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Ring frei für Corel AfterShot Pro

Der Markt der RAW-Entwicklungsprogramme ist mit Adobe Lightroom, Apples Aperture und Capture One recht überschaubar und so möchte wohl auch Corel ein Stück vom Kuchen und schickt jetzt seit Ende 2011 die Software AfterShot Pro in’s Rennen gegen die in der Regel jedem – zumindest dem Namen nach – bekannten Platzhirsche. Da man eine solche Software heute nicht mal eben aus dem Hut zaubern kann, wurde diese kurzerhand zugekauft. Schaut man sich die ehemalige Webseite an, steht es dort quasi schwarz auf weiss:

We’re happy to let you know that Bibble is now part of Corel! In fact, the technology you know and love is at the core of new Corel AfterShot Pro. This exciting release includes a more intuitive interface, truer colors, re-profiled RAW camera profiles and more. Although Bibble will no longer be developed, the Bibble team has joined Corel and we’re already working on product development for future releases.

Auch wenn ich persönlich meinen Workflow in Aperture 3 mittlerweile gefunden habe, ist es nie verkehrt, auch mal über den Tellerrand zu schauen und so möchte ich meine Eindrücke, die ich während der Test gesammelt habe, hier gerne beschreiben. Dazu möchte ich nur kurz darauf hinweisen, dass ich weder “der Profi” bin, noch habe ich Fotografie o.ä. gelernt. Dennoch bin ich als Sportfotograf (alles ausser Fußball!) viel in den Stadien hier in NRW und Umgebung unterwegs und muss nach den jeweiligen Events meine Bilder “entwickeln” … ein guter Punkt, in das Programm einzusteigen.

Während es Aperture von Apple lediglich für den Mac gibt, Kann man AfterShot Pro sowohl für Windows, Mac OS und auch Linux kaufen, was für den ein oder anderen sicherlich nicht ganz unwichtig ist. Aber jetzt erst einmal die Software installiert und gestartet.

Oberfläche (UI)
Die Arbeitsoberfläche macht einen “professionell” Eindruck und man findet sich recht schnell zurecht, wenn man die ein oder andere Funktion von Tonwerten, Helligkeit, Belichtung o.ä. sucht. Fast alle Einstellung zur Bearbeitung sind im rechten Bildbereich als Register, welche seitlich angebracht sind, zu finden.

Dazu merkt man dem Programm die “Multi-Betriebssystemkompatibilität” an, da eben eine “typische” Apple-Oberfläche fehlt. Auch wenn das Programmfenster keine eigene Menüleiste hat, sucht man als Apple-Anwender unter dem Punkt “AfterShot Pro” den Eintrag für die Einstellungen vergeblich, man kann dort das Programm lediglich beenden. Unter dem Punkt “Datei” (ebenfalls eher unüblich) sind dann auch die Einstellungen zu finden.

Vorteil für Umsteiger: Man findet die Menüpunkte, wo man sie gewohnt ist. Nachteil für reine Mac-Anwender: Die UI passt sich eben nicht 100% in das Apple-Universum ein.

Fotos verwalten?
Da ich in der Software noch keine Bilder hatte, wollte ich mal schnell welche “importieren”. Und wenn man die Bildverwaltung von Apple gewohnt ist, wird man hier ein wenig enttäuscht, denn AfterShot Pro hat keine eigene Bildverwaltung, sondern “importiert” diese von dem Platz, wo diese gerade liegen. In meinem Fall war es der Desktop und nachdem ich den Ordner nach dem Import gelöscht hatte, waren eben auch keine Fotos mehr zu sehen.

Man muss hier also selber Hand anlegen und sich entsprechende Verzeichnisse anlegen und seine “Struktur” kennen. Viele Umsteiger von anderen System wollen in diesem Punkt eh die Kontrolle behalten. Ich persönlich habe mich so daran gewöhnt, nicht zu wissen, wo meine Bilder sind, ich muss diese nur finden, wenn ich sie suche. Aber da sind die Geschmäcker einfach unterschiedlich.

Von den ersten beiden Punkten abgesehen, die man auch getrost hätte vernachlässigen können, kommen wir jetzt zur Arbeit mit AfterShot Pro.

Bearbeitung von Bildern
Performance (Geschwindigkeit)

Ich mach es kurz und knapp: AfterShot Pro rockt!

