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Getestet: Das Keyboard

Was Tastaturen angeht, bin ich ja eher der altmodische Typ. Ja genau einer von denen, die olle mechanische Tastaturen in Sachen Haptik ganz weit vorne sehen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass dieser Tick wohl kindheitsbedingt ist, konnte ich doch meinen Namen auf Papas Cherry-Tastatur schon tippen, bevor ich sicher auf dem Rad fuhr. (Okay, klingt jetzt nerdiger als es ist, ich war 5 und nicht mal eingeschult. Ein paar Wochen später waren die Stützräder dann auch ab.)

Zur Sache: Das Keyboard schickt sich an in die Fußstapfen des unter Tastatur-Fetischisten legendären IBM Model M zu treten. Cherry MX Tastenmodule mit authentischem Klick-Klack-Sound sorgen hierbei für die passende Atmosphäre, wahlweise kann auch eine leise Variante gewählt werden. Den schlechten Motorengeräusch-Vergleich klemme ich mir an dieser Stelle mal, Auto-Vergleiche sind sowieso die Ed Hardy Shirts unter den Metaphern. Der eigentliche Clou beim Das Keyboard ist jedoch nicht der — auch bei anderen High-Performance-Tastaturen häufig verbauten — Cherry Schalter, sondern die komplett fehlende Tastenbeschriftung.

Das Versprechen: Auch der geübte Blindtipper schaut (unbewusst) dann und wann nach unten. Die leeren Tasten sollen dem entgegen wirken und gemeinsam mit den verbauten Tastenmodulen für ein schnelleres und angenehmeres Tipperlebnis sorgen. Ob das so klappt, habe ich mir mal angeschaut.

Disclaimer: An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Partner getDigital.de für die freundliche Teststellung einer Retourenware. Die Meinung ist natürlich meine eigene.

Verarbeitung und Einrichtung

Zum Lieferumfang gibt es nicht viel zu sagen. Tastatur, PS/2-USB-Adapter, Papierschnipsel mit „No Drivers needed“-Hinweis, Putztuch im Miniaturformat. Das Keyboard selbst wirkt ein bisschen wie der Gegenentwurf zu den aktuellen Apple-Tastaturen. Der Formfaktor ist relativ groß, das robust wirkende Plastik mit 1,2kg vergleichsweise schwer. Auf der Unterseite befinden sich aufklappbare Standfüße, sowie gummierte Ecken.

Alles in allem ist die Tastatur eigentlich wertig und schlicht (wenn auch etwas klobig), wäre da nicht das Klavierlack-Finish und die blauen Status LEDs auf der Oberseite. Die leeren Tasten wirken dem zum Großteil entgegen, sodass ich die gesamte Optik mal als ganz okay durchgehen lasse.

Die Einrichtung ist beinahe das bei Mac OS X gewohnte Plug-and-Play. Beinahe, weil ⌘, ⌥ und ctrl in den Systemeinstellungen noch korrekt belegt werden wollen. Blöd: Die vertauschten < und ^ Tasten und Funktionstasten lassen sich nur sehr begrenzt mit Boardmitteln belegen. Ich habe mit KeyRemap4MacBook etwas nachgeholfen. Das Ganze dauerte (ohne Recherche) etwa 5min — für den Apple Nutzer ungewohnt, aber erträglich.

Wer den in die Tastatur integrierten, passiven 2-fach USB-Hub nutzen möchte, muss einen weiteren USB-Port einplanen. Der Geschwindigkeitsdurchsatz geht gefühlt (nicht gemessen) für einen Hub völlig in Ordnung. Das relativ dicke, robuste Kabel ist mit 2m fast schon zu lang.

Der Test

Zum Vergleich: Apple Tastaturen

Ich hatte Das Keyboard 4 Wochen im Einsatz und wechselte zwischendurch immer mal wieder zum aktuellen Apple Wireless Keyboard, der etwas älteren A1016 Version und natürlich meiner MacBook-Tastastur, um zumindest ein zuverlässiges vergleichendes Fazit ziehen zu können.

