Artikelformat

macOS Sierra in VirtualBox unter Windows oder macOS installieren

Nachdem Anfang dieser Woche Fragen zum Sinn und Zweck einer ISO-Datei von macOS Sierra aufkamen, möchte ich nachfolgend einen kleinen Anwendungsfall schildern.

Es soll um das Erstellen einer virtuellen Maschine unter Windows und macOS mit VirtualBox gehen. Die einzelnen Schritte sind weitestgehend unabhängig vom Host-OS. Sollte es dennoch Unterschiede gebe, werde ich darauf natürlich eingehen.

Schritt 1:

Zunächst lädt man sich VirtualBox herunter, installiert es und erstellt eine neue VM.

Da macOS Sierra bei den allgemeinen Angaben leider nicht direkt als Guest-OS gewählt werden kann, muss man hier auf Mac OS X (64-bit) ausweichen. Dazu spendet man dem System mindestens 4 GB RAM und erzeugt eine dynamisch allozierte (mitwachsende) Festplatte von mindesten 25 GB Speicherplatz. Der Dateityp der Festplatte ist egal; man muss sich nur entscheiden.

Bildschirmfoto 2017-01-31 um 20.19.39-minishadow

Dazu sollte man den Grafikspeicher auf 128 MB setzen und das Diskettenlaufwerk deaktivieren. Wer genug Power im Host-System zur Verfügung hat, kann der VM darüber hinaus mehrere CPUs zuordnen.

Als letzten Schritt der Vorbereitung muss man jetzt die (Anfang der Woche) erstellte ISO-Datei von macOS Sierra in die VM einhängen; andernfalls wird es mit der Installation schwierig.

Schritt 2 (nur für Windows gültig):

Die nachfolgenden Kommandos sind nur unter Windows auszuführen und dienen dazu das Guest-OS davon zu überzeugen, dass es trotz Windows-Host-System tatsächlich auf einem Mac läuft. Gibt man diese Kommandos nicht ein, bootet die VM fortwährend neu und findet kein Ende…

Zunächst beendet man VirtualBox (Alt+F4), startet nun als Administrator die Eingabeaufforderung und wechselt in das Installationsverzeichnis von VirtualBox; i.d.R. C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\

Danach sollte man prüfen welche VMs dem Kommandozeilen-Tool VBoxManage.exe bekannt sind. Es kann nämlich vorkommen, dass VMs, trotzdem sie in der GUI des VirtualBox Managers korrekt angezeigt werden, dort nicht gelistet sind:

VBoxManage list vms

Wird die gesuchte VM jetzt angezeigt, ist alles gut. Falls nicht, muss man sie erst per Kommandozeile registrieren.

VBoxManage registervm "c:\Users\USERNAME\VirtualBox VMs\NAME DER VM\NAME DER VM.vbox"

snipaste20170215_143837

Die jetzt anschließenden Befehle simulieren dem Guest-OS die angesprochene Mac-Hardware:

VBoxManage modifyvm "NAME DER VM" --cpuidset 00000001 000106e5 00100800 0098e3fd bfebfbff
VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiSystemProduct" "iMac11,3"
VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiSystemVersion" "1.0"
VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal/Devices/efi/0/Config/DmiBoardProduct" "Iloveapple"
VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal/Devices/smc/0/Config/DeviceKey" "ourhardworkbythesewordsguardedpleasedontsteal(c)AppleComputerInc"
VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal/Devices/smc/0/Config/GetKeyFromRealSMC" 1

Schritt 3:

Startet man jetzt die VM, wird es erst einmal recht kryptisch. Das sollte sich aber nach ein oder zwei Minuten geben und in ein Apple Logo mit Ladebalken umwandeln.

Bildschirmfoto 2017-01-31 um 20.27.22

Sobald der Ladebalken durchgelaufen ist, landet man in der normalen macOS Installationsroutine.

Hier wählt man die Standardsprache aus und startet im nächsten Bildschirm aus dem Menü > Dienstprogramme das Festplattendienstprogramm.

