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Review: MailMate · The email client for the rest of us

E-Mail Clients gibt es für den Mac mittlerweile wie Sand am Meer. Viele davon versuchen sich an neuen Konzepten, haben eine hübsche Oberfläche und sind vergleichsweise recht günstig im Anschaffungspreis.

MailMate, das erst vor ca. einem halben Jahr durch eine Crowdfunding Kampagne für MailMate 2.0 auf sich aufmerksam machte, ist definitiv anders. Um wie viel anders und warum man vor dem Kauf unbedingt die kostenlose Testversion ausprobieren sollte, werde ich im nachfolgenden Review versuchen zu klären.

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Generell ist zu sagen, dass MailMate ausschließlich IMAP-Accounts unterstützt und der dänische Entwickler Benny Kjær Nielsen sehr viel Wert auf die Steuerung des Clients per Tastatur gelegt hat. Am besten beschreibt es vielleicht folgender Satz:

MailMate is an IMAP email client featuring extensive keyboard control, Markdown supported email composition, advanced search conditions and drill-down search links, equally advanced smart mailboxes, automatic signature handling, cryptographic encryption/signing (OpenPGP and S/MIME), tagging, multiple notification methods, alternative message viewer layouts including a widescreen layout, and much more.

IMAP-Account hinzufügen/importieren

Bevor man überhaupt loslegen kann, muss man einen oder mehrere IMAP-Accounts zu MailMate hinzufügen bzw. importieren. Der Import (File > Import Accounts…) funktioniert nur mit IMAP-Konten, die in Apple Mail oder Thunderbird konfiguriert sind. Darüber hinaus hat man auch die Möglichkeit einen POP3 Account zu migrieren (File > Import Messages…), sofern das richtige Format (.eml, .msgd, .emlx oder .mbox) vorliegt.

Sollte beim Importieren oder neuem Einrichten eines Accounts etwas nicht sofort funktionieren, steht ein Activity Viewer (Window > Show Activity Viewer) zur Verfügung, um Serverprobleme zu erkennen und ggf. zu beseitigen.

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Ein recht interessantes Feature in den IMAP Settings (File > Edit IMAP Account) sind die Address Pattern, die mit Hilfe von regulären Ausdrücken die E-Mail Aliase darstellen. Hier ist sehr viel möglich und einige Beispiele für diese multiplen Identitäten sind hier zu finden.

Dazu fällt auf, dass es keine Felder für Passwörter gibt. Diese werden erst abgefragt, wenn sie benötigt werden und anschließend auf Wunsch im OS X Schlüsselbund gespeichert. Außerdem werden dort schon abgelegte Passwörter (bspw. durch einen anderen Mailclient) erkannt und man muss die Nutzung dieser durch MailMate nur noch zulassen.

Eine kleine Besonderheit betrifft auch die IMAP-Subscriptions. Neben der normalen serverseitigen Variante, die jeder kennt, bietet MailMate auch lokale, clientseitige Abos an. Das hat den Vorteil, dass diese clientseitigen Subscriptions keinen Einfluss auf andere Mailclients haben und MailMate auf diese Art völlig autark arbeiten kann.

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Layout

Hat man die Konfiguration abgeschlossen, findet man sich in folgender, zugegebenermaßen etwas angestaubten Oberfläche wieder.

Das Layout, das im Menü (View > Layout > …) u.a. auch auf eine Widescreen-Ansicht angepasst werden kann, sollte selbsterklärend sein. Dennoch ein kurzer Blick auf den im Screenshot zu sehenden Correspondence View, der den Vorteil hat, dass man beim Klicken auf eine E-Mail alle vom Absender gesendeten E-Mails, zeitlich sortiert, im kleinen Correspondence-Fenster angezeigt bekommt, was extrem nützlich ist.

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Ganz unten kann man sich zudem immer wieder kleine Tipps zum Umgang mit MailMate einblenden lassen.

Mailboxes

In MailMate gibt es drei verschiedene Arten von Mailboxes: Standard Mailboxes, Smart Mailboxes und Submailboxes, die alle miteinander kombiniert und verflochten werden können.

