Artikelformat

Review: Rdio Desktop-Client für den Mac

Nachdem ich gestern schon behauptet habe, dass es keine native, auf Adobe AIR verzichtende Desktop-Apps vom Musikstreaming-Dienst Rdio für Windows und Mac gibt, will ich nun einen Blick in diese App wagen ;)

Bildschirmfoto 2012-01-12 um 20.16.50-s

Sofern man die App installiert hat, muss man, sofern nicht vorhanden, einen Rdio-Account anlegen. Das geht entweder direkt aus der App heraus oder auf der vor Flashinhalten strotzenden Rdio-Homepage. Hier zeigt sich auch schon ein Vorteil gegenüber Spotify, denn für diese Anmeldung ist nicht zwingend ein Facebook-Account notwendig; eine normale E-Mail Adresse reicht aus.

Nachteil: Egal wie man sich anmeldet, man benötigt zwingend einen installierten Flash-Player oder Google Chrome, in dem der Flash Player integriert ist. Anschließend werden von RDIO im Webbrowser nämlich einige persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Wohnort (nicht Adresse) abgefragt und ohne Flash geht da leider gar nichts.

Ist diese Odyssee überstanden, kann man sich problemlos in der App anmelden und Rdio nutzen.

Das Oberfläche der App ist recht aufgeräumt, auch wenn durch viele weiße Flächen, sehr viel Platz verschwendet wird, was gerade auf einem 11 Zoll MacBook Air ungünstig ist. Wer aber iTunes, Snowtape, den Spotify oder Simfy Desktop Client kennt, findet sich praktisch intuitiv zurecht.

Bildschirmfoto 2012-01-12 um 20.25.43-sBildschirmfoto 2012-01-12 um 20.28.30-s

Sucht man beispielsweise nach einem Interpreten, werden zusätzlich alle verfügbare Alben, Titel, Playlisten und sogar Rdio-Nutzer (später mehr dazu) angezeigt, die mit diesem Namen in Verbindung stehen. Klickt man nun auf den Interpreten, werden die Alben angezeigt u.s.w…

Leider kann es aber auch vorkommen, dass Alben ausgegraut sind, was in meinen Tests leider keine Seltenheit war. Die Gründe dafür sind verschieden, haben aber meistens einen rechtlichen Hintergrund. Hier heißt es also: Abwarten und auf Besserung hoffen.

Bildschirmfoto 2012-01-12 um 20.18.48-sBildschirmfoto 2012-01-12 um 20.21.03-s

Zusätzlich kann man Playlisten anlegen, die Songs mit den mobilen Apps syncen, sich Sammlungen (Collections) oder Playlisten anderer Rdio-Nutzer, die gerade diesen Song hören, ansehen oder für das Album eine Bewertung abgeben.

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, spielt die Vernetzung der Nutzer untereinander eine entscheidende Rolle. So gibt es auch hier, ganz Twitter-like, einen Following- und Followers-Knopf. Das hat natürlich in erster Linie den Sinn neue Musik von ‘Freunden’ zu entdecken und weniger einen Social Network Charakter.

Bildschirmfoto 2012-01-12 um 22.13.44-sBildschirmfoto 2012-01-12 um 22.15.35-s

Darüber hinaus kann man seine vorhandene iTunes Mediathek mit Rdio syncen. Da ich dank iTunes Match auf meinem Mac keine lokale Musik liegen habe, konnte ich dieses Feature leider nicht testen. Eine Verbindung zu Facebook, Twitter und last.fm kann ebenfalls aufgebaut werden.

Abschließend will ich noch einen kleinen Überblick in die mobile iOS App geben, welche kostenlos im iOS App Store heruntergeladen werden kann.

IMG_0021 IMG_0022

Auch hier glänzt Rdio mit seiner schlichten Eleganz. Dank der logischen Navigation und eindeutig beschrifteten Icons findet man sich sofort zurecht. Kann neue Songs entdecken oder schauen, was die Leute in seinem Netzwerk gerade machen.

IMG_0023 IMG_0024 IMG_0025

[app 335060889]

Fazit
Vom Flash-Problem auf der Webseite einmal abgesehen, geht Rdio den richtigen Weg. Meiner Meinung nach wird Mediabesitz in Zukunft immer unwichtiger. Das Streamen von Medien (Audio, Video & Co.) wird sich mehr und mehr durchsetzen. Welche Anbieter da auf der Stecke bleiben, und das werden sicher der Eine oder Andere sein, ist jetzt noch nicht abzusehen.

Ich gebe Rdio mit seinen derzeit 12 Millionen Songs hier aber gute Chancen. Gerade auch, weil die verfügbaren Apps gut durchdacht und vor allem nativ sind.

Leider muss ich aber auch sagen, dass die Desktop App auf dem Mac etwas hakt und sich nicht ganz so flüssig wie beispielsweise die Rdio iOS App oder auch der Spotify Desktop Client bedienen lässt. Woran das liegt kann ich nur vermuten (JSON Javascript Framework???; gefährliches Halbwissen), denn genug Power sollte mein MBA (Core i7, 4GB RAM, SSD) eigentlich haben. Zudem könnte die Soundqualität etwas besser sein. Auch hier besteht, im Vergleich zu Spotify, noch etwas Nachholbedarf.

LINKS
http://www.rdio.com/

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Herstellern und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter und natürlich per E-Mail.

5 Kommentare