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Google Keep · Das bessere Evernote?

Gestern Abend wurde Google Keep, eine kostenlose Notiz-App, die über die Cloud auf verschiedene Geräte synchronisiert werden kann, veröffentlicht.

Ein Konzept, wie man es beispielsweise von Evernote seit etlichen Jahren kennt…

Meine kurze Meinung dazu:

Google Wave reloaded?! Ich kann von diesem Dienst momentan nur abraten, erst recht denjenigen, die derzeit Evernote nutzen und mangels Platz oder auslaufendem Pro-Account hastig umziehen wollen.

Zum einen gibt es für Google Keep momentan nur eine gruselig bunte Android– sowie Web-Anwendung und zum anderen wäre es nicht das erste Mal, dass Google über Nacht auch recht erfolgreiche Dienste einfach einstellt. Also wieso ‚umziehen‘, ein Risiko eingehen, Stress heraufbeschwören und Google noch mehr private Daten schenken, wenn sich Evernote über Jahre hinweg auf allen Plattformen mehr als bewährt hat.

Funktional kann Google Keep in seiner initialen Version, von der Listenfunktion abgesehen, Evernote eh nicht das Wasser reichen.

-> http://drive.google.com/keep

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

25 Kommentare

  1. Evernote hat ein funktionierendes „Business“-Model und hat sich über die Jahre kontinuierlich weiter entwickelt. Ich fühle mich dort gut aufgehoben. Bis auf den letzten Passwort-Reset, ein Sicherheitsvorfall, denn Evernote sourverän gemeistert hat, wie ich finde. Google werde ich definitiv keine „neuen“ Dinge mehr anvertrauen. Mein „Glauben“ an diese Firma ist stark gestört nach dem Reader-Aus.

  2. Bei Google gehört ein Verfallsdatum auf jeden Büchsendeckel! Nach dem Reader Desaster … uuund tschüss

  3. Google hätte sich das besser überlegen sollen, ob sie den Reader einstampfen – jetzt haben sie Björns ewigen Zorn auf sich gezogen, wie Flash und Java ;)

    • Genau, bin ja seit letzter Woche mit all meinen Mail bei web.de – war ziemlich überrascht, dass es die noch gibt. Suchanfragen laufen über Bing; Feedy für RSS ist sowieso in aller Munde! Einzig für Google Apps will sich (noch) keine brauchbare Alternative auftun…

      Ach Stefan… manchmal versteh ich deine wirren Argumentationen einfach nicht aber lass uns das Gespräch in 2-3 Jahren fortführen, wenn Google sein Keep abschießt ;)

  4. Nach der Katastrophe mit Reader werde ich mich hüten mich noch weiter von dem Verein abhängig zu machen.

  5. Das mit Google und Dienste-Einstellung ist jetzt ein Running Gag oder wie?

    Es ist natürlich komplett unwahrscheinlich, dass ein anderes Unternehmen Dienste einstellt oder eine kleine Klitsche von einem Großen aufgekauft wird und dann deren Dienste zugesperrt oder nicht-brauchbar gemacht werden.

    Ich nutzte den Reader ja auch gerne und täglich, aber im Ernst, der eine Dienst ist weg und jetzt nutze ich halt etwas anderes. Und?

    • So einfach ist das wohl nicht – es sei denn man hat nicht verstanden, dass Google Reader mehr war, als ein Web-Frontend für RSS.

      Wenn ich Software kaufe, die auf die Google Reader Sync API zugreift, dann verbrennt Google mein Geld, indem es diese Software unbrauchbar macht.
      Das wäre in etwas so, als wenn es nur einen Stromlieferanten gäbe und der, nun ja, mal beschließt, ab Sommer keinen Strom mehr zu liefern…

      • Wer sagt denn, dass diese Apps kein Update rausbringen und somit weiter funtkionieren z.B. mit Feedly, oder mit eigenen Lösungen wie z.B. https://github.com/devongovett/reader?

        Wenn für die App kein Update rauskommen sollte, weißt du ja, über wen du dich eigentlich beschweren solltest.

        • Das ja großartig! Da sind also die Hersteller der Software schuld … Ja genau: wenn Dein Auto von den immer schlechteren Straßen kaputt geht, dann ist natürlich der Autohersteller schuld, weil er den Polo nicht als Geländewagen ausgelegt hat… sonderbare Logik

          • Straßen werden aus Steuergeldern finanziert. Wenn der Staat keine „Straßensteuer“ mehr nimmt, braucht er auch die Straßen nicht mehr instand halten. Dein bereits gekauftes Auto müsstest umbauen lassen, ein neues kaufen oder die Straßen selbst reparieren. Autovergleiche… :D

          • oh je… ? Software hat auch selten Räder, Vergaser etc… Der Staat nimmt auch keine „Straßensteuer“. Und nein, die Kfz-Steuer ist nicht zweckgebunden: schon seit 80 Jahren nicht mehr.

            Aber gut Abstraktion ist nicht jedermanns Sache.

            Ich sag’s doch: es gibt Menschen, die sind mit allem zufrieden – sogar mit Ihrer Unzufriedenheit … In diesem Sinne: noch einen schönen Tag!

          • Ups, es waren einige Vertipper im dritten Satz drin, weil ich einen Halbsatz gelöscht hatte, sorry. Straßensteuer war nicht umsonst in Anführungsstriche gesetzt. Code lässt sich ändern, eine neue Reader-ähnliche API ist auch machbar – soviel zur Abstrahierung. Ich wüsste jetzt nicht welche Rolle Räder etc. pp. da spielen sollten, Made@Gloria hat auch keine Fabrik. Man muss nicht gleich mit allem unzufrieden sein, zumindest wenn dazu kein Anlass besteht.

            Ich hatte eigentlich noch eine viel zu lange Antwort parat, aber naja: Leben und leben lassen. Ebenfalls einen schönen Tag! :)

      • Der Irrtum liegt eher darin zu glauben, der Google Reader sei ein Menschenrecht und mehr als ein RSS-Dienst. Der Vergleich hinkt.

  6. An die Menschen, die sich nun gegen Google Produkte stellen: kennt ihr Posterous? Dicht. Soundcloud? Mal sehen, Twitter hat da was in Aussicht. Tweetdeck? Weg. Tweety? Weg.

    Es kann stetig passieren, dass Dienste oder Apps verschwinden. Davon ab ist bis Sommer noch eine Menge Zeit, in der noch einiges wieder umentschieden / geplant werden könnte.

    • „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“

  7. Hab Evernote bislang nicht bzw kaum (über IFTTT) genutzt – einfach weil es mir persönlich zu überladen war. Keep wäre wohl eine Alternative – aber wie hier von mehreren bereits erwähnt, Google hat bei mir seeeehr stark an Vertrauen verloren.

    Vor einem Monat wäre ich noch ein zufriedener Nutzer dieser neuen App geworden. Jetzt fürchte ich eher irgendwann auch mein gmail zu verlieren.