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11,6 Zoll Ultrabook Showdown · Apple MacBook Air vs. Asus Zenbook UX21E (Teil 1/2)

Dass unser Ausflug zur Cebit 2012 nicht allzu aufregend war, hatten wir ja schon erwähnt. Einzig der Besuch der Blogger-Hütte mit freundlicher Begleitung von Intel war ein kleines Highlight. Wie damals schon geschrieben, konnten uns in diesem Zusammenhang die Ultrabooks von ASUS überzeugen.

Long story short: Eine Visitenkarte später erreichte mich vor ein paar Wochen genau ein solches Gerät zum Testen und Rumspielen.

Dabei handelt es sich genauer gesagt um das ASUS Zenbook UX21E, also der 11,6 Zoll Variante dieses Ultrabooks. Ich will nun versuchen in diesem, und in einem weiteren Artikel, der sich ausschließlich auf Benchmarks konzentrieren wird, einen kleinen Eindruck von diesem Notebook zu vermitteln.

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Heute soll es erst einmal um das Äußere, die Verarbeitung, sowie Haptik gehen. Dabei tritt das UX21E gegen keinen Geringeren als seinen fast identischen Bruder, dem (meinem) Apple MacBook Air, ebenfalls in 11 Zoll, an.

Die Kandidaten

Apple MacBook Air (mid 2011)Asus Zenbook UX21E-KX004V
Prozessor1,8 GHz Intel Core i7 (i7-2677M, Dual Core, Sandy Bridge Architektur)1,6 GHz Intel Core i5 (i5-2467M, Dual Core, Sandy Bridge Architektur)
Arbeitsspeicher4 GB DDR3 RAM (@1333 MHz)4 GB DDR3 RAM (@1333 MHz)
GrafikkarteIntel HD Graphics 3000 mit 384 MB shared memoryIntel HD Graphics 3000 mit 384 MB shared memory
Festplatte256 GB SSD128 GB SSD
Display11,6 Zoll LED-backlit glossy widescreen
- 29,49 cm Diagonale
11,6 Zoll LED-backlit glossy widescreen
- 29,50 cm Diagonale
Displayauflösung1366 x 768 Pixel (16:9)1366 x 768 Pixel (16:9)
Maße (BxTxH)299,5 x 192 x 3-17 mm299 x 196 x 7-17 mm
Gewicht1,08 kg1,1 kg
AnschlüsseWi-Fi 802.11n
Bluetooth 4.0
Facetime Kamera

2 x USB 2.0
1 x Thunderbolt / Mini Display Port
1 x 3,5 mm analoger Kopfhörerausgang
Wi-Fi 802.11n
Bluetooth 4.0
Webcam (0,3 Megapixel)

1 x USB 3.0
1 x USB 2.0
1 x Mini-VGA / Mini D-Sub-S (15-Pin)
1 x micro HDMI
1 x 3,5 mm analoger Kopfhörerausgang
AkkuLithium-Polymer mit 35 Wattstunden und 45 Watt MagSafe NetzteilLithium-Polymer mit 35 Wattstunden und 45 Watt Netzteil
BetriebssystemMac OS X 10.7.3Windows 7 Home Premium SP1 64-bit
Preis (UVP)1.599,00 €

(1.149,00 € für ein, mit dem hier getesteten Asus Zenbook, vergleichbares MBA)
999 €

Vom Prozessor und der doppelt so großen SSD abgesehen, und das werden die folgenden Bilder eindrucksvoll belegen, handelt es sich quasi um identische Ultrabooks.

Gehäuse

Wie an den Außenmaßen schon erkennbar, sind beide Ultrabooks, bis auf wenige Millimeter, gleich groß. Das wirklich 1A verarbeitete Aluminium-Gehäuse macht das Zenbook zu einem sehr wertigen Gerät und es steht meiner Meinung nach auf exakt der gleichen Stufe wie das MacBook Air. Selbst die Spaltmaße und verwendeten Mini-Torx Schrauben an der Unterseite beider Ultrabooks sind identisch.

