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Hilfe! USB Stick nicht mehr schreibbar

In den freien Tagen ergeben sich oft Besuche aus der lieben Nachbarschaft und damit verbunden mehr oder minder interressante Probleme aus der heimische IT-Welt. So auch dieses Jahr, als mir mein Nachbar von Gebenüber einen USB Stick vorbeibrachte, der ein mir bis dato noch nicht bekanntes Problem offenbarte.

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Dieser schicke, kleine nicht ganz ein Monat alte und noch wenig beschriebene USB Speicherstick von Lacie lässt sich einfach nicht mehr zum Beschreiben bewegen. Selbst das Formatieren und auch ein Neu-Partitionieren funktioniert nicht mehr. Er wurde wohl einmal etwas unsanft von einem Windows-PC getrennt, ohne das übliche „sichere Entfernen“ auszuführen. Ich werde in den folgenden Zeilen kurz und knapp beschreiben, was man so alles ausprobieren kann, um so einen „fehlerhaften“, nicht beschreibbaren USB Speicherstick wieder zum Leben zu erwecken.

1. Der „Read-only“ Schalter

Die einfachste Lösung: Es gibt USB Sticks, die kann man per Hardware-Schalter in einen „Nur-Lese“-Modus schalten kann. Aus meiner Erfahrung sind diese Schalter aber eher unüblich und nicht oft  ausgeführt. So kann man auch bei diesem Lacie-Stick keinen Schalter finden.

2. Windows-only-Probleme

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Seit Windows XP gibt es eine Richtlinie, die man setzen kann, um das Schreiben auf Wechseldatenträger zu verhindern. Diese kann man, Administrator-Rechte vorausgesetzt, selbst in der Windows-Registry setzen.

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Diesen Schlüssel findet man unter HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Contro l\StorageDevicePolicies mit einem DWort-Eintrag „WriteProtect“, wobei Wert 0 = „Schreibschutz ist nicht aktiviert“ und Wert 1 = „Schreibschutz ist aktiviert“ bedeutet.

Es gibt auch diverse Tools, die genau diesen Registry-Schlüssel setzen. Zu finden zum Beispiel unter: http://www.gaijin.at/dlusbwp.php

3. Testen unter Mac OS X oder Linux

Eine weitere gute Idee sollte das Testen des USB-Sticks auf alternativen Betriebsystemen wie zum Beispiel Linux oder Mac OS X darstellen, um Fehler am benutzten Windows-System auszuschliessen. Hat man keinen Mac zur Verfügung, lädt man sich am besten einer der vielen Live-CDs (Knoppix, Ubuntu) oder man installiert sich ein Linux in einer Virtualisierungssoftware wie zum Beispiel in der kostenlosen Virtual Box.

Unter Mac OS X kann man mittels System-Profiler (erreichbar unter Apfel-Menü -> Über diesen Mac -> Weitere Informationen) nähere Informationen zum USB Device sammeln.

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Gleiches unbefriedigendes Ergebnis konnte ich auch unter Ubuntu/Linux feststellen.

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4. Tools, Tools, Testdisk

Eine gute Idee ist es auch, beim Hersteller nach Tools zu suchen. Oft bieten Hersteller Software speziell für die eigenen USB Sticks an, um zum Beispiel eine Low-Level-Formatierung oder ein Upgrade der Firmware vorzunehmen. Leider kann man bei Lacie kein solches Tool finden.

Ein weitere klasse Software, die man immer dann in Spiel bringt, wenn Partitionen oder Filesysteme defekt sind, ist „testdisk„. testdisk ist ein Kommandozeilen-Tool, welches unter allen möglichen Betriebssytemen läuft und kostenlos ist.

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5. Windows Boardmittel

Ein weiteres recht umfangreiches Windowstool ist DISKPART und kann zB. wie folgt (Admin Rechte vorausgesetzt) angewendet werden:

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Dummerweise bin ich jetzt am Ende meines Lateins. Entweder der USB Stick ist defekt oder hat einen „unsichtbaren“ Schalter, den ich wirklich nicht finden kann. Auch wenn mein Nachbar diesen Stick schon abgeschrieben hat, nervt mich so etwas gewaltig.

Und ihr könnt es euch eventuell schon denken. Der eigentliche Grund für meinen Artikel: ;)

Eventuell habt ihr ja noch eine Lösung auf Lager, auf die ich noch nicht gekommen bin. Manchmal sieht man ja den Wald vor den vielen Bäumen nicht mehr oder ihr arbeitet zufällig bei Lacie oder kennt ein Tool, welches Wunder vollbringen kann. Wie dem auch sei, bevor ich den Stick auseinander nehmen will, wollte ich noch mal lieber die Macht dieses Blogs nutzen und euch fragen. Ich bin für jeden Antwort dankbar.

Links
http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk_Download

Autor: Oliver

Ich bin Oliver und habe den aptgetupdateDE Blog im Juli 2007 aus der Taufe gehoben. Man findet mich auch auf Twitter.

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