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Letterboxd: IMDB und Facebook haben ein Kind bekommen

Gastbeitrag von Matthias Dehmel

IMDB.com ist vom Informationsumfang zwar grandios aufgestellt, hat aber ein Problem: altbackene, nicht der Zeit entsprechende social-media-Features.

Wie gerne würde ich dort nicht nur relativ anonym Filme bewerten, sondern auch bequem sehen, was meine Freunde wann gesehen und bewertet haben. Zudem entspricht das look & feel der Seite ihrer primären Aufgabe: Information, und das in Hülle und Fülle. Wer jedoch neue Filme finden möchte oder einfach über den Tellerrand schauen will, der ist bei IMDB momentan eher schlecht als recht aufgehoben.

Diese Lücke versucht nun letterboxd zu füllen, welches daher als eine Art Kreuzung zwischen Facebook und IMDB in schön daherkommt. Der Vernetzungsgedanke von Facebook (“Was habe ich wann gesehen?”) trifft auf grundlegende Informationen zu den Filmen, allerdings ansprechend aufbereitet.

letterboxd-moviedetails

Das Schöne an letterboxd ist seine Schlichtheit. Wir brauchen nicht noch eine eierlegende Social-Media-Wollmilchsau. Stattdessen beschränkt es sich in seinen Funktionalitäten auf das, was es bei IMDB eben nicht oder unzureichend gibt:

letterboxd-diary

Man kann Filme finden, Trailer anschauen, Kommentare und Kritiken dazu verfassen, eine Art Film-Tagebuch führen, bewerten und verschiedene eigene Listen für Filme anlegen.

letterboxd-stream

Dazu natürlich den bei IMDB schmerzlich vermissten “Stream”, der mir alle Neuigkeiten von Freunden zeigt, denen ich folge. So sieht man nicht nur, dass ein guter Freund einen Film gesehen hat, den man total super fand, sondern kann auch anschließend direkt darüber diskutieren warum derjenige den Film als mies empfunden hat.

Mir gefällt der Ansatz von letterboxd. Eine schöne und gut zu bedienende Seite, ein begrenzter spezialisierter Funktionsumfang und viel Potential. Für mich die geeignete Möglichkeit zu erkennen, was gerade an Filmen so angesagt ist, und was meine Freunde zuletzt gesehen und bewertet haben. IMDB und Social-Media haben ein Baby bekommen, und letterboxd sollte wachsen und gedeihen.

letterboxd befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase und ist ausschließlich auf Englisch verfügbar. Wer es selber einmal ausprobieren will, kann hier per E-Mail einen Invite beantragen.

LINKS
http://letterboxd.com/

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Trends. Unsere.

Cem schrieb, dass Bloggen immer unwichtiger würde und startete damit unbeabsichtigt eine kleine Blogparade. Die ist mittlerweile zwar wegen Überfüllung wieder beendet, trotzdem möchten wir unseren Senf kurz mal drunterschmieren. („Stiller“ Link zum Ursprung: https://sprechblase.wordpress.com/2012/01/11/trend-meiner/)

Stefan D.:
Über Facebook läuft viel Kommunikation zum Studium und diversen Musikprojekten, außerdem kann man seinen Stream ja mittlerweile nach Leuten filtern, die etwas zu sagen haben, da steigt der Unterhaltungsfaktor enorm. Soziales findet kaum digital statt, die überraschend geringe Smartphonedichte meines Freundeskreises ist hier nicht ganz unschuldig. Twitter sorgt für die kleinen Lacher zwischendurch. Um meine digitale Lesesucht zeiteffektiv zu befriedigen, wird mit Reeder (die App macht RSS-Abos erst zu dem, was sie sind) und auf Quote.fm, Rivva und wirres.net vorsortiert — gelesen dann im Zug auf dem iPhone 3G mit Read It Later. Der wichtigste Punkt jedoch: Gebloggt wird nach Lust und Laune, frei Schnauze und vor allem gern. Soziale Netzwerke können das nicht ersetzen.

Björn:
Ich sehe es ähnlich wie Stefan: Bloggen soll in erster Linie Spaß machen und kein Stress sein. Daher schreibe ich auch nur etwas, wenn ich Lust habe und ich es entsprechend interessant für unsere Leser finde. Wenn es also mal ne Woche nichts zu sagen gibt oder Urlaub ansteht, ist das auch nicht weiter schlimm. Dann gibt es auch immer wieder Situationen, in denen ich irgendetwas ergoogle, stundenlang nach er Lösung zu einem Problem suche und froh bin, wenn ich etwas gefunden habe. Auch hier setze ich mich gerne hin und schreibe einen Artikel mit Problem und Lösungsvorschlag, anstatt mir ein Lesezeichen im Browser zu setzen.