Mir persönlich ist bei einem Laptop sehr wichtig, dass er beim “Hin- und Herwinden/biegen-Test” in Sachen Steifigkeit bzw. Festigkeit nicht knarrt und ächzt. Durch dieses Unibody-Metall-Konzept wird genau das erreicht. Im Endeffekt aber auch kein Wunder, denn beide Gehäuse werden in China beim gleichen Hersteller produziert.

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Anschlüsse

Ja ja, Ultrabooks und ihre Anschlüsse. Ein leidiges Thema, dass ich gar nicht so kritisch sehe. Durch die Bauhöhe von gerade einmal 17 Millimetern sind die Anschlüsse natürlich schon physisch sehr begrenzt.

Hier hat das Zenbook deutlich die Nase vorne. Während Apple noch überlegt, was USB 3.0 ist, setzt Asus es um. Zumindest einer der beiden USB-Anschlüsse, nämlich der blaue, ist zu USB 3.0 kompatibel. Dazu kommt ein Micro-HDMI Anschluss, der für externe Monitore mehr als nützlich ist. Einen Thunderbolt-Anschluss, wie beim MBA, sucht man beim Zenbook vergebens, dafür hat es aber zusätzlich noch einen Mini-VGA Ausgang.

Dazu muss auch erwähnt werden, dass Asus dem Zenbook zwei Adapter beilegt. Leider keinen Micro-HDMI to HDMI Adapter aber dafür zum einen einen Mini-VGA to VGA (15 Pin) und zum anderen einen USB to Ethernet Adapter. Gerade letzterer ist nicht zu unterschätzen und überaus wertvoll, falls doch einmal irgendwo kein WLAN zu haben ist. Über Form und Aussehen, im Vergleich zum Apple Pendant (im Zubehör erhältlich und nicht im Lieferumfang vom MBA), spare ich mir jeden Kommentar und lasse ein Bild sprechen.

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Tastatur

Dieser Punkt kommt für mich direkt hinter einem nicht ächzenden Gehäuse. Um es kurz zu zu machen: (Fast) alles Super!

Während bei Zenbook an dieser Stelle die Tasten in einer Kunststoffplatte liegen, sind sie beim MBA im Unibody-Gehäuse verbaut. Hier kann man vielleicht ein kleinen Minuspunkt verteilen; dennoch sind sowohl Druckpunkt als auch Tippgefühl angenehm und kaum vom MBA zu unterscheiden.

Was allerdings gar nicht geht, ist die fehlende Tastaturbeleuchtung beim Zenbook. Das hat mich anno dazumal schon nach kurzer Zeit bei meinem alten MacBook (late 2008) mehr als gestört und das tut es auch dieses Mal. ASUS – DRINGEND NACHBESSERN!!!

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Touchfeld

Wieder ein kurzes Fazit vorneweg: Endlich mal ein Windows-Notebook das beim Touchfeld auf separate Tasten verzichtete, bei dem man sich nicht die Finger bricht und das ähnlich gut zu benutzen ist wie bei einem Multitouch-MacBook.

Die Größe, sensitive Eigenschaften, sowie das Gleiten beider Touchfelder ist quasi identisch. Einziger Unterschied: Während beim MBA nichts angezeichnet ist, erkennt man auf dem Zenbook wo die linke und wo die rechte Maustaste zu finden ist.

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Sound

Das Zenbook wird mit dem Label Audio by Bang & Olufsen ICEpower angepriesen. Das bezieht sich natürlich nur auf die Lautsprecher, die durch kleine Auslässe auf der Unterseite des Gerätes links und rechts zu sehen sind. Als Soundkarte wird eine normal Realtek ALC269 verwendet, die kein Hexenwerk ist und nicht anders klingt als die des MBA.

Alleinschon von der Bauhöhe, und das kennen wir alle von den LED-TVs, kann da gar kein toller Sound herauskommen, Bang & Olufsen Boxen hin oder her. Für YouTube, mal ne MP3 oder ne kleine Serie reicht es aber dennoch. Wer mehr will, und das ist beim MBA nicht anders, muss es via AirPlay & Co. auf ein richtiges Soundsystem streamen.

