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Review: Teufel Airy · Bluetooth Kopfhörer

Bluetooth-Kopfhörer sind mittlerweile nichts Besonderes mehr. Ich persönlich schätze die kabellose Freiheit am Kopf sehr und hatte mit dem Teufel Airy im vergangenen Urlaub einen geeigneten Testkandidaten an meiner Seite.

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Beim Airy handelt es sich um einen On-Ear Kopfhörer, was nichts anderes bedeutet, als dass der Kopfhörer auf den Ohren liegt und diese nicht komplett umschließt.

Lieferumfang

  • Teufel Airy BT-Kopfhörer
  • sehr stabile Transporttasche
  • Micro-USB-Kabel
  • 3,5 mm Klinkenkabel
  • Papierkram auf Deutsch und Englisch

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Erster Eindruck

Der Teufel Airy wird in den Farben anthrazit, weiß und ivory (Elfenbein farbend) angeboten und wiegt ca. 150 Gramm. Beim Design hat man auf Experimente verzichtet, so dass der Airy ziemlich schlicht bzw. besser gesagt zeitlos daherkommt.

Der Kopfhörer selber ist in der Höhe verstellbar, besteht aus mattem Kunststoff und ist extrem flexibel. Selbst ohne Transporttasche lässt sich das Gerät problemlos im Rucksack transportieren. Trotz des Kunststoffs sieht der Airy aber sehr wertig aus und besitzt keine scharfen Kanten. Am Bügel ist zudem ein weißes Silikonband verbaut, das beispielsweise zum Waschen abgezogen werden kann.

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Auch die aus Kunstleder bestehenden Ohrpolster lassen sich, gegen den Uhrzeigersinn gedreht, abnehmen und reinigen. Durch das im Zubehör erhältliche Airy Color Kit kann man seinen Kopfhörer sogar individuell gestalten. Die Polsterung am Ohr ist angenehm weich, so dass auch nach längerer Nutzung keine Druckstellen entstehen.

Technologie

Für die Techniker unter euch sei gesagt, dass Teufel beim Airy auf Bluetooth 4.0 mit dem aptX audio codec setzt, was ein kabelloses Streaming in CD-Qualität ermöglicht. Für den bassstarken Klang sorgen 40-mm-Linear-HD-Treiber, die von Neodym-Magneten angetrieben werden.

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Der Frequenzbereich der Kopfhörer liegt zwischen 20 Hz und 19,5 kHz; der maximale Schalldruck bei 100 dB.

Im Alltag

Die Kopplung der Kopfhörer erfolgt per Bluetooth oder NFC. Beide Methoden funktionierten in meinen Tests mit verschiedenen Geräten problemlos. Einzig bei der PlayStation 4 (XBox One konnte ich nicht testen) fand ich keine Lösung, was mangels eines hinterlegtem Profils aber Sony anzukreiden ist. Dieses Problem haben leider sehr viele BT-Kopfhörer.

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Sollte zur Kopplung übrigens mal ein PIN-Codes nötig sein, ist dieser werksseitig auf 0000 festgelegt. Ebenfalls komfortabel: es werden bis zu sechs unterschiedliche gekoppelte Geräte vom Airy gespeichert, was einen unkomplizierten Wechsel ermöglicht.

Möchte man seine Musik nicht vom gekoppelten Gerät aus steuern, kann man beim Airy verbaute Bedientasten an der Ohrmuschel nutzen. So lassen sich hier Befehle wie Play, Stop, Vor und Zurück umsetzen. Die Laustärke wird über ein im Teufel-Logo integriertes Rad gesteuert. Dieses Feature funktioniert allerdings nur über Bluetooth. Sobald der Kopfhörer über Klinke angeschlossen ist, wird die Elektronik umgangen.

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Erwähnenswert ist auch die integrierte und leider etwas blechern klingende Freisprecheinrichtung, die sich für eingehende Anrufe eignet und die die Musik im Fall der Fälle pausiert.

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Akku

Der verbaute Lithium-Ionen Akku hält laut Hersteller ca. 20h durch. Das Ganze ist aber sehr Lautstärkeabhängig. In meinen Tests brachte es der Airy immerhin auf 15 bis 18h. Das Laden dauert ca. 3h. Eine Schnellladefunktion ist integriert.

