Permalink

Ausprobiert: Deckset · Markdown Folien (Gewinnspiel inside)

Ich liebe gute Vorträge mit schlichten und passenden Folien.

Bei einem dieser Vorträge bin ich über Deckset gestolpert. Ich kannte zwar schon Hovercraft, bei dem man Folien in Textform per Markdown schreiben und dann über einen Webserver im Browser angezeigt bekommt. Ich war dennoch sehr neugierig.

Deckset for Mac Turn your notes into beautiful pre-minishadow

Deckset nutzt einen vergleichbaren Ansatz. Das Rendern der Folien und die Verwaltung stecken hier allerdings in einer App und man muss sich nicht extra um einen Webserver kümmern.

Zum Schreiben benutzt man einen (Markdown-)Editor seiner Wahl. Ein Foliensatz besteht hier auch nur aus einer Markdown-Datei und eventuell weiteren Mediendateien, die man in den Folien braucht. Das Ganze speichert man dann auch am besten in einem extra Verzeichnis, welches so natürlich gleich in ein Git-Repo eincheckt werden kann; ein weiterer Vorteil dieser kleinen Lösung.

Bildschirmfoto 2015-09-30 um 16.36.37Bildschirmfoto 2015-09-30 um 16.35.56

Die Markdown-Datei gliedert sich recht übersichtlich in den einzelnen Folien. Deckset biete ein paar Beispiel-Foliensätze, mit denen die Grundlagen aber auch die Besonderheiten erklärt werden. Eine Hilfe in der App ist ebenfalls vorhanden.

Folien gliedert man mit drei aufeinanderfolgenden Bindestricken; Überschriften, Listen u.s.w. folgen der typischen Markdown-Syntax. Besonderheiten sind z.B. Anweisungen wie [fit], die eine Überschrift automatisch so groß wie möglich anzeigt. Das Einfügen von Bildern ist selbstverständlich möglich aber auch Videos sind kein Problem. Die Videos können dabei lokal liegen oder auch direkt von YouTube eingebunden werden. (Hier würde ich persönlich aber immer die lokale Variante benutzen. „Konferenz-Internet“ ist ja nicht immer so genial wie beim jährlichen Chaos Congress.)

Bildschirmfoto 2015-10-07 um 14.19.49

Weiterhin kann man Code mit Syntax-Highlighting und Zitate aber auch Notizen (die nicht gerendert werden) in seinen Folien verwenden. Fußzeilen, Links, Emojis, formatierter Text oder die Nummerierung der Folien sind ebenfalls fester Bestandteil der unterstützten Syntax.

Das Rendern des Markdown-Textes wird, wie schon mehrfach erwähnt, von Deckset übernommen. So kann man sich die Folien direkt in der App im Fenster oder per Vollbild-Modus, wie man es in einer Präsentation benutzt, anzeigen lassen. Das Bildformat kann man zusätzlich auf 4:3 und 16:9 festsetzen.

Bildschirmfoto 2015-09-30 um 16.41.29

Die App bietet darüber hinaus 15 vorgefertigte Themes. Jedes Theme ist in mehreren Farbvariationen vorhanden und kann direkt umgeschaltet werden. Den kompletten Foliensatz kann man auch als PDF-Datei exportieren.

Eigene Themes kann man derzeit leider noch nicht gestalten. Die Entwickler denken über ein derartiges Feature aber zumindest schon mal nach ;)

Bildschirmfoto 2015-10-07 um 14.19.48

Preise und Verfügbarkeit

Deckset kostet im Mac App Store 29,99 Euro. Ein Formula-Support kann als In-App-Kauf für weitere 9,99 Euro hinzugekauft werden.

Zum kostenlosen Ausprobieren steht auf der Webseite der Entwickler eine Demo bereit. Zur Installation wird minimal OS X 10.9 Lion vorausgesetzt.

Deckset (AppStore Link) Deckset
Hersteller: Unsigned Integer UG (haftungsbeschr�nkt)
Freigabe: 4+
Preis: 32,99 € Download

 

Fazit

Mir persönlich gefällt Deckset sehr gut. Man konzentriert sich auf das Wesentliche und hält sich nicht großartig mit Design auf. Darum kümmern sich die Themes, die meiner Meinung nach, sehr ausgewogen sind, so dass für jeden etwas dabei sein sollte.

In der B-Note gibt es kleinere Abzüge durch fehlenden Export der Präsentation zu Keynote oder PowerPoint und eine fehlende mobile App, die aus Gründen der Kompatibilität nice-to-have sind. Auch die Umsetzung des Vollbild-Modus ist meiner Meinung nach nicht mehr wirklich zeitgemäß, was aber einen generellen Umbau der Symbolleiste nach sich ziehen würde.

[do action=“aguwertung“ wert=“9″/]

Verlosung

Der Berliner Entwickler Unsigned Integer UG hat aptgetupdateDE für ein Gewinnspiel einen Promo Code von Deckset zur Verfügung gestellt.

Zur Teilnahme kommt Rafflecopter zum Einsatz, bei dem folgende gleichwertige Lose enthalten sind:

  • Frage beantworten
  • aptgetupdateDE bei Facebook folgen
  • aptgetupdateDE bei Twitter folgen

Die Auslosung findet kommenden Montag, den 12.10.2015, statt. Viel Glück!

a Rafflecopter giveaway

Permalink

Getestet: Entspiegelungs-Laminierung von TDComponents

Glossy Display. Während allein das Wort bei einigen anscheinend für mittelstarke Erektionen sorgt („bessere“ Farben!), pellen sich bei mir eher die Zehennägel — zumindest seitdem ich meinen HiWi-Job im gefühlt hellsten Büro Deutschlands verrichte, einem Glaskasten inmitten eines Teichs.

