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Preview: Instacast · Podcast Client für Mac OS X

Über das Thema Podcasts und Apps hatte ich mich ja erst kürzlich etwas mehr aufregen müssen. Apple bekommt es mit seinen eigenen Apps nämlich nach wie vor, trotz idealer Voraussetzungen, nicht auf die Kette plattformübergreifend (Mac OS X, iOS und Apple TV) im Sync zu sein.

Dieses Sync-Problem ist auch der Hauptgrund dafür, dass Third-Party Apps für mich auf diesem Gebiet eher ein rotes Tuch als ein Segen sind.

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Das änderte sich schlagartig, als Anfang Mai 2013 die erste Beta des populären iOS-Podcast-Clients Instacast für den Mac erschien. Nachfolgend mein Review.

Das Interface von Instacast für den Mac ist sehr klassisch in drei Spalten aufgebaut.

Links befinden sich die Abonnements/Subscriptions, in der Mitte die einzelnen Episoden und rechts weiterführende Informationen.

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Neue Abos fügt man über das Plus-Icon unten links hinzu.

Daraufhin öffnet sich ein neues Fenster, in dem man alle Podcasts, die Apple über iTunes zur Verfügung stellt, in den Kategorieren Audio, Video und Enhanced angezeigt bekommt. Darüber hinaus kann man auch in verschiedenen Genre oder über Stichworte nach Podcasts suchen bzw. direkt die Feed URL eingeben.

Wie man sich auch immer entscheidet: Zum Abonnieren muss man den Podcast auswählen und anschließend oben rechts den Subscribe-Knopf drücken.

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Über ein Kontextmenü in der Subscription-Spalte kann man Abos beenden, umbenennen, gelöschte Episoden wiederherstellen, die Podcast URL kopieren oder einfach nur alle Podcasts aktualisieren.

Ähnliches gilt für die mittlere Episoden-Spalte, in der man einzelne  Episoden favorisieren, löschen, herunterladen oder als abgespielt markieren kann.

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Wer mit der linken Subscription-Spalte nicht so ganz glücklich ist, kann diese oben in eine Listen-Ansicht umschalten.

Hier werden neben vorgefertigten, leider nicht veränderbaren ‘intelligenten’ Listen für ungespielt, heruntergeladen, favorisiert u.s.w. auch normale Playlisten angeboten, die per Drag-and-Drop gefüllt werden können.

Neue Listen werden übrigens wiederum unten links über das Plus-Icon hinzugefügt.

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Beim Abspielen von Podcasts hat man nun zwei Möglichkeiten: Entweder das Ganze streamen oder herunterladen.

Durch die letztere Möglichkeit kann man also auch ganz ohne Zugang zum Internet seine Podcasts später anhören bzw. ansehen.

Annehmlichkeiten wie die Unterstützung von Apples AirPlay, sowie dem Springen zu Kapitelmarken, Bookmarks oder der Anzeige einer erstellten Playlist (‘Up Next’) wird selbstverständlich auch angeboten.

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Gerade für Audio-Podcasts ist zudem der Instacast MiniPlayer interessant, der entweder über das Menü oder einen Shortcut angezeigt werden kann.

Über eine Mouseover-Funktion werden hier dann auch die Kontrollelemente des Players sichtbar.

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Dazu kann man seine gerade gehörte oder gesehenen Podcast auch teilen.

Hier stehen neben E-Mail, der Leseliste von Safari und der Nachrichten.app (iMessage) auch Twitter und App.net zur Verfügung. Dazu kann man die Späterlesen-Dienste Pocket und Readabilty nutzen.

Facebook oder Instapaper sucht man in der aktuellen Beta (Version 0.8) noch vergeblich.

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Zum Konfigurieren dieser Sharing-Dienste kann man die Instacast-Einstellungen aufrufen.

Hier kann man außerdem die Größe des Speicherplatz festlegen, der durch Instacast durch heruntergeladene Podcasts belegt wird oder gewisse Dinge zum Abspielen und zur Aktualisierung der Podcasts einstellen.

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Jetzt aber zum wichtigsten Teil der App: Der plattformübergriefenden Synchronisation!

Genau diese Funktion, die über die Instacast Cloud realisiert wird, ist meiner Meinung nach das Killerfeature von Instacast und hebt die App deutlich von iTunes ab.

Sofern man nämlich einen Account, der auch über die iOS-App von Instacast erstellt werden kann, besitzt, sind abonnierte Podcast auf dem Mac und iOS im Sync.

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Preise und Verfügbarkeit

Instacast für den Mac befindet sich momentan in einer offenen Betaphase und ist daher für jeden Interessenten kostenlos nutzbar. Zur Installation wird OS X 10.8 Mountain Lion vorausgesetzt.

Nach abgeschlossener Betaphase wird die App aber definitiv kostenpflichtig. Man kann Instacast auch schon jetzt für den Early Bird Preis von 14,99 Euro kaufen.