Klang

Hier kann ich natürlich nur einen subjektiven Eindruck wiedergeben. Für mein Empfinden ist der Klang bei den Höhen, Mitten und Tiefen sehr ausgewogen und keinesfalls zu basslastig (finde ich immer sehr nervig). Stimmen kommen klar rüber und ich hatte nicht das Gefühl, dass dem Airy klanglich die Luft ausgeht; egal welches Musikgenre ich auch gerade gehört hatte.

Auch Verzerrungen sind bei normaler Lautstärke absolut kein Thema und erst bei voller Lautstärke hörbar. Außerdem schirmt der Airy für einen On-Ear Kopfhörer sehr gut von Umgebungsgeräuschen ab.

Preise und Verfügbarkeit

Den Airy kann man entweder direkt bei Teufel oder auch bei Amazon kaufen. Die Preise beginnen bei ca. 127 Euro.

Ein Kauf direkt beim Hersteller hat übrigens den Vorteil, dass man den Kopfhörer acht Wochen Testen und bei Nichtgefallen zurücksenden kann. Zudem gibt es Teufel-like 12 Jahre Garantie.

-> http://www.teufel.de/teufel-airy

FAZIT

Klanglich hatte ich meine Begeisterung schon zum Ausdruck gebracht. Auch beim Sitz des Kopfhörers auf dem Kopf gibt es nichts zu meckern. Dieser ist fest sowie sehr bequem und durch das am Bügel verbaute Silikonband bzw. die sehr weichen Ohrpolster gibt es keine Druckstellen.

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Kritisieren muss ich allerdings die Mechanik der Bedientasten an der Ohrmuschel, die beim Drücken recht laut sind. Auch das Drehen am Lautstärkerad, ist, je nach eingestellter Lautstärke, deutlich hörbar. Hier hätte man vielleicht doch auf ein anderes Material als Kunststoff setzen sollen. Verbesserungswürdig ist auch das mitgelieferte Klinkenkabel, das mit seiner Textilummantelung eigentlich sehr cool ist. Hat man dieses Kabel allerdings unter seinen Klamotten mit einem Smartphone o.ä. verbunden, wird mit jeder Bewegung ein schubberndes Geräusch (Klamotten auf Kabel) auf die Kopfhörer übertragen, was bei entspannter Musik ziemlich nervig ist.

Dennoch bleibt ein sehr positiver Gesamteindruck zurück.

aptgetupdateDE Wertung: (9/10)

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Gewinnspiel: equinux tizi Turbolader 4x MEGA

Passend zu meinem Review des tizi Turboladers 4x MEGA, einem 4-fach USB-Ladegerät für den Zigarettenanzünder im Auto, soll nun das Gewinnspiel für dich folgen :)

Verlosung

Hersteller equinux hat aptgetupdateDE für ein Gewinnspiel drei tizi Turbolader 4x MEGA zur Verfügung gestellt.

Zur Teilnahme kommt erneut Rafflecopter zum Einsatz, bei dem die bekannten (gleichwertigen) Lose enthalten sind:

  • Frage beantworten
  • aptgetupdateDE bei Facebook folgen
  • aptgetupdateDE bei Twitter folgen

Die Auslosung findet kommenden Dienstag, den 28.07.2015, statt. Viel Glück!

a Rafflecopter giveaway

Möchtest du dieses Gadget lieber direkt kaufen, anstatt gewinnen, bist du aktuell mit 39,99 Euro dabei. Die kleineren Brüder, der Turbolader 3x MEGA bzw. der Turbolader Standard, schlagen mit 29,99 Euro bzw. 19,99 Euro zu Buche.

-> equinux tizi Turbolader 4x MEGA
-> equinux tizi Turbolader 3x MEGA
-> equinux tizi Turbolader Standard

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Im Test: equinux tizi Turbolader 4x MEGA

Vor knapp zwei Monaten hatte ich in einem Review schon meine Begeisterung für den tizi Turbolader 3x MEGA, ein USB-Ladegerät, das über den Anschluss des Zigarettenanzünders im Auto betrieben wird, zum Ausdruck gebracht.

