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Ein Stift für ein Finger-Touch-Tablet

Vor Kurzem habe ich von den netten Jungs von aptgetupdateDE einen Stift zum Testen bereit gestellt bekommen. Der My Note Pen von Aiptek unterscheidet sich von der Konkurrenz durch eine schmale Stiftspitze und dem sogenannten MyNoteReceiver, der am Dock Connector angeschlossen wird, und soll dadurch ein präzises Schreiben und Zeichnen am IPad ermöglichen.

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Funktionieren tut das Ganze allerdings nur mit der App „Studio Basic+“, die zumindest in der Lite-Version im App-Store frei verfügbar ist. Diese App bietet auch die „Basics“, verschiedene Vorlagen und Hintergründe (kariert, liniert etc.) . Nur erwarte ich ehrlich gesagt von einer Hardware die für ein anderes Stück Hardware entworfen wurde, dass sie in der gesamten Umgebung funktioniert. Doch möchte ich Aiptek das nicht gerne vorwerfen, wahrscheinlich gab es durch die restriktive Produktpolitik von Apple keinen anderen Weg.

Nach dem Laden und Starten der App, kalibriert man den Stift, wählt eine Vorlage aus und beginnt zu schreiben oder zeichnen.

Das präzise Schreiben selbst scheitert am Display des IPads. Es ist einfach nicht ausgelegt für diese Zwecke. Das merkt man durch eine deutliche Verzögerung beim Schreiben und daran, dass der Strich stets etwas links von der Stiftspitze verläuft. Daran kann man sich sicherlich gewöhnen. Ich habe mich nicht genau mit der Technologie des Stiftes beschäftigt, doch können diese Ungenauigkeiten durchaus vom Abstand des Bildschirmes zur Stiftspitze durch das Glas, welches dazwischen liegt, verursacht werden. Wenn dem so ist, hätte man das aber bestimmt softwaretechnisch ausbessern können. Vielleicht ist das Ganze auch so gewollt und man kann sich bestimmt an diese Stiftführung gewöhnen. Viele schreiben aber immer noch oft „analog“ auf Papier, da wird dann eine Umgewöhnung ziemlich schwer.

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Das Zeichnen ist mit dem Stift durchaus möglich, solange diese nicht zu präzise sein sollen, das Schreiben aber ist nur langsam und mühsam möglich.

Allerdings hat der Stift noch weitere Probleme. Im Praxistest wollte ich mit dem Stift zu Hause arbeiten und nach einiger Zeit lässt dann auch mal der Akku nach. Nur ist gleichzeitiges Arbeiten mit Stift und Akkuladen durch den Receiver am 30-Pin Dock Connector (ich wollte jetzt ungerne Buchse als Begriff verwenden) nicht möglich. Auch das hätte man wahrscheinlich durch das Hinzufügen eines Connectors am Receiver beseitigen können. Aber das ist eher ein generelles Problem solcher zusätzlichen Adapter.

Als Letztes steht noch das Problem mit den Batterien im Raum. Benötigt werden 2x SR41- Batterien. Diese sollen 90 Stunden halten. Das haben sie im Praxistest definitiv nicht. Es mag sein, dass uns ein bereits angeschlagenes Gerät zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Doch selbst nach dem Tauschen der Batterien waren diese nach wenigen Stunden oder auch schon nach wenigen Minuten nicht mehr zu gebrauchen. Mag sein, dass dies an den Batterien lag. Da wäre mal vielleicht eine Akkuanzeige durchaus angebracht.

Ich möchte den Stift aber nicht allzu schlecht machen. Er versucht das zu schaffen, was viele sich vom IPad wünschen. Die Möglichkeit handschriftliche Notizen präzise und schnell anzulegen. Doch eben dafür ist es nicht konzipiert.

Ich möchte euch aber auch nicht vom Kauf abhalten, aber euch raten das Gerät ausgiebig zu testen, vor allem für den doch sehr hohen Preis (Unverbindliche Preisempfehlung: 99,00€) im Vergleich zu anderen „Stiften“, die fast genauso präzise arbeiten können.