Neben dem (optionalen) Nachrichtencounter, rechts neben den einzelnen Mailboxes, kann man jeweils mit Tastatur-Shortcuts zu einer bestimmten Mailbox springen (Cmd+T) bzw. E-Mails schnell in eine Mailbox verschieben (Alt+Cmd+T).

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Nun aber kurz zu den einzelnen Mailboxes:

Standard Mailboxes sind unveränderlich und sind in der Regel für Standardfunktionen wie All Messages, Inbox, Drafts, Sent Messages, Junk, Deleted Messages oder Archive vorgesehen. Sind mehrere E-Mail Accounts definiert, sind diese Standard Mailboxes auch Unified bzw. Universal Mailboxes, die allerdings ausklappbar sind und so wiederum per Account betrachtet werden können.
Für Sent Messages gibt es zudem die Besonderheit, dass es für alle definierten Aliase zusätzliche Level mit den verschiedenen Identitäten gibt.

Smart Mailboxes sind dahingegen virtuelle Mailboxes, die, basierend auf bestimmte Vorgaben im Mailbox Editor, E-Mails automatisch vorsortieren.

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Für Submailboxes gilt, dass auf Grundlage aller Daten des E-Mail Headers (Datum, Absender, Betreff…) sogenannte E-Mail Subsets gebildet werden können. Die Anzeige kann, wie auch schon bei der Standard Mailbox, per Account und als Universal Mailbox erfolgen.

Ein weiteres, recht nützliches Feature sind Tags, die über den Tastatur-Shortcut T jeder E-Mail hinzugefügt werden können. Sind mehrere E-Mails zum Taggen ausgewählt, kann man in der linken Zeile Tags hinzufügen und auf der rechten Tags entfernen. Hier ist natürlich Disziplin bei der Nutzung gefordert aber wenn man diese aufbringt, ist es ein großartiger Weg E-Mails per Schlagworte zu organisieren.

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Die Implementation von Tags in MailMate basiert auf den IMAP Keywords, was bedeutet, dass Tags mit dem IMAP Server synchronisiert werden und so auch in jedem anderen Mailclient verfügbar sind. Diese Funktion hängt natürlich am E-Mail Provider bzw. deren Server und kann dementsprechend limitiert ausfallen.

Nicht limitiert bzw. überaus effektiv ist das Stummschalten bzw. Muting von E-Mails, was sich speziell an Mailing Listen richtet. So kann man über den Tastatur-Shortcut Alt+Cmd+M (Message > Mute) uninteressante Themen muten. Daraufhin werden alle Replys automatisch als gelesen markiert, mit der Ausnahme, dass direkt an einen gesendete E-Mails davon ausgenommen sind.

Suche

Darüber hinaus besitzt MailMate eine sehr mächtige Suchfunktion, die über den Search-Knopf oben rechts oder den Tastatur-Shortcut Alt-Cmd-F aktiviert wird. Hier sind identische Filterfunktionen wie bei den Smart Mailboxes zu finden.

Über die Knöpfe Thread und Correspondence kann man zur Suche ‘verwandte’ E-Mails nach Thema oder Korrespondenz finden.

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Dazu kann man jederzeit auf einen Absender, Betreff, Datum o.ä. doppelklicken und erhält so eine Liste an E-Mails, die genau zu diesem Attribut passen. Hält man beim Doppelklicken gleichzeitig noch die Alt-Taste gedrückt, wird anstatt nur im aktuell gewählten Ordner über alle E-Mails gesucht.

Ein identisches Such-Verhalten (in diesem Fall aber mit Einzelklick) kann über den E-Mail Header, sofern dieser denn ausgeklappt (View > Header > List) ist, provoziert werden.

E-Mail verfassen

Per Default wird beim Verfassen einer neuen E-Mail nur das Feld des Empfängers und vom Betreff angezeigt.

Über das ‘Hamburger-Icon’ auf der linken Seite kann man aber bei Bedarf weitere Empfänger (CC), eine Blindkopie (BCC) oder Antwortadresse (Reply-To) ergänzen. Gleichzeitig kann man über das gleiche Icon direkt beim Versenden Tags vergeben und eine Zeitangabe hinzufügen (komme ich gleich noch mal drauf zu sprechen), falls die E-Mail später gesendet werden soll.