Das hielt den Münchner Soft- und Hardwarehersteller Equinux überraschenderweise aber nicht davon ab, mit dem tizi Turbolader 4x MEGA ein neues Modell auf dem Markt zu veröffentlichen.

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Beim Turbolader 4x MEGA handelt es sich im Grunde genommen um eine größere Version des Turboladers 3x MEGA, der durch den zusätzlichen USB-Port mit 9,6 Ampere etwas mehr Gesamtleistung liefert.

Der zweite ‘große’ Unterschied liegt im wahrsten Sinne des Wortes in der Größe der Geräte. Während der 3x MEGA noch in einem recht kompakten Design (2,4 x 6,2 x 3,7 cm – TxHxB) daherkommt, fällt der 4x MEGA durch sein XL-Design (2,8 x 8,5 x 4,8 cm – TxHxB) ganz schön groß aus; liefert aber auch durch den großen roten Aliminium-Körper die perfekte Kühlung bei voller Leistungsbeanspruchung.

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Mit an Bord ist natürlich auch wieder die vom 3x MEGA bekannte Auto Max Power™ Technologie.

Bei diesem intelligenten (Lade-)Assistenten handelt es sich, kurzgesagt, um ein dynamisches Ladeverfahren, das herstellerübergreifend immer für den optimalen Ladestrom sorgt. Will sagen: die vier hier verfügbaren High-Power USB-Ports erkennen automatisch das mobile Endgerät und teilen ihm mit, dass es mit maximaler Power (bis zu 2,4 Ampere pro USB-Port) geladen werden darf.

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Im Alltag

Ich war anfangs zwecks der Größe etwas skeptisch, ob der 4x MEGA samt angeschlossener Kabel auch in jedes Auto passt. Diese Zigarettenanzünder sind ja teilweise ‘ungünstig’ zu erreichen. Doch nach dem Ausprobieren in diversen Autos (danke nochmals an die lieben Kollegen fürs Testen) erwies sich diese Angst als unbegründet. Der 4x MEGA passt perfekt; es wackelt nichts und das Laden geht zügig vonstatten.

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Die wahre Stärke, und das sagte ich ja bereits im Review zum Turbolader 3x MEGA, liegt aber beim gleichzeitigen Laden von zwei, drei oder vier Geräten. In meinen Testfällen ein iPhone, iPad, LG G3 und Nintendo 3DS. Probleme traten dabei nicht auf. Alle Geräte haben sich stetig aufgeladen, wobei das Netzteil selbst etwas warm wurde. Hier hilft aber, wie schon gesagt, der große Aluminium Kühlkörper, der die Wärme gut ableitet.

Zur weiteren Sicherheit ist außerdem wieder ein Überspannungs-, Überhitzungs- und Überladeschutz im Netzteil integriert.

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Preis und Verfügbarkeit

Auch der tizi Turbolader 4x MEGA wird wieder ausschließlich bei Amazon für derzeit 39,99 Euro verkauft.

Die kleineren Brüder, der Turbolader 3x MEGA bzw. der Turbolader Standard, schlagen mit 29,99 Euro bzw. 19,99 Euro zu Buche.

-> equinux tizi Turbolader 4x MEGA
-> equinux tizi Turbolader 3x MEGA
-> equinux tizi Turbolader Standard

FAZIT

Ähnlich wie beim 3x MEGA kann ich auch den 4x MEGA ausnahmslos empfehlen. Die Verarbeitung ist tadellos, die Anwendung supereinfach.

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Einzig die Frage nach der Nutzung aller vier USB-Ports muss sich jeder selbst stellen. Falls dir drei Ports ausreichen, geht meine Empfehlung ganz klar in Richtung Turbolader 3x MEGA.

aptgetupdateDE Wertung: (10/10)

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Gewinnspiel: equinux tizi Turbolader 3x MEGA

Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte ich den tizi Turbolader 3x MEGA, ein USB-Ladegerät für den Zigarettenanzünder im Auto, in einem Review schon ausführlicher vorgestellt.

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Im mehrwöchigen Praxistest bewies dieses Gadget seine Stärken und gehört seither zur Standardausstattung meines Autos :-)

Preise und Verfügbarkeit

Der equinux tizi Turbolader 3x MEGA wird ausschließlich bei Amazon für derzeit 29,99 Euro verkauft. Das Vorgängermodell, der tizi Turbolader Standard, mit etwas weniger Leistung und ohne Auto Max Power Technologie schlägt mit 19,99 Euro zu Buche.

