erst einmal mit mehr Speicher versuchen?

Nun, die Entscheidung ist schnell gefallen, da ich mir ein neues MacBook Pro aktuell weder leisten kann noch möchte (denn dann müsste da auch eine SSD drin sein). Eine SSD alleine ist mir aktuell einfach zu teuer, in einer Größe, die ich meine haben zu müssen (min. 500 GB)! Also mal ein wenig gesucht und gesehen, dass 2 x 4 GB Ram gerade einmal knappe 50 Euro kosten.

Ok, die Entscheidung war schnell gefallen und die 2 x 4 GB Ram bestellt (das war im November 2011) und eingebaut. Und wieder einmal bestätigt sich ein oft gehörter Spruch in diversen Foren: „Ram lässt sich nur durch eines ersetzen: Noch viel mehr Ram!

Seit dem Upgrade des Speichers läuft auch Aperture 3 unter Mac OS X.7 Lion wieder zufriedenstellend, wenn man eben berücksichtigt, dass die Hardware schon einige Zeit auf dem Buckel hat. Aber durch die 50 Euro Investition habe ich meinem Arbeitsgerät hoffentlich noch einmal gute 2-3 Jahre Zeit verschafft.

Tipp: Das MacBook (Alu-Unibody) Late 2009 wurde anfangs bis maximal 6 GB verkauft und in der ersten Version konnte man zwar 8 GB einbauen, es wurden aber nur 6 GB erkannt und genutzt. Ein EFI-Firmware-Update später machte es aber möglich, die vollen 8 GB Ram nutzen zu können! Einfach mal ein wenig Googlen ;)“

Autor: Stefan

Der aus Mönchengladbach mit der Raute im Herzen! Kann mit Computern grundsätzlich umgehen, ist aktuell jedoch mehr sportlich motiviert mit seiner Kamera in den Stadien von NRW unterwegs.

13 Kommentare

  1. Bei meinem iMac 2009 war es auch so, Aperture lief mit Lion seeeehr träge. Dann hab ich auf 12 GB RAM aufgerüstet, kostet ja heutzutage so gut wie nichts mehr. Seitdem läuft (nicht nur Aperture) alles sehr flüssig. Wenn man sehr viele Fotos bearbeitet und dann mal checkt, was Aperture an Speicher nutzt, das ist schon enorm. Nach dem Motto, es wird viel zur Verfügung gestellt also nutzt man auch viel kommen da schon mal über 8 GB RAM zusammen :)

  2. Zum Glück führen alle erwähnten Schrauben zum Erfolg. Dank SSD läuft Aperture 3 auch auf meinem MBA (13″, i7) mit leider nur 4GB RAM ausreichend schnell.

    Ist Lightroom eigentlich nennenswert flotter?

  3. Lightroom läuft in der aktuellen Fassung auch auf deutlich älteren Macs flüssig (natürlich dauert das Rendern von Raw-Dateien)

  4. Bin vor zwei Jahren schweren Herzens auf Lightroom umgestiegen, weil mein alter iMac nicht mehr als 3 GB RAM konnte. Erstaunlich, wie flüssig es damit geht. Der Umstieg ist ein Problem, weil der Workflow unter Lightroom einfach anders ist. Aber schau Dir die Lightroom-Workshops in Timos Undsoversum mit Chris Marquardt mal an. Ich will nicht mehr zu Aperture zurück.

  5. Also meine persönliche Meinung: Die Speicherverwaltung von Aperture 3 ist einfach Müll! Wie kann es sein, dass allein der Export von nur 1-3 Bilder zum Teil 5 GB Ram benötigt? Von Lightroom habe ich es nur gehört, bei Phase One habe ich es selber getestet, auch da lief alles schon sehr viel flüssiger schon bei 4GB.

    Ich habe aber meinen kompletten Workflow auf Aperture angepasst und wenig Zeit und Lust mich da umzustellen, von den Kosten einer neuen Software einmal ganz abgesehen. Nun, ich bin jetzt so weit zufrieden. Am Ende muss jeder sehen, wie er seinen Frieden findet. Ich kann jeden verstehen, der die Software wechselt. Ich war froh mit diesem für ich günstigsten Weg einen Erfolg gefunden zu haben. Hätte das aber nicht geholfen, hätte ich die Software gewechselt.

    Da fällt mir ein, ich wollte noch das neue „AfterShot Pro.“ von Corel testen … vielleicht später.

  6. Aftershot Pro habe ich mir auch schon angesehen und mir hat vor allem gefallen, dass die Software auf allen drei Plattformen lauffähig ist. Muss mir wohl mal ne Trial laden. Wie sieht es dort mit Plugins aus; im Speziellen HDR und Werkzeugen vergleichbar zu Dfine und Viveza?

    Lightroom fällt mit seinen $300 (bzw. aktuell $150) preislich ein wenig aus dem Rahmen, da mir dort die in Aperture 3 eingeführten und liebgewonnenen simplen Bearbeitungswerkzeuge fehlen.

  7. Aperture ist selbst mit neuster Hardware, SSD und Schnickschnack furchtbar lahm, vor allem wenn die gleichen RAWs im iPhoto 09 sich beinahe ohne Lade- und Berechnungszeiten anzeigen und modifizieren lassen. Es sind zwar immer nur wenige Sekunden, aber die sind grade beim rumprobieren sehr ärgerlich.
    Ich mag Lightrooms UI nicht besonders, man fühlt sich dort zuweilen wie auf einer schlechten Flash-Webseite, aber die Performance ist dort um einiges besser.

  8. Das ist eine gute Idee. Ich nutze auch diese Konfiguration und hatte bisher nicht geglaubt, dass die Geschwindigkeit durch die Speichererweiterung steigt. Welche Module hast du gekauft?

  9. Die Speicherverwaltung so einiger Apple-Apps ist momentan totaler Müll. Das ist nicht nur bei Aperture so, sondern auch bei Safari oder Xcode. Wahrscheinlich bei den anderen iApps auch. Das liegt an dem miesen Speichermodell unter Lion. Echt, bin sowas von sauer auch Apple. Wie kann es sein, dass 8GB Speicher nicht mehr ausreichen. Ja, genau, 8GB. Macht mal was mit Xcode und Photoshop, dann reichen auch keine 8GB mehr.