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In der gleichen Zeile wie das ‘Hamburger-Icon’ kann man zudem noch die Signatur oder Anhänge einer E-Mail hinzufügen und die Absender Adresse festlegen.

Außerdem sollte man wissen, dass MailMate beim Verfassen von E-Mails neben Klartext auch Markdown (inkl. optionaler Live-Preview) unterstützt, was bestimmt viele Hardcore-Nutzer freuen wird.

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Die weiter oben schon angesprochene Send Later Option ist ebenfalls ein Feature, das man nicht alle Tage in einem Mailclient findet. Dieses ist auch weitestgehend undokumentiert und basiert auf der Apple API für Datum-/Zeit-Ausdrücke.

So funktionieren Ausdrücke wie 1w 2h 20m, was für in einer Woche, 2 Stunden und 20 Minuten steht, oder May 21st wunderbar; Ausdrücke wie later today oder tuesday around 9 nicht. Ob der Parser den Ausdruck versteht, erkennt man an der Farbe der Schrift. Ist diese schwarz ist alles gut. Bei roter Schrift gibt es Probleme, die allerdings beim Senden der E-Mail mit einem Kalender und Uhr gelöst werden können.

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Counter bzw. Notifications

MailMate erlaubt bis zu vier verschiedene Counter bzw. Notifications, die entweder am Icon im Dock oder in der OS X Menüleiste (inkl. Untermenüs) angezeigt werden können.

Die genaue Konfiguration erfolgt in den MailMate Einstellungen. Dort kann man separat für alle vier Counter neben der Position am Dock-Icon auch die betrachtete Mailbox, was aus dieser Mailbox gezählt werden soll, den Sound und das Format festlegen.

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Bundles

Bundles sind in MailMate im Menü unter Command (bzw. auch über Tastatur-Shortcuts) zu finden und sind quasi die einfache Anbindung von 3rd Party Apps. Momentan werden BusyCal, der OS X Kalender, Evernote, Fantastical, Lighthouse, OmniFocus, OS X Erinnerungen, The Hit List und Things unterstützt.

Man kann also sehr einfach auf Knopfdruck eine Erinnerung, ein Event o.ä. direkt aus MailMate erzeugen und hat alle wichtigen Daten ohne großes Zutun dabei.

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Das Ganze ist natürlich ‘nur’ ein kleiner Anfang. Die Möglichkeiten sind in diesem Bereich unendlich groß; selbst komplette bzw. angepasste Konfigurationen für Firmen sind hier machbar.

Sonstiges

Dass MailMate ein funktionales Monster ist, sollte nach dem Lesen dieses Review so ziemlich jeder mitbekommen haben. Ich bin hier aber längst noch nicht in die Tiefe des Programms gegangen. Daher möchte ich jetzt einige wichtige Funktionen nennen, die bisher zu kurz kamen:

Das wichtigste Thema ist selbstverständlich das der Sicherheit. Hier werden beispielsweise per Default sämtliche Bilder in E-Mails geblockt; man kann SpamSieve, eine 3rd Party App zur Erkennung von Spam, oder S/MIME bzw. OpenPGP zum Signieren und Verschlüsseln von E-Mails aktivieren.

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Außerdem gibt es vor dem Absenden einer E-Mail einen Plausibilitätscheck, der beispielsweise nach vergessenen Anhängen fragt.

Man kann E-Mail Regeln (Move/Copy to Mailbox, Set/Remove Tag, Play Sound oder Run Script) oder eigene Layouts erstellen, die MailMate Datenbank manuell neu aufbauen, Tastaturkürzel über Custom Key Bindings anpassen, was gerade für Google Mail interessant ist, oder Signaturen ausschließlich bestimmten Empfängern zuordnen.

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Apropos Google:
Wer diesen (IMAP-)Provider für seine E-Mail-Geschäfte nutzt, sollte sich dringend Using Gmail with MailMate durchlesen. Wie nicht anders zu erwarten gibt es dank Googles Pseudo-IMAP-Interpretation diverse Probleme.

Einstellungen

Neben der Einstellung zum Standard-E-Mail Client, lassen sich hier die Custom Key Bindings, die verschiedenen Counter oder die Markdown Markup Language zum Schreiben von E-Mails aktivieren. Dazu gibt es diverse Einstellungen zu den Signaturen, Tags und der E-Mail Sicherheit.