-> equinux tizi Turbolader 3x MEGA
-> equinux tizi Turbolader Standard

Verlosung

Hersteller equinux hat aptgetupdateDE für ein Gewinnspiel drei tizi Turbolader 3x MEGA zur Verfügung gestellt.

Zur Teilnahme kommt erneut Rafflecopter zum Einsatz, bei dem die bekannten (gleichwertigen) Lose enthalten sind:

  • Frage beantworten
  • aptgetupdateDE bei Facebook folgen
  • aptgetupdateDE bei Twitter folgen

Die Auslosung findet kommenden Dienstag, den 26.05.2015, statt. Viel Glück!

a Rafflecopter giveaway

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Im Test: equinux tizi Turbolader 3x MEGA

Vom Münchener Soft- und Hardwarehersteller Equinux hatten wir hier schon mehrere Reviews veröffentlicht.

Heute soll es um den tizi Turbolader 3x MEGA drehen, den ich in den letzten Wochen ausgiebig testen konnte.

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Bei diesem Gadget handelt es sich um ein USB-Ladegerät, das über den regulären Anschluss des Zigarettenanzünders im Auto (12 bis 18 Volt) drei Geräte gleichzeitig laden kann.

Erster Eindruck

Im Gegensatz zu vielen Drei-Euro-Schnäppchen bei eBay & Co. hinterlässt der tizi Turbolader 3x MEGA einen sehr wertigen Eindruck.

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Der Kopf mit den drei USB-Anschlüssen besteht aus rot eloxiertem Aluminium; der Rest aus schwarzem Kunststoff. Dazu ist eine kleine blaue LED verbaut, die die Ladebereitschaft bei eingeschalter Zündung des Autos anzeigt.

Technologie

Der tizi Turbolader 3x MEGA setzt beim Laden der über USB angeschlossenen Geräte auf die sogenannte Auto Max Power™ Technologie.

Welche Vorteile bringt die Auto Max Power™ Technologie?

Bislang ist es meistens so, dass USB Ladegeräte auf exakt eine Gerätegattung wie iPhone, iPad, Nexus, Kindle Fire etc. kodiert sind. Selbst universelle USB Ladegeräte liefern in der Praxis oft nur eine Leistung von 0,5 Ampere (USB-Standard), was zum sehr langsamen Laden der Geräte führt, obwohl in der Artikelbeschreibung des Netzteils technisch mögliche 2,1 Ampere oder mehr angegeben sind.

Denn nicht das Netzteil entscheidet, wie viel Strom in das Smartphone oder Tablet fließt, sondern die mobilen Endgeräte selber sind der Flaschenhals und entscheiden, mit welcher Stromstärke sie aufgeladen werden wollen. Und genau hier kocht jeder Hersteller auf USB-Ebene sein eigenes Süppchen, dessen Sprache viele Netzteile aufgrund fehlender USB-Kommunikation nicht verstehen.

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Die Auto Max Power Technologie wirkt dieser Misere entgegen.

Das tizi Netzteil versteht dank dieser Technologie die gängigen Sprachen führender Hersteller und sorgt herstellerübergreifend für den optimalen Ladestrom. Jeder der drei hier verfügbaren High-Power USB-Ports erkennt also automatisch das mobile Endgerät und teilt diesem mit, dass es mit der maximalen Power (bis zu 2,4 Ampere) geladen werden darf.

Die Gesamtleistung des Netzteils, was für das gleichzeitige Nutzen aller drei USB-Ports wichtig ist, ist allerdings auf 6,6 Ampere begrenzt.

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Im Alltag

Was nutzen aber die besten Eigenschaften, wenn das Netzteil im Praxiseinsatz durchfällt?!

Auch hier muss man sich keine Sorgen machen. Das tizi Netzteil überzeugt auf ganzer Linie. Schon beim Einstecken in den Zigarettenanzünder wackelt nichts. Das Netzteil passt perfekt hinein.