Alle Apple Tastaturen haben einen ziemlich leisen, direkten Anschlag mit keinem Spielraum bis zum deutlich spürbaren Druckpunk. Durch die flache Bauweise (bei den neueren Versionen) ist die Anschlagsstrecke vom Druckpunk bis zum Boden ebenfalls nicht sonderlich hoch. Insgesamt also ein zackiges, schnelles, durch die Flache Bauweise aber auch auf Dauer für mich ermündendes Tipperelebnis. Für längere Einsätze nutze ich bislang immer die oben erwähnte A1016 — besser bekannt als Krümelfalle. Mit etwas größerer und weicherer Anschlagsstrecke waren längere Texte viel bequemer, allerdings auch etwas langsamer geschrieben.

Das Keyboard

Das Keyboard bzw. der verbaute Cherry MX Blue Schalter funktioniert, wie die linke Abbildung (Quelle) anschaulich verdeutlicht, etwas anders. Bis zum Druckpunkt haben die Finger etwas Spiel, sobald dieser erreicht ist, „schießt“ das Tastenmodul förmlich nach unten und erzeugt das nostalgische Klack-Geräusch.

Durch den höheren Spielraum liegt die Hand etwas quasi gefedert, ziemlich bequem auf den Tasten auf. Wird eine Taste gedrückt, muss theoretisch nur die Strecke zum Druckpunkt überwunden werden, der Rest wird wirklich schnell erledigt. Praktisch ist die Kraftdosierung jedes Fingers logischerweise etwas anders und wird mit schnellerem Tippen auch ungenauer, sodass ich die Tasten bis zum Anschlag drücke.

Was bedeutet das im Klartext? Auf Das Keyboard tippt es tatsächlich schneller. Bei üblichen Trockenübungen konnte ich mich von 93 auf 102 Wörter pro Minute steigern. Das kann man erstmal so stehen lassen, auch wenn diese Tests immer nur eine Momentaufnahme sind, bei denen a) andere Faktoren mitspielen und b) sich keine Aussagen über die Langzeitgeschwindigkeit ableiten lassen.

Viel wichtiger: Es fühlt sich gut an, extrem gut. Der oben erwähnte Spielraum zum Druckpunkt bietet eine optimale „Federung“, der Druckpunkt selbst eine ausreichende Barriere gegen unbeabsichtigtes Betätigen. Letzterer bleibt auch dank der sehr leichtgängigen Tasten die einzige effektive Hürde. Insgesamt ermüden meine Hände im Vergleich zur Aluminium-Pendant aus Cupertino spürbar weniger ohne negative Auswirkungen auf die Geschwindigkeit, im Gegenteil.

Das laute, bei dünnen Wänden noch im Nachbarzimmer vernehmbare Klickgeräusch ergänzt die sehr gute Haptik noch. Das Keyboard verarbeitet im USB-Betrieb übrigens 6 Tastenanschläge auf einmal, für mich nicht sehr relevant.

Unbeschriftete Tasten — Placebo oder Allheilmittel?

Meiner Meinung nach definitiv ein Placebo, wenn auch ein guter Marketinggag. Für mich, als mehr oder minder geübten Blindtipper machen die leeren Tasten wirklich keinen Unterschied in Sachen Geschwindigkeit, allerdings wird die sonst eher klobige Tastatur schon ein bisschen zum Hingucker. Die „normale“ Version sagt mir optisch so gar nicht zu.

Hinderlich sind fehlende Beschriftungen übrigens, wenn die Hände (z.B. vom Grafiktablett) zur Tastatur zurückkehren oder bei Tastenkombinationen, generell bei allen aus dem Schreibfluss fallenden Eingaben. Das war und ist für mich immer noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Fazit tl;dr

Mit Das Keyboard tippt es sich wirklich schnell und bequem, was mit 120€ auch seinen Preis hat. Qualität und Langlebigkeit der verbauten Cherry-Taster rechtfertigen das. Unbeschriftete Tasten und lautes Klick-Klack-Geräusch sorgen für das gewisse Etwas, wobei Apple Nutzer eindeutig nicht die Zielgruppe sind — oder anders ausgedrückt:

If all you care about is aesthetics, don’t even bother trying to use one of these things. You’ll hate it. If you are consistently dressing up as Darth Vader, Das Keyboard will make a lovely addition to your attire.
Justin Williams

Die perfekt gestaltete (Bluetooth)-Tastatur mit diesem Tipperlebnis muss wohl erst noch erfunden werden. Bis dahin findet Das Keyboard Model S Ultimate definitiv einen festen Platz auf meinem Schreibtisch. Vielschreibern und anspruchsvolle Nutzer kann ichs guten Gewissens ans Herz legen.