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Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Experimental 2.0 Features haben, die quasi eine Art Vorschau auf das kommende MailMate 2.0 sind. Dazu gehören beispielsweise die weiten oben angesprochenen Bundles und E-Mail Regeln, Hidden Preferences, Event-Driven Scripts, das Command Line Interface (emate) oder die Low-Level Customization.

Preise und Verfügbarkeit

MailMate wird ausschließlich über die Webseite der Ein-Mann-Entwicklerschmiede Freron Software für 49,99 US-Dollar verkauft. Zur Installation wird Mac OS X 10.6 Snow Leopard vorausgesetzt.

Skeptiker greifen vor dem Kauf, wie immer, zur zeitlich begrenzten Testversion.

-> http://freron.com

FAZIT

MailMate ist mit Sicherheit der nerdigste E-Mailclient, den man für den Mac kaufen kann.

Daher verzeih bitte, falls ich in diesem Review irgendein wichtiges Feature nicht erwähnt habe. Es sind einfach zu viele, womit der Focus dieses E-Mail Programms quasi erklärt ist. Dieser liegt nämlich auf den Funktionen und nicht auf dem Design, welches man momentan allenfalls als funktional beschreiben kann und das definitiv verbesserungswürdig ist ;-)

Und durch die Funktionstiefe rate ich jedem kaufwilligen Interessenten zum Ausprobieren der kostenlosen Testversion. Erst dann bekommt man wirklich selbst einen klareren Eindruck, der Anfangs etwas verwirrend sein sein; gerade wenn man von vergleichsweise simplen E-Mailclients wie Apple Mail, Thunderbird, Postbox oder Airmail kommt.

Davon ab gibt es aber, von einer wünschenswerten deutschen Lokalisierung der App abgesehen, nichts zu meckern. MailMate läuft schnell und stabil und die Experimental 2.0 Features zeigen schon wo der Weg mit MailMate 2.0, für das es noch keinen Veröffentlichungstermin gibt, hinführen wird.

aptgetupdateDE Wertung: (10/10)

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Herstellern und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter und natürlich per E-Mail.

17 Kommentare

  1. Seit nun schon ca 4 Jahren nutze ich für Emails am Rechner ausschließlich die GMail Weboberfläche und vermisse nichts (Vorher Outlook).

    Alles ist da und alles ist super übersichtlich, Labels, Ordner und verschiedene Regeln. Man kann Emails aus verschiedenen Accounts einziehen und mit verschiedenen Aliasen versenden. Dazu kommt noch die gute Integration in Drive (nutze ich zwar nicht aktiv, ist aber praktisch wenn man größere Dateien versenden will)

    Ein weiterer Vorteil ist, dass die Oberfläche auf allen Rechnern der Welt für mich abrufbar ist und alles gewohnt funktioniert.

    Heutzutage würde ich einen Nativen Email Client sogar eher als läßtig empfinden.

    Warum nutzt ihr noch Einen Nativen Client? Habt ihr da bestimmte Vorteile die euch sehr wichtig sind?

    • Mein nativer Client kann mehrere Konten bedienen auch selbst gehostete Systeme. Klar haben die alle auch Weboberflächen und die mögen auch immer besser werden, aber ich habe sehr gerne alle Konten in einem Tool. Alle Mails nach Google umleiten geht für mich persönlich aus Sicherheitsgründen nicht.

    • Für den Otto-normal-Nutzer mit nur einer E-Mail Adresse ist Webmail ganz sicher ausreichend.

      Hast du aber x Mailadressen bei x Providern wirds unübersichtlich. Von den verschiedenen Webmail-Fenstern im Browser, bei denen du selbstverständlich überall eingeloggt sein musst, mal ganz abgesehen. Da ist ein nativer E-Mail Client Gold wert (egal welcher).

      Dazu kommt dann noch das funktionale Leck, das Webmail bei einigen E-Mail Providern einfach hat. Was ich damit meine ist im Review, glaube ich, recht deutlich geworden. Hier muss halt jeder für sich selbst entscheiden ob diese Funktionen beim Arbeiten mit E-Mails Vorteile bringen oder nicht.

