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Zeitmanagement – Sklaven der Mail-Inbox

Da saß ich gestern in einem Workshop über Zeitmanagement. Notgedrungen, für alle anderen, interessanten Workshops hatte ich mich zu spät angemeldet. Keine Zeit gehabt. Sollte das etwa ein Zeichen für mich sein? Der Workshop schien auf jeden Fall, nach dem zweitem Hinsehen recht gut auf mich zu passen, denn Zeit habe ich eigentlich nie. Zeit habe ich sogar eigentlich viel zu wenig. Mein Tag könnte auch gut 5 bis 10 Stunden länger dauern. Und das ich mit diesem Gefühl nicht so ganz alleine war, liessen mich meine Mit-Workshoper schnell spüren. Schön. Ein doch gutes Gefühl. Ich kam mir vor, wie in einer Selbsthilfegruppe: die anonymen Zeit-Vernichter oder so.

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In diesem Workshop wurde sehr oberflächlich auf einige Methoden eingegangen, wie man sich besser organisieren kann. Viel mehr aber mussten wir Teilnehmer uns selbst analysieren und dabei feststellen, dass wir alle genau die angesprochenen Lösungen und Methoden schon längst kannten und uns diesen Workshop eigentlich auch hätten sparen können. Öfter mal Nein-Sagen. Nicht immer alles perfekt machen. Aufgaben auch mal delegieren. Nicht alles selbst machen wollen. Für mich war dieser Workshop aber eine gute Motivation mal ein wenig über meine Arbeitsweise nachzudenken. Mal wieder Aufräumen. Luft und Platz schaffen.

Und ich wollte heute mit meiner Mailbox anfangen. Ich muss sagen, es gab Zeiten, da habe ich es geschafft, meine Mailbox immer super sauber zu halten. Diese Zeiten sind gefühlt seit Jahren vorbei. Ich habe schon mehrere Anläufe gestartet und versucht meine Mailbox mal komplett abzuarbeiten. Keine Chance. Irgendwann holte mich die Arbeit wieder ein und weg waren die guten Vorsätze.

Nur dieses Mal soll alles anders werden.

4302 Mails – wie gesagt – nur in meiner INBOX. In Verzeichnissen werden nur Mails abgelegt, wenn sie abgearbeitet wurden oder thematisch gleich weg sortiert werden können. 4302 Mails. Selbstverständlich alle gelesen. Aber nicht wegsortiert, nicht gelöscht, weil man noch später antworten oder sich später darüber Gedanken machen will. Eine völlig falsche Arbeitsweise?

So etwas ist immer schwer zusagen und passt auf den einen, aber auf einen anderen so gar nicht. Jeder muss, so denke ich, seinen eigenen Weg finden, damit richtig umzugehen.

Lass dich nicht zum Sklaven deiner Inbox machen. Viele und da schliesse ich mich nicht aus, verwenden Mail als Aufgabenverwaltungstool. Ich glaube mittlerweile, dass dieser Ansatz vollkommen falsch ist und werde mich mal wieder intensiver mit Things auseinandersetzen. Die beiden Tools, auf dem Mac und auf dem iPhone werden viel zu stiefmütterlich von mir behandelt. Ich hoffe nur, ich bekomme es irgendwie in den Griff bevor mich die Arbeit überrollt.

Bin ich denn so alleine mit meiner immer wachsenden Mail-Inbox? Wie viele Mails befinden sich heute bei dir in deiner Inbox? Sind diese noch alle wichtig? Wieso hast du sie nicht schon längst gelöscht? Wieso hebt man sich diese Mails auf? Wieso belastet man sich damit?

Jetzt: 0 Mails in der Inbox. Ein gutes Gefühl. Ich bin gespannt, wie lange meine guten Vorsätze halten.

  

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

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