In meinen Tests hatte ich meistens nur ein Endgerät, ein LG G3, das ich oft als Navi (Waze rules!) im Auto nutze, verbunden. Dieses wurde im Vergleich zu meinem alten Drei-Euro-Ladegerät von eBay wesentlich zügiger geladen. Ich möchte sogar behaupten, dass das tizi Netzteil im Auto sehr dicht, wenn nicht sogar gleichauf mit dem herkömmlichen Laden an der heimischen Steckdose liegt.

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Die große Stärke des tizi Netzteils liegt aber beim gleichzeitigen Laden von zwei oder drei Geräten; in meinem Fall ein iPhone, ein iPad und das besagte LG G3. Auch hier gab sich das Netzteil keine Blöße und verrichtete den Job bei eingeschalteten und unter Last befindlichen Geräten sehr zufriedenstellend.

Für die Sicherheit ist ein Überspannungs-, Überhitzungs- und Überladeschutz im Netzteil integriert. Selbst beim Laden von drei Geräten wird der Alu-Kopf maximal lauwarm.

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Preise und Verfügbarkeit

Der equinux tizi Turbolader 3x MEGA wird ausschließlich bei Amazon für derzeit 29,99 Euro verkauft. Das Vorgängermodell, der tizi Turbolader Standard, mit etwas weniger Leistung und ohne Auto Max Power Technologie schlägt mit 19,99 Euro zu Buche.

-> equinux tizi Turbolader 3x MEGA
-> equinux tizi Turbolader Standard

FAZIT

Man muss sich quasi nur die Bewertungen bei Amazon durchlesen, um festzustellen, dass equinux mal wieder ein nahezu perfektes Gerät entwickelt hat.

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit dem tizi Netzteil, auch wenn der Anschaffungspreis von knapp 30 Euro natürlich etwas Überwindung kostet. Ist man aber oft und viel im Auto unterwegs, lohnt sich ein Kauf allemal.

aptgetupdateDE Wertung: (10/10)

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Review: Logitech Harmony Ultimate One

Erst einmal ein Frohes Neues in die Runde ;)
Dazu direkt ein ausführliches (Hardware-)Review, das ich über die Feiertage, trotz meiner aktuellen Babypause, fertigstellen konnte.

Ich bin ja seit jeher ein großer Fan von Universalfernbedienungen, die dem Chaos bei der Gerätebedienung entgegenwirken.

Vor fünf oder sechs Jahren bin ich zum ersten Mal durch einen Freund auf die Harmony Serie von Logitech aufmerksam geworden, was mich schlussendlich dazu bewegte eine Harmony One zu kaufen. Ein sehr gutes Produkt, sofern man die auf Java basierende Einrichtungssoftware nicht weiter betrachtet.

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Vor ein paar Wochen ergab sich für mich die Möglichkeit eine Harmony Ultimate One, Logitechs aktuelles Einstiegsmodell in die touch-basierten Universalfernbedienungen, zu testen.

Es gibt natürlich noch die Harmony Smart Control, die eine Steuerung der Home-Entertainment-Geräte per Smartphone ermöglicht… aber zum einen sind die Apps, sowohl für iOS als auch Android, in den jeweiligen App Stores ziemlich mies bewertet und zum anderen möchte ich nicht erst das Smartphone entsperren, die Logitech App suchen und starten, um den TV-Kanal zu wechseln oder den Ton leiser zu drehen. Finde ich einfach unpraktisch und daher sollte schon eine richtige Lösung ohne Smartphone her.

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Lieferumfang

  • Logitech Harmony Ultimate One
  • Ladestation inkl. Netzteil (für UK und DE Stromnetz ausgelegt)
  • USB-Kabel zum Programmieren der Fernbedienung vom PC oder Mac aus
  • Schnellanleitung, Garantiebestimmungen etc.pp.

Eine Software zum Programmieren der Fernbedienung sucht man im Lieferumfang vergeblich. Finde ich persönlich auch nicht weiter schlimm, da diese CDs bei mir für gewöhnlich eh direkt im Abfall landen und ich mir lieber die aktuellste Version der Software beim Hersteller herunterlade.

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Erster Eindruck

Schon beim Auspacken merkt man, dass es sich um ein sehr wertiges Produkt handelt. Die Verarbeitung ist tadellos.

