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It just works. Seamlessly.

Apple hat gestern endlich mal wieder geliefert! Das neue MacBook Pro mit der Touch Bar ist meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Upgrade zur vorherigen Generation.

Trotzdem bin ich etwas unzufrieden.

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Das fängt beispielsweise mit der Wahl des Prozessors an.

Wieso verbaut Apple in diesem Premium-Flagschiff über ein Jahre alte Intel Core i Prozessoren der sechsten Generation? Mit Kaby Lake wird die siebte Generation bereits bei anderen Herstellern angeboten und mir will, vom sicherlich geplanten stillen Prozessor-Upgrade im März 2017, kein plausibler Grund einfallen, warum Apple hier augenscheinlich bewusst auf alte Hardware setzt.

Und dass man die theoretischen 10 oder 20% Leistungszuwachs von der Skylake zur Kaby Lake Generation im Alltag kaum merken wird, sei mal dahingestellt. Ein Geschmäckle bleibt.

Ähnlich skeptisch sehe ich die vier (!!!) USB-C Anschlüsse.

Dass diese Anschlüsse, zumindest über Adapter, universell verwendbar sind, ist toll. An Adapter habe ich mich in den letzten Jahren durch mein MacBook Air auch mehr oder minder gewöhnt. Doch diese Adapter passen leider nicht mehr, so dass man sie jetzt komplett neu kaufen müsste. Warum schafft es Apple also nicht bei einem Notebook, das 1.999 Euro in der Grundausstattung kostet, wie beim iPhone 7 einen schnöden USB-A Adapter beizulegen?! Und wo ich gerade beim iPhone 7 bin: wieso hat das neue MacBook Pro einen 3,5 mm Kopfhöreranschluss? ;)

Es geht ja sogar soweit, dass man derzeit kein iPhone oder iPad dieser Welt ohne Adapter oder ein im Zubehör erhältliches Kabel direkt am Mac laden bzw. synchronisieren kann…

Hinzu kommt, dass ich den mittlerweile leider ausgemusterten MagSafe-Anschluss sehr zu schätzen weiß. Es kommt bei mir bestimmt ein oder zwei mal pro Monat vor, dass jemand gegen das Kabel rennt und es im hohen Bogen wegfliegt. Mit USB-C fliegt das MacBook (Pro) nun hinterher oder es bricht mindestens der Stecker ab. Gibt es hier eigentlich passende Adapter oder andere Lösungen? Ich bin hier irgendwie nicht auf dem Stand.

Das letzte Thema betrifft den Preis.

Dass Hardware ihren Preis hat, ist völlig legitim. Da halte ich es ähnlich wie mit Software. Entweder ist es mir den Preis wert oder halt nicht. Doch was sich Apple mit dem neuen MacBook Pro mit Touch Bar erlaubt, schlägt dem Fass den Boden aus.

Ich habe Apple bisher eigentlich immer dahingegen verteidigt und den Mythos des teuren Apfel-Computers widerlegen können. Konfigurierte man sich nämlich einen nahezu identischen PC, war dieser meistens sogar teurer als der Mac.

Mit dem neuen MacBook Pro gehen mir diese Argumente weitestgehend aus. Ich schaue nur mal auf das Dell XPS 13, das mit der neusten Generation von Intel Prozessoren, wesentlich besserer Konnektivität und ansonsten identischer Ausstattung ganze 700 Euro (derzeit durch eine Promo sogar 800 Euro) günstiger ist… Sind das bessere Design des MacBook Pro, die Touch Bar und macOS diesen Preis wirklich wert?!

Ich werde es auf jeden Fall herausfinden, wenn ich mein Paket in drei bis vier Wochen erhalte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dann etliche Argumente finden werde, die den Mehrpreis rechtfertigen ;)

Um es mit Steve Jobs zu sagen: It just works. Seamlessly.

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Becoming Steve Jobs

Ich bin jetzt nicht der ausgewiesene Bücherwurm. Dennoch lese ich, vorzugsweise in der Urlaubszeit, gerne mal ein Buch (so richtig mit Hardcover).

Biographien haben es mir besonders angetan; egal ob Sportler, Politiker oder eben Ikonen aus der IT-Branche…

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Die wohl bekannteste Biographie über Steve Jobs stammt sicherlich von Walter Isaacson, die im Oktober 2011, kurz nach Jobs Tod, veröffentlicht wurde. Das Buch hat, meiner Meinung nach, zwar seine Längen, ist aber dennoch sehr gut geschrieben und vermittelt einen umfassenden Eindruck vom Menschen Steve Jobs.

Knapp vier Jahre nach Isaacsons Buch erschien 2015 mit Becoming Steve Jobs von Brent Schlender und Rick Tetzeli eine weitere vielversprechende Biographie.

