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Ich steig aus …

Irgendwann musste es ja mal passieren. Warum mir das immer passiert? Keine Ahnung!

„Lange“ drei Jahre hat mein 15 Zoll Macbook Pro (Mid 2010) jetzt auf den Buckel und meinte nun einfach nicht mehr mit mir zusammenarbeiten zu müssen. Dabei haben wir uns immer prima verstanden und ich habe es immer gut behandelt. Okay ich hatte schon insgeheim auf das kommende Retina-Super-Akku-Model, welches in den kommenden Wochen eventuell erscheinen wird, geschielt. Benchmarks sind ja schon im Umlauf aber das ist doch noch lange kein Grund, einfach so in den „Ich-ärgere-dich-jetzt-mal-so-richtig-Modus“ zu wechseln.

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Die ganze Geschichte:
Mein Macbook meinte sich vorgestern einfach mal „hart“ auszuschalten – 15:30 Uhr – im größten Support-Stress. Einschalten ließ es sich dann auch erst einmal nicht mehr bzw. es schaltet sich nun in unregelmäßigen Intervallen einfach wieder aus; sogar im EFI-Modus. Einen OS X-Software-Bug schließe ich deshalb aus. Klasse! So was passiert immer dann, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann. Okay, ich könnte es wohl nie gebrauchen. Speicher getauscht – ohne Erfolg. Irgendwann am nächsten Tag hatte ich es dann mal geschafft mich in OS X einzuloggen und konnte mir die Fehlerlogs ansehen, die auf die Nvidia-GPU schließen lassen. Super! Das Gerät hat noch zwei Monate Garantie also erst einmal einschicken; das kann dauern… (Dieses mal habe ich den Innenraum gut abgelichtet. Nicht, dass man mir wieder einen Wasserschaden unterstellt. Ihr kennt die Story? (Klick, Klick, Klick))

Nun steht er da, der Mac-User – ohne Mac. Und das wahrscheinlich noch ein paar Wochen. Mir ist innerlich zum Heulen zumute. Aber da muss ich wohl oder übel durch.

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Ich hatte mir netterweise ein abgelegtes Thinkpad X200 vom Kollegen borgen können und muss erst mal damit zurechtkommen. Ubuntu 13.04 drauf und ab geht die Reise ins Linux-Land. Vom Performance- und Schick-Faktor abgesehen fühlte ich mich auch recht schnell zu Hause, da ich den größten Teil in der Z-Shell verbringe und die wichtigsten Cloud-Dienste wie Chrome, Spotify, Feedly und Dropbox auch für Linux verfügbar sind. Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt.

Na klar, wenn man dann genauer hinsieht, vermisst man vor allem lieb gewonnene Apps und Workflows. Gnome Do ist nur ein 10%iger-Ersatz für Alfred. MarsEdit konnte ich bisher nicht ersetzen, außer ich blogge direkt im WP-Backend (schrecklich). Für Mail und Outlook (Exchange) muss erst mal Thunderbird herhalten. Einen guten Twitter-Client á la Tweetbot habe ich noch nicht finden können. Pidgin ist ein recht guter Adium-Ersatz und mit Everpad habe ich einen minimalistischen Evernote-Client gefunden. VLC, RubyMine, PyCharm, Vim und Gimp (als Pixelmator-Ersatz) findet man auch unter Ubuntu.

Problematisch ist der Zugriff auf die Mac-verschlüsselten Festplatten bzw. Backups. Da ist kein Rankommen, wenn man sich für diesen Fall keinen Gedanken gemacht hat. Da hätte ich mir vorher Exit-Strategien überlegen müssen bzw. muss mir jetzt einen anderen Mac ausborgen, um auf die Daten zugreifen zu können. Viele Dinge liegen aber in irgendwelchen Cloud-Speichern oder in Git-Repos. Ich werde es überleben.

Mit der Apple-Tastatur am externen Monitor und Docky als Dock-Ersatz (Dash ist eine Krankheit – lahm und unbenutzbar) habe ich sogar ein wenig Mac-Feeling und werde wohl die Zeit der Reparatur überleben.

Ubuntu (Linux) -heute- ist auch kein Vergleich zu meinem Linux-Desktop-„Ausstieg“ vor acht Jahren mehr, als ich mich noch mit Gentoo auf einem Dell Inspiron 8100 herumgequellt hatte. Es funktioniert schon alles ziemlich gut und out-off-the-box. Man muss sich wahrscheinlich auch erst einmal richtig darauf einlassen.