Leider setzt Logitech in der Front weiterhin auf Klavierlack-Optik, was mir noch bei keinem Gerät, egal ob Fernseher oder Kaffeemaschine, gefallen hat (hoffentlich hat dieser ‘Trend’ irgendwann mal ein Ende). Auf der abgerundeten Rückseite wartet eine etwas aufgeraute bzw. gummierte Oberfläche, die die Fernbedienung sehr gut in der Hand liegen lässt.

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Weiterhin fällt auf, dass es keinen ‚physischen‘ Nummernblock zum Umschalten der Kanäle gibt. Dieser Nummernblock ist jetzt digital auf dem Touchpad verfügbar, was die Ultimate One im Vergleich zu meiner alten Harmony One zwar in der Größe etwas schrumpfen lässt aber auch ein Problem mit sich bringt, auf das ich später näher eingehe.

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MyHarmony App

Bevor man jedoch loslegen kann, muss man die Fernbedienung erst einmal konfigurieren. Dass ich von der Einrichtungssoftware meiner alten Harmony One alles andere als begeistert war, klang schon am Anfang dieses Tests an. Hat sich das mit die Ultimate One geändert?! Klare Antwort: Jein!

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Zum einen verzichtet man mittlerweile auf Java und setzt auf eine auf Silverlight aufsetzende Lösung namens MyHarmony. Zum anderen ist diese Software in der von mir getesteten Version 1.0.0.67 auf meinem MacBook Air (late 2011) so unerträglich langsam und ressourcenfressend, dass ich mich an alte Harmony One Einrichtungsorgien zurückerinnert fühlte. Es ist für mich einfach unverständlich, dass Logitech es seit etlichen Jahren nicht schafft den Mac-Usern eine gut funktionierende native Software zur Verfügung zu stellen…

Account erstellen

Zu Beginn muss man sich einen Account erstellen bzw. sich mit einem vorhandenen Account einloggen und die zu konfigurierende Logitech-Fernbedienung auswählen. Anschließend kann man vorhandene Konfigurationen älterer Harmony-Fernbedienungen übernehmen und ein komplett neues Setup einrichten.

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Geräte hinzufügen

Ich entschied mich für ein komplett neues Setup und musste zunächst einmal alle meine Geräte, maximal jedoch 15 an der Zahl, hinzufügen. Laut Logitech-Datenbank, die man auch online prüfen kann, werden über 270.000 Geräte aller Art von über 6.000 Herstellern out-of-the-box unterstützt.

Dazu kann man, sofern ein Gerät wieder erwartend nicht direkt unterstützt wird, die Ultimate One über einen Infrarot-Sensor auf der Rückseite mit der Originalfernbedienung anlernen bzw. programmieren.

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Aktionen erstellen

Das eigentliche Herzstück der Harmony sind die Aktionen, mit denen mehrere Geräte gleichzeitig gesteuert werden können.

Beispiel:
Meine zentrale Schaltstation ist ein A/V-Receiver, der über mehrere Eingänge (HD-Receiver, Playstation…) das Bild auf zwei Ausgänge (Fernseher, Beamer) verteilt.

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Für die Aktion Fernsehen wählte ich zunächst den Fernseher, den HD-Receiver und A/V-Receiver aus.

Anschließend habe ich den HD-Receiver für den Kanalwechsel und A/V-Receiver für die Steuerung der Lautstärke sowie die Eingänge am Fernseher und A/V-Receiver festgelegt. Daraufhin werden alle drei für diese Aktion ausgewählten Geräte sozusagen als eines betrachtet und lassen sich ohne weitere Einstellungen an der Fernbedienung direkt steuern.

Nach diesem Prinzip habe ich weitere Aktionen für das Spielen mit der Playstation auf dem Beamer oder für das Apple TV erstellt.

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Bevorzugte Kanäle festlegen

Nachdem alle Aktionen konfiguriert wurden, kann man jetzt bis zu 50 bevorzugte Kanäle inkl. Senderlogo zum schnellen Zugriff festlegen.

Hier muss man zunächst seine Postleitzahl und den Fernsehanbieter (Astra, Kabel Deutschland, Primacom…) angeben und bekommt anschließend eine Vorauswahl verfügbarer Fernsehsender angezeigt.