Ich selber nutze einen Stift für 8,00€. Und bin damit auf iPad und iPhone sehr zufrieden. Besonders im Winter hat er sich oft bezahlt gemacht. (Stichwort: Handschuhe)

Ich werde auf der CeBit die Augen offen halten und mal schauen, ob es vielleicht Alternativen gibt.

Autor: sven

Gastautor und aptgetupdateDE Podcaster - Meine Website und mehr Infos zu meiner Person findet man unter: http://www.schannak.com & auf Twitter: "http://twitter.com/sschannak .

8 Kommentare

  1. Ich konnte den Stift auf dem letzten iOS Treffen in Oberhausen testen und boah…das Ding war grotten schlecht. Den Punkt auf dem Display fand ich zwar noch gut, aber das die tatsächliche Schrift ca. 0,5cm von der Stiftspitze erscheint war nervig. Genaues arbeiten war damit nicht möglich. Jeder 10,- Stylus ist besser als dieser Käse.

  2. Da fällt mir nur noch das Kickstarter Projekt iPen ein. Zwar gibt es zurzeit anscheinend Probleme mit Apple aber es soll bald ausgeliefert werden. Auf dem Video sieht das ganze natürlich gut aus, wie das im praktischen ist weiß noch niemand. Ich suche schon letzt nach einer Möglichkeit auf dem iPad zu schreiben, aber zurzeit gibt es kaum etwas das den Papier komplett überflüssig macht.

    Ich hoffte ja damals lange das Noteslate marktreif wird, aber anscheinend war das nur ein Marketing gag. http://noteslate.com/

  3. Also ich habe auch einen normalen Stylus für 20,- EUR inklusive Kugelschreiber.
    Funktioniert auch ganz gut aber was ein Problem ist, ist dass man beim berühren des Displays mit dem Handballen schnell Schrott produziert.
    Habt ihr das Problem auch?

  4. Ja das Problem kenn ich, das ist auch mein größtes Problem. Deswegen hoffe auf ich das iPen. Das schöne bei iPen, es unterstützt viele dritt Anbieter.

  5. Ich frag mich gerade wofür man überhaupt den Dock Connector benötigt?

    Und um den Preis bekommt man auch schon ein Wacom Bamboo Zeichentablet das wirklich dafür ausgelegt ist!

  6. Nichts, wirklich nichts kann Papier und Stift ersetzen. Die Haptik, das Geräusch eines Kugelschreibers/Bleistifts/Stabilo, der Widerstand, das Papier das beim Zeichnen etwas nachgibt… alles winzig kleine aber sehr ausschlaggebende Dinge, welche für die Experience (Der Begriff „Erfahrung“ trifft es einfach nicht) so wichtig sind und alles digitale unterscheidet. Die wirklich kritischen (teilweise behobenen) Probleme wie Handballenerkennung, Skimming usw. jetzt ausgeschlossen.

    Ich habe vor einem Jahr das iPad gekauft in der Hoffnung, darauf mehr zu zeichnen. Fehlanzeige. Ich bin durch etliche Stylus‘ durch. Immer hat das gewisse Etwas gefehlt.
    Einzig kurze Annotationen in PDF Dateien oder handschriftliche Notizen sind mir geblieben. Das funktioniert ausgezeichnet und ich möchte diese Hilfe nicht vermissen.

    Aber bis das digitale Zeichnen oder längere handschriftliche digitale Notizen ihre analogen Vorfahren ablösen ist es noch ein sehr weiter Weg.

  7. Ich habe jetzt am Wochenende mal „intensiv“ mit UPAD gearbeitet. Damit kann man relativ gut handschriftliche Notizen erstellen. Mal sehen was ich in zwei Wochen darüber denke.
    Kennt ihr noch ähnlich gute Apps für Notizen mit Stift?