    • Das Problem mit Web-GUIs ist, daß sie sich NIE einheitlich oder gar wie ein natives Programm anfühlen. Außerdem hätte ich gerne auch OFFLINE noch Zugriff auf meine Daten. UND: ich möchte jederzeit den Anbieter wechseln können, ohne meine Workflows oder Bediengewohnheiten anpassen zu müssen. Wenn ich nur Web-Mail machen würde, hätte jeder Account (sofern es unterschiedliche Anbieter sind) ein unterschiedliches Verhalten und Feature-Set.

      Ich will ums verrecken NIEMALS mit Web-GUIs arbeiten müssen. Aber: es ist gut sie als Alternative zu haben.

      PS: Das ist nur meine Sicht auf Web-GUIs. Ich gönne dir deine Web-GUI und ich will sie dir auch nicht abspenstig machen.

      PPS: Fastmails (mein Provider) Web-GUI (nutze ich nur für Einstellungen) soll sehr gut sein. Vor allem soll sie DEUTLICH performanter als Googles sein. Aber Geschwindigkeit ist wohl eh schnell mal ein Problem bei Google Mail.

  2. Ich kann Mailmate auch nur empfehlen. Als Evernote-GTD Nutzer (vgl. the secret weapon aka „TSW“) ist allein ein einziges keybinding (CMD + F; sendet die markierte mail als Anhang(!) an meine Evernoteaddresse) gold wert. Damit spare ich am Tag allein 5min und hilft mir die Inbox leer zu haben.

    Ursprünglich zu Mailmate kam ich weil ich in Verbindung mit Zimbra und den vielen IMAP Features sehr viel personalisieren konnte.

    @Sebastian: Das ist natürlich alles Geschmackssache, aber als „Power-User“ mit hunderten Mails am Tag ist m.E. eine native App im gesamten einfach schneller. Klar sind die heutigen Web-Interfaces sau schnell. Aber ein kleiner Unterschied besteht doch. Wen das nicht stört, spart sich das Geld ;-)

    LG,
    Sebastian ;D

    PPS: Das mit dem „als Anhang versenden“ erklär ich vielleicht lieber noch: Wenn man eine Mail klassisch weiterleitet, erscheint Sie in Evernot oft zerschossen, da es ja eingerückt wird, was html Mails nicht so gut finden. Als Anhang speichert Evernote das perfekt ab und es sieht genau so aus wie man es auch in Mailmate sieht.

  3. Ich benutze MailMate schon seit der 0.8 (oder 0.9). MM ist IMHO wirklich der beste Mailclient für OSX. Ein paar kleine Tipps:

    – Es lohnt sich die Test-Releases zu nutzen. Dazu in den „Einstellungen -> Software Update“ „Check now“ mit gedrückter Alt-Taste drücken. Test-Releases kommen deutlich häufiger als Betas. Man sollte allerdings wissen, daß so eine Version auch mal Fehler enthalten kann. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern mal eine wirklich Fehlerhafte Version bekommen zu haben (irgendwelche kleineren Fehler gibt es bei jeder Software bei jedem Release). Ansonsten kommt man so aber in den Genuß der neuesten Features (auf die Release-Notes achten) und Bugfixes.

    – Apropos Bugfixes: Benny ist sehr kommunikativ. Einen nicht unerheblichen Teil seiner Arbeit steckt er in den wirklich sehr guten Support. Wenn ihr also Feature-Wünsche oder Fehlerreports habt, lasst ihn das wissen – es lohnt sich. Die Kanäle dafür sind die Mailingliste und der Issue Tracker. Im allgemeinen bekommt ihr schon nach sehr kurzer Zeit (wenige Stunden bis wenige Tage) eine Antwort oder sogar einen Bugfix. In der Mailingliste und im Issue Tracker tummeln sich regelmäßig auch einige der User rum, die einem auch mit Rat und Tat helfen. Es lohnt sich z.B. in der ML mal nachzufragen, wenn man Probleme bestimmte Filterkriterien für intelligente Ordner zu bauen. Oder wenn man sonst Anpassungswünsche hat weiß hier auch oftmals einer der User oder Benny zu helfen.