Vorher fielen die Reflexionen zwar negativ auf, aber die Nutzungsdauer und/oder Lichtbedingungen waren bislang immer so moderat, um sich dennoch konzentrieren zu können. Jetzt verbringe ich 10 Stunden / Woche in einem quasi schattenfreien Raum. Wer unter diesen Bedingungen mit einem Glossy Display arbeiten kann, ist wahrscheinlich auch schmerzresistent genug sich noch weitere Beiträge zur Urheberrechtsdebatte anzutun. Oder irgendeine von Björns Infografiken :D. Von einem Vollzeitjob mal ganz zu schweigen.¹

Da Apple es vorzieht eine Entspiegelung ab Werk ausschließlich bei für mich zu großen und unerschwinglichen MacBooks anzubieten, schaute ich mich nach Drittanbieterlösungen um. Genauer: Nach brauchbaren Entspiegelungsfolien, da alle anderen Optionen (Display- bzw. Polarizertausch), falls existent, erheblich teurer wären.

Irgendwie muss besagte Folie dann nur blasenfrei und passgenau aufs Display kommen, was ja schon beim iPhone trotz der üblich empfohlenen MacGyver-Tricks (feuchtes Badezimmer, etc.) eine echte Geduldsprobe sein kann. Ich stieß relativ schnell auf TDComponents, die genau eine solche Laminierung im Reinraum durchführen.

Preise, Prozedere, verwendete Folien

Man schickt sein MacBook zur Laminierung logischerweise ein. Realistischerweise sollten inklusive Hin- und Rückversand 5-7 Tage eingeplant werden, die Laminierung selbst dauerte bei mir 1 Werktag. Die Preise für Apple-Geräte beinhalten Folie + Laminierung und staffeln sich wie folgt:

Gerät Preis zzgl. Versand
iPad 29,95€
iPhone 14,99€
MacBook Air 11″ 32,50€
MacBook Air 13″ 34,95€
MacBook Pro 13″ 34,95€
MacBook Pro 15″ 39,50€
MacBook Pro 17″ 44,99€

Von iMac und Cinema Display Laminierungen wird aufgrund des großen Abstandes der Scheibe zum Display und der daraus resultierenden größeren Streuung abgeraten. Hinversand kann selbst gewählt werden, Rückversand erfolgt per DHL (6,90€) oder auf Wunsch per Overnight Kurier (21,42€). Es werden, laut Eigenauskunft von TDComponents vorwiegend Folien von Folix, seltener Dipos verwendet. Beides Made in Germany, falls da irgendjemand noch Wert drauf legt.

Der Test

Transparenz: Der Test war abgesprochen (quasi ein „Presseexemplar“), sodass ich nur den Hinversand tragen musste. Auf mein Fazit hat das keine weiteren Auswirkungen.



Es handelt sich beim Testmodell um ein MacBook Pro 13″ (Mitte 2010). Der direkte Vergleich wurde mangels Alternativen mit einem MacBook Air 11″ (Mitte 2011) gemacht. Wir verdienen uns mit AGU zwar eine goldenene Nase, für ein Messlabor und objektive Messungen reicht dennoch nicht. Was ich allerdings vorweisen kann sind etliche Stunden vor dem unentspiegelten Display und quasi viereckige Gewohnheitsaugen.

Wie erwartet wurde die Folie sauber und blasenfrei aufgebracht. Am Bildschirmrand ist kein sichtbarer, an den Bildschirmecken ein leichter, durch die Krümmung bedingter Versatz. Die Entspiegelung ist einwandfrei: Reflexionen werden deutlich reduziert. Diffuses Licht stört gar nicht mehr, gerichtetes Licht je nach Intensität erheblich weniger. Unter direkter Sonneneinstrahlung sieht man logischerweise immer noch relativ wenig, dazu reicht die Bildschirmhelligkeit einfach nicht aus. Nebenbei werden erfreulicherweise auch Fett- und Fingerabdrücke auf ein Minimum verringert.

Das Bild wird durch die „angegraute“ Folie ganz leicht, aber spürbar dunkler und „körniger“. Insbesondere letzteres sollte bei Fotobearbeitungen berücksichtigt werden. Mir ist es anfangs passiert, dass ich in Bildern eine schöne Körnung sah, wo keine war. Auch Details leiden ganz leicht darunter, feine (im schlimmsten Fall noch gekörnte) Strukturen mit niedrigem Kontrast (Beispiel) gehen da schonmal etwas verloren. „Etwas verloren“ bedeutet in diesem Fall, dass die Details zwar zu erkennen sind, der Unterschied im direkten Vergleich zu einem unentspiegelten MacBook aber mit bloßem Auge zu sehen ist.

Fazit

Ehrlich und unverblümt: Ich bin begeistert. Nach 1 Monat mit entspiegeltem Display, könnte ich nie wieder ohne. Dass es nicht ohne gewisse Unzulänglichkeiten (dunkleres, körnigeres Bild) geht, war von vorherein klar. Diese fallen jedoch leicht genug aus, um sich nach einigen Stunden daran gewöhnen und darauf einstellen zu können. An der blasen- und staubfreien Aufbringung durch TDComponents habe ich nichts auszusetzen. Der Aufpreis ist meines Erachtens fair.

Absolute Fans ihres Glossy Displays sollten bei diesem bleiben, allen anderen kann ich so eine Laminierung nur ans Herz legen! Der Komfortzuwachs macht alle Nachteile doppelt und dreifach wett.

[do action=“aguwertung“ wert=“9″/]