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Die Senderlogos werden im Übrigen automatisch heruntergeladen; können aber nachträglich durch eigene Grafiken angepasst werden. Gleiches gilt auch für die Kanalnummer und Anordnung der Logos auf der Fernbedienung, die per drag-and-drop verschoben werden können.

Leider können diese bevorzugten Kanäle nur einer einzigen Aktion zugeteilt werden. Hat man beispielsweise TV-Aktionen für den Fernseher und Beamer, steht man vor einem Problem. Hier muss Logitech dringend nachbessern!

Sonstiges

Auch wenn die MyHarmony App in Sachen Performance eine Zumutung ist, muss man sie funktional hervorheben, sofern man keine besonderen Anforderungen hat.

So kann man mehrere Harmony Fernbedienungen mit unterschiedlichen Konfigurationen verwalten, Befehle oder Verzögerungen beim Einschalten der Geräte hinzufügen, das Hintergrundbild ändern und vielerlei weiterer Anpassungen konfigurieren.

Prekär wird es allerdings, wenn man in einer Aktion ein Gerät nicht einschalten möchte aber dennoch einen bestimmten Eingang benötigt (Stichwort: HDMI Passthrough beim A/V-Receiver). Das geht schlichtweg nicht. Ich habe bisher noch keine gute Lösung für dieses Problem gefunden. Für meine Apple TV Aktion habe ich den A/V-Receiver einfach weggelassen und hangle mich nach dem Einschalten der Aktion zum Geräte-Bildschirm, in dem ich dann den korrekten Eingang am weiterhin ausgeschalteten A/V-Receiver auswähle. Ziemlich umständlich aber anders funktioniert es mit den Möglichkeiten der MyHarmony App derzeit leider nicht.

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Dazu sei erwähnt, dass sich die Software die Login Daten nicht merken kann; trotz korrekt gesetztem Haken, der einfach ignoriert wird. Darüber hinaus werden keine Tastatur-Shortcuts unterstützt; nicht einmal ein simples CMD+Q zum Beenden der App.

Sollte übrigens jemand mit der Windows-Version der MyHarmony App Erfahrungen haben, wäre ich über ein kurzes Feedback dankbar.

Harmony Ultimate One im Alltag

Nachdem man die Ultimate One über ein USB-Kabel mit der MyHarmony App synchronisiert hat, was ca. eine Minute dauert, steht der Benutzung nichts mehr im Wege.

Der Druckpunkt der Tasten ist für mein Empfinden sehr gut. Auch das farbige 2,4 Zoll Touchscreen Display lässt sich gut bedienen, wobei die Reaktionsfähigkeit besser sein könnte. Diese ist nämlich etwas verzögert und kommt beispielsweise an die smoothe Bedienung eines iPhones oder iPads nicht heran.

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Apropos iPhone: Nachdem man das Display der Ultimate One durch eine Wischgeste entsperrt hat, kann man durch weitere seitliche Wischgesten zwischen mehreren Screens wechseln. Dazu gehören die Startseite mit den verschiedenen Aktionen, die bevorzugten Kanäle, zusätzliche zur Aktion gehörende Funktionen und der schon angesprochene digitale Nummernblock.

Diesen digitalen Nummernblock finde ich persönlich sehr problematisch. Will man einen TV-Kanal ohne bevorzugte Kanäle wechseln oder den Jugendschutz-PIN eingeben, muss man zunächst den Touchscreen entsperren, zum Nummernblock Screen scrollen und die gewünschte Nummer eingeben. Es mag eine Gewohnheitssache sein aber durch den Touchscreen werde ich für eine simple Aufgabe, dem Eingeben einer Zahl, zu sehr vielen unnötigen Schritten genötigt. Physische Tasten, wie sie noch die Harmony One hatte, wären hier mehr als nur angebracht.

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Darüber hinaus kann man über den Touchscreen per Gesten die Lautstärke ändern, vor- oder zurückspulen und den Play, Pause und Mute Knopf simulieren. Das ist an und für sich eine tolle Sache aber wieso sollte ich dieses Feature so nutzen, wenn ich über Tasten mit identischer Funktion auf der Fernbedienung viel schneller zum Ziel komme?! Über das Display ist es, wie schon beim Nummernblock, schlicht zu umständlich.