    – Was ich auch sehr schätze ist, daß, wenn Benny mal ein Feature-Request ablehnt, er es auch ausführlich begründet – UND diese Entscheidung auch wieder zur Diskussion stellt. Mit guten Einwänden oder Ideen lässt er sich gerne wieder umstimmen. Ein „Nein, weil ich nicht will“ wird man nie hören/lesen.

    – Die Filter sind überhaupt DAS Feature. Da lohnt es sich wirklich sich mal näher damit zu befassen. Man kann z.B. die UND/ODER-Ausdrücke beliebig verschachteln. Schon damit übertrifft MM schon alle anderen Mail-Clients. Dazu kommt, daß man sich die Quellordner für die Filterung auswählen kann. Ein echtes Leckerli sind auch die schon im Artikel genannten automatischen Unterordner. Davon mache ich regen Gebrauch. Derzeit sind sie noch etwas eingeschränkt, aber da soll sich auch noch was ändern. Sehr nett ist auch die „is in“- oder „is not in“-Bedingung. Damit kann man z.B. abprüfen, ob eine Mail (nicht) in einem anderen Ordner vorhanden ist.

    – Etwas gewöhnungsbedürftig dürften wohl die Regeln (dazu die 2.0-Features aktivieren) sein. Anders als bei anderen Clients, sind sie nicht global. Bei MM hängen die Regeln an intelligenten Ordner oder sogar an IMAP-Ordner. Pro: das macht die Regeln sehr mächtig und flexibel. Contra: man kann sich die Regeln (noch) nicht in einer Liste anzeigen lassen, was sich aber wohl auch noch ändern soll. Bei intelligenten Ordnern beziehen sich die Regeln auf die gefilterten Mails. Zusätzlich lassen sich bei den Regeln noch reitere Bedingungen definieren. Das ist ein sehr mächtiges Werkzeug.

    – Falls ihr Bedenken habt so viel Geld für ein 1-Mann-Projekt auszugeben: in den letzten Jahren hat Benny mehr Fortschritte gemacht als die meisten anderen Clients. Benny geht auch sehr offen mit der (finanziellen) Situation um, wie z.B. beim Crowd-Funding. Ich hab jedenfalls nie bereut das Geld gezahlt zu haben und beim Funding nachzulegen. Und Software stirbt auch bei größeren, vermögenderen Firmen gerne mal einen spontanen oder schleichenden Tod. Thunderbird, und damit wohl auch Postbox, ist so ein gutes Beispiel.

    – Was ich sehr gut finde ist der Ansatz von Benny, daß er möglichst alles generisch halten will. Anstatt gleich jedes Feature schnell reinzuhacken (wie z.B. Dropbox-Support), will er lieber eine generelle Infrastruktur schaffen, wo man dann einfach Dienste wie Dropbox einhängen kann.

  4. In einem Podcast hatte Benny übrigens mal gesagt, daß es ursprünglich gar nicht geplant war, daß MM in so hohem Maße anpassbar sein soll. Allerdings sind da wohl sehr schnell richtige Mail-Nerds (viele aus dem Pine- und Mutt-Lager) aufgeschlagen, die viele Detailfragen hatten, um Dinge anzupassen… Benny hatte bereitwillig alle Infos rausgetan (auch Implementationsdetails), so daß sich das Ganze zu dem jetzigen Stand verselbstständigt hat.

    Nachtrag: das war bei „Think, Make, Sell“: http://thinkmakesell.com/2014/03/tms-042-making-email-client-benny-kjaer-nielsen/

  5. Ich bin auch seit Anfang des Jahres begeisterter Mailmate-Nutzer. Apple Mail, Thunderbird, Airmail, Postbox, wie sie alle heißen durchprobiert, aber Mailmate macht mir zum ersten Mal richtig Spaß.

    Tipp für Studierende: Auf nette Nachfrage habe ich bei Benny einen sehr großzügigen Rabatt bekommen. :-)

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      • Grad innerhalb von 2 Minuten Antwort bekommen:

        Sorry, but no. A couple of users have actually offered to translate, but MailMate is not currently prepared for localization. It’s not a high priority at the moment, but I hope I’ll get around to improving this some day.

        Schade

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