Bildschirmfoto 2017-01-31 um 20.30.08

Hier geht es jetzt darum die mit VirtualBox erstellte Festplatte für die Installation vorzubereiten.

Dazu wählt man links in der Sidebar die VBOX HARDDISK Media aus und klickt in der Symbolleiste auf den Löschen-Knopf. Anschließend vergibt man einen Namen (vorzugsweise Macintosh HD), belässt das Format sowie Schema dem Standard und klickt auf Löschen. Einige Sekunden später ist die benötigte Partition erstellt und man kann das Festplattendienstprogramm beenden.

Bildschirmfoto 2017-01-31 um 20.32.20

Daraufhin landet man wieder im Eingangsbildschirm, der nun die gerade erstellte Partition mitsamt der Installations-DVD (quasi der ISO-Datei) anzeigt.

Hier wählt man jetzt die Macintosh HD aus und klickt auf Fortfahren.

Bildschirmfoto 2017-01-31 um 20.38.23-minishadow

Nun startet die Installation, die schlussendlich in die Konfiguration mit Einrichtung der Apple ID, Aktivierung von Siri u.ä. übergeht.

Bildschirmfoto 2017-02-02 um 22.14.19

Das ganze Prozedere nimmt ca. 20 Minuten in Anspruch; sollte aber nach erfolgreichem Abschluss wie folgt aussehen.

Um Irritationen zu vermeiden, sollte man außerdem darauf achten, dass für zukünftige Bootvorgänge die ISO-Datei von Sierra permanent ausgehängt ist.

Bildschirmfoto 2017-02-15 um 17.14.16-minishadow

Schritt 4:

Die VM hat per default eine Auflösung von 1024×768 Pixeln. Man hat innerhalb der VM leider keine Möglichkeit diese Auflösung anzupassen, so dass der Weg erneut über die Konsole führt.

Wie schon in Schritt 2 darf keine VM laufen und man muss VirtualBox komplett beenden. Danach startet man unter Windows als Administrator die Eingabeaufforderung respektive das Terminal unter macOS und gibt folgendes Kommando ein:

Bildschirmfoto 2017-04-12 um 23.20.30-minishadow_1300px

VBoxManage setextradata "NAME DER VM" "VBoxInternal2/EfiGopMode" N

Das N am Ende ist dabei für die Auflösung verantwortlich und muss durch eine der folgenden Zahlen ersetzt werden:

  • 0 ergibt eine Auflösung von 640×480 Pixeln
  • 1 ergibt eine Auflösung von 800×600 Pixeln
  • 2 ergibt eine Auflösung von 1024×768 Pixeln
  • 3 ergibt eine Auflösung von 1280×1024 Pixeln
  • 4 ergibt eine Auflösung von 1440×900 Pixeln
  • 5 ergibt eine Auflösung von 1920×1200 Pixeln

Schritt 5 (optional):

Um jetzt die neusten Beta-Versionen von macOS testen zu können, muss man sich innerhalb der VM bei Apple anmelden, ein kleines Zusatzprogramm installieren und den Mac App Store aufsuchen…

snipaste20170215_165255

(inspired by)

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Herstellern und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter und natürlich per E-Mail.

21 Kommentare

  1. Moin!

    Danke für die Anleitung!
    Geht das wirklich nur mit den festgelegten Auflösungen bei VirtualBox?

    Funktionieren auch iMessage und Facetime in der VM?

    Antworten
    • Ja.
      Das System wird in allem Umfang so genutzt wie auch auf einem Mac. Dazu zählt auch iMessage und FaceTime ;) (sofern die Kamera in der Vm unterstützt wird)

      Antworten
      • Danke!
        Dann steht wahrscheinlich bei „Über meinen Mac“ auch eine richtige Seriennummer. Das wird durch die Befehle ausgelöst, die Du da eingegeben hast.
        Mal sehen, ob ich mir VirtualBox doch einmal ansehe.
        Gibt es auch zufällig irgendwie die Auflösung 1366×768? Mein Notebook hat nämlich diese dämliche Auflösung.

