
Nennt mich oldschool oder einfach nur bekloppt, aber ich bin tatsächlich noch mit einem iPhone 3G unterwegs. Versteht mich nicht falsch, das iPhone 4s ist ein schickes Ding, es gibt da nur einen Haken: Vor knapp 3,5 Jahren erstand ich das 3G als Schüler von meinem sauer Ersparten. Heute bin ich Student und schwimme nach wie vor nicht in Geld. Klar, man könnte hier und da etwas zurücklegen, aber meine Prioritäten liegen eher bei Miete, Reisen, Ausgehen und Büchern, als bei einem neuen iPhone. Ganz pragmatisch. Also, wie mache ich das Beste draus?
iOS 3.1.3 nutzen
Ich hatte tatsächlich mal zu Testzwecken einige Monate iOS 4.2.1 drauf. Das 3G war so ungenießbar, dass ich fast vergaß, wie es sich anfühlt eine SMS in weniger als 10 Sekunden öffnen zu können. Für einen Downgrade war ich zu faul, dabei ist es quasi DAS Heilmittel der Wahl. Und so wirds gemacht:
- iPhone1,2_3.1.3_7E18_Restore.ipsw & RecBoot 2.2 herunterladen.
- Das iPhone in iTunes mit gedrückter Alt Taste wiederherstellen und die geladene *.ipsw auswählen.
- Fehlermeldung wegklicken.
- RecBoot starten und mit Exit Recovery Mode Klarschiff machen.
Nachteile: Keine Ordner, keine Unified Inbox, einige wenige inkompatible Apps und ein inkompatibles Backup. Vorteil: Unfassbar viel schnelleres iPhone. Ich war aufgrund meiner oben erwähnten Betriebsblindheit echt baff, wie flott alles wieder war.
Jailbreaken
1 GHz Dualcore Prozessor, 8 MP Kamera, Retina Display und Siri werden mir wohl fürs Erste verschlossen bleiben, was mich aber nicht unbedingt davon abhalten muss, es mir zumindest softwareseitig gemütlich zu machen.
- jailbreakme.com/star/ mit dem iPhone aufrufen, Slider ziehen, Fertig.
Nachteil: Etwas mehr RAM-Auslastung durch MobileSubstrate. Vorteil: Viel flexibleres System.
Die richtigen Apps nutzen
Wer gern unterwegs zockt, hat mit einem 3G schon verloren, besitzt aber wahrscheinlich sowieso keins mehr. Darüber hinaus sind erstaunlich viele Apps noch iOS 3-kompatibel. Meine »Big Player« Reeder, Dropbox, WhatsApp, Wunderlist, GuitarToolkit und MoneyBook machten keine Mucken. Lediglich FahrplanINFO musste durch Fahrplan ersetzt werden.
In a nutshell: Spiele bzw. grafiklastige Apps machen keinen Spaß mehr, aber Produktivitätskram schlägt sich auf dem 3G nach wie vor prächtig.
Nicht vergessen: Die Awesomeness genießen
Warum tue ich mir das also noch an und steige nicht auf ein günstiges Android-Smartphone um? Nun erstens, weil die obigen Schritte maximal 1h in Anspruch nehmen und zweitens, weil es funktioniert. Einmal eingerichtet, brauche ich die alte Keule nur kurz ans MacBook zu klemmen, um Musik (!!), Kontakte, Kalender und Apps vollautomatisch an ihren Bestimmungsort wandern zu lassen. No-Brainer. Minimaler Aufwand. Solange es noch zweckdienlich ist, bleibe ich dabei. Und freue mich drüber.
Mich würde mal interessieren, wer von Euch ebenfalls noch ein 3G nutzt und/oder was ihr davon haltet :) Euer Senf ist — wie immer — in den Kommentaren herzlich willkommen.