Wer mit Aperture 3 arbeitet und weniger als 8 GB Ram hat, der kennt die Zwangspausen und die manchmal sehr behäbige Arbeitsweise. Nicht so ASP! Die Software ist nicht einmal abgestürzt und hinterlässt so nicht nur einen sehr schnellen, sondern auch stabilen Eindruck. Egal ob man ein Bild beschneiden oder neu ausrichten muss, es dauert nur knapp eine Sekunde, bis das fertige Ergebnis zu sehen ist und man weiter an dem Bild arbeiten kann.

Ausrichten
Ein Punkt, der mir auf Grund seiner “Einfachheit” gut gefallen hat.

Will man ein Bild gerade ausrichten, klickt man auf die Funktion und bekommt einen Pfeil. Diesen zieht man einfach entlang der “schiefen” Linie und das Bild wird dann automatisch gerade ausgerichtet. Im oben Teil ist schön zu sehen, wie “schief” das Bild war. Die Linie und das Fadenkreuz ist vom Werkzeug zum Ausrichten des Bildes. Hat man die schiefe Linie “nachgezogen”, wird das Bild automatisch gerade ausgerichtet.

Kreative Bearbeitung
Erwarte ich von keinem RAW-Entwicklungswerkzeug, dafür gibt es andere Programme wie zum Beispiel Photoshop o.ä. Aber eine Funktion, die in der Produktbeschreibung erwähnt wurde, habe ich mir näher angesehen – Noise Ninja. Gerade bei dieser Funktion sagt ein Bild (drauf klicken!) mehr als Tausend Worte. Rechts das Original bei 100% ohne Noise Ninja – links der gleiche Ausschnitt mit aktiviertem Noise Ninja:

Achtet man auf den Hintergrund oder aber die Wange der Cheerleaderin, kann man schon sehr gut sehen, was Noise Ninja aus dem Bild herausholt, ohne Details – zum Beispiel in den Haaren – zu opfern.

Dinge, die man als Aperture-User vergeblich sucht …

  • Gesichtserkennung
  • Orte zuordnen
  • Wasserzeichen-Funktion

Während ich auf die Gesichtserkennung (nicht auf die Verwaltung!) in Aperture durchaus verzichten könnte, sind Dinge wie die Orte und Wasserzeichen für mich persönlich eine sehr elementare Funktion. Denn wenn ich nach meinen Sportevents erst noch auf 50 bis 100 Fotos meine Wasserzeichen kleben muss, macht das einfach keinen Spaß. Die Bilder müssen “fertig” aus dem Programm kommen. Tun sie das nicht, muss man nachträglich Hand anlegen.

So wie ich das auf der Facebook-Seite von ASP gelesen habe, scheinen sich das auch schon andere gewünscht habe. Wer – wie ich – die Software testet, während er “eigentlich” mit einem anderen Programm verheiratet ist, wird einige Punkte sicherlich positiv finden (wie ich zum Beispiel die Objektivkorrektur, das Ausrichten der Bilder oder die Erweiterung durch Plugins), bei anderen Funktionen vielleicht den Kopf schütteln.

Alles in allem ist AfterShot Pro meiner Meinung nach aber sein Geld wert, wenn man eine gute Möglichkeit sucht, RAW-Dateien zu sortieren, katalogisieren, verschlagworten, im Stapel zu verarbeiten und zu exportieren. Dazu gefällt mir auch die Möglichkeit auf die Schnelle “Webgalerien” zu erstellen, auch wenn das Standard-Layout nicht unbedingt mein Fall war.

Dafür, dass ich das Programm gar nicht kannte, habe ich mich schnell zurecht gefunden und gute Ergebnisse erzielt. Bleibt am Ende die Frage nach der Zielgruppe. Lightroom-User freuen sich sicherlich über den zuletzt gesunkenen Preis der neuen Version 4 und werden wohl kaum zum Umstieg überredet werden können. Reine Apple-User wie ich, die grundsätzlich (nach dem 8 GB Ram Upgrade) zufrieden sind und sich an Funktionen gewöhnt haben, werden wohl ebenfalls nicht so schnell umsteigen, da Apples Aperture 3 im Mac App Store bereits für knapp 65 Euro zu haben ist, während man für Corel AfterShot Pro aktuell knapp 90 Euro über die (virtuelle) Ladentheke schieben muss. Die klare Stärke von AfterShot Pro ist hier wohl die Multi-Betriebssystem Verfügbarkeit (Win, Mac und Linux).