        Antworten
          • Oh, das ist interessant.
            Dann muß es doch noch etwas anderes sein, was iMessage und Facetime zum Laufen bringt. Einer der Befehle die oben stehen, muß es sein. Denn mit „nackten“ Einstellungen funktionieren die beiden nicht. Die sagen dann, daß es kein echter Mac ist und verweigern den Start. Das ist bei einem Hackintosh ja das gleiche Problem.

          • Ja, irgendwie doof, da von hinten herum durchs Auge…

            Das Problem vom macOS-Gast-Systemen ist, dass VirtualBox nach wie vor keine Guest-Additions dafür anbietet. Diese Guest-Additions sind u.a. dafür zuständig das Bild zu skalieren bzw. die Auflösung an die Größe des VM-Fensters anzugleichen (das ist ja auch im Fullscreen-Modus nicht ganz unerheblich).

            …with Windows, Linux and Solaris guests, you can resize the virtual machine’s window if the Guest Additions are installed. The video resolution in the guest will be automatically adjusted (as if you had manually entered an arbitrary resolution in the guest’s display settings).

          • Ah, vielen Dank!

            Das mit den Guest-Additions ist natürlich blöd.
            Ich glaube dann bleibe ich doch bei der VMWare Lösung, denn dort ist alles wunderbar in das System eingebunden.

          • Habe auch beides ausprobiert, sowohl VMware Player aus auch VB. Den Player muss man unter Windows zwar „patchen“, damit man damit MacOS ausführen kann, dafür funktionieren die Gasterweiterungen damit aber problemlos, Auflösung kann frei bestimmt werden. Problem: Hat der Host ein hochauflösendes Display („Retina“), wird dies an die VM nicht durchgereicht. Eine saubere Lösung habe ich dafür noch nicht gefunden.

  2. Gerade erst das Thema unter Mac auf Arbeit gehabt.
    Nutze privat VB unter Windows für Windows VMs. Funktioniert da auch tadellos.
    Um es kurz zu machen, hab mir unter Mac dann Parallels Desktop gekauft.

    Gerade das Problem mit der Auflösung geht gar nicht.
    Des weiteren lassen sich Windows VMs unter Mac mit VB auch kaum benutzen.
    Stürzen oft ab, Seamless Mode funktioniert nachweislich nicht richtig.

    Eigentlich eine gute Software, aber mit großen großen Abstrichen unter bestimmten Voraussetzungen.

    Antworten
    • Also ich nutze VirtualBox, auch im beruflichen Umfeld, seit etlichen Jahren weitestgehend problemlos.

      Dabei ist macOS der Host und Windows (7 in den Anfängen; mittlerweile natürlich 10) der Gast. Ich hatte seither weder nennenswerte Abstürze, noch sonst irgendwelche Sorgen. Das „Auflösungsproblem“ ist bei nem Windows-Gast (dank Guest-Additions) auch nicht existent. Im Fullscreen-Modus (egal ob aufm Mac oder im Zweitmonitor) erkennt zudem kein Mensch, dass es sich um eine VM handelt.

      Ich kann deinen Kommentar daher nicht wirklich nachvollziehen.

      Antworten
    • ??? äääääääähm nööö! Wir benutzen hier analog Björn etliche VMs (Windows XP, 7, 8.1, 10, div. Linuxe ) unter Virtual Box und ich kann das überhaupt nicht bestätigen! Zudem mag ich, dass VirtualBox auch headless betrieben und via Kommandozeile kontrolliert werden kann.

      Antworten
  3. Hallo,

    ich habe Sierra als Gast (zum Ausprobieren ob alle Software läuft und zum Benutzen des Internet als Nicht-Admin-User) unter Host El Capitan 10.11.6 soweit zum Laufen bekommen. Vielen Dank für die gute Anleitung !