-> http://vemedio.com/products/instacast-mac

Die dazu passende iOS-App von Instacast ist Universal und läuft daher neben dem iPhone auch auf dem iPod touch und iPad. Instacast für iOS kostet momentan 4,49 Euro und setzt iOS 6 zur Installation voraus.

Instacast 4 - Podcast Client (AppStore Link) Instacast 4 - Podcast Client
Hersteller: vemedio
Freigabe: 9+5
Preis: 1,79 € Download

FAZIT

Endlich frischer Wind bei den (Desktop-)Podcast Apps!!!

Und auch schon in dieser frühen Beta muss ich Entwickler Vemedio ein großes Kompliment aussprechen. Der angesprochene Sync zwischen Mac- und iOS-Version von Instacast funktioniert tadellos. Dazu läuft die App stabil und ohne große Systemlast.

Als negative Punkte muss ich die sehr eingeschränkte Funktionalität der intelligenten Listen nennen. Da kann man quasi nichts einstellen und nur vorgegebene Listen nutzen. Um nerviges Subscription-Management zu vermeiden, wäre außerdem ein Import vorhandener Podcasts aus iTunes wünschenswert. Darüber hinaus fehlt eine deutsche Lokalisierung.

Schlussendlich ist die App aber noch beta und dafür schon sehr, sehr gut nutzbar. Ich freue mich auf das finale Produkt!

aptgetupdateDE Wertung: (8,5/10)

Und achja: Zum endgültigen Glück, und ich bin mir der Comic dieses Satzes durchaus bewusst, fehlt eigentlich nur noch eine passende App für das Apple TV ;-)

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Firmen und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter, App.net und natürlich per E-Mail.

11 Kommentare

  1. Leider sieht es auf dem Markt der Desktop-Podcast-Clients tatsächlich sehr düster aus. Miro unterstützt zwar auch das Abonnieren und runterladen per Torrent ist aber sehr langsam und behäbig. Instacast gefällt mir hingegen sehr. Die Software ist performancetechnisch gut aufgestellt, bietet viele Funktionen und für mich auch nicht zu vernachlässigen:
    Vemedio (die Firma hinter Instacast) kümmert sich tatsächlich um Standards und Kontakt zur Community. So war ein Vertreter der Firma auch beim Podcast-Workshop im Rahmen der Republica. Der Kontakt zu anderen Projekten, wie Podlove zeigt, dass sich hier um die Zukunft von Podcasts Gedanken gemacht wird.

  2. Mir gefällt der Client auch recht gut. Da ich jedoch Podcasts zu 95% unterwegs höre, sind mir Desktop-Clients auch nicht sooo wichtig.

    Witzig an der Geschichte finde ich, dass die Entwickler ihre eigene Sync-Lösung benutzen und nicht iCloud. Das sagt doch so einiges über den Dienst.

  3. Schöner Review. Bleibt nur anzumerken, dass dank Sync-Lösung die auf dem iDevice gehörten Podcastfolgen via Instacast auf dem Mac (automatisch) geflattert werden können.

    Und Vemedio hat grad vorgeschlagen die Sharing-Plugin-API zu opensourcen. Dann können 3rd Parties ihr Sharing-Ziel nachliefern.

  4. Pingback: Michaels Tagebuch (Preview: Instacast · Podcast Client für Mac OS X)

  5. Ich war recht überrascht als ich etwas von der Desktop App mitbekommen habe. Überrascht weil ich dafür mal so gar keine Verwendung sehe und auch Freunde keine gute Idee hatten.
    Ich höre Podcasts ausschließlich auf mobilen devices und hatte bisher keinen Bedarf eine Desktop App zu nutzen.
    Aktuell nutze ich Pocket Casts auf zwei android Telefonen, die app Synched auch und das klappt super. Leider ist derzeit mein iPad damit etwas aussen vor, aber wenn Pocket Casts for iOS mit der Android Version wieder gleich zieht klappt das dann vielleicht auch mit Cross Platform synch.

    Eine Android Version von Instacast hätte ich mir mehr gewünscht

    • Du siehst keine Verwendung der Desktop-App? o.O

      Video-Podcasts!!! Genau dafür nutze ich übrigens auch das Apple TV sehr oft. Für diese Art von Podcast habe ich nämlich keine Luft das iPad oder gar iPhone zu nehmen.

      • OK, Videopodcasts sehe ich ein. Die konsumiere ich allerdings nicht und daher habe ich weiterhin keinen Nutzen.
        Das man jetzt über diesen Umweg flattern kann finde ich noch recht praktisch.
        Eine weitere mobile App für andere Systeme hätte mehr Nutzen und dann nur ein kleines desktop Backend für Flatter (zumindest für Mac/iOS weil Apple das ja sonst nicht zulässt) und schon wäre mehr erreicht.

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