Für das Social Networken setze ich ausschließlich auf Facebook, bei dem ich bis auf 2-3 Ausnahmen auch nur mit Leuten befreundet bin, die ich persönlich kenne, und Twitter. Von Google Plus, Diaspora, Path und anderen ‘Derivaten’ halte ich mich fern. Ich sehe nämlich keinen Sinn darin die ganzen Facebook-/Twitter-Updates auch noch bei Google Plus & Co. zu posten. Mit dem Anmelden ist es ja meisten nicht getan. Solche Networks wollen auch be-social-t werden und dafür fehlt mir schlicht und ergreifend die Zeit.

Meine News bekomme ich aus dem RSS Reader (Google Reader via Reeder App), in dem ich momentan genau 101 Subscribtions habe. Zusätzlich setze ich Read It Later ein, um das zeitversetzte Lesen dieser News auch auf die Reihe zu bekommen.

Fazit Das Bloggen ist alles andere als tot. Die ganzen Links bei Facebook, Google+, Twitter & Co. müssen ja auch mit Inhalt gefüllt werden. Und was gibt es da Besseres als unabhängige Blogger, die ihre Meinung niederschreiben?!

Oliver:
Bloggen ist für mich vor allem die Leidenschaft “zu Schreiben” – Gedanken in Worte zu fassen. Das gelingt mal gut mal weniger gut. Und genau dafür finde ich einen Blog perfekt. Ich halte gerne Dinge fest, die mich faszinieren und die persönlich gut finde. Einer der Gründe vielleicht, wieso es AGU eher positive Meinungen von mir gibt. Negativ ist die Welt schon genug und gejammert wird auch genug. Dafür gibt es geeignetere Orte.

Bloggen ist für mich aber auch die Faszination der Technik drum herum. Es macht mir immer noch Spaß am Blog herum zu friemmeln, auch wenn ich viel zu viele Baustellen habe. Für mich gehört es aber einfach dazu. Mein Zuhause ist auch nicht perfekt. Es ist vorwährend im Fluß, wie eben das Leben selbst. Tools wie Twitter nutze ich zum Aggregieren von News. Facebook ist eine Art persönliches Netzwerk. Alle anderen Dienste sind zwar existent, werden von mir auch hier und da mit unregelmässiger Begeisterung ausprobiert und genutzt. Etabliert sind aber nur Twitter und Facebook.

Bloggen ist ein Teil meiner Kommunikation und mir immer noch sehr wichtig.

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QUOTE.fm: Lesenswerte Texte finden

Als (zu neudeutsch) digitaler Eingeborener habe ich schon so einige Start-ups kommen und gehen sehen, selten ist mal eines im Gedächtnis geblieben. QUOTE.fm bildet eine löbliche Ausnahme: Nutzer können Texte oder Internetseiten, die sie als lesenswert erachten, mit anderen teilen, indem sie eine beliebige, möglichst aussagekräftige Passage quoten. Das erscheint dann im öffentlichen Stream und verlinkt auf den empfohlenen Inhalt. Man kann followen, gefollowed werden, liken. Kommt Euch bekannt vor? Kann man mit Twitter und Facebook nicht auch? Jein.

Anders als bekannte soziale Netzwerke, ist QUOTE.fm eine reine, dedizierte Empfehlungsplattform für gute Texte. Der übliche „Müll“, der bei Facebook o.ä. so anfällt, ist damit schonmal raus. Auch der soziale Faktor wird auf ein Minimum reduziert: Virtuelle Follower-Schwanzvergleiche sind aufgrund fehlender Zahlen im Profil nicht möglich, direkte Kommunikation über Nachrichten oder Pinnwände ist schlicht nonexistent. Die Quotes stehen im Mittelpunkt. Diese kann man liken oder kommentieren. Das wars. Wie sich das auswirkt, kann drückt folgendes Zitat ganz gut aus:

Die User müssen den Text gelesen haben, um den Kern oder die Aussagekraft der Publikation zitieren zu können. Sie müssen sich damit auseinandersetzen. Ich fühle mich bei Quote.FM umgeben von Menschen, die nicht nur für den schnellen Kick und für das lustige Gif leben. Das mag eine elitäre Haltung sein, aber: zu wissen, dass ich nicht nur einen Link geklickt habe, sondern eine Empfehlung von jemandem bekommen habe, der schon einen guten Teaser-Text ausgewählt hat, bereichert mich innerlich. Es macht mich glücklich. Und im besten Falle bilde ich mich weiter, kann Wissen vertiefen oder neues aneignen. Für mich ist das großartigste an Quote.FM derzeit aber, dass ich entdecke. — via dragstripgirl

QUOTE.fm ist natürlich nicht jedermanns Sache, da sehr speziell ausgerichtet. Nicht jeder braucht einen solchen Dienst. Wer jedoch außerhalb seines Feedreaders lesenswerte Texte sucht, was ich bei einem internetaffinen Publikum wie Euch einfach mal annehme, wird auf jeden Fall fündig. Meine RSS-Abos haben sich seit meiner Anmeldung jedenfalls kräftig umgestellt. Nach der geschlossenen Beta gehts am 01.11 offiziell los. Ich kann Euch nur empfehlen mal reinzuschnuppern.

(Meine Zitate gibts unter: quote.fm/logorrhoe)