Dennoch ein toller Marketingschachzug von Asus ;)

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Zubehör

Neben den schon angesprochenen beiden Adaptern liefert Asus natürlich noch ein Netzteil mit. Das Design bietet im direkten Vergleich mit dem MBA Pendant… nun ja… schaut einfach aufs Bild.

Der Anschluss dieses Netzteils ist meiner Meinung nach aber alles andere als gelungen. Nun kann man von Asus natürlich nicht verlangen, dass sie den genialen MagSafe-Ansatz von Apple kopieren aber dieser urzeitliche Stecker geht nun wirklich nicht mehr. Einmal kurz übers Kabel stolpern und man bekommt das Zenbook in den Rücken gedroschen (was durch das Alu-Gehäuse alles andere als lustig ist).

Darüber hinaus legt Asus dem Zenbook ein wirklich schickes und brauchbares Notebook-Sleeve bei, dass dem Freiwild-Sleeve meines MBA, bis auf das verwendete Material, kaum nachsteht.

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Verpackung

Muss am Formfaktor der Ultrabooks liegen oder?

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Display

Beide Geräte haben mit 1366 x 768 Pixeln die gleiche Auflösung, was typisch für die 11,6 Zoll Panels ist. In Sachen Spiegeldisplay versuchen sich ehrlich gesagt beide Ultrabooks gegenseitig den Rang anzulaufen. Einen eindeutigen Sieger konnte ich aktuell noch nicht bestimmen.

Die Helligkeit des Zenbook-Displays ist aber dennoch beindruckend. Was weniger beeindruckt ist die Sättigung der Farben. Hier wirkt es sehr blass und fällt deutlich hinter dem MBA-Display zurück. Schade, denn auch für diesen Mangel bekommt das Zenbook einen Minuspunkt.

Zudem sieht man in den Bildern, dass sich das Display beim Zenbook eine Spur weiter nach hinten klappen lässt, was baubedingt bei diesen Ultrabooks leider nicht anders zu regeln ist.

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Sonstiges

Trotz fehlender Tastaturbeleuchtung gibt es hin und wieder eine LED, die beispielsweise die Aktivität des WLAN-Moduls bzw. den On-/Off-Status des Gerätes anzeigt. Außerdem gibt es an der rechten Seite vom Zenbook eine LED, die im zugeklappten Zustand anzeigt, ob sich das Gerät im Standby/Schlafmodus befindet.

Das Aufklappen des Zenbooks wird durch eine kleine Nase/Lasche mittig am oberen Rand des Displays erleichtert. Leider muss man dennoch beide Hände nehmen, da das Display recht fest mit dem Body verbunden ist. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass mein Testgerät recht neu ist und die Bewegungen durch weniges Auf- und Zuklappen noch nicht ‘eingefahren’ sind.

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Lüftung

Ein Thema, auf das ich bei den Benchmarks noch etwas näher zu sprechen komme. Generell wird beim Zenbook die Luft über der Tastatur mit den deutlich sichtbaren Lüftungsschlitzen angesaugt und nach unten herausgeblasen. Sieht vom Design nicht so schick aus und würde meiner Meinung nach von Apple deutlich dezenter gelöst.

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FAZIT

Ohne die noch folgenden Benchmarks zu nennen, kann ich das Asus Zenbook jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem schicken, soliden, neuen Windows Laptop mit Dampf unter Haube ist. Auch wenn sich Asus mit dem Zenbook durch Apple mit dem MacBook Air inspiriert haben lassen mag, bin ich wirklich schwer von der Qualität beeindruckt. Denn sind wir ehrlich: Windows Notebooks sind in der Regel hässlich und aus Kunststoff. Und da macht die Ultrabook-Konkurrenz von Toshiba, HP, Dell, Acer & Co. leider keine Ausnahme. Asus hat es, bis auf wenige Ausnahmen, geschafft, ein tolles Gerät zu produzieren.

