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Review: Beyerdynamic Aventho Wireless · On-Ear Bluetooth Kopfhörer

Heute folgt mal wieder ein Blick in die elektroakustische Ecke dieses Blogs.

Genauer gesagt geht es um den Aventho Wireless vom deutschen Hersteller Beyerdynamic.

Dabei handelt es sich um einen On-Ear Bluetooth Kopfhörer der Premiumklasse, der im Fall der Fälle auch mit einem normalen 3,5 mm Klinkenkabel verwendet werden kann.

Lieferumfang

  • Aventho Wireless Kopfhörer
  • Tragetasche aus Stoff
  • USB-A auf USB-C Ladekabel
  • Audiokabel 3,5 mm Klinke
  • Papierkram

Erster Eindruck

Die Lieferung erfolgt in einem farblich recht auffälligen und stabilen Pappkarton.

Der Kopfhörer selbst kommt in einem klassischen Retro-Design daher. Die Haptik sowie Verarbeitungsqualität ist nicht zuletzt durch die verwendeten Materialien, vorherrschend sind Metall und Kunstleder, äußerst hochwertig.

Trotz des recht üppigen Gewichtes von ca. 240 Gramm sitzt der Aventho Wireless fest und angenehm am Kopf. Hier spielen u.a. die sehr gute Dehnung des Bügels und die recht weichen Ohrpolster eine Rolle, was im Alltag Vorteile mit sich bringt.

Weitere Knöpfe zur Lautstärkeregulierung, zum Überspringen von Songs oder Annahme von Telefonaten hat der Kopfhörer nicht. Dafür gibt es an der rechten Ohrmuschel ein Touchpad, auf das ich später noch detaillierter eingehen werde.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den USB-C Ladeport. Es ist eigentlich erstaunlich, dass man im Jahr 2019 darauf noch eingehen muss aber die Erfahrung zeigt leider, dass sehr viele Hersteller diesen Weg nach wie vor scheuen und lieber auf veraltete Micro-USB-Ladebuchsen setzen.

Nicht so Beyerdynamic beim Aventho Wireless, was ich persönlich sehr gut finde.

Etwas unverständlich ist dahingegen das im Lieferumfang fehlende Netzteil, wobei das natürlich nur Schmuck am Nachthemd ist. Ich bin dennoch der Meinung, dass so etwas, gerade auch mit Hinblick auf den nicht ganz so günstigen Preis des Kopfhörers, einfach dazugehören muss.

Die mitgelieferte Tragetasche mit ihrer kleinen innenliegenden Tasche für Kabel, USB-Sticks etc.pp. erfüllt ihren Zweck. Die Verarbeitung ist auch hier hochwertig, wobei ich mir lieber (Stichwort: Anschaffungspreis) ein Hardcase gewünscht hätte, das es leider nur im Zubehör zu kaufen gibt.

Technologie / Akku

Der Aventho Wireless setzt auf die hauseigene Tesla-Technologie, was Vorteile beim Klang mit sich bringt (für Details bitte dem Link folgen). Der Übertragungsbereich liegt zwischen 10 und 40.000 Hz mit einer Nennimpedanz von 32 Ohm und einem Kernschalldruckpegel von 105 dB SPL (1 mW / 500 Hz).

Die Reichweite des Kopfhörers liegt mit Bluetooth 4.2 bei ungefähr 10 Metern. Dazu werden die Audio Codecs aptX, aptX HD, AAC und SBC unterstützt. Noise Cancelling sucht man in der Featureliste leider vergeblich. Inwieweit das im Alltag Auswirkungen hat, werde ich später erläutern.

Der Akku hat eine Kapazität von 1.050 mAh. Damit sind, je nach Hörverhalten, bis zu 30 Stunden unterbrechungsfreier Musikgenuss möglich. Die Ladezeit beträgt ca. 2 Stunden.

Im Alltag

Den Kopplungsmodus erreicht man über einen etwas längeren Druck auf den Ein-/Ausschalter des Kopfhörers. Anschließend wird dieser als Aventho Wireless auf dem Smartphone, Tablet, Mac oder PC angezeigt und erlaubt die Kopplung. Beide Schritte werden über den Kopfhörer durch englischsprachige Ansagen begleitet, so dass man immer über den aktuellen Status informiert ist. Zusätzlich wird beim Starten des Kopfhörers jedes Mal der Zustand des Akkus angesagt.

Neben der Steuerung des Kopfhörers über das jeweilige Endgerät, kann man auch das schon angesprochene Touchpad an der rechten Ohrmuschel verwenden. Die intuitiven Gesten zum Pausieren, Spulen und Überspringen von Titeln oder zum Regeln der Lautstärke funktionieren sehr gut.

Unterstützend kann man über die hauseigene MIY App, die für Android und iOS angeboten wird, die Touch-Sensitivität genauer festlegen.

Im Aventho Wireless ist außerdem ein Mikrofon verbaut, was nichts anderes bedeutet, als dass man bequem telefonieren oder auf den im Smartphone verwendeten Sprachassistenten (Siri, Google Assistant etc.) zugreifen kann.