    Allerdings konnte ich mich nur wenige Male einloggen, dann wollte die VM Sierra wieder von vorn installieren. Ich sehe oben folgenden Hinweis „Um Irritationen zu vermeiden, sollte man außerdem darauf achten, dass für zukünftige Bootvorgänge die ISO-Datei von Sierra permanent ausgehängt ist.“. Frage 1: wie mache ich das ?
    Frage 2: wenn es keine Guest-Additions gibt – und in der Tat bricht die Installation der Additions mit einer Fehlermeldung ab – wie kann man am besten Dateien zwischen Host und Guest austauschen ? Gibt es was besseres als fromsmash.com ?

    Antworten
    • Zur Frage 1:
      Im VM VirtualBox Manager die VM auswählen. Danach beim Punkt Massenspeicher die ISO-Datei (vermutlich „bei SATA-Port 1“) über das Kontextmenü der rechten Maustaste aushängen („Medium entfernen“).

      Zur Frage 2:
      über ne Cloud oder n USB-Stick… dabei ist allerdings darauf zu achten, dass immer nur eine Maschine (Host oder Gast) den Stick mounten kann.
      Um den Stick in der VM zu mounten muss man ihn also beim Host auswerfen (aber im Mac stecken lassen) und kann ihn dann erst über die USB-Verwaltung der VM dort einbinden.

      Antworten
      • Danke für die schnelle Antwort.
        Der Dateiaustausch per USB-Stick funktionierte zunächst nicht. Von 3 Sticks wurde einer überhaupt nicht erkannt, 2 wurden nach kurzer Zeit spontan aus dem Guest-System ausgeworfen. Das hat erst stabil geklappt nach Herunterfahren des Guest und Installation des OracleVirtualBoxExtensionPacks in der VB und Umschaltung auf USB-2.0 unter Massenspeicher->Ports->USB.

        Antworten
  4. Schöne Anleitung, leider bekomme ich es nur nicht hin. Ich muss dazu vielleicht erwähnen, dass ich es mit El Capitan anstelle Sierra versucht habe (auf meinem alten iMac kann ich Sierra nicht laden, weil darauf maximal halt El Capitan läuft). Also habe ich die ISO davon erzeugt.
    Laufen soll die VM auf meinem Surface Book, also einem Windows 10-Rechner. Alles ist eingestellt wie hier beschrieben, allerdings startet dann nicht wie unter 3 beschrieben das kryptische, sondern die Shell. Und da weiß ich nicht weiter… Wäre dankbar für einen Tipp.

    Antworten
    • Dann scheint vorher bei der Modifizierung der VM in der Windows Eingabeaufforderung etwas nicht funktioniert zu haben (Schritt 2).

      Beende VirtualBox komplett und führe die Schritte einfach noch mal aus. Und daran denken, dass diese Schritte als Admin ausgeführt werden müssen.

      Ich glaube nicht, dass es an El Capitan liegt; hier sollte es keinen Unterschied zu Sierra geben.

      Wenns danach immer noch nicht funktioniert, melde dich einfach noch mal.

      Antworten
      • Da ändert sich leider nix. Müssen die Befehle in der Eingabeaufforderung irgendeine Rückmeldung geben? Das passiert nämlich auch nicht… :-(

        Antworten
        • Nein, man gibt den Befehl ein und mit Druck der Enter-Taste wird das Kommando nur ausgeführt. Da kommt (wie im Screenshot zu sehen) keine Rückmeldung von Windows.

          Welche Version von VirtualBox setzt du ein? Hast du mal mit den Einstellungen rumgespielt? Also die Anzahl der Prozessoren von 2 auf 1 geändert; 6 statt 4 GB RAM o.ä.?
          Zur Not lass die VM einfach auch mal machen. Eventuell braucht sie 5 oder 10 Minuten, bis das richtige Bootlogo erscheint. Du kannst ja auch mal n Screenshot posten, der deinen Fehler in der Shell zeigt.

          Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.