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Deutschland, deine Datensicherheit…

Zur Vorgeschichte:

Ich habe mich vor einiger Zeit für die kommenden zwei Wochen für ein Seminar bei einer externen Firma angemeldet. Und nein: Ich werde die Firma hier nicht erwähnen und auch nicht sagen worum es bei diesem Seminar geht.

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Zum Problem:

Ich kam heute morgen gut gelaunt dort an. Die Mitarbeiter begrüßten mich freundlich und zeigten mir den Weg zum Seminarraum.

Dort erwartete mich dann ein betagter 15 Zoll TFT inkl. eines Pentium 4 mit 2,8 GHz und 1 GB RAM. Als Betriebssystem eröffnete sich Windows XP mit SP2. Gut dachte ich mir… ist halt ne solide Office Schleuder mit Internetzugang und reicht für die gestellten Aufgaben sicher aus.

Nach einer kurzen Belehrung Zwecks Hausordnung, Internetnutzung etc. gings dann auch direkt los: Rechner an… während die Maschine bootete wurden wir nebenbei über ein immer wieder auftretendes Virenproblem informiert und ich machte mir erste Sorgen. Diese wurden nicht weniger, als der Anmeldebildschirm von XP angezeigt wurde. Meine zaghafte Frage nach den Login-Daten schlug nämlich dem Fass den Boden aus – „Benutzer: Administrator / Passwort: ENTER-Taste“.

Ich habe ja schon viel erlebt aber da konnte ich mich nur verhört haben – oder doch nicht?! Ich drückte also die ENTER-Taste und schwups war ich im Windows Dschungel drin – und zwar als angemeldeter Administrator an einem Schulungsrechner und konnte willenlos an allen Einstellungen rumschrauben, Software installieren etc.pp. Langsam wurde mir auch das „ab und an“ auftretende Virenproblem klar.

Als Webbrowser setzte man übrigens auf den Internet Explorer 7. Dieser war auch noch durch eine undurchsichtige Filtersoftware beschränkt und konnte nicht alle von mir probierten (Test-)Seiten aufrufen. Dieses Problem hatte ich dann aber – dank Admin Modus – mit dem frisch installierten Firefox 3.5.1 umgangen ;)

USB-Sticks waren übrigens verboten – VIRENGEFAHR!!! Dafür waren aber selbstgebrannte CDs erlaubt… Zum Glück verbreiten sich Viren auch nur über USB-Sticks und nicht über CDs und schon gar nicht übers Internet. Ich war gelinde gesagt äußerst schockiert aber damit nicht genug. Hatte ich übrigens schon erwähnt, dass ich einen Virenscanner vergeblich suchte?! Egal…

Ich wurde neugierig und wühlte mich durch den Windows-Dateiexplorer und es dauerte nicht lange, bis ich (anscheinend alte) Daten eines anderen Users inkl. Telefonnummer und Adresse in säuberlich sortierten Word-Dokumenten fand. Sehr sensibel alles aber anscheinend normal – denn niemand machte sich Sorgen („ich solle es bitte löschen“)… Auf die Frage ob ich denn mal den Systemadministrator sprechen könnte, bekam ich die Antwort, dass er im Urlaub sein und erst in zwei Wochen wieder da ist.

Und jetzt wird es richtig geil: Da ich der ganzen Sache nicht mehr so recht traute, holte ich mein MacBook raus und wollte es mit dem Internet verbinden. Die nächste Enttäuschung folgte direkt: Kein WLAN!!! Waaaaaaaas?! Richtig, kein WLAN… Also fragte ich nach einem Ethernet-Kabel und Enttäuschung Nummer 89 folgte sogleich: Gibts nicht, da VIRENGEFAHR…

Ich habe daraufhin die Virenschleuder MacBook wieder eingepackt und – dank Admin Modus – einen Virenscanner auf der Windows Kiste installiert…

Fazit:

Ich kann nur hoffen, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Ich werde die Probleme morgen früh direkt beim Chef der Firma, die nebenbei gesagt u.a. auch noch Microsoft Certified und Novell Partner ist, vortragen. So kann und will ich nicht arbeiten…

Habt Ihr ähnliche oder gar schlimmere Erfahrungen?! Ich brauch jetzt erstmal n Kaffee – bin völlig fertig von dieser kompletten Inkompetenz in Sachen Datensicherheit.

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Herstellern und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter und natürlich per E-Mail.

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