Für die Bedienung kann man auch hier wieder das Touchpad verwenden, wobei die Anrufsteuerung noch zwischen annehmen bzw. beenden sowie abweisen und makeln (zwischen zwei Anrufern wechseln) von Anrufen unterscheidet.

Im Alltagstest kann ich dem Aventho Wireless auch hier wieder die volle Punktzahl geben. Die Sprachqualität ist sehr gut, wobei die äußeren Umstände (Straßenlärm, Wind etc.) natürlich eine gewisse Rolle spielen.

Im Übrigen wird bei eingehenden Anrufen auch immer der im Adressbuch des Smartphones hinterlegte Name angesagt, so dass man zur Identifikation des Anrufers nicht unbedingt aufs Telefon schauen muss.

Schönes Gimmick nebenbei: Ist der Akku doch einmal leer oder unterstützt das Endgerät kein Bluetooth, kann man den Aventho Wireless auch kabelgebunden betreiben. Ein passendes 3,5 mm Klinkenkabel liegt im Lieferumfang bei.

Brillenträgern sei zudem gesagt, dass es im Alltag keinerlei Probleme gibt. Auch nach mehreren Stunden der Nutzung drückt nichts an den Ohren.

Klang & Personalisierungen & Firmware Updates

Neben den bisher schon vorgestellten Features sticht der Aventho Wireless auch klanglich aus der Menge meiner bisher getesteten Bluetooth Kopfhörer heraus.

Wie immer ist diese Punkt ein rein subjektives Empfinden aber selbst ohne optimale Hardwarevoraussetzungen des Endgerätes (aptX oder aptX HD) ist der Klang im Werkszustand für einen On-Ear Kopfhörer sehr detailliert und ausgewogen. Und da stört auch nicht das fehlende Noise Cancelling. Zum einen „dichtet“ der Kopfhörer für mein Empfinden schon recht gut ab, zum anderen finde ich es im Alltag sehr angenehm noch etwas von meiner Umwelt wahrzunehmen. Gerade wenn man nahezu täglich per Lautsprecheransagen über Bahnausfälle, Verspätungen oder Gleisänderungen des öffentlichen Nahverkehrs informiert werden muss.

Der Klang im Werkszustand kann über die schon angesprochene MIY-App mit Hilfe der Mimi Hearing Technologie weiter optimiert bzw. personalisiert werden.

Dazu gibt man in der App zunächst sein Geburtsjahr ein und kann anschließend über die Kopfhörer einen Hörtest durchführen. Dieser dauert nach Ohren getrennt ca. 10 Minuten und man quittiert im Prinzip wie beim HNO-Arzt piepende Geräusche sobald man sie hört.

Das daraus generierte Hörprofil wird anschließend auf den Aventho Wireless geladen. Leider kann man nicht mehrere Profile unterschiedlicher Personen erstellen. Das hat zur Folge, dass man (zumindest theoretisch) dieses Prozedere beim Wechsel des Hörenden jedes Mal wiederholen müsste.

Firmware Updates des Kopfhörers können leider nicht über die mobile App geladen werden. Dafür stellt Beyerdynamic ein Update Tool für macOS und Windows zum Download bereit.

Preise und Verfügbarkeit

Beyerdynamic bietet den Aventho Wireless in den Farben schwarz und braun an. Die Preise beginnen derzeit bei 345,00 Euro.

-> https://www.beyerdynamic.de/aventho-wireless.html
-> https://www.idealo.de/preisvergleich/aventho-wireless-beyerdynamic.html

Die MIY-App für iOS und Android wird kostenlos über die jeweiligen App-Stores verteilt.

tl;dr

Zunächst muss ich sagen, dass der Aventho Wireless ein aus meiner Sicht sehr schöner Kopfhörer ist. Die Verarbeitung die exzellent und auch auf klanglicher Seite, die wie beschrieben personalisiert werden kann, gibt es absolut nichts auszusetzen.

Mit gefällt zudem der USB-C Ladeport, was zumindest in meinem Haushalt die Anzahl der benötigen unterschiedlichen Ladekabel auf ein Minimum reduziert. Wenn Apple jetzt endlich auch mal beim iPhone und den normalen iPads… 😉

Negativ fallen das fehlende Netzteil sowie die fehlende Hardschale für den Transport ins Gewicht, wobei das Meckern auf hohem Niveau ist.

Dazu bin ich etwas skeptisch was die Kabel an den beiden Ohrmuscheln angeht. Bisher gibt es keinerlei Probleme aber gerade beim Transport des Kopfhörers im Rucksack o.ä. kann ich mir durchaus vorstellen, dass man mal hängenbleibt und es so zu Beschädigungen kommt.

Autor: Björn

Ich bin Björn und quasi der COO von aptgetupdateDE. Ich kümmere mich um die PR und allerlei Kontaktaufnahmen zu Herstellern und Softwareentwicklern. Erreichbar bin ich bei Twitter und natürlich per E-Mail.

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