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Review: MoneyMoney · Online-Banking unter Mac OS X

Das Thema Online-Banking unter OS X war hier schon das eine oder andere Mal ein Thema.

Hier muss ich ehrlich gesagt zugeben, dass ich mich bisher ausschließlich auf Outbank konzentriert und den Blick nach links und recht verweigert habe. Ich kann gar nicht mal genau sagen wieso und warum. Da uns aber immer und immer wieder in dem Kommentaren der Artikel zu diesem Thema MoneyMoney empfohlen wurde, habe ich mich hingesetzt und diese App endlich einmal angeschaut. Nachfolgend meine Eindrücke.

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Intro

Das liebe Geld… ein heikles Thema, bei dem die Freundschaft meistens aufhört. Das gilt natürlich auch, wenn man sich den Weg zur Bank sparen und sein tägliches Business zu Hause am Rechner verrichten möchte. Daher sind Vertrauen und Sicherheit extrem wichtig.

Was hat man also für Möglichkeiten?

  1. Web-Browser, was mir persönlich eigentlich immer ein flaues Gefühl in der Magengegend bereitet. Unsichere Plugins und immer cleverer gestaltete Fishing-Seiten tun ihr Übriges.
  2. Spezialsoftware der einzelnen Banken, die meistens wenig durchdacht und zu 99,9% ausschließlich unter Windows läuft.

Eine dritte Möglichkeit sind native Apps fernab vom ‘unsicheren’ Browser oder hässlicher, bankenspezifischer Spezialsoftware, mit der man alle seine Konten, Kreditkarten oder auch PayPal verwalten kann. In genau diese Kategorie fällt u.a. MoneyMoney.

Review

Die Installation von MoneyMoney erfolgt relativ bequem und endnutzerfreundlich über den Mac App Store.

Direkt nach dem ersten Start legt man ein Master-Passwort fest, das dafür da ist, um die App beim Neustart zu entsperren bzw. seine Aktivitäten temporär vor neugierigen Blicken zu schützen.

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Anschließend geht es an das Einrichten der einzelnen Konten.

Das Ganze passiert per Hand und funktioniert, ausgehend von der Bankleitzahl, über die ‘normale’ Benutzerkennung inklusive Online-Pin und HBCI+ und FinTS (256-bit) AES-Verschlüsselung. Ob Eure Bank unterstützt wird oder nicht erfahrt Ihr anhand einer White- bzw. Blacklist auf der Webseite der Entwickler. Einen Import dieser Daten aus beispielsweise Outbank wird leider nicht angeboten.

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Hat man seine Konten und Kreditkarten eingerichtet, findet man sich im eigentlichen Hauptbildschirm wieder, von dem nun alle weiteren Funktionen ausgehen.

Man sieht schon die klare Gliederung, die ohne große Worte selbsterklärend ist.

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Da blanke Zahlen nicht jedermanns Sache sind, hat MoneyMoney auch Torten- und Balkendiagramme integriert. Diese zeitlich begrenzt definierbaren Diagramme stellen Einnahmen und Ausgaben gegenüber, die automatisch durch Überweisungen, EC-Karten-Buchungen, Daueraufträge, Lastschriften u.s.w. kategorisiert werden.

Im Prinzip eine schöne Sache, sofern man hier keine großen Ansprüche hat. Für ein vollwertiges Kassenbuch fehlt hier einfach die Möglichkeit selbst Hand anzulegen und beispielsweise mit regulären Ausdrücken seine eigenen Kategorien zu füllen.

Zudem bietet MoneyMoney Growl Unterstützung, sowie die Möglichkeit die Zusammenfassung seiner Konten über die OS X Menüleiste anzeigen zu lassen.

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Das wichtigste Feature solcher Apps ist aber ohne Zweifel die Möglichkeit Überweisungen, Daueraufträge oder einfach nur Umbuchungen zwischen den angelegten Konten auszuführen.

Dazu klickt man in der Status-Bar auf den Überweisung-Knopf, wählt das Konto, sowie die Vorlage aus und gibt die passenden Daten ein. Hierbei werden alle gängigen TAN-Verfahren (iTAN, mobileTAN, smsTAN, chipTAN, sm@rtTAN, eTAN…) unterstützt.

Außerdem merkt sich MoneyMoney alle derartig ausgeführter Überweisungen und legt so, ohne großen Verwaltungsaufwand, automatisch Überweisungsvorlagen der zuletzt verwendeten Empfänger an.

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Ein ziemlich cooles Feature ist Sm@rtPaste!

Jeder stand schon mal vor dem Problem den Empfänger, Kontonummer oder BLZ aus einer Webseite, PDF-Datei oder E-Mail herauszukopieren.

Mit MoneyMoney hat man die Möglichkeit einen kompletten ‘Überweisungsblock’ mit Cmd+C in die Zwischenablage zu kopieren. Wenn man nun eine Überweisung ausführen will, genügt ein Klick auf Einfügen aus Zwischenablage und alle Daten werden übernommen. It’s magic! ;)

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Des Weiteren kann man mit MoneyMoney eine Volltextsuche in Echtzeit über die verschiedenen Konten durchführen, die auch offline funktioniert. Dabei ist das Suchfeld, eher Mac-untypisch, unten rechts in der Status-, anstatt oben rechts in der Symbolleiste zu finden. Das soll der Sache aber keinen Abbruch tun, denn die Suche ist äußerst performant und man findet so beispielsweise sehr schnell alle Rechnungen seines Blumendealers.