Tschüß Mac-Welt — Ich bin jetzt vorerst Linux-Nutzer ;-)

PS: Nur mal so als Update zum Thema Nexus 4:
Ich hatte mich nach ein paar Wochen so an das Gerät gewöhnt, dass ich nicht mehr zum iPhone zurückwollte. Mir war das iPhone 4S schlichtweg einfach zu klein und, man mag es kaum hören wollen, auch zu eingeschränkt. Android hat sich für mein Empfinden sehr gut und konsequent weiterentwickelt. Selbst die Apps sind mittlerweile auf einen sehr guten Niveau angekommen und lassen mich kaum etwas vermissen. Der einzige Anker für mich in die Apple-Welt ist derzeit mein iPad, welches ich auch ungern eintauschen würde, denn hier habe ich mittlerweile einen riesen Schatz an Apps „gesammelt“, die mir den Tag täglich versüßen.

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Das Bye-Bye-iPhone-Experiment

Nach 5 Jahren iPhone habe ich mich für ein kleines Experiment entschieden: Taugt ein alternatives Gerät für mich in meinem Alltag, wie es das iPhone 4S aktuell getan hat oder nicht?

Warum macht der jetzt so einen Schmarn? Ja – ich bin zufrieden mit dem iPhone – ohne Frage, aber es gibt auch einige Tatsachen, die Apple nicht weg reden kann und mich seit jeher stören. Aber dazu später mehr.

Als „heimlicher“ Android-Liebhaber gab es für mich eigentlich kein anderes alternatives System mit dem ich dieses persönliche Experiment starten will. Nach ein paar Monaten mit dem Nexus 7, welches ich für Entwicklungsaufgaben benutzt habe, habe ich dieses System doch wirklich schätzen gelernt. Dazu noch das schon fast erdrückend gute Angebot von Google für das Nexus 4 – ein Android-Gerät, der Oberklasse für 349 Euro und meine Entscheidung stand fest. Was kann man auch falsch machen. Entweder man lässt sich darauf ein oder es wird halt nichts und das Gerät landet in der Bucht, wo immer noch sehr gute Preise erzielt werden. Verlieren kann ich also bei diesem Experiment nicht – höchsten gewinnen und wenn es nur Erfahrungen sind.

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Android, als Plattform beobachte ich schon seit ihren Anfängen und es hat mich schon immer fasziniert wie Linux als Plattform hier so eine tolle Entwicklung genommen hat. Ganz ehrlich, wer hätte das vor 10 Jahren gedacht. Ich glaube niemand. Ich sehe mich noch auf meinem Pocket PC (so nannte man das damals^^) einem „iPAQ“ OPIE installieren. Das waren noch Zeiten …

Ich konnte mich aber nie wirklich für die „Android“-Hardware begeistern. Alltagstauglich erschienen mir Geräte wie z.B. das G1, ein HTC Desire oder ein Samsung Tablet im Gegensatz zum zeitlichen „Äquivalent“ von Apple nie wirklich. Mit allen habe ich es mehr oder weniger intensiv versucht.

Man orakelte bei der Einführung des ersten iPhone, dass Apple damit ein technischen Vorsprung von 5 Jahren hat. Die sollten nun doch vorbei sein. Und seien wir doch mal ehrlich, auch wenn das iPhone nur so vor Stabilität und Kontinuität strotzt – ist das System doch irgendwie in die Jahre gekommen und wirkt auf mich doch ein wenig business-langweilig. Natürlich ist das Meckern auf sehr hohem Niveau. Es ist auch nicht wirklich meckern, aber ich will mal wieder was Neues und Apple scheint diese nerdige Technikbegeisterung nicht stillen zu wollen.

Ich bin gespannt wie sich das Nexus 4 in meinem Alltag schlagen wird. Ich habe bewußt mein iPhone in der Schublade gelassen und werde die nächsten zwei Wochen immer mal wieder auf bestimmte Tatsachen hier eingehen. Ich denke, dass könnte recht interessant werden. 

Nur kurz zum Einkauf des Nexus 4, welches nun endlich wieder bei Google direkt zu haben ist. Die Bestellung (Kreditkarte vorausgesetzt) lief erstaunlich harmonisch und super schnell ab. Freitag Nachmittag hatte ich mich endlich entschieden und Montag Abend konnte ich schon meine technische Neugierde befriedigen. So stellt man sich das vor. 

Gibt es unter unseren Lesern ebenfalls ehemalige iPhone-Nutzer, die auf die „andere“ Seite gewechselt sind? Wenn ja, dann bitte her mit euren Meinungen und Vorschlägen zu App-Alternativen wie Tweetbot, Reeder und co.