Daten zur Akkulaufzeit, Zeit fürs Booten und diverse Benchmarks folgen demnächst. Seid gespannt!

LINKS
http://www.asus.de/Notebooks/Superior_Mobility/ASUS_ZENBOOK_UX21E/
http://www.apple.com/de/macbookair/

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

9 Kommentare

  1. Hej, du erwähntest ja, dass man die Musik via AirPlay streamen sollte, kennst du eine coole Möglichkeit das iPhone als Empfänger zu nutzen und das MBA als Sender? Denn ich finde immer nur die andere Richtung… =/

    Vielen Dank schonmal,

    Dominik

  2. Bravo, endlich mal wieder ein „Mac vs. PC“-Review, dass sich mit Subjektivem angenehm zurückhält und sich auf Fakten konzentriert! Toll gemacht!

    Das Einzige, was sich mir nicht erschließt, sind die Preisangaben in der Tabelle. Kostet ein im Vergleich zum Zenbook fast identisch ausgestattetes 11,6″-Air nun 1599 oder 1149 EUR? Und wenn’s 1149 EUR sind, was hat es mit dem anderen Preis auf sich?

    Dank und Gruß!

    • Mein MBA (mit Core i7 und 256 GB SSD) hat 1.599 Euro gekostet. Wenn du den Core i7 gegen den identischen Core i5 aus dem Zenbook tauscht und die kleinere, 128 GB SSD nimmst, kommst du beim MBA auf einen Preis von 1.149 Euro.

      Damit hast du zwei identisch ausgestattete Ultrabooks, was im Klartext heißt, dass das MacBook Air bei identischer Ausstattung im UVP genau 150 Euro teurer als das Zenbook von Asus ist.

  3. Björn, vielen Dank, super Bericht! Wie Richard schon schreibt, das klingt alles relativ objektiv und bescheinigt dem Zenbook, ein ernsthafter MacBook Air Konkurrent zu sein.

    Rein aus Interesse aber eine Frage: Du schreibst zum Touchpad, dass „das ähnlich gut zu benutzen ist wie bei einem Multitouch-MacBook“. Bedeutet das, dass z.B. Scrollen mit zwei Fingern möglich ist? Und auch Drei- und Vier-Finger-Gesten unterstützt werden?

    Das Touchpad der MacBooks finde ich nämlich einer der größten und wohl ziemlich unterschätzten Vorteile gegenüber einem „normalen“ Notebook. Ich bekomme immer die Krise, wenn ich nur ganz rechts am Touchpad scrollen kann (was dann meist recht schlecht funktioniert) oder den Scrollbalken packen muss. Deshalb arbeite ich an diesen Laptops immer noch mit Maus, während ich an einem MacBook das Touchpad eindeutig bevorzuge.

    Ich habe nie verstanden, warum es die Apple-Konkurrenz (soweit ich weiß und bis heute) nicht geschafft hat, vergleichbare Touchpads zu bauen. Hoffentlich ändert sich das jetzt mit dem Zenbook?! Oder habe ich die Entwicklung einfach verpasst und die Geräte sind schon lange auf dem Markt? :)

    • Richtig, du nutzt das Touchpad quasi genauso wie beim Mac. Mit zwei Fingern scrollst du hoch und runter, wenn auch nicht ’natürlich‘ ;) / mit Daumen und Zeigefinder vergrößerst und verkleinerst du beispielsweise Bilder / mit ‚drei Finger swipen‘ nach oben kannst du die Programme switchen (wie mit Windows-Taste + TAB) u.s.w.

      Was genau bei welcher Geste ausgeführt wird, kann man in den Systemeinstellungen auswählen/einstellen.

      Windows hat an dieser Stelle recht gut aufgeholt und n großes Multitouchpad ist bei solchen Sachen ja zwingende Vorraussetzung aber längst keine Regel in der Windowswelt. Asus hats daher echt gut umgesetzt.

  4. Hmm. Scheinbar hat Apple die runden Ecken tatsächlich patentiert. Und Asus muss einen anderen Radius verwenden, um keine Geschmacksmusterklage zu riskieren.

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