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Ohne jetzt zu viel mit Spoilern um mich zu werfen, sei gesagt, dass Schlenders/Tetzelis Werk so etwas wie ein Gegenentwurf zu Isaacsons Biographie darstellt.

Das mag zum einen daran liegen, dass Freunde oder Kollegen, mit etwas mehr Abstand zum Tod von Steve Jobs, einfach offener und vielleicht auch ohne Hemmungen über ihn plauderten. Zum anderen bildet die Zeit nach der Entlassung von Jobs bei Apple 1985 bis zu seiner Rückkehr im Jahr 1997 das Herzstück dieses Buches, für das The Lost Steve Jobs Tapes die Ausgangsbasis bildete.

Ich finde es aber dennoch schwer zu beurteilen, welche die bessere Biographie ist. Im Gegensatz zu Apple sehe ich persönlich Becoming Steve Jobs als die perfekte Ergänzung zu Isaacsons Buch, das u.a. versucht die dort vermeintlich falsche persönliche Darstellung des “esoterisch veranlagten, starrköpfigen, selbstsüchtigen und tyrannischen IT-Genies” zu korrigieren.

Auch dieses Buch hat ohne Fragen durch teils ausfüllende Erläuterungen nebensächlich erscheinender Details seine Längen. Dennoch gibts von mir eine klare Empfehlung. Das Buch sollte ein Muss für jeden Apple-Fan sein.

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Becoming Steve Jobs erscheint in der deutschen Version beim Siedler Verlag und kostet in der gebundenen Ausgabe beispielsweise bei Amazon derzeit 26,99 Euro. Das englische Original liegt aktuell bei Amazon bei 21,95 Euro. Das Taschenbuch ist entsprechend günstiger.

Dazu gibt es natürlich entsprechende Versionen für das Kindle oder als Hörbuch. Möchte man das Buch auf dem iPad, iPhone oder iPod touch lesen, ist der iBook Store der richtige Anlaufpunkt.

Becoming Steve Jobs (AppStore Link) Becoming Steve Jobs
Hersteller:
Freigabe:
Preis: 21,99 € Download
Becoming Steve Jobs (AppStore Link) Becoming Steve Jobs
Hersteller:
Freigabe:
Preis: 14,99 € Download

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Review: Airfoil 5 · Musik vom Mac oder PC auf externe Lautsprecher streamen

Apples AirPlay war Ende 2010 ein ziemlich heißes Ding. Immer mehr Apps, gerade unter iOS, nutzten im Laufe der Zeit dieses Protokoll, um Musik, Videos oder Fotos auf kompatible Geräte zu streamen. Auf dem Mac wurde AirPlay dahingegen eher stiefmütterlich behandelt. Es gab und gibt zwar vereinzelt Apps, die das Protokoll auch unter OS X unterstützen, aber eine alles erschlagende Lösung gibt es von Apple bis heute nicht.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich 3rd Party Apps, wie eben Airfoil, dieser Problematik annahmen und den Mac (und in diesem Fall auch den PC) in ein flexibel nutzbares AirPlay Device verwandeln.

Bildschirmfoto 2016-02-25 um 14.18.40 Grundlagen

Kurzgesagt ist Airfoil ein sehr smarter Weg, um die Audioausgabe eines bestimmten Programmes vom Mac oder PC auf in Netzwerk verbundene Lautsprecher (1-n Beziehung) zu streamen. Als Protokoll kam dabei in der jüngeren Vergangenheit, und ich spreche hier von Version 4.5, zu der ich Mitte 2011 auch schon ein Review geschrieben hatte, Apples AirPlay zum Einsatz.

Mitte Februar diesen Jahres wurde mit Airfoil 5 das erste große (paid) Upgrade seit über fünf Jahren veröffentlicht. Nachfolgend mein Blick auf die neuen Features der App.

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Was ist neu?

Von dezenten optischen Anpassungen der App, wie etwa größere Knöpfe und Slider, abgesehen, ist das wohl größte neue Feature die Unterstützung von Bluetooth Geräten.

Da Airfoil von einer Quelle zu verschiedenen Outputs senden kann, kann hier nun auch ein Mix aus Bluetooth und AirPlay kompatiblen Geräten wählen, die synchron die gleiche Musik abspielen.

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Neu sind auch die (Lautsprecher-)Gruppen, die in den Einstellungen von Airfoil gebildet werden können. Eine Gruppe umfasst in der Regel mehrere Lautsprecher und wird im Hauptfenster von Airfoil (siehe erster Screenshot) gesondert dargestellt. Anstatt die Lautsprecher also einzeln anzuklicken, kann man auf diese Weise mehrere Outputs mit nur einem Klick anwählen.

Hinter Silent Monitor versteckt sich ein automatisches Trennen von Lautsprecher X nach Y Minuten der Stille. Das hat gerade in Netzwerken, in denen man sich Lautsprecher teilt, Vorteile.