Etwas unglücklich sind auch die PVR-/DVR-Tasten zur Steuerung des DVD-Players u.ä. ganz oben an der Fernbedienung angebracht. Gerade bei der Einbandbedienung der Ultimate One ist es ohne Verrenkungen des Daumens quasi unmöglich diese Tasten zu erreichen. Dass das Ganze baulich bedingt ist und den Touchscreen in den Mittelpunkt rücken soll, ist klar. Ich finde es dennoch ungünstig.

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Der Akku, der übrigens nicht ausgetauscht werden kann, hält bei normaler Nutzung ca. zwei bis drei Tage, bevor die Ladestation angesteuert werden muss. Das Laden selber ist in weniger als einer Stunde erledigt.

Harmony Touch vs. Harmony Ultimate One

Rein optisch ist zwischen diesen beiden Modellen kein Unterschied auszumachen. Die Harmony Ultimate One hat als Nachfolgemodell auf die Harmony Touch aber doch zwei, drei Features, die man bei der Kaufentscheidung überdenken sollte.

So kann man bei der Ultimate One den Tasten eine Doppelbelegung zuweisen und sie hat zusätzlich einen Bewegungssensor sowie Vibration als Rückmeldung auf den Touchscreen integriert. Gerade den Bewegungssensor, der die Tasten im Dunklen automatisch beleuchtet und den Touchscreen aktiviert, sollte man nicht unterschätzen. Eigentlich unverständlich, dass die Touch so etwas nicht integriert hatte.

Dazu vielleicht wissenswert:
Bei beiden Modellen lässt sich der Ultimate-Hub zur Steuerung seiner Home-Entertainment-Geräte ohne Sichtkontakt oder über ein Smartphone per Software-Update problemlos nachrüsten.

Preise und Verfügbarkeit

Gute Hardware kostet gutes Geld. Das war schon immer so und ändert sich auch mit der Ultimate One nicht. Die Preisempfehlung von Logitech liegt bei 179,00 Euro. Amazon ruft aktuell 143,00 Euro auf.

Will man dazu noch eine Playstation 3 bedienen, die mangels Infrarot Empfänger nicht out-of-the-box mit der Harmony Serie funktioniert, werden für den Harmony PS3 Adapter zusätzlich 19,99 Euro fällig. Für die Playstation 4 gibt es bisher keine Lösung. Ob das Problem hier bei Logitech oder Sony liegt, kann man nur vermuten…

FAZIT

Nach einigen Wochen des Testens verbindet mich mit der Ultimate One eine Art Hass-Liebe.

Logitech hat in Sachen Verarbeitung, Design, der einfachen Konfiguration der verschiedenen Geräte (die Einrichtungssoftware, ich weiß…) oder dem simple Wechseln zwischen den Aktionen einen sehr guten Start hingelegt. Mit dem ‚trägen‘ Touchscreen (im Jahr 2014 bzw. 2015 ein absolutes No-Go), ungünstig zu erreichenden und ‚fehlenden‘ Tasten, der Vergabe der favorisierten Kanäle an nur eine Aktion sowie der Problematik um HDMI Passthrough nerven aber auch viele Dinge im Alltag, die den Käufer zu Kompromissen auffordert.

Genau deshalb kann ich die Ultimate One auch nur bedingt weiterempfehlen. Es kommt halt wirklich sehr auf das eigene Setup an, das angesprochene Negativpunkte ggf. in Luft auflöst. Diese Uneins sein spiegelt sich auch wunderbar in den Amazon-Bewertungen zur Fernbedienung wieder. Die einen loben sie in den Himmel; für die anderen gibt es nichts Schlimmeres.

Ich persönlich habe mich arrangiert und erfreue mich allen Meckerpunkten zum Trotz den positiven Eigenschaften der Fernbedienung. Ich muss halt nicht mehr nach der richtigen Fernbedienung für Gerät X suchen bzw. mit mehreren Fernbedienungen herum jonglieren. Das bewährte Konzept mit den Aktionen funktioniert, HDMI Passthrough ausgenommen, tadellos. Die Geräte werden in der richtigen Reihenfolge ein- und ausgeschaltet und lassen sich mit der Ultimate One problemlos bedienen. Und genau diese Tatsache ist für mich der springende Punkt.

aptgetupdateDE Wertung: (7/10)