Auch wenn ich persönlich wohl auch weiter meine Fotos mit Aperture 3 von Apple bearbeite, einfach weil der Workflow, den ich mir auf Grund meiner Arbeit angeeignet habe, in dieser Gänze so nicht einfach umstellen kann. Aber es ist schön zu sehen, dass es andere Anbieter ebenfalls auf die Kette bekommen, eine entsprechende Software zu einem auch für “Spaß und Hobby Fotografen” bezahlbaren Preis anzubieten, die mehr als iPhoto benötigen.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei Corel, die uns für diesen Test nicht nur ein Testmuster, sondern auch ein Exemplar zur Verlosung zur Verfügung gestellt haben!

Wer eine Vollversion gewinnen möchte (wird dem Gewinner später zugesendet), muss uns einfach folgende Frage beantworten:

Mit welchem Begriff wird das “RAW-Format” (die Roh-Daten) auch gerne bezeichnet?

  • A: neutrales Nativ
  • B: analoges Positiv
  • C: digitales Negativ

Wer die Antwort weiß, der muss folgende Dinge tun: Schreibt einen “Muss-ich-unbedingt-haben”-Kommentar mit einem kurzen Grund, warum euch die Software interessiert und am Ende, GANZ WICHTIG, der richtige Gewinnbuchstabe!

Noch einmal in Kurzform: Kommentar + Gewinnbuchstabe! Nur wer beides in seinem Kommentar hat, nimmt an der Verlosung teil (die Reihenfolge überlasse ich euch). Einsendeschluss: 31.03.2012 (23:59)

Hinweis: Der Gewinner wird von uns benachrichtigt und nach seiner Anschrift gefragt, da dieser das Paket später direkt zugesendet bekommt. Dafür müssen wir die Anschrift weiterleiten, die Daten also weitergeben! Bitte berücksichtigt das, wenn ihr an diesem Gewinnspiel teilnehmen wollt.

Link: Corel AfterShot Pro Webseite

Autor: Stefan

Der aus Mönchengladbach mit der Raute im Herzen! Kann mit Computern grundsätzlich umgehen, ist aktuell jedoch mehr sportlich motiviert mit seiner Kamera in den Stadien von NRW unterwegs.

34 Kommentare

  1. lol bin #1

    Lightroom 4 regelt!, die neue Version ist ja auch günstiger geworden und somit auch für Hobbyfotographen erschwinglich!

  2. Muss ich unbedingt haben, da ich gerade dabei bin mich von Aperture komplett zu verabschieden und Lightroom mir dann doch noch immer einen Ticken zu teuer ist.
    Und bevor ich mir eine LR-Lizenz kauf, versuch ich dann doch lieber mein Glück und mach hier mit :-)

    Gewinnbuchstabe: C

  3. Bisher nutze ich nur Picasa und den darin befindlichen RAW-Konverter. Da der nicht viele (keine) Möglichkeiten bietet, wäre es Zeit für eine passende Software.

    Buchstabe: C

  4. Ganz einfach: Aperture ist mir zu langsam. 8GB RAM und SSD helfen da wenig. Wenn jede Regleränderung eine Sekunde braucht um gerendert zu werden dann nervt das furchtbar. Auch wenn mir Apples UI sehr zusagt, es muss mal etwas anderes her.

    Buchstabe: C

  5. Ich muss das Programm unbedingt haben, denn ich hab auch ein paar heiße Cheerleader-Fotos die bearbeitet werden müssen. :-D

    Gewinnbuchstabe: C

  6. AfterShot Pro gab es kurzzeitig in Vollversion für’nen Fünfer. – Habe ich mir mal geleistet. Allerdings bin ich privat mit RawTherapee sehr zufrieden, das mit dem CRW-Format auch anscheinend besser umgehen kann.

    Außerdem hat AfterShot Pro noch Probleme mit der Ressourcenverwaltung, scheint es… siehe hier.

  7. Derzeit organisiere und bearbeite ich meine Fotos ausschließlich in iPhoto. Manchmal reicht das natürlich nicht aus, deshalb muss ich dieses Programm jetzt haben!
    Lightroom und Aperture sind mir für gelegentliche Foto-Arbeiten dann doch zu teuer. Dieser Gewinn wäre daher Ideal.

    Antwort: C

  8. Lightroom in der Testversion hat mich nicht wirklich überzeugt, seitem wieder nur sporadische Bearbeitung in PS und ne ganz Effe selbstgestaltette Ordnerstruktur. Schließlich will ich wissen, wo meine Bilder liegen. Sollte sich ASP also recht gut einfügen lassen… Ausserdem höre ich seit Jahren bereits gerne mal ein oder zwei lieder von ASP ;-) http://www.youtube.com/watch?v=wYOabmPQdsI
    Antwort ist natürlich C

  9. Antwort: C

    Bisher nutze ich Aperture. Dies finde ich aber nicht immer ideal und bin daher auch immer auf der Suche nach einer schnellen Alternative.