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Außerdem wurde der Equalizer etwas aufgebohrt.

Hatte man in Airfoil 4, zusätzlich zu den vorhandenen Presets, nur die Möglichkeit den Equalizer manuell anzupassen, kann man mit Airfoil 5 seine eigenen Kreationen nun endlich auch abspeichern und später direkt wiederverwenden.

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In den Advanced Speaker Options kann man zudem Lautsprecher, die zwar im Netzwerk hängen aber für das Streamen uninteressant sind, verstecken. Der Vorteil: derart markierte Lautsprecher werden im Hauptfenster von Airfoil nicht mehr angezeigt.

Darüber hinaus kann man hier die eigentlich von Airfoil vorgegebene automatische Synchronisation der Soundausgabe aller Lautsprecher anpassen. Die Latenz lässt sich, wie im Screenshot zu sehen, unabhängig voneinander pro Lautsprecher festlegen.

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Auch beim separat zu installieren Extra ‘Instant On’, welches die Wiedergabe von Audiodaten einer App ohne den Neustart dieser ermöglicht, gab es ein kleines Update: seit ein paar Versionen muss man den Mac nach Update dieses Extras nicht mehr neu starten.

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Als letztes neues Feature möchte ich Airfoil Satellite ansprechen.

Mit dieser kostenlosen App, die derzeit nur für OS X, Windows und iOS (universal) angeboten wird, kann man seinen eigenen Rechner bzw. sein iPhone, iPod touch oder iPad mit einem optional zu setzenden Passwort zum Empfangsgerät machen.

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Des Weiteren kann man die iOS-App als Fernbedienung für die Mac-App von Airfoil nutzen und so neben der Quelle auch die Lautstärke der Audioausgabe und den Output festlegen.

Wie bei der Vorgänger-App Airfoil Speakers, die weiterhin für Android und Linux aktuell und zu Airfoil 5 kompatibel ist, gestalteten sich diverse Tests mit dem iPhone bzw. iPad, Spotify, SoundCloud etc. auf den Mac und umgekehrt problemlos.

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Abschließend noch ein paar Worte zum Airfoil Video Player, der Bestandteil von Airfoil 3 und Airfoil 4 war und mit dem man lokale Videos auf dem Mac abspielen und die Audioausgabe im Sync auf AirPlay kompatible Geräte umleiten konnte: diesen Player gibt es schlichtweg nicht mehr. Mehr Infos dazu sind hier zu finden; der VLC Media Player wird als Alternative App empfohlen.

Preise und Verfügbarkeit

Airfoil 5 kostet für den Mac und Windows jeweils 29 US-Dollar und wird ausschließlich über den Store von Entwickler Rogue Amoeba Software verkauft. Dazu gibt es Upgrade Preise für frühere Versionen von Airfoil und ein Bundle, das beide Desktop Versionen enthält.

Zur Installation werden OS X Mavericks bzw. Windows 7 minimal vorausgesetzt.

-> https://rogueamoeba.com/airfoil

Airfoil Satellite für OS X, Windows und iOS bzw. Airfoil Speakers für Android und Linux sind kostenlose Apps und werden entweder direkt vom Entwickler oder in den entsprechenden App Stores zum Herunterladen angeboten.

Airfoil Satellite
Preis: Kostenlos
Airfoil Speakers for Android
Entwickler: Rogue Amoeba
Preis: Kostenlos

FAZIT

Coole App, die für mich seit Jahren zur Standardausstattung meiner Macs gehört. Auch wenn ich hier nur die jeweiligen Mac- und iOS-Versionen getestet hatte, gehe ich fest davon aus, dass bei Airfoil für Windows ein ähnlich positives Fazit herausgekommen wäre.

Für zukünftige Versionen von Airfoil habe ich allerdings drei Wünsche:

  1. Die Unterstützung von weiteren Audio Protokollen wie beispielsweise Chromecast Audio oder eine direkte Lösung für Sonos, wie SonoAir es macht. Zumindest für Chromecast haben die Entwickler eine zeitnahe Lösung in Aussicht gestellt.
  2. Das Streamen von mehreren unterschiedlichen Quellen an mehrere unterschiedliche Outputs. Dass man quasi die seit Airfoil 2 (wir schreiben das Jahr 2007) bestehende 1-n Beziehung in eine n-n Beziehung wandelt.
  3. Zu guter Letzt bin ich seit meinem Review zum Teufel Rockster XS Bluetooth Lautsprecher vom Stereo-Connect-Modus angefixt. Dass man also zwei identische Lautsprecher zu einem Stereo-Set verbinden kann. Airfoil geht mit den neuen Lautsprechergruppen schon mal in die richtige Richtung. Da geht bestimmt auch noch mehr ;)
aptgetupdateDE Wertung: (9/10)