aptgetupdateDE Wertung: (8,5/10)

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Review: ShareMouse · Maus und Tastatur an mehreren Geräten nutzen + Verlosung

Share Mouse ist ein Produkt von Bartels Media und ist dafür da, mehrere Rechner mit nur einer Maus und einer Tastatur bedienen zu können. Ich habe mir das Produkt mal angesehen. Ich benutze zwar mit Synergy ein ähnliches OpenSource Produkt, welches aber seit Lion sehr wackelig funktioniert.

Share Mouse kann bis zu 26 Windows PCs und Macs verbinden. Darüber hinaus verspricht es, Dateien und die Zwischenablagen zwischen diesen Rechnern zu übertragen.

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Ich habe dieses Produkt mit einem Macbook und einem Windows 7 PC ausprobiert. Die Installation verläuft auf beiden System schnell und einfach. Auf beiden Systemen kann man über ein Einstellungstool ShareMouse anpassen. So lässt sich zum Beispiel die Position der Monitore genau festlegen, so dass man optisch korrekt die Maus von einem Rechner zum anderen führen kann. Die Rechner lassen sich aber nicht nur über die Maus wechseln, sondern auch über eine konfigurierbare Schnellwahltaste. Der Wechsel wird optisch durch Pfeile und durch das Abdunkeln der nicht aktiven Bildschirme erleichtert.

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Das Drag’n'Drop von Dateien funktioniert ebenfalls sehr smooth. So kann man beliebige Dateien einfach mit der Maus von einem Rechner auf den anderen ziehen. Wenn man sich erst mal daran gewöhnt, dann will man es nicht mehr anders machen. Genauso gut funktioniert die Synchronisation der Zwischenablage.

Wenn man in einem größeren Netzwerk arbeitet, dann sollte man den zusätzlichen Zugriffsschutz aktivieren, damit nur autorisierte Systeme sich verbinden können. Alternative kann man diese Kommunikation auch noch verschlüsseln.

Bildschirmfoto 2012-03-28 um 10.07.25Bildschirmfoto 2012-03-28 um 10.07.43Bildschirmfoto 2012-03-28 um 10.12.34sharemouse

Das Produkt macht einen überaus stabilen Eindruck und funktioniert prima an zwei Rechnern. Einziges Manko, es kostet pro lizensierten Rechner ca. 25€. In einer Demo-Version kann man ShareMouse mit zwei Rechner beliebig ausprobieren (aber auch nur wenn sich im Netzwerk kein Domaincontroller befindet). Darüber hinaus gibt es ein ShareMouse Freewareangebot, bei dem die App für den Nicht-Power-User komplett kostenlos ist.

Wenn sich ShareMouse über die Zeit als stabil herausstellt, dann sind 25€ pro Lizenz natürlich nicht zu viel und überaus angemessen. Ich bin derzeit ziemlich begeistert.

aptgetupdateDE Wertung: (9/10)

Demo Video

Verlosung

Bartels Media hat uns eine Lizenz bestehende aus 3 Keys also für insgesamt 3 Rechner zur Verfügung gestellt, die wir hier an einen glücklichen Gewinner verlosen können. Dazu sagt mir bitte in den Kommentaren welche Rechnerkonfiguration fahrt ihr derzeit und warum könnt ihr Share Mouse gebrauchen. Die Verlosung läuft bis zum Sonntag, d. 01.04.2012. Viel Glück dabei.

-> http://www.keyboard-and-mouse-sharing.com/de/

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Die Wohnung meines Mandanten wurde gründlich durchsucht. Insbesondere hatten es die Beamten auf Datenträger abgesehen. Sie nahmen ein Notebook, mehrere USB-Sticks, eine externe Festplatte und etliche DVDs mit. Im Durchsuchungsbericht heißt es, auf dem Schreibtisch hätten sich ein Monitor und eine Tastatur befunden. Der “dazugehörige PC” sei jedoch nicht auffindbar gewesen. Auf die Mitnahme des Monitors und der Tastatur habe man verzichtet. Der iMac hat also durchaus Vorzüge. Udo Vetter — law blog

 
Nette Anekdote.