  10. Ich nutze schon seit langem begeistert Bibble. Da die Entwicklung diverser Plugins nun wohl auf ASP weiter geht und ich auf dem laufenden bleiben möchte (Objektivkorrektur und Co.) möchte ich auf ASP wechseln.
    Als eingefleischter Linuxer gibt es wohl auch keine Alternativen (RawStudio, Rawtherapie sind zwar nett können aber wie so viele andere Programme Bibble bzw ASP nicht das Wasser reichen).
    Lösung: C

    P.S.: Ich hoffe mal, dass Corel zumindest mit ASP ihr Engagement in Linux aufrecht erhalten oder besser noch mal wieder einen Versuch unternehmen und die ganze Corel Suite nach Linux portieren …

  11. Danke für das Review, kannte ich bisher ehrlich gesagt noch gar nicht und hört sich äußerst interessant an. Ich habe leider trotz 8GB Ram in meine MacBook Pro auch ständig den Beachball bei Aperture3, eigentlich kann man damit nicht vernünftig arbeiten, also brauch ich eine Alternative und hier kommt ihr ins Spiel ;)

    Der Gewinnbuchstabe ist: C

  12. Das wäre ja genau das richtige für mich Multi-Plattform-User. Darf man denn eine Lizenz auf allen drei Plattformen installieren?

    Die Antwort hatten ja meine Vorposter schon richtig: C.

  13. NoiseNinja habe ich als Photoshop-Plugin von Picturecode (www.picturecode.com). Wie hiermit auch stärker verrauschte Bilder wieder nahezu verlustfrei entrauscht werden können, muss man einfach gesehen haben. Schon die automatischen Presets reichen für 75% der Fälle.

  14. Wenn man Bibble schon mal benutzt hat, fragt man sich wieso Apple das mit Aperture nicht auch hinbekommt. Ich bin schon vor längerer Zeit von Aperture auf Bibble umgestiegen, weil Aperture auf meinem älteren Macbook Pro einfach unbrauchbar war. Die Katalogfunktionen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber vielleicht macht Corel da ja noch was, die haben ja die Programmierer von Bibble gleich mit eingekauft.

    Achja, C, ich hätt’s auch gerne.

  15. Die Lösung ist natürlich Antwort “C”.

    Ideales Programm als Nutzer von Mac OS & Linux Systemen! Apples iPhoto sagt mir eh nicht wirklich zu, daher wäre das Programm schon sehr nützlich ;)

  16. Eine neues, überzeugendes Programm zum Umgang mit meinen Fotos, das klingt immer gut. Alles andere inkl. des Standards iPhoto reicht da häufig ohnehin nicht.

    Lösung: Buchstabe C

  17. Martin Hoefling

    24.03.12, 14:37, #26

    Muss-ich-unbedingt-haben …
    … hoffentlich wird die Entwicklung/Support für Linux nicht eingestellt.

    Lösung: Antwort C

  18. Zurzeit nutze ich für meine Bilder nur, Gimp. Da ist solch ein Programm wie After Shot Pro deutlich besser in der Bearbeitung von Aufnahmen. Zumal es einen durchgängigen Workflow hat.

    Achja der Lösungsbuchstabe ist natürlich C

  19. Da ich ziemlich ziemlich gerne häufig fotografiere wäre das eine einfachere Möglichkeit diese “kurz” zu optimieren ohne Sie immer aufwendig in Photoshop zu laden…

    Und achja Lösung: C

  20. also, wenn dieses Programm ECHT unter Win, Mac und Linux läuft, wäre ich sehr froh, es besitzen zu dürfen. Daran scheitern ja nahezu alle Alternativlösungen.

    Und die Lösung: C

  21. Oh ja, muss ich unbedingt haben. Ich habe bisher noch keine Foto-Software auf meinem Mac und mit Gimp komme ich irgendwie nicht zurecht. :(

    Antwort C natürlich. :)

  22. Antwort: C

    Bisher ist es bei mir Aperture. Wobei ich da (gerade in Hinblick Lightroom 4) gern nen Update hätte.

  23. Muss-ich-unbedingt-haben, weil ichs unbedingt haben muss und es mir atm nicht leisten möchte.
    Buchstabe: C

  24. Buchstabe C
    Arbeite Primär mit Lightroom, aber bin immer gerne für neues offen zumal jenes Produkt auch um ein paar Euronen günstiger ist…