Permalink

CeBIT 2013 und wieso ich darauf keine Lust mehr habe

DruckIn Hannover ist ab sofort wieder die Hölle los! Die Comutermesse CeBIT öffnet heute wieder ihre Tore und wird das bestimmende IT-Thema der kommenden Tage bei Heise, Golem & Co. sein.

Ich war, zumindest vor 5 bis 10 Jahren, immer sehr gerne Gast dieser Messe aber die letzten Jahre ging es, meiner Meinung nach, steil bergab! Innovationen oder überraschende Konzepte sucht man dort leider immer mehr vergebens.

Wie wir auch schon bei unserem CeBIT Artikel vom letzten Jahr geschrieben haben, hängt das vielleicht auch mit unserer (ich schließe Oliver mit ein) zu hohen Erwartungshaltung zusammen. Man liest ja täglich seine IT-News im Web und ist, dank Internet, am Puls der Zeit.

Ich persönlich verspüre dann auch keine Lust mehr, mich durch Menschenmassen zu kämpfen, um mir den hundertsten MacBook Air Clone oder das neustes Android-Smartphone anzusehen, welches in drei Wochen eh von einem noch neueren Modell abgelöst wird. Auch das Cloud-Thema vom letzten bzw. 3D vom vorletzten Jahr war an Lächerlichkeit kaum zu überbieten!

Dazu kommen dann noch diese riesigen, äußerst langweiligen Messestände. Stellvertretend, für alle anderen, nenne ich nur mal Microsoft und die Deutsche Telekom, die sehr wohl das Geld und das Know How für eine spannende Messeerfahrungen haben aber es absolut nicht auf die Kette bekommen! Und findet man doch mal einen interessanten Artikel oder Vortrag bei kleineren Anbietern, platzt der Stand mangels Platzangebot aus allen Nähten.

Nun will ich aber auch nicht alles schlecht machen. Die CeBIT ist nach wie vor gut um sich zu ‘socializen’; IT-Menschen hinter Newsportalen oder die (IT-)Blogger dieser Welt zu treffen. In diesem Zusammenhang kann ich übrigens die Blogger-Hütte von Intel (Halle 23) empfehlen. Dazu kommen natürlich die Partys nach Schließung der Messe, die auch nach wie vor legendär sind ;-)

Im Endeffekt MUSS die CeBIT ihr Geschäftsmodell aber wesentlich überdenken, um nicht komplett in der Versenkung zu verschwinden. Das IT-Geschäft ist einfach zu schnelllebig und in Barcelona ist mit der Mobilfunk-Messe MWC momentan deutlich mehr Potential und Aufbruchsstimmung vorhanden.

-> http://www.cebit.de

Permalink

CeBIT 2012: Eindrücke

Alle zwei Jahre zieht es uns doch immer wieder auf magische Weise nach Hannover zur CeBIT, der größten deutschen Computermesse, die laut Zahlen in den letzten Jahren wieder mehr Zuspruch von Besuchern und Ausstellern gehabt hatte.

Bildschirmfoto 2012 03 07 um 06 48 26

Etwas ziellos ging es dieses Mal einfach drauf los.

Was bleibt nach acht Stunden durch die Menschenmassen kämpfen? Kurz zusammengefasst: Schmerzende Füße, eine leere Brieftasche (Currywurst, Pommes für stolze 8 Euro) und die Eindrücke von viel KilmmBimm, viel Businesskasperquatsch und jeder Menge Ultrabooks.

Ein Besuch war definitiv die Blogger-Hütte von Intel wert, die in der lautesten Halle, der Gamerhalle untergekommen ist. Hier trafen wir einige gutbekannte Kollegen, darunter u.a. Caschy; schön dass wir uns endlich mal persönlich die Hand geben konnten oder Ronny: einer der Programmierer von der „Schneller Lesen“ App.

Bildschirmfoto 2012 03 07 um 06 53 27

Hardware-technisch gab es viel und gar nichts zu sehen. Wie ich oben schrieb: Im Großen und Ganzen viel KlimmBimm und Android in allen Formen und Geräten zB. Waschmaschinen, Windelfeuchtigkeitssensoren oder in der Auto-Automatisierungstechnologie). Ein Trend scheint überwunden: 3D ist irgendwie kaum ein Thema mehr. Richtig nachhaltig Beeindruckendes konnten wir aber nicht entdecken. Einzig das Ultrabook UX31E von Asus konnte überzeugen. Alle anderen Ultrabooks erschienen uns als billige Kopien vom Macbook Air.

Thematisch hing überall die Cloud und die damit verbundende Mobilität in der Luft. Aber sowas kann man schlecht anfassen und eigentlich viel besser von zu Hause entdecken. Branchengiganten wie Microsoft oder SAP hatten wieder mal riesige, langweilige Stände. Kleine Anbieter wie z.B. der Heise-Verlag konnte mit einem interessanten Rahmenprogramm so viele Zuschauer anziehen, dass die kleine Bühne und die paar Plätze drumherum quasi aus allen Nähten platzten. Schade, dass man aus den letzten Jahre nicht gelernt hat.

Bildschirmfoto 2012 03 07 um 06 49 20

Darüber hinaus konnten wir einigen Zocker-Kids bei Diablo 3 spielen zuschauen. Mehr als eine Stunden musste man sich anstellen, was uns dann doch zu viel war, um es mal selbst anzutesten. Ich hoffe es steht bald in den Regalen. Es wird Zeit.

Wenn ich noch vor drei Jahren staunte, wenn ein Hersteller einen Mac mit an seinem Stand hatte, war er heute allgegenwärtig. Gleiches gilt für iPad und iPhone, die praktisch an jedem Stand vertreten waren. Das hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert.

Bildschirmfoto 2012 03 07 um 06 51 10

Neue und überraschende Dinge konnte wir im Grunde nicht entdecken. Irgendwie hatte man den Eindruck, dass die Branche derzeit auf der Stelle tritt. Kaum ein Anbieter traut sich noch innovative neue Konzepte vorzustellen. Vielleicht sind unsere Erwartungen auch immer noch ein Tick zu hoch, neue Sensationen hier entdecken zu können. Aber die Zeiten sind wohl zu Ende, wo Hersteller die Bombe erst auf einer Messe platzen lassen. Im Internet-Zeitalter kann man das zu jeder Zeit, unabhängig von Zeit und Ort.

Ich wurde mehrfach gefragt: Lohnt die Reise zur CeBIT und ich kann auch dieses Mal nur mit einem klaren Jein antworten. Findet es einfach selbst heraus. Zu sehen gibt es genug und mal ein paar Menschen hinter der IT-Branche zu sehen und zu treffen hat ja auch irgendwie seinen Reiz.

Tschüß, Hannover.