Außerdem steht in MoneyMoney auch eine Exportfunktion der Daten zur Verfügung. An Formaten werden neben CSV, XML, Excel, OFX und MT940 auch Apples Numbers unterstützt. Wem das noch nicht genügt, kann den Datenexport über die MoneyMoney Export API jederzeit durch eigenen Fleiß erweitern.

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Zum Schluss noch ein kleiner Blick in die sehr übersichtlichen Einstellungen. Neben dem Master-Passwort werden hier u.a. Extensions verwaltet. Mit diesen Extensions hat man die Möglichkeit Banken (Commerzbank…) oder Finanzdienste (PayPal…) in MoneyMoney zu integrieren, die keine HBCI-Schnittstelle haben.

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FAZIT

Sehr coole App!!!

Das Einrichten der Konten und die ganze Handhabung gehen sehr leicht von der Hand. Mit ein paar Klicks sind Überweisungen oder Daueraufträge ausgeführt; ohne jeden Schnickschnack oder überflüssigen Informationen. Zur perfekten App fehlt einzig ein Kassenbuch.

aptgetupdateDE Wertung: (9/10)

Der Vergleich mit Outbank drängt sich natürlich auf. Beide Apps sind sehr ähnlich und unterscheiden sich funktional, sofern ich das nach einer knappen Woche Testen beurteilen kann, nur in Nuancen. Während mir das schlichte Interface und Sm@rtPaste bei MoneyMoney sehr gut gefallen, punktet Outbank (ab Version 1.3) mit seiner individuellen Kategorisierung der Umsätze.

Ich kann daher, vom kurzen Testzeitraum von MoneyMoney mal abgesehen, auch nicht sagen, welche die bessere Banking-App auf dem Mac ist. Das wird die Zeit zeigen. Vielleicht aber als Tipp: Wer auf eine Kategorisierung verzichten kann, greift zu MoneyMoney, der Rest schaut sich Outbank an.

MoneyMoney kostet ab heute bis zum 31.07.2012 durch eine Promo über den Mac App Store nur 6,99 Euro (regulär 14,99 Euro), was die App zu einem klaren No-Brainer macht. Darüber hinaus wird über die Webseite vom Berliner Entwickler Raureif (ohne Rabatt) für die regulären 15 Euro eine Download-Version angeboten, die sich im Aussehen und Funktionsumfang von der MAS-Version nicht unterscheidet.

Die Skeptiker unter Euch können MoneyMoney in einer Testversion 30 Tage lang kostenlos in vollem Umfang testen.

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Wer hier übrigens ein Gewinnspiel vermisst… PSSST, ich darf es eigentlich nicht sagen aber schaut vielleicht in zwei/drei Wochen mal wieder vorbei ;)

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

13 Kommentare

  1. Ich kann mich da nur anschliessen. Die App ist wirklich super und der Support reagiert schnell und ist freundlich.

    • Hallo Martin, Sammler werden nicht unterstützt. Ist auch erstmal nicht geplant.

  2. MoneyMoney sieht toll aus. Es hat aber noch ganz viele offene Baustellen. :-(

    Hoffentlich wird die Version 2 besser.

  3. Pingback: Gewinnspiel: MoneyMoney · Online-Banking unter Mac OS X | aptgetupdateDE

  4. Ralf Wöstmann

    18.08.12, 20:06, #7

    Gute optische umsetzung. Aus meiner Sicht könnte das meine nächste Mac App werden. Ob die app Optimierungspotential hat? Dafür wetden wohl ein paar Testtage notwendig sein

  5. Tja, der Bericht liest sich richtig gut nur LEIDER LEIDER bietet das Programm keine Unterstützung für HBCI mit Chipkarte.

    Keine Ahnung warum so wenig Programme dieses Feature haben, ich nutze das schon seit 10 Jahren und hatte noch nie Probleme mit der Sicherheit oder Stabilität.

    Also warum keine “HBCI mit Chipkarte” Unterstützung ?
    Würde das Programm sofort kaufen und wäre sogar bereit einen Aufschlag zu bezahlen.

  6. hey, super optik, sehr übersichtlich, scheint gerade fürden privatmensch eine gute, schnell zu erfassende app zu sein, haben wollen!!!

  7. Tach zesamme,

    wie auch bei OutBank fehlt mir bei dieser Software ebenfalls, dass man nicht mehrere “Benutzer” einrichten, so dass man beispielsweise seine eigenen Konten, die der Freundin, die der Mutter und des Vaters separat betrachten kann.

    Dies ist durchaus sinnvoll, wenn man von mehr als einer Person die Bankgeschäfte übernimmt und beispielsweise in Starmoney schon lange Standard…

    Ansonsten sieht die Software aufgrund des Reviews sehr vielversprechend aus!

    Schöne Grüße

    bwi

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